Science Slam

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Science Slam (deutsch: Wissenschaftswettstreit) ist ein wissenschaftliches Kurzvortragsturnier, bei dem Wissenschaftler ihre Forschungsthemen innerhalb einer vorgegebenen Zeit vor Publikum präsentieren. Im Vordergrund steht die populärwissenschaftliche Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte, die Bewertung erfolgt durch das Publikum. Bewertet wird neben dem wissenschaftlichen Inhalt auch die Verständlichkeit und der Unterhaltungswert des Vortrags.

Inhaltsverzeichnis

Format[Bearbeiten]

Die Vortragenden sind in der Mehrzahl (aber nicht immer) Nachwuchswissenschaftler. Sie präsentieren innerhalb einer bestimmten Zeit (je nach Slam zwischen drei[1] und zehn[2] Minuten) eigene Forschungsthemen in populärwissenschaftlicher Sprache. Im Anschluss wird der Vortrag vom Publikum (meist mittels Punktekarten oder Applaus) nach den oben genannten Kriterien bewertet und eine Siegerin bzw. ein Sieger gekürt. Der zu gewinnende Preis hat in der Regel nur symbolischen Charakter (beispielsweise das „goldene Gehirn“ in Braunschweig oder Münster).

Ein Science Slam hat unter anderem die Förderung der Kommunikationsfähigkeit des wissenschaftlichen Nachwuchses zum Ziel. Zudem soll bei einem Laienpublikum ein Interesse an verschiedenen Wissenschaftsthemen geweckt werden. Science Slams bilden auf diese Weise ein Teilgebiet der Wissenschaftskommunikation.

Das Vorbild der Science Slams ist das Format des literarischen Vortragswettbewerbs Poetry Slam. Das Format wurde Ende 2006 von dem Poetry Slammer und Verständlichkeitsforscher Alex Dreppec in Darmstadt ins Leben gerufen und ab 2008 von Markus Weißkopf (damals Haus der Wissenschaft Braunschweig) aufgenommen und verbreitet.

Verbreitung[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Der erste Science Slam Deutschlands fand Ende 2006 in Darmstadt statt, weitere Städte folgten in den nächsten Jahren. Regelmäßige Slams finden seit Juni 2008 in Deutschland im Braunschweiger Haus der Wissenschaft statt. Weitere Slams entwickelten sich seit 2009 in den deutschen Städten Aachen, Bayreuth, Berlin, Bochum, Bonn, Bremerhaven, Chemnitz, Dortmund, Duisburg, Frankfurt, Freiburg im Breisgau, Göttingen, Hamburg, Hannover, Ilmenau, Karlsruhe, Kassel, Kiel, Köln, Leipzig, Mainz, Marburg, Münster (Westfalen), Osnabrück, Regensburg und Ulm.[2]

Das erste deutsche Finale fand am 19. Juni 2010 im Haus der Wissenschaft Braunschweig statt. Vor über 800 Besuchern konnte sich dabei Martin Buchholz von der TU Braunschweig vor André Lampe (Uni Bielefeld) und Martin Storbeck (TU Ilmenau) durchsetzen und errang das schwarz-rot-goldene Bundeshirn.

Den größten Science Slam Deutschlands mit 1250 Besuchern veranstaltet der Physikalische Verein in Frankfurt.

Österreich[Bearbeiten]

Seit November 2010 findet auch in Österreich ein regelmäßiger Slam in Wien unter dem Titel „Science Slam Vienna“ statt. Dieser wird vom Verein „Die Wissenschaffer“ organisiert und auch als Fernsehformat aufgezeichnet. Die erste Ausstrahlung fand am 8. Januar 2011 im Programm des partizipativen TV-Senders Okto statt.

Schweiz[Bearbeiten]

Ende November 2010 fand der erste Science Slam in der Schweiz statt. Derzeit organisieren drei Universitätsstandorte dieses Event: Bern, Basel (in Kooperation mit der Fachhochschule Nordwestschweiz) und Zürich.

Erfolgreiche Slammer[Bearbeiten]

Die folgende Tabelle führt Science-Slammer auf, die mindestens 8 Veranstaltungen gewonnen haben:

