Rodeberg

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Rodeberg führt kein Wappen
Rodeberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rodeberg hervorgehoben
51.21666666666710.3479Koordinaten: 51° 13′ N, 10° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Unstrut-Hainich-Kreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Südeichsfeld (erfüllende Gemeinde)
Höhe: 479 m ü. NHN
Fläche: 26,55 km²
Einwohner: 2055 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 77 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99976
Vorwahl: 036026
Kfz-Kennzeichen: UH, LSZ, MHL
Gemeindeschlüssel: 16 0 64 055
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lange Str. 11
99976 Rodeberg
Webpräsenz: www.rodeberg.de
Bürgermeister: Klaus Zunke-Anhalt (CDU)
Lage der Gemeinde Rodeberg im Unstrut-Hainich-Kreis
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Über dieses Bild
Struth mit Jakobuskirche und Windkraftanlagen

Rodeberg ist eine Gemeinde im Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen. Erfüllende Gemeinde für Rodeberg ist die Landgemeinde Südeichsfeld.

Geografie[Bearbeiten]

Der heute kahle und landwirtschaftlich genutzte, namensgebende Berg Rode ist mit einer Gipfelhöhe von 498,2 m ü. HN eine der höchsten Erhebungen am Nordrand des Hainich. Die Gemeinde liegt etwa 20 km südlich von Heiligenstadt und 8 km westlich von Mühlhausen auf ca. 480 m Höhe im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Ortsteile von Rodeberg:

Die Ortsteile Annaberg und Kloster Zella wurden 1966 aus der Gemeinde Effelder ausgemeindet.

Geschichte[Bearbeiten]

Struth war ein fränkisches Königsgut. Im Jahr 1273 verkaufte es Heinrich von Treffurt für 24 Mark Silber an das heute auf Gemeindegebiet liegende Kloster Zella, das das Dorf bis 1772 auch pfarrlich betreute. Die Kirche in Struth wurde von 1793 bis 1800 erbaut. Auch Eigenrieden gehörte zum Besitz des Klosters Zella, es lag aber bis 1802/03 im Bereich der Reichsstadt Mühlhausen.

Struth und Eigenrieden waren seit Beginn des 19. Jahrhunderts eigenständige Gemeinden des Landkreises Mühlhausen und gehörten bis 1944 zur preußischen Provinz Sachsen.

Am 7. April 1945 erfolgte von Küllstedt aus in Richtung Süden der einzige größere Gegenangriff der deutschen 11. Armee in Thüringen. Er hatte - in Verkennung der Kräfteverhältnisse - das Ziel, bereits in Mühlhausen und Langensalza eingerückte US-Truppenteile abzuschneiden. Während dieser „Schlacht bei Struth“, durch Jagdbomber der Amerikaner und Kampfhandlungen wurde ein Großteil des Ortes zerstört, die Ortschronik nennt 65 Wohnhäuser, 77 Stallungen, 88 Scheunen und die Zigarrenfabrik. Zahlreiche Soldaten beider Seiten, aber auch 13 Einwohner der Gemeinde, wurden getötet. Der Angriff blieb in Struth stecken.[2] Außer der Kirche in Struth blieb infolge der Zerstörungen 1945 wenig an alter Bausubstanz erhalten. Die Wohn- und Wirtschaftsgebäude stammen aus der Zeit von 1946 und danach.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag die Gemeinde bis zur „Wende“ am Rande des Grenzsperrgebiets und gehörte seit 1952 zum Bezirk Erfurt. 1966 wurden die aus der Gemeinde Effelder ausgemeindeten Orte Annaberg und Kloster Zella in die Gemeinde Struth umgegliedert. Am 30. Juni 1994 wurde durch den Zusammenschluss von Struth und Eigenrieden die Einheitsgemeinde Rodeberg gebildet.[3]

Nördlich von Struth, rechts der Straße nach Küllstedt, wurden 27 große Windkraftanlagen errichtet, welche weithin sichtbar das Landschaftsbild prägen.

Religionen[Bearbeiten]

Struth ist Sitz der römisch-katholischen Pfarrei St. Jakobus. In ihr richtete sich der Pfarrer Michael Lerch 1934 in der Kirche von Struth mit seiner Predigt gegen die Rassen- und Volkstumspolitik der Nationalsozialisten, woraufhin er denunziert und von der Gestapo mit Einweisung in ein KZ bedroht wurde[4]

Eigenrieden ist Sitz der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Ulrich.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Rodeberg besteht aus 14 Ratsfrauen und Ratsherren (Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)

  • CDU 8 Sitze
  • Freie Wähler Rodeberg 6 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Klaus Zunke-Anhalt (CDU) wurde am 6. Juni 2010 gewählt.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Jakobus d.Ä. in Struth mit der Darstellung der „Anna Selbdritt“
  • Kirche St. Ulrich in Eigenrieden
  • Bonifatiuskreuz in Struth, ein gotisches Steinkreuz, das auch „Angerkreuz“ genannt wird
  • Der Mühlhäuser Landgraben zwischen Eigenrieden und Struth mit der Eigenrieder Warte am westlichen Ortsausgang
  • Herausragender Fernblick vom Rode und vom Rain bis zum Inselsberg und zum Brocken
  • Annaberg mit Statue der heiligen Anna (ehemaliger Wallfahrtsort)
  • Kloster Zella (errichtet um 1100)
  • Schäfersbrunnen (erbaut 1826, erneuert 2010/11)
  • Freibad in Eigenrieden
  • Museum und Heimatstube
  • Lutherstein
  • Sühnekreuz bei Eigenrieden (1670)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2.  Wolfgang Trappe: Vor 50 Jahren im April. Krieg im Eichsfeld.. In: Das Eichsfeld. Monatszeitschrift des Eichsfeldes. Heft 4, Mecke-Druck, Duderstadt 1995, S. 89-96.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  4. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser, Band 8, Thüringen, Erfurt 2003, S. 313, ISBN 3-88864-343-0
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKommunalwahlen in Thüringen am 6. Juni 2010. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 6. Juni 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rodeberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien