Sanriku-Küste

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Sanriku-Küste (Japan)
Hachinohe
Hachinohe
Miyako
Miyako
Oshika-Halbinsel
Oshika-Halbinsel
Sanriku-Küste
nördliche Sanriku-Küste: Kap Kitayama (北山崎, Kitayama-saki) bei Tanohata, Präfektur Iwate
südliche Sanriku-Küste: Goishi-Küste (碁石海岸, Goishi-kaigan) bei Ōfunato, Präfektur Iwate

Die Sanriku-Küste (jap. 三陸海岸, Sanriku-kaigan) ist ein japanisches Küstengebiet am Pazifik.

Name[Bearbeiten]

Der Name Sanriku – wörtlich „drei Riku“ – bezieht sich auf die drei Provinzen Rikuzen, Rikuchū und Rikuō, die sich vor Einrichtung des Präfektursystems über das Gebiet erstreckten.

Geografie[Bearbeiten]

Die Sanriku-Küste erstreckt sich über eine Länge von 600 km von Hachinohe in der Präfektur Aomori im Norden bis zur Oshika-Halbinsel in der Präfektur Miyagi im Süden. Der Nordteil ist durch Steilklippen geprägt und der Südteil, ab Miyako in der Präfektur Iwate, durch seine Ria.[1]

Die Küste, insbesondere der Südteil, ist aus zweierlei Gründen stark durch Tsunami-Schäden gefährdet. Zum einen liegt die Küste gegenüber einer Subduktionszone der Pazifischen Platte, was sich in einer erhöhten Anzahl von Erdbeben mit großen Stärken äußert, die wiederum starke Tsunamis auslösen. Beispiele dafür sind das Jōgan-Sanriku-Erdbeben 869, das Keichō-Sanriku-Erdbeben 1611, das Meiji-Sanriku-Erdbeben 1896, das Shōwa-Sanriku-Erdbeben 1933, das Tokachi-Seebeben 1968 und das Tōhoku-Erdbeben 2011. Zum anderen verursachen die stark irregulär geformten Buchten der Riasküste bei Wellen ein hohes Maß an Refraktion (Brechung), was wiederum die Fluthöhe vergrößert, so dass dadurch die Zerstörungskraft von Tsunamis noch verstärkt wird.[2]

Gemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinden entlang der Küste sind:

Naturschutz[Bearbeiten]

Der Abschnitt von Kesennuma in Miyagi bis nach Kuji in Iwate gehört zum Rikuchū-Kaigan-Nationalpark.[3] Der Südteil der Sanriku-Küste gehört zum Minamisanriku-Kinkazan-Quasinationalpark.

Fischerei[Bearbeiten]

Vor der Küste treffen die von Norden kommende kalte Meeresströmung Oyashio und die vom Osten kommende warme Meeresströmung Kuroshio zusammen.[4] Auf Grund dieser Besonderheit zählen die vor der Küste gelegenen Gewässer – Sanriku-oki (三陸沖, dt. „Meer vor Sanriku“) genannt – zu den drei reichsten Fischgründen der Welt.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 三陸海岸. In: 百科事典マイペディア/kotobank.jp. Hitachi Solutions, Mai 2010, abgerufen am 17. März 2011 (japanisch).
  2.  K. Abe: Tsunami Resonance Curve from Dominant Periods Observed in Bays of Northeastern Japan. In: Kenji Satake (Hrsg.): Tsunamis: Case Studies and Recent Developments. Springer, 2005, ISBN 1-4020-3326-5, S. 97–99, doi:10.1007/1-4020-3331-1_6.
  3. a b いわての景勝地(三陸海岸). Präfektur Iwate, abgerufen am 17. März 2011 (japanisch).
  4. 三陸海岸. NHK, abgerufen am 30. September 2009 (japanisch).

39.970555555556141.95416666667Koordinaten: 39° 58′ 14″ N, 141° 57′ 15″ O