Freyburg (Unstrut)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Freyburg (Unstrut)
Freyburg (Unstrut)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Freyburg (Unstrut) hervorgehoben
51.21277777777811.769722222222110Koordinaten: 51° 13′ N, 11° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Burgenlandkreis
Verbandsgemeinde: Unstruttal
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 46,54 km²
Einwohner: 4862 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 104 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06632
Vorwahlen: 034464, 034462
Kfz-Kennzeichen: BLK, HHM, NEB, NMB, WSF, ZZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 84 135
Stadtgliederung: Stadt und 7 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
06632 Freyburg (Unstrut)
Webpräsenz: www.freyburg-info.de
Bürgermeister: Udo Mänicke (parteilos)
Lage der Stadt Freyburg (Unstrut) im Burgenlandkreis
Sachsen Thüringen Saalekreis An der Poststraße Meineweh Bad Bibra Balgstädt Droyßig Eckartsberga Elsteraue Elsteraue Freyburg (Unstrut) Finne (Gemeinde) Finne (Gemeinde) Finneland Gleina Goseck Gutenborn Hohenmölsen Kaiserpfalz (Gemeinde) Kaiserpfalz (Gemeinde) Karsdorf Kretzschau Lanitz-Hassel-Tal Laucha an der Unstrut Lützen Mertendorf (Sachsen-Anhalt) Molauer Land Naumburg (Saale) Nebra (Unstrut) Osterfeld (Sachsen-Anhalt) Schnaudertal Schönburg (Saale) Stößen Teuchern Weißenfels Wethau Wetterzeube ZeitzKarte
Über dieses Bild
Marienkirche
Rathaus Freyburg

Freyburg (Unstrut) ist eine Stadt an der Unstrut im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt und Zentrum des Weinanbaugebietes Saale-Unstrut. Aus Freyburg stammt der Rotkäppchen-Sekt. Die Stadt gehört der Verbandsgemeinde Unstruttal an, deren Verwaltungssitz sie zugleich ist.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Freyburg liegt an einer Biegung der Unstrut, die an dieser Stelle ein tief eingeschnittenes Tal bildet. Da die Unstrut im Wesentlichen von West nach Ost verläuft, bieten sich durch die dadurch entstehenden geschützten Südhänge in Verbindung mit den kalkhaltigen Böden ideale Weinanbaubedingungen.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zur Stadt Freyburg gehören die Ortsteile Dobichau, Nißmitz, Pödelist, Schleberoda, Weischütz, Zeuchfeld und Zscheiplitz.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte Freyburgs beginnt mit der um 1090 auf einem Berg östlich der heutigen Stadt erbauten Neuenburg, einer weiträumigen romanischen Anlage mit Burgfried. Der Ort Freyburg wurde 1203 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt 1261 Stadtrecht.

Freyburg war 1601–1602 von Hexenverfolgung betroffen. Gertraut Meissner geriet in einen Hexenprozess.[2]

Freyburg hat eine mehr als 1000-jährige Geschichte des Weinbaus, ist seit 1999 Staatlich anerkannter Erholungsort und darf sich zudem Jahn- und Weinstadt nennen, da Friedrich Ludwig Jahn, der Turnvater Jahn, in Freyburg gestorben ist.

Ab 1993 war Freyburg Zentrum der Verwaltungsgemeinschaft Freyburger Land, die 2005 in die Verwaltungsgemeinschaft Unstruttal, die wiederum ihren Sitz in Freyburg hat, aufgegangen ist. Am 1. Januar 2010 ging diese Verwaltungsgemeinschaft wiederum in die Verbandsgemeinde Unstruttal über, deren Verwaltungssitz Freyburg ist.

Am 1. Juli 2009 wurden die vormals eigenständigen Gemeinden Pödelist, Schleberoda, Weischütz und Zeuchfeld nach Freyburg eingemeindet.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 41,4 % zu folgendem Ergebnis für die Zusammensetzung des Stadtrats:

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CDU 18,3 % 4
FDP 3,1 % 1
Wählergruppen 78,6 % 15

