Kölner Stadt-Anzeiger

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Kölner Stadt-Anzeiger
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Beschreibung Tageszeitung
Verlag M. DuMont Schauberg
Erstausgabe 14. November 1876
Erscheinungsweise Montag bis Samstag
Verkaufte Auflage
(IVW 2/2014, Mo–Sa)
303.333[1] Exemplare
Chefredakteur Peter Pauls
Weblink www.ksta.de
Leverkusener Anzeiger, Ableger des Kölner Stadt-Anzeigers

Der Kölner Stadt-Anzeiger (KStA; auch: Kölner Stadtanzeiger) ist die Tageszeitung mit der höchsten Auflage im Großraum Köln. Das werktäglich erscheinende, regionale Blatt gehört zur Unternehmensgruppe M. DuMont Schauberg. Die ehemalige Konkurrenzzeitung Kölnische Rundschau wurde 1999 übernommen, behielt aber eine eigenständige Redaktion unter dem Herausgeber Helmut Heinen. Die gemeinsam mit der Kölnischen Rundschau ausgewiesene verkaufte Auflage beträgt 303.333 Exemplare.[2]

Der Kölner Stadt-Anzeiger erscheint im sogenannten Berliner Format mit einer Blattgröße von 315 mal 470 Millimetern. Er erscheint in Lokalausgaben für Bonn, Euskirchen, Leverkusen (als Leverkusener Anzeiger), Köln, Rhein-Erft, Oberberg (als Oberbergischer Anzeiger), Rhein-Berg und Rhein-Sieg (als Rhein-Sieg-Anzeiger). Vom 1. Oktober 2004 bis Ende 2006 erschien montags bis freitags neben dem klassischen Kölner Stadt-Anzeiger auch die kleinere kompakte Form, Direkt, im Tabloid-Format. Diese Zeitung richtete sich vor allem an eine jüngere Zielgruppe und setzte andere Schwerpunkte als das Mutterblatt. Seit Dezember 2010 gibt es eine eigene Ausgabe für den Tablet-Computer iPad, seit Dezember 2011 auch für solche mit dem Betriebssystem Android.[3]

Aufbau der Zeitung[Bearbeiten]

Der Kölner Stadt-Anzeiger umfasst in der Woche (außer samstags/sonntags) normalerweise etwa 32 bis 36 Seiten. Das erste Buch der Zeitung ist der Hauptteil mit Politik, der Meinungs- sowie der Land/Region-Seite, daran anschließend folgt als zweites der Wirtschaftsteil mit einer Seite Panorama, gefolgt vom Sport, der sich mit den Ressorts Medien und Kultur ein gemeinsames Buch teilt.

Vierter Teil sind die Lokalnachrichten aus Köln, dienstags und donnerstags schließt sich zuletzt die Rubrik „Quer durch Köln“ an, in der über das Geschehen in den einzelnen Stadtteilen berichtet wird. Die Themenauswahl im Lokalteil ist bunt gefächert und richtet sich an alle Zielgruppen. Donnerstags erscheint zudem die Rubrik „Junge Zeiten“, eine einzelne Seite von und für junge Erwachsene. Der fünfte Teil enthält je nach Ausgabe die unterschiedlichen lokalen Nachrichten aus den einzelnen Bereichen.

Seit 2006 enthält der Stadt-Anzeiger zusätzlich das Magazin im Tabloid-Format mit Unterhaltung, Lebenshilfe, Kino- und Fernsehprogramm. Es hat werktags 16, in der Wochenendausgabe 32 Seiten. Donnerstags gibt es eine 16-seitige Beilage mit allen regionalen Veranstaltungsterminen der kommenden sieben Tage. Jeden Freitag liegt dem Kölner Stadt-Anzeiger das Wochenmagazin prisma bei, das das Fernsehprogramm für die nachfolgende Woche enthält. Die Wochenendausgabe des Kölner Stadt-Anzeigers hat zusätzlich einen umfangreichen Kleinanzeigenteil. Er beginnt mit zwei redaktionellen Seiten zum Thema „Auto/Motor“.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstausgabe des Kölner Stadt-Anzeigers mit einer Titelseite voller Kleinanzeigen (14. November 1876)
Der Stadt-Anzeiger als Lokalausgabe „Nr. 310“ der Kölnischen Zeitung mit Wahlaufrufen der Liberalen Partei (8. November 1881)
Kölnische Zeitung Stadt-Anzeiger in Mussolini-Begeisterung (11. Mai 1936)

