Clausthal-Zellerfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Clausthal-Zellerfeld
Clausthal-Zellerfeld
Deutschlandkarte, Position der Stadt Clausthal-Zellerfeld hervorgehoben
51.80361111111110.333055555556560Koordinaten: 51° 48′ N, 10° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Goslar
Samtgemeinde: Oberharz
Höhe: 560 m ü. NHN
Fläche: 33,96 km²
Einwohner: 12.923 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 381 Einwohner je km²
Postleitzahl: 38678
Vorwahl: 05323
Kfz-Kennzeichen: GS, BRL, CLZ
Gemeindeschlüssel: 03 1 53 004
Stadtgliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: An der Marktkirche 8
38678 Clausthal-Zellerfeld
Webpräsenz: www.clausthal-
zellerfeld.de
Bürgermeister: Wolfgang Mönkemeyer (CDU)
Lage der Stadt Clausthal-Zellerfeld im Landkreis Goslar
Altenau Braunlage Wildemann Clausthal-Zellerfeld Lutter am Barenberge Wallmoden Lutter am Barenberge Hahausen Seesen Liebenburg Langelsheim Goslar Goslar Braunlage Braunlage Bad Harzburg Langelsheim Schulenberg im Oberharz Landkreis Goslar Niedersachsen Landkreis Wolfenbüttel Salzgitter Landkreis Wolfenbüttel Landkreis Hildesheim Landkreis Northeim Landkreis Osterode am Harz Thüringen Sachsen-Anhalt gemeindefreies Gebiet HarzKarte
Über dieses Bild

Clausthal-Zellerfeld ( [ˈklaʊ̯staːlˈʦɛlɐfɛlt]?/i) ist eine Berg- und Universitätsstadt im Landkreis Goslar in Niedersachsen. Sie liegt im Oberharz zwischen 535 und 620 m Höhe und hat knapp 13.000 Einwohner bei etwas mehr als 4300 Studenten.[2] Clausthal-Zellerfeld ist Sitz der Samtgemeinde Oberharz und ein Luftkurort.[3] Die Stadt entstand 1924 durch Zusammenschluss der beiden Bergstädte Clausthal und Zellerfeld. Die Senke zwischen den beiden Stadtteilen markiert eine natürliche „Grenzlinie“. Der Stadtteil Clausthal ist Standort der Technischen Universität Clausthal.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Clausthal-Zellerfeld liegt auf der Oberharzer Hochebene. Die Umgebung ist im Vergleich zum Großteil des Harzes weniger bergig, sondern nur hügelig. In der Folge ist das Umland auch weniger stark bewaldet und es gibt mehr Wiesen und Ackerflächen. Verstreut in und um Clausthal-Zellerfeld finden sich zahlreiche Teiche und Wasserläufe des Oberharzer Wasserregals.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt besteht aus den beiden Hauptstadtteilen Clausthal (im Süden) und Zellerfeld (im Norden), deren ursprüngliche Stadtgebiete durch die natürliche Grenze des Zellbachs getrennt werden. Bis 1924 waren Clausthal und Zellerfeld zwei selbständige Städte. Ihr Zusammenschluss (mitunter auch als Vernunftehe bezeichnet) erfolgte aufgrund starken Drucks seitens der Obrigkeit. Dass Clausthal und Zellerfeld bis heute noch nicht in den Herzen ihrer Bürger zusammengewachsen sind, zeigt die Tatsache, dass es immer noch zwei Schützenvereine und zwei Fußballvereine gibt. Bis 2007 hatten Zellerfeld und Clausthal, obwohl die Freiwillige Feuerwehr offiziell fusioniert war, sogar noch getrennte Feuerwachen.

Zum Stadtteil Zellerfeld gehört auch die nördlich davon gelegene Siedlung Erbprinzentanne.

Seit 1972 gehört auch der Ortsteil Buntenbock zur Stadt.

Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramm für Clausthal-Zellerfeld

Die Stadt wird wegen des Höhenklimas und der klaren Luft bei Sportlern, Asthmatikern und Pollenallergikern geschätzt und ist staatlich anerkannter Luftkurort.[3]

Das Clausthal-Zellerfelder Wetter ist geprägt durch das typisch raue Oberharzer Klima mit kräftigen Westwinden, viel Niederschlag (>1000 mm/a) und insbesondere langen und schneereichen Wintern. Es ist zumeist einige Grad kälter als im norddeutschen Flachland. Aus diesen Gründen wird der Name der Stadt manchmal scherzhaft spöttisch als „Saukalt-Schnellerkält“ verballhornt und die TU Clausthal wird scherzhaft als die „einzige Uni mit zwei Wintersemestern“ bezeichnet.

Es gibt aber auch zahlreiche sonnige Tage, und bei tiefhängender Wolken- oder Nebeldecke (Inversionswetterlage) kann es sogar vorkommen, dass in Clausthal-Zellerfeld die Sonne scheint, während es im Tiefland bedeckt ist.


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Clausthal-Zellerfeld
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) −2,1 −1,6 1,1 4,9 10,0 13,1 14,5 14,3 11,1 7,3 2,2 −0,9 Ø 6,2
Niederschlag (mm) 126,6 92,5 106,1 94,1 99,8 124,8 120,4 109,3 94,1 93,8 117,8 146,8 Σ 1.326,1
Sonnenstunden (h/d) 1,4 2,3 3,2 4,4 5,8 5,7 5,6 5,6 4,1 3,3 1,4 1,1 Ø 3,7
T
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Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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a
g
126,6
92,5
106,1
94,1
99,8
124,8
120,4
109,3
94,1
93,8
117,8
146,8
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: DWD, 1961–1990

Geschichte[Bearbeiten]

Fördergerüst des Ottiliae-Schachts von 1876. Es handelt sich um das älteste erhaltene stählerne Fördergerüst in Deutschland.

Im 8. Jahrhundert soll Bonifatius im heutigen Zellerfeld eine Kapelle (Zelle) errichtet haben. Die erste Besiedlung des Oberharzes fand Anfang des 13. Jahrhunderts durch Gründung des Benediktinerklosters St. Matthias in Cella (daher oft auch Kloster Cella genannt), dem heutigen Zellerfeld, statt, die wahrscheinlich vom reichsunmittelbaren Stift Simonis et Judae in Goslar ausging. Die Mönche trieben bereits Bergbau und legten 1268 den mittleren Pfauenteich als Staubecken zum Kraftantrieb für ihre Bergwerksanlagen an. Infolge der Pest verödete 1348 diese älteste Ansiedlung.[4] Das Kloster wurde 1431 (in anderen Quellen: 1433) vom Papst geschlossen.

Die zweite Besiedelung erfolgte am Anfang des 16. Jahrhunderts, als braunschweigische Herzöge Interesse am Bergbau zeigten, namentlich Heinrich der Jüngere. Der braunschweigische Teil des Oberharzes erhielt von ihm 1532 die erste Bergfreiheit. Zellerfeld erhielt 1529 Stadtrechte und nahm 1539 die Reformation an. 1549 wurde das Bergamt vom älteren Wildemann nach Zellerfeld verlegt. 1554 erhielt auch Clausthal die Bergfreiheit und blühte rasch auf. Schon um 1600 waren 55 Gruben in Betrieb.

Der Name von Clausthal (früher Klausthal) leitet sich wohl von einer Talsperre für die Flößerei her (Klause). Clausthal erhielt 1570 die erste Kirche. Der Oberharz blühte dank des Bergbaus auf. Sächsische Einwanderer aus dem Erzgebirge prägten die Region, etwa mit ihrem oberdeutschen Dialekt (dem Erzgebirgisch), nachhaltig.

Im Vorfeld der Schlacht bei Lutter am Barenberge zogen Teile des Tillyschen Heeres in den Oberharz, um zu plündern und zu brandschatzen. Während sich Clausthal kampflos den Angreifern ergab, stellte sich Zellerfeld unter seinem Stadthauptmann Thomas Merten am 19. März 1626 der Übermacht entgegen. Thomas Merten fiel wie die meisten seiner Mitstreiter in diesem Kampf. Ihm zu Ehren erhielt der zentrale Platz in Zellerfeld vor der St.-Salvatoris-Kirche den Namen Thomas-Merten-Platz.

