Öko-Test

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ÖKO-TEST
Öko-Test-Logo.svg
Beschreibung Verbrauchermagazin
Verlag ÖKOTEST Holding AG
Erstausgabe 1985
Erscheinungsweise monatlich
Verkaufte Auflage
(IVW Q3/2013)
133.544 Exemplare
Reichweite (MA 2013) 1,736 Millionen Mio. Leser
Chefredakteur Jürgen Stellpflug
Weblink http://www.oekotest.de
ISSN 0948-2644

Öko-Test ist ein deutschsprachiges Verbraucher-Magazin. Die Zeitschrift Öko-Test Magazin gibt es seit April 1985. Weiter erscheinen im Verlag mehrmals jährlich Öko-Test Kompakt, Öko-Test Ratgeber, Öko-Test Spezial, Öko-Test Kompass sowie die Öko-Test Jahrbücher. Die verkaufte Auflage des Magazins beträgt ca. 172.000 Exemplare (2009). Die Reichweite wird mit monatlich 1,77 Millionen Lesern (MA 2009) angegeben. Öko-Test unterhält eine Website, auf der alle Testergebnisse seit Anfang 1992 abrufbar sind. Aktuelle Ergebnisse kosten zwischen 0 Cent und 4,00 Euro.

Unternehmen[Bearbeiten]

Die Öko-Test-Verlag GmbH hat heute etwa 65 Mitarbeiter. Der Umsatz beträgt ca. 11 Millionen Euro (2007).

Gesellschafter ist zu 100 % die Öko-Test-Holding AG. 64,02 % der Aktien sind im Besitz der dd_vg. Unter dieser Holding vereint die SPD ihre Medienbeteiligung. Die restlichen Aktien gehören rund 900 Aktionären.

Der in Frankfurt ansässige Öko-Test Verlag GmbH ist für die Print-Titel wie das Öko-Test-Magazin, die Öko-Test-Jahrbücher und die Öko-Test-Ratgeber zuständig. Die NewMedia-Sparte hat ihren Sitz in Augsburg. In den Aufgabenbereich fällt die Webseite www.oekotest.de sowie das firmeneigene Kundenmagazin Markt und Medien.

Als einen Verbraucherservice haben Öko-Test Mitarbeiter den Verein Ökologische Verbraucherberatung e.V. gegründet. Der gemeinnützige Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Verbraucheranfragen zu beantworten.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorläufer des Öko-Test-Magazin war die Neugier – Illustrierte Zeitschrift mit Öko-Test die bereits im April/Mai 1983 in der gleichnamigen Neugier-Verlag GmbH (Berlin) erschienen ist. Gründer und Herausgeber war der Wirtschaftsjournalist Jürgen Räuschel. Die Neugier-Verlag GmbH wurde 1985 zur Öko-Test Verlag GmbH, die seither in Frankfurt am Main ansässig ist.[1]

Der konzeptionellen Entwicklung des Magazins hat vor allem die DM (heute Euro) der 1960er-Jahre Pate gestanden, aber auch andere Medien mit aufklärerischem Charakter wie etwa konkret, päd. extra oder der Berliner Extra-Dienst.

Testarbeit[Bearbeiten]

Öko-Test testete in 25 Jahren über 100.000 Produkte und Dienstleistungen in 3.000 Tests.[2] Es werden alle Endverbraucherprodukte und -dienstleistungen, wie z.B. Kinderschnuller, Mineralwasser, Joghurt, Haarwaschmittel, Energiesparlampen, Medikamente, Rentenversicherungen oder Kondome getestet.

