Robert Hermann Schomburgk

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Robert Schomburgk
Robert Schomburgk.

Sir Robert Hermann Schomburgk (* 5. Juni 1804 in Freyburg (Unstrut); † 11. März 1865 in Schöneberg) war ein deutscher Forschungsreisender. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „R.H.Schomb.“.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Schomburgks Eltern waren der lutherische Hilfspastor Johann Friedrich Ludwig Schomburgk und seine Frau Christiane Juliane Wilhelmine, geborene Krippendor. Nach der Schulzeit wurde Schomburgk zunächst als Kaufmann in Naumburg (Saale) ausgebildet und ging 1828 in die Vereinigten Staaten. Von dort aus kam er nach Westindien, wo er insbesondere Anegada durchforschte. 1835 begann er mit Hilfe der britischen Geographischen Gesellschaft eine wissenschaftliche Expedition nach Guyana (früher Britisch-Guayana), von der er nach vierjähriger ergebnisreicher Tätigkeit im Juni 1839 zurückkehrte. 1840 beauftragte ihn die britische Regierung mit der Feststellung der Grenzen zwischen Britisch-Guayana und Venezuela. Mit dieser Aufgabe war er mehrere Jahre beschäftigt, doch wurde die von ihm festgelegte Grenzlinie (die so genannte Schomburgk-Linie) von Venezuela nicht anerkannt. Im Juni 1844 kehrte er wieder nach England zurück, wo er von der Königin Victoria zum Ritter geschlagen wurde.

Seine zahlreichen botanischen und zoologischen Funde, von denen besonders die Victoria regia Lindl. herausragt, vermachte er dem Britischen Museum.

Im August 1848 wurde Schomburgk Konsul und Geschäftsträger bei der Dominikanischen Republik, wo er im Mai 1850 einen für England vorteilhaften Handelsvertrag abschließen konnte und den Frieden mit dem haitianischen Kaiser Faustin Soulouque vermittelte. Er wurde 1856 englischer Generalkonsul in Bangkok (Siam), kehrte aber im April 1864 krank nach Europa zurück.

Robert Hermann Schomburgk starb am 11. März 1865 in Berlin-Schöneberg. Er war der Bruder des Botanikers Moritz Richard Schomburgk (1811–1891).

Nach Schomburgk benannte Taxa[Bearbeiten]

Am 9. Juni 1859 wurde Schomburgk zum Fellow der Royal Society gewählt.

Der ausgestorbene Schomburgk-Hirsch, der früher in Thailand lebte, ist nach ihm benannt (Rucervus schomburgki (Blyth.)); ferner der südamerikanische Vielstachler (Polycentrus schomburgkii M. et T.), ein kleiner Barschfisch, u.a.

Werke[Bearbeiten]

  • Descriptions of British Guiana, geographical and statistical. London (1840)
  • Views in the interior of Guiana. London (1840)
  • Reisen in Guiana und am Orinoco während der Jahre 1835–1839. Nach seinen Berichten und Mitteilungen an die Geogr. Gesellschaft in London bearb. v. O. A. Schomburgk. Mit einem Vorwort v. Alexander von Humboldt und dessen Abhandlung über einige wichtige astronomische Positionen Guiana's. Leipzig (1841)
  • History of Barbados. London (1847)
  • The discoverie of Guiana by Sir W. Raleigh. London (1848)

Weblinks[Bearbeiten]