Clausthal und Zellerfeld, Stich von Matthäus Merian, 1650

1672 zerstörte ein Brand Zellerfeld fast vollständig. Nach dem Brand wurde Zellerfeld mit neuem, schachbrettartigen Grundriss wieder aufgebaut.

Von 1777 bis 1799 wurde der Tiefe Georg-Stollen aufgefahren. Der 26 km lange Stollen entwässerte die Bergbaureviere von Clausthal-Zellerfeld, Wildemann, Hahnenklee und Bad Grund.

Nach dem Aussterben der Braunschweig-Wolfenbütter Linie 1634 wurde Zellerfeld Sitz der Kommunienherrschaft (Kommunionharz) und fiel 1788 an das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg. Von 1807 bis 1813 gehörten Clausthal und Zellerfeld zum Departement des Harzes. Zellerfeld kam dann an das Königreich Hannover und mit diesem 1866 an Preußen.

Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts stand die Familie Ey aus Clausthal[5] im Zusammenhang mit Heimatschriftstellern[6] und deren Sammlungen von Märchen, Sagen und prosaischen Erzählungen im Dialekt der Bergleute aus dem Oberharz[7] sowie mit damit verbundenen Verlagen und Buchhandlungen bis in die neuere Geschichte der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover.[8]

Von 1851 bis 1864 trieb man den 32 km langen Ernst-August-Stollen von der Ortschaft Gittelde am südlichen Harzrand vor. Dieser tiefste Wasserlösungsstollen des Harzes verläuft fast 400 m unter Clausthal und entwässert die Bergbaureviere der Bergstädte Lautenthal, Hahnenklee, Wildemann, Clausthal-Zellerfeld und Bad Grund.

Am 18. April 1854 wurde Clausthal von einer Feuersbrunst schwer in Mitleidenschaft gezogen.[9]

Bebauungsplan Clausthal-Zellerfeld, 1935

Im Jahr 1885 hatten Clausthal 8871 und Zellerfeld 4407 meist evangelische Einwohner, die größtenteils entweder in Bergbau und Verhüttung oder in Strick- und Häkelwarenfabriken beschäftigt waren.

Obwohl seit 1930 im Stadtgebiet kein Bergbau mehr betrieben wird, hat sich die Stadt ihre enge Verbindung mit dem Bergbau durch das Oberharzer Bergwerksmuseum bewahrt. Auch die Bergakademie und das Oberbergamt erinnern an den ehemaligen Bergbau. Im Zuge des Bergbaus wurde im heutigen Clausthal-Zellerfeld die Fahrkunst durch Georg Wilhelm Dörell und das Drahtseil durch Wilhelm August Julius Albert erfunden.

Im Deutschen Reich entstand in unmittelbarer Nähe, an der Kreisstraße 38 nach Altenau, die drittgrößte deutsche Sprengstofffabrik, das Werk Tanne. Hier wurde hauptsächlich TNT hergestellt und sie diente als Füllstelle von Bomben, Minen und Granaten. Sie wurde am 7. Oktober 1944 aus der Luft angegriffen, wobei rund 600 von 2000 Bomben das Werk und die umliegenden Lager von Zwangsarbeitern trafen. Auch die Bahnanlagen und verschiedene Gebäude in der Stadt erlitten starke Schäden, das Empfangsgebäude wurde fast völlig zerstört. 92 Menschen kamen ums Leben.[10] Eine Gedenkstätte am Mittleren Pfauenteich erinnert an die Opfer unter den Zwangsarbeitern bei der Bombardierung des Werkes. Weiterhin wird in Clausthal vor der Marktkirche und in Zellerfeld vor der St.-Salvatoris-Kirche an die Opfer des Todesmarsches der Häftlinge des Konzentrationslagers Dora-Mittelbau bei Nordhausen Anfang 1945 von Osterode über den Harz gedacht. Ein weiteres Mahnmal befindet sich an der Harzhochstraße nahe dem Hirschler Teich.

