Kölner Seilbahn

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Die Kölner Seilbahn quert die Zoobrücke – vom linksrheinischen Rheinufer nach Osten gesehen
Seilbahnstation Riehl (linksrheinisch)
Seilbahnstation Deutz (rechtsrheinisch)
Seilbahn-Gondel während der Fahrt. Am Rheinufer das Colonia-Hochhaus

Die Kölner Seilbahn, auch Rheinseilbahn genannt, ist eine den Rhein überquerende Seilbahn in Köln. Sie verbindet in Höhe der Zoobrücke die beiden Ufer des Flusses (Riehl und Deutz) und wurde zur Bundesgartenschau 1957 errichtet. Von 1957 bis 2006 hat sie über 14 Millionen Menschen unfallfrei transportiert. Sie gilt deshalb als Kölns sicherstes Verkehrsmittel. Durch verstärkte Werbung und Nachtfahrten zu besonderen Anlässen konnten 2004 erstmals schwarze Zahlen eingefahren werden.

Betreiber der Kölner Seilbahn ist die Kölner Seilbahn-Gesellschaft mbH, seit 1998 eine Tochter der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB). Bis zur Fertigstellung der Koblenzer Seilbahn zur Bundesgartenschau 2011 war sie die einzige einen Fluss überquerende Seilbahn Deutschlands, da die Trierer Kabinenbahn über die Mosel bereits 2001 ihren Dienst eingestellt hat.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ehemalige Zollstocker Firma Julius Pohlig (später Pohlig-Heckel-Bleichert Vereinigte Maschinenfabriken AG (PHB), dann PHB Weserhütte AG) war ein seit 1894 existierendes Unternehmen für hochqualifizierte Fördertechniken jeglicher Anwendung. Im Vorfeld der Planungen zur BUGA 1957 erhielt die Firma nach einem Ratsbeschluss vom 21. Juli 1955 den Auftrag, den Rheinpark in seinem nördlichen Bereich mit den linksrheinisch gelegenen Anlagen des Zoologischen Gartens und der Flora im gegenüberliegenden Stadtteil Riehl mittels einer Seilbahn zu verbinden. Zunächst mussten noch Bedenken des Regierungspräsidenten ausgeräumt werden, bis im Februar 1956 mit dem Bau begonnen werden konnte.[1] Die Technik der geplanten Seilbahn stammte fast komplett aus Köln. Die bis zu 35 Tonnen schweren Pendelstützen kam von Pohlig AG aus Zollstock, die Stationen plante ein städtischer Architekt und die Seile lieferte Felten & Guilleaume aus dem Mülheimer Werk.

Die Kölner Seilbahn kostete 1,1 Millionen DM und wurde im März 1957 durch den Kölner Oberbürgermeister Theo Burauen in Betrieb genommen, damit rechtzeitig für die am 26. April 1957 eröffnete Bundesgartenschau. Sie verband das Ausstellungsgelände, den Rheinpark, mit dem linksrheinischen Ufer in der Nähe des Kölner Zoos und der Kölner Flora. Sie war damals Europas einzige Seilschwebebahn über einen Fluss. Zu den ersten Fahrgästen gehörten Bundespräsident Theodor Heuss und der Bundeskanzler und ehemalige Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer. Schon während der Ausstellung transportierte die Seilbahn zuverlässig 1,35 Millionen Gäste, 2.400 Personen in der Stunde waren Weltrekord; Hin- und Rückfahrt kosteten 1,70 DM.

Am 3. September 1963 stellte die Rheinseilbahn wegen des Baus der Zoobrücke den Betrieb ein und wurde demontiert, weil die rechtsrheinische Stütze der neuen Zoobrücke im Weg stand. Zunächst war es fraglich, ob die Seilbahn je wieder errichtet werden sollte. Es gab Diskussionen, ob Autofahrer durch die Seilbahn über der Brücke irritiert würden. Durch den Ratsbeschluss vom 23. Juli 1964 erfolgte schließlich eine Wiederinbetriebnahme, der eine verändertere Trassenführung vorsah. Der linksrheinische Pylon wurde leicht gedreht, die rechtsrheinische Stütze nach Süden versetzt und die Strecke durch eine neue kleinere Stütze zu einer tiefer im Rheinpark liegenden Station verlängert. Mehr als zwei Jahre dauerte die Zwangspause, bis auf einem Trümmerberg die neue Station in Betrieb genommen werden konnte. 250 Meter ist die Seilbahn seitdem länger als bei ihrer ursprünglichen Planung.[2] Dabei überquert die Seilbahn heute das später im Rheinpark gebaute Thermalbad „Claudius Therme“. Am 22. August 1966 konnte die Seilbahn nach einer Verlängerung der Seile auf 935 Meter wieder dem Verkehr übergeben werden. Die neue Zoobrücke wurde am 22. November 1966 eröffnet.

Seit 1998 gehört die Bahn zum Konzern der Kölner Verkehrs-Betriebe AG. 2010 gestaltete der kölsche Sänger Wolfgang Niedecken drei Gondeln. Über 16,5 Millionen Fahrgäste hat die Seilbahn mittlerweile befördert.

Technische Daten[Bearbeiten]

Die Kölner Seilbahn verkehrt von März bis November. Es handelt sich um eine Gondelbahn oder genauer um eine Zweiseilumlaufbahn. Die 41 Kabinen für 4 Personen können bis zu 1.600 Personen pro Stunde befördern.

Die Stützen sind linksrheinisch 36,4 Meter, rechtsrheinisch 50,3 und 34,0 Meter hoch.

  • Fahrstrecke: 935 Meter
  • Fahrzeit: 6 Minuten (bei ca. 10 km/h)
  • Fahrtrichtung: Rechtsfahrt
  • Durchmesser und Tragkraft der Seile:
    • Tragseil: 45 Millimeter, 230.280 kg
    • Zugseil: 22 Millimeter, 30.000 kg

Jährliche Besucherzahlen[Bearbeiten]

  • 2006: 275.000 Besucher
  • 2007: 360.000 Besucher
  • 2008: 326.900 Besucher
  • 2009: 340.900 Besucher
  • 2010: 369.000 Besucher
  • 2011: 428.000 Besucher
  • 2012: 525.000 Besucher

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kölner Seilbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Fuchs (Hrsg.), Chronik zur Geschichte der Stadt Köln, Band 2, 1991, S. 291
  2. Kölnische Rundschau vom 27. März 2007, 14 Millionen gondelten über den Rhein


50.9545666666676.9753916666667Koordinaten: 50° 57′ 16″ N, 6° 58′ 31″ O