Rhenium(IV)-oxid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von α-Rhenium(IV)-oxid
__ Re4+      __ O2−
Allgemeines
Name Rhenium(IV)-oxid
Andere Namen

Rheniumdioxid

Verhältnisformel ReO2
CAS-Nummer 12036-09-8
PubChem 82847
Kurzbeschreibung

grauschwarzer Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 218,21 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Dichte

11,4 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

1000 °C (Zersetzung)[3]

Löslichkeit

unlöslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Rhenium(IV)-oxid ist eine anorganische chemische Verbindung des Rheniums aus der Gruppe der Oxide.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Rhenium(IV)-oxid kann durch Reaktion von Rhenium mit Rhenium(VI)-oxid gewonnen werden.[1]

\mathrm{Re + 2 \ ReO_3 \longrightarrow 3 \ ReO_2}

Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch erhitzen von Ammoniumperrhenat in einem Strom von trockenem Stickstoff, Argon oder im Vakuum, wobei je nach Temperatur die monokline oder orthorhombische Modifikation entsteht.[1]

\mathrm{2 \ NH_4ReO_4 \longrightarrow 2 \ ReO_2 + N_2 + 4 \ H_2O}

Durch Reduktion von Rhenat(VII)-Lösungen erhält man es als Oxidhydrat, das sich leicht dehydratisieren lässt.[4]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Rhenium(IV)-oxid ist ein grauschwarzer Feststoff.[2] Die unter 300 °C entstehende und beständige α-Modifikation wandelt sich bei Temperaturen über 300 °C irreversibel in die β-Modifikation um. Die α-Modifikation hat eine monokline Kristallstruktur (a = 558 pm, b = 481 pm, c = 558 pm, β = 120,9 °) vom Molybdän(IV)-oxid bzw. Wolfram(IV)-oxid-Typ. Die β-Modifikation besitzt eine orthorhombische Kristallstruktur mit der Raumgruppe Pbcn (a = 480,9 pm, b = 564,3 pm, c = 460,1 pm). Beide Modifikationen zeigen metallische Leitfähigkeit. Sie sind unlöslich in Wasser, Basen, nichtoxidierenden Säuren. In Halogenwasserstoffsäuren sind sie löslich, mit Wasserstoffperoxid und Salpetersäure reagieren sie unter Bildung von Perrheniumsäure. Mit Sauerstoff erfolgt bei erhöhter Temperatur eine Umsetzung zu Rhenium(VII)-oxid und im Vakuum bei Temperaturen über 850 °C eine Disproportionierung zu Rhenium und Rhenium(VII)-oxid.[1] Mit Metall(II)-oxiden bildet es Doppeloxide Me(II)ReO3 mit Perowskit-Struktur.[4] Es existiert auch ein Hydrat, das in Form eines braunschwarzen röntgenamorphen Pulver vorliegt. Es verliert bei 500 °C im Vakuum Wasser und geht in die wasserfreie Form über.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g  Georg Brauer: Handbuch der präparativen anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band III, Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1617.
  2. a b c d Datenblatt Rhenium(IV) oxide, 99.7% trace metals basis bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 28. Juli 2013 (PDF).
  3.  Jean d'. Ans, Ellen Lax, Roger Blachnik: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. Springer DE, 1998, ISBN 364258842-5, S. 694 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. a b  Erwin Riedel: Anorganische Chemie. Walter de Gruyter, 2004, ISBN 311018168-1, S. 811 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).