Rudolf Kohlrausch

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Rudolf Kohlrausch. Nach einer Fotografie angefertigte Federzeichnung von Ferdinand Justi.

Rudolf Hermann Arndt Kohlrausch (* 6. November 1809 in Göttingen; † 8. März 1858 in Erlangen), Sohn des Königlich Hannoverschen Generalschuldirektors Heinrich Friedrich Theodor Kohlrausch, war Professor für Physik. Er war der Vater der Physiker Friedrich Wilhelm Kohlrausch und Wilhelm Friedrich Kohlrausch.

Gemeinsam mit Wilhelm Eduard Weber bestimmte er das Verhältnis von elektrostatischen und elektromagnetischen Einheiten und bestätigte damit die Maxwellsche Vorhersage (von 1865)

 c_0^2 = \frac {1}{\epsilon_0 \cdot \mu_0}

die jedem neueren elektromagnetischen Einheitensystem zugrunde liegt. Er berichtete erstmals 1854 (Brief an Andreas von Ettingshausen) über vorläufige Ergebnisse; veröffentlicht wurden die Messungen aber erst 1864 von Weber.

Er untersuchte den „elektrischen Rückstand“ in der Leydener Flasche[1], in heutigem Verständnis die Relaxation der Polarisation eines Glases, und führte dafür die gestreckte Exponentialfunktion

 \mathrm{e}^{-( \frac{t}{\tau})^\beta}

ein, die heute auch „Kohlrausch-Funktion“ oder „Kohlrausch-Williams-Watts-Funktion“ genannt wird. Sie wurde 1970 von Graham Williams und David Watts wiederentdeckt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Rudolf Kohlrausch: Theorie des elektrischen Rückstandes in der Leidner Flasche. In: Annalen der Physik und Chemie. Bd. 91, 1854, S. 56–82, 179–214 (online (S. 56–82) online (S. 179–214)).