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Stadtkirche St. Marien: Die Westtürme, der Vierungsturm und das Querschiff stammen aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, der gotische Chor aus der Zeit um 1400.
  • Stadtmauer und Stadttore
  • Schloss Neuenburg
  • Winzerstädtchen
  • Historische Kelleranlagen der Rotkäppchen Sektkellerei
  • Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum
  • Zeddenbachmühle: aktive Wassermühle zwischen Freyburg und Zscheiplitz mit Restaurant
  • Gedenkstein im Schomburgk-Park für die ermordeten NS-Gegner Friedrich Rocke und Oskar Hagemann, die im KZ Sachsenhausen bzw. im Straflager Zöschen ermordet wurden. Ihre Grabstätten befinden sich auf dem Friedhof.
  • Jährlich im Juni finden auf Schloss Neuenburg die Internationalen Tage der mittelalterlichen Musik „montalbâne“ statt.[4]
  • Klosterkirche des Benediktinerinnenklosters St. Bonifacius in Zscheiplitz aus dem 12. Jahrhundert

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Wirtschaft der Stadt wird seit 1856 durch die Sektherstellung geprägt. Heute hat die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH ihren Hauptsitz in Freyburg und ist mit jährlich über 100 Millionen verkaufter Flaschen (davon 65 Millionen Flaschen Rotkäppchen) Marktführer beim Sektverkauf in Deutschland. Zwar beschäftigt Rotkäppchen in Freyburg nur etwa 100 Mitarbeiter, ist aber durch die Bekanntheit der Marke eine große Touristenattraktion. Die früheren Produktionsanlagen, zu denen auch mit 120.000 Liter Fassungsvermögen eines der größten Eichenfässer der Welt gehört, werden bei Führungen gezeigt und sowohl der überdachte Lichthof der alten Produktionsstätten wie auch der Kabarettkeller stellen das kulturelle Zentrum Freyburgs dar. Seit 2008 ist Freyburg (Unstrut) der Sitz der Friedrich Ludwig Jahn-Gesellschaft, die auch das Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum betreibt.

Verkehr[Bearbeiten]

Freyburg liegt an der Bundesstraße 180 sowie an der Bundesstraße 176. Die nächstgelegenen Autobahnausfahrten ist Merseburg Süd an der A 38 in 19 km Entfernung und Naumburg an der A 9 in 22 km Entfernung.

Der Bahnhof Freyburg liegt an der Unstrutbahn, die von der Burgenlandbahn betrieben wird. Direktzüge verkehren derzeit nach Nebra und Naumburg bzw. Zeitz.

Durch die Stadt führt die Straße der Romanik, der 176 Kilometer lange Unstrutradwanderweg sowie der Ökumenische Pilgerweg von Görlitz nach Vacha.

Eine Schleuse ermöglicht die Umgehung des Unstrut-Wehrs in Freyburg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Friedrich Ludwig Jahn

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau eine zweitürmige silberne Burg mit goldenen Dächern; im Mittelteil eine offene Rundbogentoröffnung; die spitzbedachten und golden beknauften Türme mit je einem Sims im unteren und oberen Teil, über dem unteren Sims eine zickzackförmige Profilierung, über dem oberen Sims golden beknaufte Giebel.“[5]

Bis 1994 waren die Dächer im Wappen noch rot.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Stadt Freyburg (Unstrut) ist blau/weiß gestreift mit dem aufgelegten Wappen der Stadt. Die Farben der Stadt – abgeleitet vom Wappen – sind blau und weiß.

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Wilhelm Winkler: Lokalitäts- und Geschichtsverzeichnis der Stadt und Flurmark Freyburg, 1829, In: Neue Zeitschrift für die Geschichte der germanischen Völker, 1832, Band 1, Teil, 3 S. 1-28
  • Gottlob Traugott Gabler: Freyburg, Stadt und Schloss, nebst ihren Umgebungen. Band 1, verlegt von Heinrich August Schmid, Querfurt, 1836/1838
  • Gottlob Traugott Gabler: Freyburg, Kirche, Schule und fromme Stiftungen. Band 2, verlegt von Heinrich August Schmid, Querfurt, 1840
  • Carl Peter Lepsius: Schloss Freyburg an der Unstrut und Sagen von Freiburg und Scheiplitz, In Kleine Schriften, Beiträge zur thüringisch-sächsischen Geschichte und deutschen Kunst- und Alterthumskunde, gesammelt u. theilweise zum ersten Male a.d. handschriftlichen Nachlass des Verf. Hrsg. A. Schulz (San-Marte) 1854, Band 2., S 165-194
  • Hermann Größler: Führer durch das Unstruttal von Artern bis Naumburg für Vergangenheit und Gegenwart. Freyburg 1904, neue Auflage Dingsda-Verlag, Querfurt 1995, ISBN 3-928498-04-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Freyburg (Unstrut) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 500; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 250.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  4. Website Festival montalbâne
  5. Hauptsatzung §2 in der Fassung vom 24. April 2007