Heute ist Clausthal-Zellerfeld besonders durch seine Technische Universität bekannt. Ursprünglich eine reine Ausbildungsstätte für Berg- und Hüttenleute, ist die TU in der Gegenwart eine Hochschule mit breiter gefächertem Studienangebot vorwiegend technischer Natur.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Buntenbock eingegliedert.[11]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner
1821 11.757
1848 14.739
1871 14.080
1885 13.917
1905 13.758
1925 12.973
Jahr Einwohner
1933 11.855
1939 11.788
1946 15.786
1950 17.643
1956 15.585
1961 15.849
Jahr Einwohner
1968 16.468
1970 15.714
1975 16.690
1980 16.270
1985 16.250
1990 17.061
Jahr Einwohner
1995 16.703
2000 15.413
2005 15.075
2010 14.579
2011 12.798
2012 12.772

(Ab 1968 Stand jeweils zum 31. Dezember)[12]

Altersstruktur der Bevölkerung  %
0–16 Jahre 10,94
17–40 Jahre 42,58
41–65 Jahre 29,15
66–75 Jahre 10,31
über 75 Jahre 7,02

(Stand: 30. September 2010)

Politik[Bearbeiten]

Stadtratswahl 2011
Wahlbeteiligung: 62,23 % (+0,6 %p)
 %
40
30
20
10
0
36,9 %
24,9 %
11,2 %
11,1 %
8,1 %
4,7 %
3,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-20
-25
-20,7 %p
-2,4 %p
+11,2 %p
+11,1 %p
+2,0 %p
-4,4 %p
+3,1 %p

Stadtrat[Bearbeiten]

Wahlergebnisse und Mandatsverteilung:

Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 36,9 11 57,58 19
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 24,9 8 27,27 9
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 11,2 4
Kritische Bürger Kritische Bürger für Clausthal-Zellerfeld 11,1 3
Unabhängige Unabhängige Wählergruppe Samtgemeinde Oberharz 8,1 3 6,06 2
FDP Freie Demokratische Partei 4,7 1 9,09 3
LINKE Die Linke 3,1 1
100 31 100 33

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister der Bergstadt ist seit November 2011 Wolfgang Mönkemeyer (CDU), der nach zwei erfolglosen Wahldurchgängen gegen seinen Amtsvorgänger Volker Taube (SPD) im Losverfahren bestimmt wurde.[13]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot ein silberner Bildstock, darin in Blau die Kreuzigungsgruppe mit silbernen Figuren und goldenem Kreuz; ihm unterlegt ein silberner Schlägel und ein silbernes Eisen mit goldenen Griffen in Schrägkreuzung; der Pfeiler überdeckt mit einem herschauenden goldenen Löwen“. Das Wappenbild ist dem Siegelbild nachempfunden, welches seit 1556, als Clausthal zur freien Bergstadt erhoben wurde, nachweisbar ist, verliehen wurde es 1934 durch das Preußische Staatsministerium.[14] Das Gezähe weist den, seit dem 16. Jahrhundert blühenden, Bergbau nach, während der Löwe für die einstige Welfenherrschaft steht. Der Bildstock veränderte sich mit der Zeit in eine Kapelle, wurde jedoch 1955 mit ministerieller Genehmigung wieder in einen Bildstock, als Vereinfachung der Darstellung, umgewandelt. Die Flagge Clausthal-Zellerfelds ist in gelb mit roten Kanten gehalten und tägt mittig das Stadtwappen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Clausthal-Zellerfeld unterhält insgesamt vier Städtepartnerschaften im In- und Ausland.[15]

Mit der polnischen Stadt Wolsztyn pflegt Clausthal-Zellerfeld darüber hinaus eine freundschaftliche Zusammenarbeit, die mit der früheren Tätigkeit des Mediziners Robert Kochs dort Mitte des 19. Jahrhunderts zusammenhängt.[15]

Fusion[Bearbeiten]

Zum 1. Januar 2015 werden die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Oberharz zur vergrößerten Stadt Clausthal-Zellerfeld fusionieren [16].

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Marktkirche in Clausthal
St.-Salvatoris-Kirche in Zellerfeld
Aula Academica
Dietzel-Haus von 1674, heute auch Sitz der Tourist-Information
Bergapotheke

Museen[Bearbeiten]

Neben den Gesteinsproben mit den Einschlüssen unterschiedlicher Mineralien ist die Sammlung der bizarr verformten Meteoriten sehenswert.