Der Kölner Stadt-Anzeiger erschien erstmals in einer Auflage von 30.000 Exemplaren am 14. November 1876 als regionale Werbebeilage zur überregional erscheinenden Kölnischen Zeitung und wurde zudem als kostenlose Postwurfsendung an Kölner Haushalte geliefert. Strategisch war diese zunächst nur als Zusatzblatt geplante Publikation eine Antwort auf den Erfolg eines im Jahr zuvor gegründeten, vorwiegend aus lokalen Inseraten bestehenden General-Anzeigers der Stadt Köln des Aachener Zeitungsverlegers Joseph La Ruelle, die infolge des Konkurrenzdrucks jedoch noch im Jahr 1876 ihr Erscheinen einstellen musste (dies ist nicht zu verwechseln mit dem viel später entstandenen Bonner General-Anzeiger).

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges mussten beide Zeitungen ihr Erscheinen einstellen; die Kölnische Zeitung verschwand für immer.

Im Oktober 1949 erschien der Kölner Stadt-Anzeiger erneut. Nach hartem Wettbewerb entwickelte er sich bis Ende der 1950er Jahre zur führenden Zeitung der Kölner Region. Seit 1960 ist Alfred Neven DuMont alleiniger Herausgeber des Kölner Stadt-Anzeigers. Seit 1962 erscheint der Name der Kölnischen Zeitung aus Traditionsgründen als ein Untertitel des Kölner Stadt-Anzeigers.

Chefredakteur des Blattes ist Peter Pauls. Sein Vertreter ist Lutz Feierabend.

Im März 2014 kündigte das Blatt an, vier Lokalredaktionen aus Kostengründen mit der Kölnischen Rundschau zusammenzulegen. Betroffen sind die Redaktionen der Kreise Rhein-Erft, Rhein-Berg, Rhein-Sieg und Euskirchen/Eifel; insgesamt dreißig Redakteursstellen sollen gestrichen werden. Zusätzlich wird beabsichtigt, die restlichen 67 Lokalredakteure in eine Gesellschaft ohne Tarifbindung auszulagern. Die Kostenersparnis der Umstrukturierungen wird auf 4 Millionen Euro veranschlagt.[4]

Bekannte Elemente[Bearbeiten]

Einige Elemente des Kölner Stadt-Anzeigers wurden durchgängig über mehrere Jahrzehnte publiziert und trugen so prägend Zum Bild der Zeitung bei. Von 1954 bis 2012 druckte die Zeitung wöchentlich Oskar, der freundliche Polizist. Der etwas rundliche Polizeibeamte mit Schnauzbart und grüner Uniform erschien über 50 Jahre lang in Form einer kurzen Bildergeschichte für Kinder. Zeichner war Otto Schwalge (1921–2012).

Von Horst Schubert (1922–2008) stammt die Glosse „Colonius“. Zwischen 1960 und 2008 veröffentlichte der Stadt-Anzeiger fast 11.000 mal seine Alltagsbetrachtungen in einspaltigem Satz.[5]

Chefredakteure seit 1989[Bearbeiten]

Auflagenentwicklung[Bearbeiten]

Die Auflage des Kölner Stadt-Anzeigers wird vom Verlag M. DuMont Schauberg seit 1999 zusammen mit der Kölnischen Rundschau ausgewiesen. In den vergangenen Jahren hat der Stadt-Anzeiger stark an Auflage eingebüßt. Die gemeinsame verkaufte Auflage der beiden Zeitungen beträgt 303.333 Exemplare.[6] Sie liegt damit um ein Drittel niedriger als 1999.

