Frankfurter Küche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Frankfurter Küche von 1926

Die Frankfurter Küche wurde 1926 im Rahmen des Projekts Neues Frankfurt von Ernst May initiiert und von der Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky ausgearbeitet, um die Handlungsabläufe in der Küche zu rationalisieren und das Arbeiten zu vereinfachen. Sie gilt als Urtyp der modernen Einbauküche.

Die Frankfurter Küche sollte wie ein industrieller Arbeitsplatz gestaltet sein: Alle wichtigen Dinge sollten mit einem Handgriff erreichbar sein und eine Vielzahl von Gerätschaften soll Arbeitsgänge verkürzen. Um die Forderung der schnellen Erreichbarkeit zu erfüllen, ist sie sehr kompakt gehalten, was den Erfordernissen des gerade im Entstehen begriffenen Massenwohnungsbaus sehr entgegenkam.

Grundlagen[Bearbeiten]

Die Grundlage der Frankfurter Küche war der Taylorismus, dessen Ziel die Optimierung von Arbeitsabläufen ist. Christine Frederick übertrug dieses System bereits 1912 auf die Arbeitsabläufe in der häuslichen Umgebung und insbesondere der Küche.[1] und ein Jahr später auch als Buch veröffentlichte.[2] Mittels Stoppuhr wurden alle auszuführenden Handgriffe gemessen und die Dauer eines Arbeitsganges bestimmt und optimiert.

Hängeschränke mit Schiebetüren (Ernst-May-Haus)

Es war Margarete Schütte-Lihotzky, die als Architektin diesen Gedanken der Arbeitsoptimierung mit der industriellen Massenfertigung auf den Wohnungsbau übertrug, indem sie den Küchenarbeitsplatz nach ergonomischen und praktischen Erwägungen gestaltete, ohne die Bezahlbarkeit für breite Schichten außer Acht zu lassen. Die Frau sollte weniger Zeit in der Küche verbringen müssen, um mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können:

„Das Problem, die Arbeit der Hausfrau rationeller zu gestalten, ist fast für alle Schichten der Bevölkerung von gleicher Wichtigkeit. Sowohl die Frauen des Mittelstandes, die vielfach ohne irgendwelche Hilfe im Haus wirtschaften, als auch Frauen des Arbeiterstandes, die häufig noch anderer Berufsarbeit nachgehen müssen, sind so überlastet, daß ihre Überarbeitung auf die Dauer nicht ohne Folgen für die gesamte Volksgesundheit bleiben kann.“[3]

Die Küche ist konsequent als Arbeitsplatz für eine Person konzipiert, eine in größeren Haushalten durchaus noch übliche Hilfskraft (Magd) wurde in der Grundversion der Küche explizit ausgeschlossen.

Als Vorläufer der Frankfurter Küche können die Küche des Wiener Architekten Anton Brenner, die er gemeinsam mit seiner damaligen Assistentin Margarete Schütte-Lihotzky entwarf, sowie die Haarer Küche der Gebrüder Haarer in Frankfurt angesehen werden.

Gestaltung[Bearbeiten]

Kombinierter Elektro-Kohleherd aus einer Frankfurter Küche: 3 Elektroplatten und ein Backofen mit Ober- und Unterhitze (rechts) sowie einer Kohlenschublade mit darüberliegender Wärmeschublade und -platte (links)

Die Küche ist für Arbeiter- und Angestelltenwohnungen konzipiert. Die engen Platzverhältnisse der kleinen Wohnungen des Geschosswohnungsbaus der 1920er Jahre ließen keine konventionellen, also einzeln stehenden Küchenmöbel zu, wie sie in Einzelhäusern jener Zeit üblich waren. Die Küchen waren für ganze Gebäude einheitliche Maßanfertigungen. Es sollte die gesamte Funktionalität einer „großen“ Küche auf minimalem Raum (Typ 1: 1,9 m × 3,4 m) konzentriert werden, ohne dabei die Effizienz der Raumminimierung unterzuordnen. Die einzelnen Arbeitszentren sind so angeordnet, dass unnötige Bewegungen und Handgriffe vermieden werden.

Die Küche war formal einfach gestaltet, Holzteile waren an den sichtbaren Stellen blau-grün gestrichen, da Wissenschaftlern der Universität Frankfurt zufolge Fliegen blau-grüne Flächen meiden. Von dem originalen Farbton gab es vereinzelt Abweichungen, die bis ins Grün-Blaue reichen. Darüber hinaus wurden besonders von den großen Versionen (Typ 2 und 3) auch Küchen in anderen Farben realisiert.

Die waagerechten Arbeitsflächen bestanden aus einem Holzkorpus, mit einseitiger (oben) Linoleumbeschichtung und Abschlussleiste vorne.

Die Arbeitsplatte vor dem Fenster war in vielfacher Hinsicht besonders: Zum einen war sie aus Naturholz, zum anderen war sie so niedrig montiert, dass man sitzend an ihr arbeiten konnte. Zur schnellen Beseitigung von Abfällen aus dem Arbeitsbereich fand sich rechts in der Platte eine rechteckige Aussparung mit einer darunter montierten, überdimensional langen, emaillierten Schütte als „Zwischenabfall“. Die freie Vorderkante ohne Leiste ermöglichte das Befestigen von Küchengeräten (Mayonnaisenbereiter, Dosenöffner, Passiergerät etc.). Durch die Position dieses Sonderarbeitsbereichs rechtwinklig neben der Spüle konnten sowohl die Geräte als auch die Platte unverzüglich gesäubert werden, ohne dass etwas zu Boden fiel.

Zum Spülen wurde das Geschirr rechts neben dem Doppelbecken abgestellt. Im rechten Becken wurde das Geschirr eingeweicht und sowohl mechanisch als auch chemisch vom Schmutz befreit und dann im linken Becken klargespült. Flaches Geschirr (Teller, Deckel, Brettchen) konnten dann links in den entsprechenden Ständer über dem Abtropfbecken zum Trocknen gestellt werden. Töpfe und andere sperrige Gegenstände wurden direkt auf dem Abtropfbecken gelagert. Das Abtrocknen sollte vollständig durch ein Abtropfen ersetzt werden.

Elektroherd aus einer Frankfurter Küche: drei Elektroplatten und ein Backofen mit Ober- und Unterhitze.

Küchengeräte im eigentlichen Sinne waren in der Frankfurter Küche nicht integriert. Es wurde vielmehr ein Arbeitsraum geschaffen, in den nach Geschmack und vor allem nach Geldbeutel Geräte aufgestellt und benutzt werden konnten. Neben dem modernen, sprich kleinen, Elektroherd gab es auch einen mit seitlichen Abstellmöglichkeiten für heiße Töpfe. Nachdem sich viele Nutzerinnen über die hohen Kosten des Elektrokochens beschwerten, wurden auch ein kombinierter Kohle-/Elektroherd (siehe Abbildung) und eine Kochkiste für den Elektroherd angeboten. Auf die gerade aufkommenden Eisschränke bzw. auf den Platz dafür wurde bewusst verzichtet.

Zur Kostenreduktion wurde die Frankfurter Küche als standardisiertes Modulsystem konzipiert, das in großer Auflage in Fabriken hergestellt werden konnte und von den Tischlern nur noch in der Küche verankert werden musste. Die Kosten der Küche wurden auf die Miete aufgeschlagen. Es ist die Standardisierung der Module und die Möglichkeit der industriellen Fertigung, die die Frankfurter Küche zum Vorbild der heutigen Einbauküchen macht.

Unterschiede bestehen zur heutigen Einbauküche hinsichtlich der Materialien: In der Frankfurter Küche wurden verschiedene Hölzer und Metalle eingesetzt; auf damals schon bekannten Ersatzstoffe und Imitate wurde verzichtet. Die heutige Einbauküche wird meistens aus Spanplatten gefertigt und mit lackierten oder laminierten Blendoberflächen versehen.

