Santos-Dumont 14-bis

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Santos-Dumont 14-bis
14-bis am Boden 14-bis am Boden
Typ: Experimentalflugzeug
Entwurfsland: BrasilienBrasilien Brasilien
FrankreichFrankreich Frankreich
Hersteller: Alberto Santos Dumont
Erstflug: 1906
Stückzahl: 1

Der Flug der Santos-Dumont 14-bis am 23. Oktober 1906 gilt als erster offiziell anerkannter Motorflug über 25 Meter.

Der Brasilianer Alberto Santos-Dumont kam vom Luftschiffbau. Als Ende 1905 Gabriel Voisin Santos-Dumont Flugnotizen von Samuel Langley zeigte, begann er noch im Winter 1905/06 mit dem Bau eines Starrflügel-Flugzeugs.

Geschichte[Bearbeiten]

14-bis im Flug
Flug der „14-bis“ im Juli 1906 mit Luftschiffunterstützung.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Die Brüder Wright hatten zwischen 1903 und 1905 bereits viele Flüge unternommen. Wilbur Wright gelang am 5. Oktober 1905 mit dem Wright Flyer III ein Flug über 38,6 Kilometer in 39,5 Minuten. Allerdings wurden ihre Flüge in Europa oft angezweifelt. Die Angaben der Gebrüder Wright konnten die Experten und die Öffentlichkeit erst ab dem 4. September 1908 den Tagebüchern der Wrights entnehmen. Einige Fachleute wie die Franzosen Ernest Archdeacon, Gabriel Voisin und Captain Ferdinand Ferber, die schon seit 1905 Briefwechsel mit den Wrights führten, zweifelten aber an deren Angaben.

Der Vorsitzende des Aeroclubs von Frankreich Ernest Archdeacon hatte 1904 einen Preis von 3500 Franc ausgesetzt, den derjenige erhielt, der den ersten Motorflug über 25 Meter erreichte.

Die Flüge des Rumänen Traian Vuia am 18. März 1906 und des Dänen Jacob Christian Hansen Ellehammer am 12. September 1906 fanden nie eine offizielle Anerkennung. Für die von Karl Jatho für 1903 aufgrund seiner persönlicher Notizen reklamierten Flüge gibt es bislang keinen einzigen unabhängigen Beleg.

Konstruktion[Bearbeiten]

Als Santos-Dumont die 14-bis vorstellte, glaubte niemand, das so ein merkwürdiger Kastenaufbau jemals fliegen könnte. Die Flugzeugkonstruktion beruhte auf Erfahrungen, die man mit Kastendrachen gemacht hatte. Die „14-bis“ ähnelte einem Entenflugzeug mit Druckpropeller. Der Rumpf war aus Fichtenholz und Bambus zusammengesetzt und mit Baumwolle bespannt. An der Spitze der Maschine war ein um 10 Grad angewinkeltes kastenförmiges Steuerteil, der sowohl als Höhen- und Seitenruder fungierte. Die Doppeldecker-Haupttragfläche am Heck war V-förmig angewinkelt. Als Antrieb diente ein 50 PS Antoinette-Motor. Der Pilot saß etwas vor der Haupttragfläche. Die „14-bis“ hatte eine Spannweite von 9,70 Meter und eine Länge von 11,20 Meter. Sie war 290 kg schwer und erreichte eine maximale Geschwindigkeit von 41,7 km/h.

Flugversuche[Bearbeiten]

Da Santos-Dumont den Flugapparat nicht gleich bei den ersten Tests zerstören wollte, hing er ihn unter sein Luftschiff Nr.14. Die „14-bis“ flog Alberto Santos Dumont erstmals am 19. Juli 1906 zusammen mit seinem Luftschiff als Unterstützung. Am 23. August 1906 wiederholte er diesen kombinierten Flug.

In der Kombination mit dem Luftschiff hatte die „14-bis“ noch einen 24 PS Antoinette-Motor. Mit diesem Motor wurde auch der erste echte Flugtest unternommen. Am 13. September 1906 flog die Maschine aber nur 7 m weit und verunglückte. Santos-Dumont reparierte die Maschine und ersetzte den Antrieb durch einen 50 PS Antoinette-Motor.

Erfolgreicher gesteuerter Flug[Bearbeiten]

Mit seinem Flugzeug 14-bis gelang es ihm am 23. Oktober 1906, im Beisein der Kommission des Aeroclubs von Frankreich einen erfolgreichen gesteuerten Motorflug über 60 Meter durchzuführen und so das vom Aeroclub für den ersten Motorflug mit einem eigenstartfähigen Flugzeug von mehr als 25 Meter Weite ausgesetzte Preisgeld von 3500 Franc zu gewinnen. Am 12. November flog Santos-Dumont mit dem gleichen Flugzeug 220 Meter weit und gewann so den vom Vorsitzenden des Aeroclubs von Frankreich, Ernest Archdeacon mit 1500 Franc dotierten Preis für den ersten Motorflug von über 100 Meter Weite. Gleichzeitig errang er mit 41,292 km/h den ersten offiziellen Geschwindigkeitsweltrekord für Landflugzeuge.

Mit diesen Flügen galt Alberto Santos-Dumont zu diesem Zeitpunkt als erster erfolgreicher Motorflieger der Welt. Santos-Dumont entwickelte die „14-bis“ nicht mehr weiter und baute stattdessen Zugpropeller-Flugzeuge, wie die berühmte Demoiselle.

Technische Daten[Bearbeiten]

Santos-Dumont 14-bis:
Kenngröße Daten
Länge    9,70 m
Flügelspannweite    11,20 m
Tragflügelfläche    52 m²
Höhe    3,40 m
Antrieb    Ein 8-Zylinder Antoinette-Motor mit 50 PS
Höchstgeschwindigkeit    41,7 km/h
Besatzung    ein Pilot
Fluggewicht    290 kg

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Hoffmann: Wings Of Madness: Alberto Santos-Dumont and The Invention of Flight. Harper Collins, 2003
  • N. Winters: Man Flies: The Story of Alberto Santos-Dumont, Master of the Balloon. The Ecco Press, New Jersey 1997
  • A. Clarke: O Homem e o espaço. José Olympio Editora, Rio de Janeiro 1969
  • R. S. Fleury: Santos Dumont. Melhoramentos, São Paulo o. J.
  • F. Hippólyto da Costa: Santos-Dumont, história e iconografia. Ministério da Aeronáutica, Natal 1982
  • Instituto Cultural Itaú: Santos-Dumont. São Paulo 1996
  • F. Jorge: As lutas, a glória e o martírio de Santos Dumont. Nova Época Editorial, São Paulo 1973
  • A. Santos-Dumont: O que eu vi, o que nós veremos. Hedra, São Paulo 2000.
  • A. Santos-Dumont: Eu naveguei pelo ar. Nova Fronteira, Rio de Janeiro 2001
  • H. D. Villares: Quem deu asas ao homem: Alberto Santos-Dumont, sua vida e sua glória. Empresa Gráfica da „Revista dos Tribunais“, São Paulo 1953

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: 14-bis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien