Safed

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Safed im Nordbezirk Israels
Wohnviertel in Safed
Rauch nach einem Katjuscha-Raketenangriff der Terrorgruppe Hisbollah auf ein Wohnviertel in Safed (2006)

Safed (hebräisch ‏צפתTzefat; arabisch ‏صفد‎ Safad, DMG Ṣafad) ist eine 840 m hoch gelegene Stadt in Galiläa im Nordbezirk Israels. Sie befindet sich auf einem der höchsten Berge des oberen Galil. Im Dezember 2010 hatte sie 30,398 Einwohner.

Bedeutung erlangte Safed als ein wichtiger Ort jüdischer Gelehrsamkeit und war lange Zeit ein geistiges Zentrum der Kabbala.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste historisch greifbare Erwähnung findet die Stadt um das Jahr 66 n. Chr. Damals ließ Flavius Josephus zur Verteidigung gegen den bevorstehenden Angriff der Römer im Jüdischen Krieg einige galiläische Bergdörfer befestigten und zu Bollwerken ausbauen. Unter diesen Orten wird auch Seph (griechisch Σεπφ) genannt[1], womit möglicherweise Safed gemeint sein könnte. Im Jerusalemer Talmud wird Safed als einer der Berggipfel erwähnt, von denen zur Zeit des Herodianischen Tempels Feuersignale übermittelt wurden.[2]

Nach dem Ersten Kreuzzug errichteten die Kreuzfahrer hier im Jahr 1102 eine Burg. Diese wurde von Saladin belagert und ihm am 6. Dezember 1188 gegen freien Abzug der Garnison nach Tyros übergeben. Nach dem Kreuzzug Theobalds von Champagne erneuerten französische Templer 1240 die Burg, die aber 1266 endgültig von den ägyptischen Mamluken erobert wurde. Sie machten Safed zur Hauptstadt des nördlichen Galiläa.

Im 16. Jahrhundert wurde Safed unter osmanischer Herrschaft zur „jüdischen“ Stadt. Um das Jahr 1550 lebten hier annähernd 10.000 Juden, von denen viele 1492 aus Spanien geflohen waren. Viele berühmte jüdische Gelehrte, unter ihnen die bedeutenden Rabbiner Josef Karo, Moses Cordovero und Isaak Luria, siedelten sich hier an und festigten den Ruf Safeds als Zentrum der Kabbala. 1563 wurde hier die erste hebräische Druckerei Palästinas gegründet.

Im 17. Jahrhundert war Safed eine der Hochburgen der messianischen Bewegung von Schabbtai Zvi (Sabbatianismus). Von hier stammt eine von Sabbatai Zwis Frauen.

Im 18. und 19. Jahrhundert verlor die Stadt an Bedeutung und wurde auch durch verschiedene Erdbeben schwer beschädigt. Die Zahl der jüdischen Bevölkerung ging in dieser Zeit zurück und erreichte ihren Tiefststand während der Zeit des britischen Mandats.

Zur Zeit des Israelischen Unabhängigkeitskrieges im Jahre 1948 lebten in Safed 12.000 Araber und 1.700 Juden.

Während des Krieges versuchten arabische lokale Milizen und Einheiten der Arabischen Befreiungsarmee das jüdische Viertel, vor allem von Ultraorthodoxen bewohnt, zu erobern. Dieser Versuch wurde von Truppen der Haganah abgeschlagen. Im Mai 1948 gelang es der Haganah, die strategisch wichtigen Punkte um die Stadt im Rahmen der Operation Yiftah zu erobern. Nach der Sprengung zweier benachbarter Dörfer und Mörserfeuer durch die Haganah floh die arabische Bevölkerung. Nach der Eroberung der Stadt wies die Haganah die verbliebenen Araber in den Libanon aus oder deportierte sie nach Haifa.[3]

Nach der Staatsgründung erhielt Safed den Status einer Entwicklungsstadt. Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist heute wegen des historischen Erbes und wegen der Höhenlage der Tourismus.

Im Zuge der Israel-Libanon-Krise 2006 schlugen auch in Safed Katjuscha-Raketen ein, die die Hisbollah-Miliz im Südlibanon abgefeuert hatte. Unter anderem wurden ein Krankenhaus und eine Schokoladenfabrik getroffen.

Panorama von Safed mit dem See Genezareth im Hintergrund

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Flavius Josephus: Jüdischer Krieg II, 573
  2. Jerusalemer Talmud, RH 2:1, 58a
  3. Benny Morris: 1948. A History of the First Arab-Israeli War. Yale University Press, New Haven 2008, S. 157–160

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Safed – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

32.96583333333335.498333333333Koordinaten: 32° 58′ N, 35° 30′ O