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Marktkirche zum Heiligen Geist in Clausthal wurde mitten im Dreißigjährigen Krieg aus Eichen- und Fichtenholz errichtet und das Dach mit Blei gedeckt. 1642 wurde sie zu Pfingsten geweiht. Die Marktkirche gilt als größte erhaltene Holzkirche Europas. Eine sehr aufwändige Sanierung wurde 2011 abgeschlossen.
1997 wurde in der nach dem großen Stadtbrand 1683 neu erbauten St.-Salvatoris-Kirche in Zellerfeld der Flügelaltar des im Jahr 2004 verstorbenen Leipziger Künstlers Werner Tübke geweiht. Der Orgelprospekt (1699–1702) stammt von Arp Schnitger. Unterhalb der Kirche befinden sich die Trebra-Terrassen – sie wurden Ende des 18. Jahrhunderts von Berghauptmann von Trebra angelegt.
  • Katholische Kirche St. Nikolaus, erbaut 1961
  • Oberbergamt, jetzt Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie, früher auch Sitz des Berghauptmanns
  • Hotel Goldene Krone
  • Bergapotheke Zellerfeld (Fratzenapotheke)
  • Dietzel-Haus, prachtvolles Patrizierhaus von 1673
  • Fritz-Süchting-Institut für Maschinenwesen
  • Aula Academica der Technischen Universität Clausthal
  • Zellerfelder Münzstätte
errichtet von Herzog Heinrich Julius im Jahr 1601, betrieben bis zum Jahr 1788
gegründet 1617 von Herzog Christian dem Älteren von Celle, betrieben bis 1849
  • Glückauf-Saal
ein im südöstlichen Niedersachsen einzigartiger Saalbau im Jugendstil des 19. Jahrhunderts mit historischen Wand- und Deckenmalereien auf zwei Ebenen
  • Rathaus Clausthal-Zellerfeld
  • Geburtshaus von Robert Koch
  • Jugendhaus von Robert Koch
  • Thomas-Merten-Platz
Glockenspiel mit Fahrkunst

Industriegeschichte[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Bergdankfest jeweils am Samstag vor Rosenmontag
  • Osterfeuer am Karsamstag
Nach Oberharzer Tradition werden die Besucher häufig durch Jugendliche/Kinder „geschwärzt“; die Gesichter der Besucher werden mit dem Ruß der Holzkohlen schwarz verschmiert.
  • Oberharzer Bergbauernmarkt von Mai bis Oktober jeden Donnerstagabend in der Zellerfelder Bornhardtstraße
  • Oktoberfest im Kurpark in Zellerfeld
  • Gesamtharzer Jodlerwettstreit am ersten Sonntag im August

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Clausthal: Bergarchiv
Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie
Clausthal: Ehemaliger Bahnhof
Zellerfeld: Amtsgericht

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Einzelhandel befindet sich im Wesentlichen im Hauptzentrum, rund um die Adolph-Roemer-Straße im Stadtteil Clausthal. Kleinteiliger Einzelhandel mit einem eher touristischen Schwerpunkt befindet sich im Nebenzentrum im Stadtteil Zellerfeld. Als Sonderstandort für großflächigen Einzelhandel wurde Anfang 2000 eine Fläche am ehemaligen Ostbahnhof ausgewiesen.

Von großer Bedeutung für die Bergstadt Clausthal-Zellerfeld ist die Entwicklung der Technische Universität Clausthal, erhöht sie doch wesentlich Attraktivität und Anziehungskraft des Standortes für innovative Investitionen. Die Entwicklung der TU Clausthal und die Zusammenarbeit zwischen ortsansässigen Firmen und der Wissenschaft ist ein entscheidender Vorteil für den Wirtschaftsstandort Clausthal-Zellerfeld.

Der Tourismus ist ein weiterer wesentlicher Wirtschaftszweig in Clausthal-Zellerfeld und Umgebung.

