Schlacht bei Pavia (1525)

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Schlacht bei Pavia (1525)
Schlacht bei Pavia 1525
Schlacht bei Pavia 1525
Datum 23. bis 24. Februar 1525
Ort Pavia in der Lombardei
Ausgang Entscheidender habsburgischer Sieg
Konfliktparteien
Frankreich (Franz I.) Habsburg (Karl V.)
Befehlshaber
König Franz I.
Guillaume Gouffier de Bonnivet
Fernando Francesco d'Avalos
Georg von Frundsberg
Charles de Lannoy
Truppenstärke
26.000 Söldner (Franzosen, Italiener und Eidgenossen) 23.000 Mann, vorwiegend Deutsche und Spanier
Verluste
ca. 12.000 Tote, 9.000 verwundet oder gefangen 4.000-5.000 Tote, ebenso viele Verwundete
Die Schlacht bei Pavia - Niederländische Malerei des 16. Jahrhunderts

Die Schlacht bei Pavia war eine Schlacht im Rahmen der Italienkriege um die Hegemonie in Europa zwischen den Habsburgern (Spanien-Burgund-Erblande) unter Karl V. und den Valois (Frankreich) unter Franz I., die am 24. Februar 1525 stattfand.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Die Italienkriege begannen 1494, als Karl VIII. von Frankreich versuchte, sich der Herrschaft über Italien zu bemächtigen, doch wurde er von der spanisch-österreichischen Liga, der sich auch England und die italienischen Staaten anschlossen, zurückgedrängt. Karls Nachfolger Ludwig XII. erneuerte den Angriff und besetzte 1500 Mailand; zugleich fiel mit Neapel der Süden Italiens 1504 an Spanien. Ludwigs Gegenspieler in Deutschland war der Habsburger Maximilian I., der sich mit dem englischen König Heinrich VIII. verbündete, sodass Ludwig nach den für ihn verlustreichen Schlachten von Guinegate und Novara (1513) Mailand wieder räumen musste.

Erfolgreicher zeigte sich zunächst Ludwigs Nachfolger Franz I., der gleich zu Beginn seiner Herrschaft 1515 den glänzenden Sieg bei Marignano erfochten hat und erneut Mailand in Besitz nahm. Dies wurde zunächst auch von Spanien 1516 im Vertrag von Noyon anerkannt, doch ergab sich eine völlig neue Lage durch die Wahl Karls V. von 1519 (Franz I. hatte selbst gegen ihn kandidiert), da dies zur Vereinigung Spaniens, der habsburgischen Lande und des Reichs in Personalunion führte und so Frankreich plötzlich ein Gegner gegenüberstand, der das Land von zwei Seiten umfassen und außerdem über enorme Ressourcen aus den neu entdeckten Kolonialgebieten verfügen konnte. Karl V. erklärte denn auch die Vereinbarungen von Noyon sofort für nichtig und die Italienkriege traten, nachdem Karl 1521 sich noch auf dem Reichstag zu Worms mit der ausbrechenden Reformation in Deutschland beschäftigen musste, mit seinem Aufbruch von dort nach Italien in eine neue Phase.

Belagerung und Schlacht[Bearbeiten]

Schlacht bei Pavia

1525 gelang es Franz I., ein Bündnis mit dem Kirchenstaat zustande zu bringen, der sich durch die Perspektive, im Norden und Süden von Habsburg umklammert zu werden, bedroht fühlte. Um Papst Clemens VII. zu unterstützen, kam Franz I. mit einer Armee von 26.000 Söldnern - unter ihnen Franzosen, Italiener und Schweizer - über die Alpen und zog triumphierend in Mailand ein. Wenig später legte Franz einen Belagerungsring um die strategisch bedeutende alte Lombardenresidenz Pavia, die von einer 6.000 Mann starken Besatzung gehalten wurde. Um diese zu entsetzen, entsandte Karl ein 23.000 Mann starkes Heer unter dem Marquese von Pescara, der bereits in der Nacht des 23. Februar den Angriff begann. In den Morgenstunden des 24. (übrigens der 25. Geburtstag Karls V.) sah es zunächst nach einem Sieg der von Admiral Bonnivet geführten Truppen aus, doch gelang den Kaiserlichen mit 1.500 baskischen Arkebusieren eine überraschende Attacke auf das Zentrum der französischen Linien, wo sich deren König befand. Beim Versuch, Franz I. zu retten, kamen zahlreiche hochrangige Heerführer ums Leben, so der Herzog von La Tremouille und der Maréchal de Foix. Auch das Pferd des Königs wurde getroffen, sodass Franz sich letztlich einem spanischen Edelmann gegenüber ergeben musste[1]. Die französische Armee war zu dem Zeitpunkt nahezu gänzlich aufgerieben oder auf der Flucht.

Auswirkungen[Bearbeiten]

Pescara brachte den französischen König zum Kaiser nach Madrid, wo Franz I. zwar respektvoll behandelt wurde, aber, um wieder freizukommen, 1526 den Frieden von Madrid schließen musste, der Karl den Besitz Mailands, Genuas, des Herzogtums Burgund und Neapels zugestand. Wieder freigelassen, widerrief Franz I. sofort den Frieden, den er für erzwungen erklärte, womit Karls errungene Vorteile zunichtegemacht wurden. Der Kampf um die Vorherrschaft in Europa sollte noch bis 1559 andauern, bis Heinrich II. den Frieden von Cateau-Cambrésis schloss und so die europäische Vormachtstellung von Frankreich auf Spanien überging.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schlacht bei Pavia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Rainer Brüning: Die Berichterstattung über die Schlacht von Pavia (1525), den Sacco di Roma (1527) und die Belagerung Wiens (1529) in Zeitgenössischen Flugschriften. Magisterarbeit, Universität Hamburg 1987.
  • Lucille K. Delano: Charles de Lannoy. Victor of Pavia. Christopher Publication House, Norwell, MA 1984, 0-8158-0442-3.
  • Luigi Casali, Marco Galandra: La battaglia di Pavia: 24. Febbraio 1525. Iuculano, Pavia 1984
  • Jean Giono: Le Désastre de Pavie: 24 Février 1525 (Trente journées qui ont fait la France). Gallimard, Paris 1977.
  • Konrad Häbler: Die Schlacht bei Pavia. In: Forschungen zur Deutschen Geschichte Bd. 25 (1885), Reprint-Verlag, Osnabrück 1968, S. 511-525.
  • Ernst Hinrichs: Kleine Geschichte Frankreichs. Reclam, Ditzingen 2006, ISBN 3-150-10596-X
  • Michael Mayr: Zur Kritik zeitgenössischer Quellen über die Schlacht von Pavia 1525. In: Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft im katholischen Deutschland (Hrsg.): Festschrift Georg von Hertling zum siebzigsten Geburtstage am 31. Aug. 1913. Kösel, Kempten 1913, S. 329-336.
  • Reinhard Thom: Die Schlacht bei Pavia 24. Februar 1525. Dissertation, Universität Berlin 1907.
  • Wilhelm Vogt: Kriegs- und Siegesberichte von der Schlacht zu Pavia, am 24. Februar 1525. In: Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit Bd. 24 (1877), Sp. 328-332.
  • Timothy Wilson (Hrsg.): The Battle of Pavia. Ashmolean Museum, Oxford 2003, ISBN 1-854-44186-8.
  • Hans Delbrück: Geschichte der Kriegskunst. Die Neuzeit, Nachdruck der ersten Auflage von 1920, Nikol Verlag, Hamburg 2003, ISBN 3-933203-76-7

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl.: Emil von Borries: Über Franz’ I. Gefangennahme am 24. Februar 1525. In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Band 6, 1891