Varianten[Bearbeiten]

Die Frankfurter Küche wurde in zwei Versionen produziert: einer kleinen und einer großen. Des Weiteren sind Abweichungen in der Farbgebung bekannt, einerseits aufgrund von Produktionsschwankungen (trotz Betreuung durch die Designerin), andererseits vermutlich auf Wunsch, so dass es etwa auch orange und graue Exemplare gegeben hat. Erhaltene Möbelstücke weisen eine Verfärbung ins Grüne und ein Dunkeln auf. In Eigenregie fertigten die Bewohner über dem Schrank mit den Schiebetüren Schränke, so dass hier eine Individualisierung stattfand.

Während der Produktion gab es einige Veränderungen in der Standardküche. Das separate Möbel mit den 18 charakteristischen Schütten wurde zugunsten von 12 Schütten in dem hohen Schrank aufgegeben. Eine Ursache könnte eine Kritik des R.F.G. gewesen sein. Dort wurde bemängelt, dass 12 statt 18 Schütten genügten und dass diese bisher aufgrund der Höhe zu leicht für Kleinkinder zugänglich seien.[4]

Eine weitere Änderung betrifft die Schütten selbst, welche in zwei Versionen existieren. Die erste trägt die Markierung „Haarer Frankfurt A.M“ und hat eingeschlagene Bezeichnungen der Befüllung, die zweite die Markierung „Haarer Hanau A.M“ und aufgenietete Schildchen in einer Mulde. Ob Letztere auch an der Küche oder nur danach produziert wurden, ist unbelegt. Anders als die Küche selbst sind sie noch gelegentlich in Internetauktionen anzutreffen.

Fertigung[Bearbeiten]

In großem Stil zum Einsatz kam die Frankfurter Küche im Rahmen des hochgesteckten Frankfurter Wohnungsbauprogramms, das zwischen 1926 und 1932 unter der Leitung von Ernst May eine Vielzahl von Siedlungen schuf (Neues Frankfurt). Da sie einerseits Arbeitsersparnis brachte und anderseits durch das geringere Bauvolumen die Baukosten gesenkt werden konnten, musste in dieser Zeit jede neue Gemeindewohnung mit einer solchen Küche ausgestattet werden – insgesamt etwa 10.000 der 15.000 May-Wohnungen in Frankfurt am Main. Daher stammt auch die Bezeichnung Frankfurter Küche. Die Herstellungskosten pro Küche betrugen zu Beginn ca. 500 Reichsmark. Dank der hohen Stückzahlen und der Fließbandarbeit in den beauftragten Holzwerkstätten betrugen die Stückkosten in der Großsiedlung Westhausen lediglich noch 238,50 Reichsmark.[5]

Bedeutung[Bearbeiten]

Zeitgenössische Resonanz[Bearbeiten]

Aluminumschütten
(Firma Gebrüder Haarer, Frankfurt und Hanau)

Trotz des Vorteils der Arbeitsersparnis stieß die Innovation nicht immer auf ein positives Echo. Nach der Einführung des Modells stellte die Reichsforschungsgesellschaft für Wirtschaftlichkeit im Bau- und Wohnungswesen (RFG) bei einigen Haushalten deutliche Anstrengungen fest, auf den bisherigen Lebensgewohnheiten zu beharren (Anbringen weiterer Möbelstücke in der Küche, Essen in der Küche, Kochen im Wohnzimmer, usw.). Tatsächlich erforderte die Frankfurter Küche beträchtliche Umstellungen in der Wohnkultur der unmittelbar Betroffenen, die bei ihrer Konzeption keinerlei Mitsprache gehabt hatten. Die Ämter der Frankfurter Stadtverwaltung waren um die Akzeptanz der Frankfurter Küche sehr bemüht. Dazu wurden Hausfrauenabende organisiert. Technische Probleme, wie z. B. der akute Platzmangel bei aufgeklappten Schranktüren oder das Eindringen der Feuchtigkeit in die Lebensmittel (die Aluminiumschütten waren nach oben nicht verschlossen), konnten zwar im Laufe der Jahre behoben werden. Die Frankfurter Küche wurde jedoch von vielen als zu wenig flexibel empfunden. Die RFG bemängelte das Konzept der Aluminumschütten, die wenig gebraucht wurden und eigentlich nie für ihre ursprünglich vorgesehene Funktion. Die Küche war nicht für die Anwesenheit von Kindern konzipiert; von Hausfrauen wurde die Kritik geäußert, die Aluminumschütten seien zu tief platziert und für den Nachwuchs zu leicht erreichbar. Die Möglichkeit der Familien, gegebenenfalls eigene Verhaltensformen zu entwickeln und zu behalten, gehörte tatsächlich nicht unbedingt zum Konzept, wobei Schütte-Lihotzkys gerade eine Aufwertung der Frauenarbeit zu bewirken versuchte und später vom Feminismus der 1970er bis 1980er Jahre negativ gewürdigt wurde: Da der Raum nur für eine Person gedacht war, hieß es, die Frankfurter Küche habe die Hausfrau in einen engen Raum schier eingesperrt und somit zu ihrer Isolation beigetragen.[6]

Aller Kritik zum Trotz wurde die Frankfurter Küche zu einem sehr verbreiteten Modell und lieferte zur späteren Entwicklung der Einbauküche einen grundlegenden Beitrag. 1930 wurde die Frankfurter Küche in Schweden im Rahmen einer Ausstellung präsentiert.

Einige zeitgenössische Nachfolgemodelle sind die Modulor-Küche von Le Corbusier, die Münchner Küche als Kompromiss zur Wohnküche, die Schwedenküche und die Schweizer Einbauküche. Auch in der Sowjetunion flossen die Errungenschaft der Frankfurter Küche in eigene Entwicklungen ein.

Die Resonanz nach dem Ende des Projekts[Bearbeiten]

Ernst Neufert bildete die Küche in seiner Bauentwurfslehre von 1936, verwies jedoch auch auf einige kleinere Schwachstellen. Trotzdem waren Küchengrundrisse im sozialen Wohnungsbau nach 1945 meist kleiner als im Neuen Frankfurt. Eingesetzt wurden nun bevorzugt Spanplattenmöbel, die mit Resopaloberflächen versehen wurden; mitunter kam auch das repräsentative Küchenbuffet wieder in Mode. Einzig die von Otto Haarer entworfenen Schütten wurden noch in größeren Stückzahlen eingesetzt. Die Frankfurter Küche blieb als Ideal in Fachkreisen bekannt – nur eine Architekturzeitschrift berichtete 1957 darüber.[7]

Mit der historischen Aufarbeitung ab 1976 wuchs wieder das Interesse an der Frankfurter Küche: 1976 berichtete eine Historikerzeitschrift über die Bedeutung der Küche.[8] Es folgten einige weitere, so dass die Küche etwa 10 Jahre als Klassiker des Küchendesigns anerkannt wurde. 1989 wurde der österreichischen Architektin Margarete Schütte-Lihotzky deswegen der IKEA-Preis der IKEA-Foundation verliehen.[9] Neben einigen privaten Neubauten der Küche ist das bekannteste Exemplar die Frankfurter Küche im MAK Wien, welche 1990 entstand. Eine österreichische Firma fertigte um die Jahrtausendwende die Buchenholzgriffe der Frankfurter Küche neu.

Pflege und museale Erhaltung[Bearbeiten]

Frankfurter Küche, MAK, Wien (Rekonstruktion 1990),[10] 1. Anordnung der Schütten
2. Anordnung der Aluminium-Schütten im Küchenschrank (Ernst-May-Haus)

Bis in die 1980er Jahre wanderten viele Frankfurter Küchen auf den Sperrmüll, meist aus Unkenntnis oder nach Auszug der Erstbewohner. Auch eine zweite Verwendung etwa als Kellermöbel kam nicht in Frage, da die Küchen über keine Rückwände und teilweise auch über keine Seitenwände verfügten. Folglich sind nur sehr wenige Küchen teilweise oder gar vollständig erhalten. Das Interesse an der Frankfurter Küche und an avantgardistischen Designobjekten im Allgemeinen führte zum sorgfältigen Ausbau einiger verbliebener Exemplare, die in Museen, Sammlungen oder auf dem Auktionsmarkt wanderten. Mitunter wird versucht, alte Küchenmöbel, die manchmal ebenfalls über die Haarer Schütten verfügen, als angebliche Teile einer alter Frankfurter Küche zu verkaufen.

Eine weitestgehend vollständige Frankfurter Küche wurde bei einer Auktion (Quittenbaum, in München) im Jahr 2005 für 22.680 Euro ersteigert,[11] eine weitere für 34.200 Euro.[12] Die Höchstpreise gelten offenbar nur für die blaue Standardküche. Ein abweichendes Modell von 1930 für eine Nervenklinik, das etwa nicht den charakteristischen Hängeschrank besitzt, erreichte 2009 nur einen Betrag von 11.000 Euro.[13] Auch abweichende Teile erreichen keine Höchstpreise: Ein kurzer Hängeschrank mit drei farblosen Schiebetüren, der nicht zur Standardküche gehört, erreichte 2010 einen Betrag von 1000 Euro und verfehlte den Schätzpreis von 1600 Euro.[14] Seitdem wurde bis auf die häufig angebotenen Schütten keine Küche oder ihre Teile mehr auf einer Auktion angeboten (Stand 2013).

Die Schütten selbst finden sich in zahlreichen Möbeln wieder, beispielsweise im Haus Schminke, die zwar aus der Zeit (oder ein wenig später) sind und deren Originalschütten enthalten, aber als Möbel kein Bestandteil einer Frankfurter Küche waren. Das ist darauf zurückzuführen, dass Haarer die Schütten nach Abschluss des Projektes in Eigenregie weiter anbot. Es handelt sich ausschließlich um Möbel mit der zweiten Version der Schütten mit den aufgenieteten Schildchen. Sie tauchen daher relativ häufig auf dem Auktionsmarkt auf. 2010 wurde ein Element mit sechs großen Schütten für 380 Euro versteigert,[15] ein weiteres mit zehn Schütten im selben Jahr für 1000 Euro[16] und eines mit neun großen[17] für 1200 Euro.

Museal erhaltene Frankfurter Küchen[Bearbeiten]

Die einzige öffentlich zugängliche Küche im ursprünglichen Raum befindet sich im Ernst-May-Haus, Im Burgfeld 136, Frankfurt-Römerstadt.[18] In diesem zweistöckigen Reihenhaus ist ein Dokumentations- und Veranstaltungsort für Architekturinteressierte entstanden.

Weitere Küchen sind in folgenden Museen zu besichtigen:

Im Jahr 2006 ging eine Frankfurter Küche im Rahmen der Wanderausstellung „Modernism: Designing a new World“ des Victoria and Albert Museum mit Stationen in London, den USA und Deutschland um die Welt.[20]

Verflüchtigung des Begriffs[Bearbeiten]

Steht der Begriff „Frankfurter Küche“ originär für die Entwicklung und Umsetzung innovativer Küchen Frankfurt, so ist die letzten Jahre auch eine Verflüchtigung zu beobachten, bei welcher nicht mal die Grundvoraussetzung eines Küchenobjekts erfüllt ist. Ein Gastronomiebetrieb bezeichnet sich ebenso als „Frankfurter Küche“ wie ein Bienenhaus in Dortmund.[21]

Als Zitat in der Kunst[Bearbeiten]

2008 drehte Robert Rotifer ein Musikvideo mit dem Song Frankfurt Kitchen. Der Brite Liam Gillick ließ 2009 eine Interpretation der Frankfurter Küche für den deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig als Kunstobjekt bauen. Der zyprische Multimedia-Künstler Nikos Charalambidis stellte 2011 in Griechenland eine Installation vor, die sich ebenfalls der Frankfurter Küche widmet und einen Nachbau des Typs 1 beinhaltet;[22] eine weitere Variante inszenierte er als Gegenstand einer Videoinstallation.[23]

Film[Bearbeiten]

  • Die Frankfurter Küche. (Alternativtitel: La cuisine de Frankfort.) Dokumentarfilm, Frankreich, 2010, 26 Min., Regie: Anna-Célia Kendall, Produktion: Steamboat Films, Arte France, le Centre Pompidou, Lobster Films, Reihe: Design, deutsche Erstausstrahlung: 25. März 2012, Inhaltsangabe von Arte mit Video-Ausschnitt (2:50 Min.).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frankfurter Küche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Monika Johannes-Hornschuh: Die moderne Küche als sozialer Raum: Eine populärwissenschaftliche Betrachtung von der Antike bis in die heutige Zeit. Triga, Gründau-Rothenbergen 2010, ISBN 978-3-89774-725-8.
  • Peter Noever (Hrsg.): Die Frankfurter Küche von Margarete Schütte-Lihotzky. Die Frankfurter Küche aus der Sammlung des MAK - Österreichisches Museum für Angewandte Kunst, Wien. Ernst & Sohn, Berlin 1992, ISBN 3-433-02392-1 (= Edition Axel Menges).
  • Werkbundarchiv - Museum der Dinge, Renate Flagmeier (Hrsg.): Die Frankfurter Küche. Eine museale Gebrauchsanweisung, Berlin 2012, ISBN 978-3-943773-00-2 (= Schaukasten 1).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Christine Frederick: New Housekeeping. In: Ladies’ Home Journal. 29, Nr. 9–12, Curtis Publishing Company, Philadelphia 1912.
  2.  Christine Frederick: The New Housekeeping. Efficiency Studies in Home Management. The Musson Book Company, Toronto, Kanada 1913, S. 266.
  3. Margarete Schütte-Lihotzky in Das neue Frankfurt, Heft 5/1926–1927
  4. Sonja Steiner-Welz: 400 Jahre MA, 2. Auflage, Band 8, S. 416
  5. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 1. August 2010, Seite V11. Die Mutter aller Einbauküchen und FAZ vom 28. Juli 2010, Seite 34: Eine Zeitreise ins Neue Frankfurt
  6.  Gerd Kuhn: Die „Frankfurter Küche“. In: Gerd Kuhn (Hrsg.): Wohnkultur und kommunale Wohnungspolitik in Frankfurt am Main 1880-1930. Auf dem Wege zu einer pluralen Gesellschaft der Individuen. Bonn 1998, ISBN 3-8012-4085-1, S. 163–165.
  7. Bauen und Wohnen GmbH, Ausg. 11, S.33, 1957
  8. Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst, Ausg. 55-57, S. 202, 1976
  9. Margarete Schütte Lihotzky > Biographie und Lebenslauf
  10. Gerhard Lindner, Kopie oder Original? Zur „Rekonstruktion“ der Frankfurter Küche S. 41–46, in Peter Noever (Hrsg.) Die Frankfurter Küche von Margarete Schütte-Lihotzky, 1992, Ernst & Sohn, Berlin, ISBN 3-433-02392-1.
  11. Quittenbaum-Auktionsnewsletter.
  12. artmagazine: (Markt-)Objekt der Woche: Frankfurter Küche.
  13. Auktionsergebnis.
  14. von-zezschwitz.de, Auktionsergebnis.
  15. Mehlis, Auktionsergebnis.
  16. von Zezschwitz.
  17. Herr Auktionen.
  18. ernst-may-gesellschaft e.v. frankfurt am main.
  19. Sonderausstellung Counter Space: Design and the Modern Kitchen, Museum of Modern Art (MoMa), New York, 15. September 2010 – 14. März 2011.
  20. Victoria & Albert (V&A) Museum, Sonderausstellung 2006.
  21. Artikel: Die Kunst und die Biene. Abgerufen am 13. Mai 2013.
  22. http://www.cityportal.gr/photos/RambaKITCHEN.jpg
  23. http://www.artslant.com/ew/venues/show/36787-lagini-workshops