Julius Pohlig

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Julius-Pohlig-Denkmal (Detail) im Stadtpark Leichlingen

Julius Pohlig (* 17. November 1842 in Leichlingen; †  30. Januar 1916 in Köln) war ein deutscher Ingenieur und Unternehmer. Pohlig gilt als Wegbereiter des Seilbahnbaus.[1]

Werdegang[Bearbeiten]

Julius Pohlig studierte an der Technischen Hochschule Karlsruhe Maschinenbau und war nach dem Studium als beratender Ingenieur an der Friedrich-Wilhelm-Hütte in Troisdorf tätig. Schon mit 25 Jahren hatte Pohlig an der Siegener Baugewerbeschule einen Lehrstuhl inne. Auch publizierte er im gleichen Alter eine Arbeit über „Maschinenteile“.

Pöhlig war Mitglied des Corps Cheruskia Karlsruhe.

Wirken[Bearbeiten]

Mit 32 Jahren gründete Pohlig 1874 in Siegen ein Ingenieurbüro, in dem er Bergwerks- und Hüttenanlagen entwarf. Er spezialisierte sich schon bald auf die Konstruktion von Seilbahnen für den Einsatz beim Kohle und Erztransport in den Bergwerken. 1890 übersiedelte Pohlig in die Stadt Köln, wo er im Stadtteil Zollstock eine Maschinenfabrik errichtete. Schon bald ergaben sich Kontakte zur Mülheimer Firma Felten & Guilleaume, mit der er zunehmend kooperierte. Seine anfängliche bloße Zusammenarbeit mit dem Drahtseilbahn-Unternehmen „Th. Otto“ und „Th. Obach“ führte 1892 zur Übernahme dieses Unternehmens. Es entstand so die Firma Pohlig GmbH. 1899 wurde das Unternehmen in die „J. Pohlig AG“ umgewandelt. In Zollstock entstand auch ein Werk für Be- und Entladeanlagen, sodass die Pohlig AG mit ihrer Vielfalt produzierter Anlagen für hochqualifizierte Fördertechniken jeglicher Anwendung weltweit bekannt und gefragt war. Der Gründer des Unternehmens, Julius Pohlig, schied im Jahr 1903 aus der aktiven Führung der Firma aus. Die Firma Julius Pohlig wurde später zur Pohlig-Heckel-Bleichert Vereinigte Maschinenfabriken AG (PHB), dann PHB Weserhütte AG.

Bekannte Anlagen[Bearbeiten]

Viele der durch Pohlig erbauten Anlagen erlangten überregionale Beachtung. So stammt die Seilbahn auf den Zuckerhut (1912) in Rio de Janeiro aus den Pohlig Werken, aber auch die Wallbergbahn (1951) und der Umbau der Seilbahn zur Zugspitze (1955) war eine Arbeit des Unternehmens. Zur Bundesgartenschau 1957 in Köln erhielt die Firma im Juli 1955 den Auftrag, den Rheinpark in Köln-Deutz mit den linksrheinisch gelegenen Anlagen des Zoologischen Gartens und der Flora im gegenüberliegenden Stadtteil Riehl mittels einer Seilbahn zu verbinden. Es war die erste Flussüberquerung per Seilbahn in Europa.[2] 1970 stellte sie die Wendelstein-Seilbahn fertig, 1972 baute sie die Hochgratbahn im Allgäu.

Ehrungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1912 wurde Julius Pohlig von der TH Karlsruhe der Titel Dr.-Ing. e. h. verliehen. Noch heute erinnert eine Büste im alten Stadtpark von Leichlingen an den Sohn der Stadt. Das Bronze-Bildnis schuf der Bildhauer Kurt Arentz, dem das Museum Europäische Kunst auf Schloss Nörvenich eine umfassende Sammlung „Portraits unserer Epoche“ gewidmet hat. In Köln und Berlin benannte man zu Ehren von Pohlig eine Straße.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Julius Pohlig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Joachim Bauer, Carmen Kohls: Köln unter französischer und preußischer Herrschaft. In: Werner Adams, Joachim Bauer (Hrsg.): Vom Botanischen Garten zum Großstadtgrün – 200 Jahre Kölner Grün. Bachem Verlag, Köln 2001, ISBN 3-7616-1460-8, (Stadtspuren – Denkmäler in Köln 30).
  • Werner Flechtner: Leichlinger Köpfe und Charaktere 4: Julius Pohlig (1842-1916), hrsg. von der Sparkasse Leichlingen, Leichlingen 1991
  • Ulrich S. Soénius: Pohlig, Julius. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 20, Duncker & Humblot, Berlin 2001, ISBN 3-428-00201-6, S. 589 (Digitalisat).
  •  Ulrich S. Soénius, Jürgen Wilhelm (Hrsg.): Kölner Personen-Lexikon. Greven, Köln 2008, ISBN 978-3-7743-0400-0.

Quellverweise[Bearbeiten]

  1. Kölner Personen-Lexikon
  2. André Dumont, Alexander Hess, S. 229