Ruby & Quentin – Der Killer und die Klette

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Ruby & Quentin – Der Killer und die Klette
Originaltitel Tais-toi !
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 2003
Länge 85 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
JMK 10[1]
Stab
Regie Francis Veber
Drehbuch Francis Veber
Produktion Saïd Ben Saïd
Musik Marco Prince
Kamera Luciano Tovoli
Schnitt Georges Klotz
Besetzung

Ruby & Quentin – Der Killer und die Klette (französisch: Tais-toi !, zu Deutsch: Halt’s Maul!) ist eine französische Komödie des Regisseurs Francis Veber aus dem Jahr 2003.

Handlung[Bearbeiten]

Ruby & Quentin spielt zu Anfang hinter Gefängnismauern. Quentin ist ein liebenswerter Dummkopf, der vom Redezwang beherrscht ist und dadurch jeden Genossen in seiner Gefängniszelle zum Wahnsinn treibt. Der schlaue Kommissar Vernet kommt auf die Idee, den Profigangster Ruby mit Quentin zusammenzusperren. Denn Ruby ist ein notorischer Schweiger, der einsitzt, weil er einem Mafioso, der die gemeinsame Geliebte aus Eifersucht umgebracht hat, die Beute aus einem Raubüberfall geklaut hat. Mit Hilfe des redseligen, treuherzigen Quentin aus Montargis, der bei jeder Gelegenheit seine Heimatstadt erwähnt, soll er weichgeklopft und aus der Reserve gelockt werden, um die Polizei auf die Spur des Mafiosos zu führen.

Natürlich scheitern sowohl Psychologen als auch die Polizei. Ruby verrät nichts; dafür kann er den Pfleger durch Bestechung dazu bringen, mit ihm gemeinsam den Gefängnisausbruch zu bewerkstelligen − nicht ahnend, dass Quentin vorhat, mit ihm zu fliehen. Durch einen simplen, stupiden Plan mit einem Kran gelingt den beiden die Flucht, wobei sich Ruby zunächst durch eine ausgerenkte Schulter verletzt und durch Kurierversuche Quentins sich dieses wieder etwas bessert, sich Ruby jedoch auch noch die Hüfte verletzt. Alsbald, als die beiden der Polizei fast in die Fänge geraten, wird Ruby auch noch angeschossen. Ruby ist besessen davon, den Mörder seiner Geliebten umzubringen, denselben Mann, den auch die Polizei jagt. Quentin wiederum ist davon beseelt, mit seinem neuen und einzigen Freund ein Bistro „Bei den zwei Freunden“ in einem Vorort von Paris aufzumachen.

Quentin und Ruby verstecken sich in einem abgewrackten Bistro, das auch als Unterschlupf für eine Obdachlose dient, die der Geliebten Rubys zum Verwechseln ähnlich sieht. Ruby überprüft, ob sein Geld, welches er in einem kleinen Mausoleum auf einem Friedhof versteckte, noch da ist, und übergibt der hübschen Obdachlosen ein Bündel 500-Euro-Scheine und quartiert sie in einer Unterkunft ein, wo „keine Fragen gestellt werden“.

Nun überwältigen Ruby und Quentin die Handlanger des Mafiosos, wobei Quentin verprügelt wird. Unter dem Vorwand, gefangen zu sein, bedroht Ruby die beiden Handlanger mitzuspielen und ihn zu dem gesuchten Mafioso zu bringen. Ruby erschießt dort angekommen weitere Handlanger, wird aber von dem Mafioso am Knie angeschossen. Der zunächst schwer verletzte Quentin taucht auf und erschießt den Mafiaboss, wird aber in der Schulter getroffen und sinkt zunächst scheinbar sterbend zu Boden. Aus Mitgefühl und der Ahnung, dass Quentin sterben wird, verspricht Ruby ihm, mit ihm sein gewünschtes Bistro „Zu den zwei Freunden“ aufzumachen. Die Polizei taucht auf und findet die zwei Verbrecher am Boden sitzend vor. Jetzt erst stellt sich heraus, dass Quentin nur gelogen hat mit der Schwere seiner Verletzung und es ihm eigentlich sehr gut geht.

Kritiken[Bearbeiten]

„Bei ‚Ruby & Quentin‘ handelt es sich um eine über die gesamte Länge funktionierende Komödie, die am Ende noch etwas mehr Story als üblich verwertet. Getragen wird alles von ihren beiden Hauptdarstellern und kann vor allem dank den fast durchweg gelungenen Gags überzeugen. Wer einfach nur nach Unterhaltung sucht, findet sie hier in einer ansprechenden Form, die nicht in Fäkalhumor à la ‚Scary Movie‘ abdriftet und damit auch Ältere ansprechen dürfte. Schaut man sich die derzeitige Blockbuster-Landschaft der Kinos an, so kommt hier ein Film ins Kino, der einem zeigt, dass auch außerhalb Hollywoods äußerst gute Filme gedreht werden.“

Filmstarts[2]

„Rasante Komödie um gegensätzliche Charaktere, die aufeinander angewiesen sind. Neben viel Klamauk und einigen schwächeren Gags im Ganzen recht unterhaltsam.“

Lexikon des Internationalen Films[3]

„Das Ganze ist eine aberwitzige Komödie, die französische Charaktere mit amerikanischem Timing präsentiert und sich dabei Sachen erlauben kann, die sonst niemand mehr riskieren mag – zwei maskuline Stars in Drag-Aufmachung auf den Straßen von Paris! Und es gibt Momente, da zieht eine große Kälte in diesen Film, da werden die Menschen ganz still und eine Einsamkeit ist zu spüren, die einem ganz existenziell vorkommt. […] Es sind diese Momente, auf die die besten Komödien hinsteuern – um sie dann mit einer neuen komischen Szene wegzuscheuchen.“

Fritz Göttler: Süddeutsche Zeitung[4]

„Komödienmeister Francis Veber (‚Dinner für Spinner‘) ist nach ‚Ein Mann sieht rosa‘ wieder eine brillante Komödie gelungen, an der einfach alles stimmt: starke Story, zum Brüllen komische Gags, perfektes Timing, wirklich gute Darsteller und sogar gute Actionszenen. Besser kann man es eigentlich nicht machen.“

Prisma-Online[5]

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film wurde in Paris gedreht.[6] Ruby & Quentin startete am 22. Oktober 2003 in den französischen, am 17. Juni 2004 in den deutschen und am 29. Juli 2004 in den österreichischen Kinos.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  2. Filmkritik auf filmstarts.de
  3. Ruby & Quentin – Der Killer und die Klette im Lexikon des Internationalen Films
  4. Filmkritik in der SZ
  5. Ruby & Quentin bei prisma-online
  6. Drehorte für Ruby & Quentin
  7. Starttermine für Ruby & Quentin