Name Anzahl der Siege Siege Fach Thema/Themen Anmerkungen
Henning Beck 15
  • Science Slam Ulm (7. Juni 2011)
  • Science Slam Karlsruhe (30. Juni 2011)
  • Science Slam Stuttgart (26. Juli 2011)
  • Science Slam Freiburg (24. Oktober 2011)
  • Bundesfinale Science Slam im Wissenschaftsjahr Gesundheitsforschung Berlin (8. November 2011)
  • Science Slam auf der Wissenswerten Bremen (22. November 2011)
  • Science Slam Hannover (30. November 2011)
  • Science Slam Dortmund (24. Januar 2012)
  • Science Slam Köln (1. Februar 2012)
  • Science Slam Mainz (8. Februar 2012)
  • Science Slam Aachen (9. Februar 2012)
  • Science Slam Ravensburg-Weingarten (21. April 2012)
  • Science Slam Leopoldina (6. Juli 2012)
  • Deutschlandslam Vorentscheid Süd, Ulm (2. Oktober 2012)
  • Deutschlandslam Finale, Karlsruhe (9. November 2012)
Neurobiologie Impulsweiterleitung in Nervenfasern Sieger des Deutschlandslam und damit Deutscher Science Slam Meister 2012
Boris Lemmer 11
  • 3. Science Slam Hannover (2. Februar 2011)
  • Science Slam Hamburg (12. Februar 2011)
  • Science Slam Berlin (24. Mai 2011)
  • Science Slam Magdeburg (28. Mai 2011)
  • Science Slam XXL Münster (10. Juni 2011)
  • IdeenExpo Science Slam Hannover (2. September 2011)
  • 1Live Science Slam Aachen (7. Oktober 2011)
  • ARD Hörspieltage Science Slam (10. November 2011)
  • Science Slam Marburg (11. November 2011)
  • Deutschlandslam 2011 (19. November 2011)
  • 5. Science Slam Zürich (29. November 2012)
Physik (Teilchenphysik) Elementarteilchen Sieger des zweiten Deutschlandslam und damit bester Slammer 2011
André Lampe 11
  • Science Slam Hamburg (5. Februar 2010)
  • 1. Science Slam Köln, Bogen2 (12. Mai 2010)
  • Science Slams, Lange Nacht der Wissenschaft Halle (2. Juli 2010)
  • Science Slam Hamburg (2. September 2010)
  • 3. Hallenser Science Slam (9. April 2011)
  • Science Slam Darmstadt, Centralstation (2011)
  • Gesundheitsslam 2011 (BMBF), Vorrunde Leipzig (6. November 2011)
  • Best of Science Slam Braunschweig 2009-2011 (11. November 2011)
  • Science Slam Marburg (27. Januar 2012)
  • Einsteinslam der jDPG, Berlin (29. März 2012)
  • Vorentscheid Ost Deutschlandslam 2012, Chemnitz (4. Juli 2012)
Physik & Biologie Verschiedene Vorträge (Mikroskopie, Immunfluoreszenz, Hochauflösung) Moderator (Science Slam Berlin (Lido), Deutschlandslam 2011, u. a.), Deutschlandslam Vize 2010
Martin Buchholz 10
  • Science Slam Braunschweig (2009)
  • Science Slam Siegen (2010)
  • Science Slam Marburg (2011)
  • Science Slam Wiesbaden (2011)
  • Science Slam Dortmund (2012)
  • MINT Science Slam Wiesloch (2012)
  • Vorentscheid Science Slam im Wissenschaftsjahr Energie Chemnitz (2010)
  • Bundesfinale Science Slam im Wissenschaftsjahr Energie Berlin (2010)
  • Science Slam auf der „Wissenswerten“ Bremen (2010)
  • Erster Deutschlandslam (2010)
Maschinenbau (Thermodynamik) Verschiedene Vorträge (Exergie, Entropie, Wärmeübertragung) Sieger des ersten Deutschlandslam und damit bester Slammer 2010
Benjamin Stegmann 11
  • Science Slam Ulm (6. November 2011)
  • 4. Science Slam Zürich (10. Mai 2012)
  • 5. Science Slam Duisburg (22. Mai 2012)
  • 4. Science Slam Aachen (29. Mai 2012)
  • 1. Science Slam goes "Extraschicht", Bochum (30. Juni 2012)
  • 2. Science Slam goes "Extraschicht", Bochum (30. Juni 2012)
  • Science Slam Köln (13. November 2012)
  • 4. Science Slam Ravensburg-Weingarten (16. November 2012)
  • 1. Science Slam Heidenheim (12. Dezember 2012)
  • 6. Science Slam Frankfurt (2. Februar 2013)
  • 24. Science Slam Berlin (4. März 2013)
Ökologie und Mikrobiologie Fledermäuse und Bakterien
Klaus Schmeh 8
  • 3. Science Slam Köln (2011)
  • Science Slam Siegen (2011)
  • 9. Science Slam Hamburg (2011)
  • Science Slam Zürich auf der Scientifica (28. August 2011)
  • Science Slam Bonn (24. Oktober 2011)
  • 1. Science Slam Paderborn (26. Oktober 2011)
  • W3L Science Slam Dortmund (26. März 2012)
  • Science Slam Bochum (15. Mai 2012)
Informatik (Kryptologie) Das Voynich-Manuskript

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Am 30. November 2011 wurde der Science Slam mit dem goldenen Bürgerpreis der Stadt Münster ausgezeichnet, der mit 5.000 Euro dotiert ist und zum siebten Mal vergeben wurde, diesmal unter dem Motto „Münster und seine Hochschulen. Miteinander – Füreinander“.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Science Slam Websites[Bearbeiten]

Videos[Bearbeiten]

Journalistische Beiträge[Bearbeiten]

Textbeiträge[Bearbeiten]

Videobeiträge[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Famelab Germany, abgerufen am 6. Juni 2011
  2. a b „Science Slam in Münster – Nur zehn Minuten Zeit für jeden“, Westfälische Nachrichten, 11. Juni 2011
  3. Westfälische Nachrichten: 28 Bewerber im Rathaus-Festsaal: Science Slam erhält Bürgerpreis in Gold, Münster, Wolfgang Schemann, 1. Dezember 2011