Entwicklung der verkauften Auflage[7]

1998 nur Kölner Stadt-Anzeiger; ab 1999 Kölner Stadt-Anzeiger plus Kölnische Rundschau

Auszeichnungen für Journalisten und Redaktion (Auswahl)[Bearbeiten]

2013[Bearbeiten]

  • Die iPad-App des Kölner Stadt-Anzeigers wurde im Oktober 2013 vom US-Marktforschungsunternehmen McPheters & Company zu einer der neun besten Zeitungs-Apps der Welt gekürt. Damit ist die KStA-App die einzige deutschsprachige Anwendung auf der Gewinnerliste. Für das Ranking wurden weltweit rund 11.000 Medien-Apps begutachtet.[8]

2011[Bearbeiten]

2010[Bearbeiten]

  • Theodor-Wolff-Preis Detlef Schmalenberg erhielt den Journalistenpreis in der Kategorie »Lokales« für den Beitrag „Das Milliarden-Puzzle“, erschienen im Kölner Stadt-Anzeiger am 31. Dezember 2009.[10]

2003[Bearbeiten]

  • Wächterpreis der deutschen Tagespresse 1. Preis für die Redaktion des Kölner Stadt-Anzeiger für „Recherchen zum Kölner Müllverbrennungsskandal“[9]

Online-Fernsehen „ksta.tv“[Bearbeiten]

Kölns Stadtdirektor Guido Kahlen wird von ksta.tv zur Initiative „Klebt Euch nicht zu!“ gegen „wildes Bekleben“ interviewt

Bereits im Mai 2006 startete der Kölner Stadt-Anzeiger sein Online-Fernseh-Angebot ksta.tv. Dort können die Benutzer Videos zu aktuellen Ereignissen aus Politik, Kultur, Unterhaltung und Sport sehen. Zusätzlich nutzte der Kölner Stadt-Anzeiger Videos der niederländischen Firma „ZoomIn“, die auf Material der Nachrichtenagentur AP zurückgreift. Inzwischen decken Filme der Nachrichtenagentur Reuters überregionale Themen ab. Im November 2006 erweiterte das Blatt sein Online-TV-Angebot um selbstproduzierte lokale Beiträge und mehrere eigene Videoformate. 2008 kam die Rubrik „Schlauberger“ hinzu. Die von Oliver Steinebach produzierten Videos behandeln Kölner Rätsel und Besonderheiten, die zum Teil von Zuschauern/Usern eingereicht werden. „Schlauberger“ war das erste Format von ksta.tv, das auch vom gedruckten Lokalteil aufgegriffen wurde.

kalaydo.de[Bearbeiten]

Seit März 2006 betreibt der Verlag des Kölner Stadtanzeigers gemeinsam mit anderen rheinischen Zeitungsverlagen das Web-Anzeigenportal kalaydo.de. Das Portal konnte sich innerhalb kurzer Zeit etablieren und gehört mit über 49 Millionen Seitenabrufen (laut IVW März 2009) zu den Top-10 der deutschen E-Commerce-Angebote.

Ein Buch für die Stadt[Bearbeiten]

Zusammen mit dem Literaturhaus Köln veranstaltet der Stadt-Anzeiger seit 2003 die Aktion Ein Buch für die Stadt zur Förderung der Literatur und des Literaturverständnisses in Köln und der Region zwischen Eifel und Bergischem Land. Das von den Initiatoren im Frühjahr/Sommer ausgewählte Buch wird Gegenstand zahlreicher Veranstaltungen im Herbst des Jahres.

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Pohl: M. DuMont Schauberg. Der Kampf um die Unabhängigkeit des Zeitungsverlags unter der NS-Diktatur. Frankfurt am Main, New York, Campus Verlag 2009.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kölner Stadt-Anzeiger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. mit Kölnischer Rundschau
  2. laut IVW, zweites Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  3. Die neue Android-Ausgabe in: ksta.de online, abgerufen am 7. Januar 2011.
  4. Kölner Stadt-Anzeiger: „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Rundschau“ teilen sich Lokalredaktionen, 18. März 2014, abgerufen am 24. März 2014
  5. Beatrix Lampe: Klare Worte prägten seinen Stil. Nachruf im Kölner Stadt-Anzeiger vom 31. Dezember 2008.
  6. laut IVW, zweites Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  7. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  8. Marco di Lenarda: Weltweite Bestenliste: Hohe Auszeichnung für unsere iPad-App. Kölner Stadt-Anzeiger (KStA) Medien. Nachrichten aus dem Medienbereich und TV-Kritiken vom 5. Oktober 2013, abgerufen am 6. Oktober 2013.
  9. a b Chronologie der Preisträger
  10. Prämierter Text Das Milliarden-Puzzle BDVZ