Verkehr[Bearbeiten]

Von 1877 bis 1976 verkehrten vom Bahnhof aus Züge der Innerstetalbahn Richtung Altenau und Langelsheim. Heute wird der öffentliche Nahverkehr durch mehrere Buslinien, u. a. nach Goslar, Osterode am Harz, Altenau und Sankt Andreasberg, gewährleistet.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Neben den schulischen Einrichtungen der Primar- und Sekundarstufe, befinden sich in Clausthal-Zellerfeld die Fachschule für Wirtschaft und Technik und die Technische Universität Clausthal. Die Einrichtungen der TU finden sich konzentriert auf dem Campus Feldgrabengebiet sowie verteilt im Clausthaler Stadtbereich und auf der Tannenhöhe.

Grundschulen:

  • Grundschule Clausthal
  • Grundschule Zellerfeld

Weiterführende Schulen:

  • Gymnasium Robert-Koch-Schule (offene Ganztagsschule)
  • Haupt- und Realschule Clausthal-Zellerfeld

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in der Stadt lebten oder wirkten[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Clausthal wurde auch durch das alkoholfreie Clausthaler Bier bekannt, das seinen Markennamen in Anlehnung an das noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts in der Städtischen Brauerei Clausthal gebraute „Claus-Bräu“ erhalten hat (Zellerfeld hatte die eigene Berg-Brauerei Berg-Quell). Die Marke wurde an die Binding-Brauerei verkauft und wird seitdem ausschließlich in Frankfurt am Main gebraut. In der Hochzeit des Bergbaus gab es bedingt durch die Bergfreiheit zahlreiche Brauereien in den Oberharzer Orten, von denen nur noch eine in Altenau besteht.

In der Harzreise von Heinrich Heine ist Clausthal (dort „Klausthal“ geschrieben) eine wichtige Station.

Die ältesten Belege für randgestaltete Münzen (Münzrand) stammen aus Clausthal und wurden im Jahr 1684 geprägt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Clausthal-Zellerfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatStudierendenstatistik für das Wintersemester 2011/12. Abgerufen am 19. November 2011 (PDF; 26 kB).
  3. a b Niedersächsischer Landtag, 16. Wahlperiode, Drucksache 16/3359: Kleine Anfrage "Welchen Stellenwert haben Prädikate wie „staatlich anerkannter Luftkurort“ speziell für den Heidetourismus und die Tourismuswirtschaft in Niedersachsen?" (PDF; 102 kB). Abgerufen am 23. März 2011.
  4. H. Speckter, Bericht der Ortsplanung Clausthal-Zellerfeld
  5. Local family database Schwiegershausen (Osterode am Harz) / Family report Johann Christian Friedrich EY * in Clausthal auf genealogy.net, [dort ohne Einzelnachweise angegeben] zuletzt abgerufen am 15. Januar 2013
  6. Vergleiche etwa diese GND-Nummer der Deutschen Nationalbibliothek
  7. Heinrich Pröhle: Schulze, Georg. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 32, Duncker & Humblot, Leipzig 1891, S. 775 f.
  8. Hugo Thielen: EY, (2) Ludwig, in: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 112f. u.ö.; online über Google-Bücher
  9. Ausführlich: Matthias Blazek: Das Löschwesen im Bereich des ehemaligen Fürstentums Lüneburg von den Anfängen bis 1900. Adelheidsdorf 2006, S. 210.
  10. Evert Heusinkveld: Die Innerstetalbahn Langelsheim – Altenau, S. 39. Nordhorn 2007
  11.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 218.
  12. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen. Abgerufen am 19. Mai 2013.
  13. Bettina Ebeling: Rätsel um Enthaltung und Kritik am Los-Entscheid bei Bürgermeisterwahl. In: Goslarsche Zeitung. 14. November 2011, abgerufen am 14. November 2011.
  14.  Klemens Stadler: Deutsche Wappen Bundesrepublik Deutschland. Die Gemeindewappen der Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein. 5, Angelsachsen-Verlag, Bremen 1970, S. 61.
  15. a b www.clausthal-zellerfeld.de: Städtepartnerschaften auf www.clausthal-zellerfeld.de.
  16. [1]
  17. Heinrich Pröhle: Schulze, Georg. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 32, Duncker & Humblot, Leipzig 1891, S. 775 f.
  18. siehe die GND-Nummer der Deutschen Nationalbibliothek sowie die Angaben bei Adolf Ey