Sainkho Namtchylak

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Sainkho Namtchylak beim Moers Festival 2004
Sainkho Namchylak beim Schamrock - Festival der Dichterinnen 2014

Sainkho Namtchylak, auch Sainko Namchylak geschrieben (* 11. März 1957 in Kyzyl in Tuwa, Sibirien) ist eine moderne Sängerin, die aus der autonomen russischen Republik Tuwa stammt. Sie betätigt sich auch als Lyrikerin und bildende Künstlerin und lehrte an der Wiener Schule für Dichtung.[1]

Leben[Bearbeiten]

Ihre Eltern waren Lehrer, ihre Großeltern Nomaden. Bereits in jungen Jahren kam Namtchylak durch ihre Großmutter in Kontakt mit dem traditionellen Kehlkopfobertongesang der Turkvölker Südsibiriens. Von ihr lernte sie viele traditionelle Lieder, bevor sie 1975 eine Ausbildung an der Musikhochschule in Kysyl begann, die sie ab 1981 an der Ipolitova-Ivanova-Akademie in Moskau fortsetzte. Ihren Abschluss erhielt sie 1988 vom Gnesin-Institut mit einer Arbeit über Gesangsstile in der rituellen Musik Sibiriens.

Neben ihrer Ausbildung war Namtchylak auch Mitglied in verschiedenen Musikgruppen und unternahm zusammen mit einer Folkloregruppe von 1987 bis 1989 eine Tournee durch Teile Europas, Asiens und Amerikas. 1991 zog sie für mehrere Jahre nach Wien.

Sie spielte mit Musikern wie Andreas Vollenweider, Peter Kowald, Werner Lüdi, Shelley Hirsch, Irene Becker, Jan Garbarek, Vladimir Tarasov, Dschiwan Gasparjan, Wolfgang Muthspiel und dem Moscow Composers Orchestra.

Seit Anfang der 1990er Jahre widmet sie ihr musikalisches Schaffen der Synthese der traditionellen sibirischen Musik mit westlichen Musikstilen wie freiem Jazz und Pop. Darauf basierend spielte Namtchylak Alben wie Naked Spirit (Preis der deutschen Schallplattenkritik in der Kategorie Folklore/Worldmusik) oder Who Stole the Sky (World Music Award von BBC 3, 2005) ein.

Diskografie[Bearbeiten]

  • - Anthology Of Russian Jazz
  • 1991 - Tunguska-Guska, eine Meteoritenoper (Hörspiel von Grace Yoon und Iris Disse)
  • 1991 - Lost Rivers
  • 1993 - Out Of Tuva
  • 1996 - Mars song - Duo mit Evan Parker
  • 1996 - Amulet - Duo mit Ned Rothenberg
  • 1996/99 - Aura (mit Kowald, Tarasov, Volkov)
  • 1997 - Time Out
  • 1997 - Letters
  • 1997 - Time Out
  • 1998 - Naked Spirit
  • 2001 - Stepmother City
  • 2003 - Who Stole The Sky?
  • 2005 - Forgotten Streets of St.Petersburg (mit TriO)
  • 2006 - Karmaland

Lexigraphischer Eintrag[Bearbeiten]

  • Martin Kunzler Jazzlexikon Band 2 Reinbek 2002

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sainkho Namchylak (Tuva / A) :"Blissfully naked бнаженная блаженность" mit Brigitte Meyer (CH), Cello. Schamrock, abgerufen am 26. Oktober 2014.