Polarkreis 18

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Polarkreis 18
Polarkreis 18 (Konzert Huxley's Neue Welt Berlin 6. März 2009)
Polarkreis 18 (Konzert Huxley's Neue Welt Berlin 6. März 2009)
Allgemeine Informationen
Genre(s) Synthiepop, Indietronic, Postrock
Gründung 1998 als Jack of All Trades
2004 als Polarkreis 18
Auflösung 2012
Website www.polarkreis18.de
Letzte Besetzung
Felix Räuber
Gitarre, Klavier
Philipp Makolies
Christian Grochau
Uwe Pasora
Klavier, Gitarre, Trompete
Ludwig Bauer
Ehemalige Mitglieder
Gitarre
Hans-Christoph Kotzsch
Klavier, Elektronik, Backingvocals
Silvester Wenzel (1998-2011)

Polarkreis 18 war eine Popgruppe aus Dresden, die sich aus der Band Jack of All Trades entwickelte. Stilistisch mischen Polarkreis 18 Pop, Synthie-Pop, Postrock und Indietronic. Vor allem das Album 13 von Blur inspirierte die Band, ihre Punk- und Metal-Wurzeln zu verlassen und sich experimentelleren Klängen zuzuwenden.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Polarkreis 18 wurde Weihnachten 1997 in Dresden gegründet.[2] Sie ging aus den vorangegangenen Projekten NBI, Adrenaline und Jack of all Trades hervor. Vor dem Jahr 2005 bestand die Band zeitweise nur aus den Kernmitgliedern Räuber, Wenzel und Pasora.

Die erste Veröffentlichung von Polarkreis 18 war ein kostenfreies Fünf-Track-Downloadalbum im Jahr 2004. Eine Besonderheit war der am 2. Oktober 2005 in Dresden zur Konzertvisualisierung uraufgeführte Klangfilm.[3]

2006 belegte die Band den zweiten Platz beim f6 Music Award und ging als Sieger des PlugIn-Festivals hervor, was ihnen in der Folge einen Plattenvertrag bei dem Label Motor Music einbrachte. Am 16. Februar 2007 erschien dort ihr selbstproduziertes Debütalbum Polarkreis 18 (gemischt von Jochen Naaf), das positive Rezensionen z. B. in der Spex[4], der Intro[5] oder bei Spiegel Online[6] bekam.

Im Februar 2008 trat die Gruppe im Vorprogramm der Deutschland-Tournee der Smashing Pumpkins auf. Im Oktober 2008 veröffentlichten sie den Titelsong Allein Allein zum Film Krabat. Der Song schaffte es auf Anhieb in die Top 10 der deutschen Single-Charts und erreichte nach drei Wochen Platz 1 der Charts. Der deutsch-, englisch- und dänischsprachige Remix Allein, alene von der Rockgruppe Nephew stieg Mitte Oktober 2008 auf Platz 3 der dänischen Single-Charts ein. Das zweite Album von Polarkreis 18 trägt den Titel The Colour of Snow und erschien am 17. Oktober 2008. Der Sound darauf wurde gegenüber dem Vorgängeralbum Polarkreis 18 deutlich größer, pathetischer und orchestraler. Rammsteins Arrangeur Sven Helbig lieferte die erforderlichen Orchesterparts, die vom Filmorchester Babelsberg eingespielt wurden. Das zum Markenzeichen gewordene Motiv der Band im Eisblock auf dem Cover und im Artwork des Booklets wurde von Matthias Popp fotografiert.

Am 13. Februar 2009 traten Polarkreis 18 mit ihrer zweiten Singleauskopplung The Colour of Snow, jedoch mit einer deutschen und nicht mit einer wie im Video zu hörenden englischen Version, für das Bundesland Sachsen beim Bundesvision Song Contest 2009 an und erreichten den 2. Platz. Mit dem Einstieg von The Colour of Snow auf Platz 5 hatten Polarkreis 18 im Februar 2009 zwei Singles gleichzeitig in den deutschen Single-Top-Ten.[7]

Das Video zum Titel Allein Allein von Polarkreis 18 war eines der Nominierten für den Musikpreis Echo 2009 in der Kategorie Bestes Video und im selben Jahr spielten sie als Vorband von Depeche Mode bei der "Tour of the universe".

Das Album The Colour Of Snow erreichte 2010 in Deutschland die goldene Schallplatte für 100.000 verkaufte Einheiten.[8]

Am 26. November 2010 erschien das Album Frei. Die erste Singleauskopplung heißt Unendliche Sinfonie und erschien am 12. November 2010.