Testeinkäufer von Öko-Test kaufen die Produkte anonym im Handel ein.[3] Das Unternehmen betreibt selbst keine eigenen Labore, sondern arbeitet mit Prüfinstituten in ganz Deutschland zusammen.[4]

Öko-Test bestimmt, nach welchen Schadstoffen, Inhaltsstoffen oder Wirksamkeiten die Labors suchen. Die Testkriterien werden dabei immer weiter verschärft. So wurde bei Nuss-Nougat-Creme im Jahre 2005 nach gesundheitsschädlichen Transfettsäuren gesucht. Nachdem die Hersteller dieses Problem in den Griff bekommen haben, wurde allerdings der Schadstoff 3-MCPD-Fettsäureester entdeckt. Daraufhin ließ Öko-Test im Jahr 2009 die Nuss-Nougat-Cremen auf diesen Schadstoff untersuchen.[5]

Die Testergebnisse der Labors werden von den Redakteuren bewertet.[6] Hersteller kritisieren dabei oft, dass Öko-Test weitaus strenger ist als der Gesetzgeber. Auch Produkte, die gesetzliche Vorgaben einhalten, können mit ungenügend abschneiden. Öko-Test hält dagegen, dass zwar die gesetzlichen Grenzwerte in die Bewertungsüberlegungen mit einfließen, aber wenn es Alternativen zu gesundheitlich bedenklichen Inhaltsstoffen gebe, seien diese die bessere Wahl. So seien beispielsweise aromatische Amine als Farbstoffe an Kleidung erst ab einem Gehalt von 30 Milligramm gesetzlich verboten, doch auch geringe Mengen seien krebserregend.[7] Gleiches gilt für die Gen-Technik: Lebensmittel, die weniger als 0,9 Prozent gentechnisch veränderte Bestandteile enthalten, gelten laut EU-Gesetzgebung als gentechnikfrei. Öko-Test wertet Produkte selbst dann ab, wenn sie nur geringste Mengen von genetisch verändertem Material enthalten. Nach Ansicht von Öko-Test gibt es zudem in gesetzlichen Vorgaben oft Regelungslücken. So seien beispielsweise die krebserregenden aromatischen Amine in Textilien zwar verboten worden, in Baby- und Kinderspielzeug waren sie noch erlaubt.

Seit Dezember 2010 berücksichtigt Öko-Test von Fall zu Fall in den Testberichten auch die sogenannte Corporate Social Responsibility (CSR), also die Frage, inwieweit ein Unternehmen bei der Produktion seiner gesellschaftlichen Verantwortung und dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit gerecht wird. Untersucht wird dabei einerseits, inwieweit Unternehmen sich ihrer diesbezüglichen Verantwortung verpflichtet fühlen, andererseits, welchen Aufwand sie hierzu betreiben. Der erste Test in diesem Zusammenhang beschäftigte sich mit Kinderspielzeug,[8] dabei wurde exemplarisch das Thema Kinderarbeit angesprochen. Eine Bewertung im Rahmen des Tests erfolgt nicht; die Abfragen sind so aufbereitet, dass die Leser sich hierzu eine eigene Meinung bilden sollen. Durch die Aufnahme von CSR in die Testberichte haben Konsumenten die Möglichkeit, Aspekte wie Arbeits-, Sozial- oder Umweltstandards bei ihren Kaufentscheidungen zu berücksichtigen. Unternehmen bekommen Anreize, sich ihrerseits mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDie Anfänge von Ökotest. In: oekotest.de. Abgerufen am 6. Sept. 2009.
  2. Über ÖKO-TEST - Unabhängigkeit [1]
  3. Über ÖKO-TEST - Testauswahl [2]
  4. ÖKO-Test - So entsteht ein Test [3]
  5. ÖKO-Test - So entsteht ein Test [4]
  6. ÖKO-Test - So entsteht ein Test [5]
  7. Über ÖKO-TEST - Testkriterien [6]
  8. Öko-Test. Test Kinderspielzeug. 26. November 2010. Abgerufen am 6. Januar 2010.

Literatur[Bearbeiten]

  • Öko-Test - richtig gut leben. Öko-Test-Magazin. Frankfurt M 1985ff. ISSN 0948-2644

Weblinks[Bearbeiten]