Ende Juni 2011 verließ Silvester Wenzel die Gruppe, um künftig eine andere musikalische Richtung einzuschlagen.

Im Jahr 2012 beschlossen Polarkreis 18 sich unterschiedlichen Projekten zu widmen. Während der Sänger Felix Räuber zusammen mit Maximilian Hecker tourt, gründete Christian Friedel mit Philipp Makolies, Christian Grochau, Uwe Pasora und Ludwig Bauer die Band Woods of Birnam.[9]

Herkunft des Bandnamens[Bearbeiten]

Zur Entstehung des Bandnamens, bei dem es sich laut Gitarrist Makolies um einen Gag handelt,[10] gibt es unterschiedliche Geschichten: Laut einem frühen Interview entstand der Bandname aus dem zufälligen Namen einer Tondatei bei Studioarbeiten, der später zunächst für ein Lied und dann als Gruppenname übernommen wurde.[11] In einem späteren Interview erklärte die Band die Entstehung des Bandnamens anders: Der Vater eines Freundes habe noch zu DDR-Zeiten eine Expedition zum Polarkreis unternommen. Dabei sei er jedoch technisch so schlecht ausgerüstet gewesen, dass ihm zwei Zehen erfroren seien. So wären ihm nach der Rückkehr lediglich acht Zehen verblieben.[12] Laut der Bild erzählte Sänger Felix Räuber jedoch, dass dieses Unglück seinen Vater ereilt habe.[2]

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[13] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland OsterreichÖsterreich SchweizSchweiz
2005 Look Erstveröffentlichung: 2005
2007 Polarkreis 18 96
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 16. Februar 2007
2008 The Colour of Snow 14
(27 Wo.)
62
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 17. Oktober 2008
Verkäufe: + 100.000
2010 Frei 73
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 26. November 2010

Singles in den Charts[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[13] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland OsterreichÖsterreich SchweizSchweiz
2008 Allein, Allein 1
The Colour of Snow
1
(49 Wo.)
2
(34 Wo.)
7
(36 Wo.)
Erstveröffentlichung: 26. September 2008
Verkäufe: + 330.000
2009 The Colour of Snow
The Colour of Snow
5
(9 Wo.)
38
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. Februar 2009
Happy Go Lucky
The Colour of Snow
72
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. Juni 2009
2010 Unendliche Sinfonie
Frei
32
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. November 2010
1 2012 erreichte eine Remixversion von Allein, Allein durch Eric Prydz Position 12 der US Hot Dance Club Play Charts[14]

Musikvideos[Bearbeiten]

Auszeichnungen für Musikverkäufe[Bearbeiten]

Goldene Schallplatte

  • DeutschlandDeutschland Deutschland
    • 2010: für das Album „The Colour of Snow“

Platin-Schallplatte

  • DanemarkDänemark Dänemark
    • 2009: für die Single „Allein, Allein“
  • DeutschlandDeutschland Deutschland
    • 2009: für die Single „Allein, Allein“
Land Gold Platin Quellen
DanemarkDänemark Dänemark 0 1 hitlisten.nu
DeutschlandDeutschland Deutschland 1 1 musikindustrie.de
Insgesamt 1 2

Quellen[Bearbeiten]

  1. Parklife an der Elbe, Artikel bei motor.de
  2. a b Bild-Zeitung vom 30. Oktober 2008
  3. Der Klangfilm auf www.youtube.com
  4. Rezensionen erschienen in SPEX #306
  5. Rezensionen erschienen in Intro #146
  6. Abgehört vom 6. Februar 2007 auf Spiegel Online
  7. Polarkreis 18: Newcomer mit zwei Singles in den Top 10 der Single-Charts und auf Tournee! auf musiktipps24.com
  8. http://www.musikindustrie.de/no_cache/gold_platin_datenbank/
  9. http://www.polarkreis18.de/, Stand: 8. März 2014
  10. Polarkreis 18 – allein in der Eiszeit auf rp-online.de
  11. Polarkreis 18 in Interview bei der ARD am 20. Februar 2007
  12. Polarkreis 18 in Interview bei DASDING am 12. November 2008
  13. a b Chartquellen: DE AT CH
  14. Allein, Allein in den US-amerikanischen Hot Dance Club Play Charts
  15. Polarkreis 18 – Unendliche Sinfonie
  16. Polarkreis 18 - Frei

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Polarkreis 18 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien