Poetry Slam

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Ein Poetry Slam (sinngemäß: Dichterwettstreit oder Dichterschlacht) ist ein literarischer Vortragswettbewerb, bei dem selbstgeschriebene Texte innerhalb einer bestimmten Zeit einem Publikum vorgetragen werden. Die Zuhörer küren anschließend den Sieger. Ausschlaggebend ist dabei, dass der Textvortrag durch performative Elemente und die bewusste Selbstinszenierung des Vortragenden ergänzt wird. Die Veranstaltungsform entstand 1986 in Chicago und verbreitete sich in den 1990er Jahren weltweit. Die deutschsprachige Slam-Szene gilt nach der englischsprachigen als die zweitgrößte der Welt.[1]

Poetry-Slam-Teilnehmer Lasse Samström beim Box Slam, St. Gallen, 2005
Performance-Künstlerin Alexandra Müller und Kollegin beim Hildesheimer Poetry Slam, 2007

Bezeichnungen[Bearbeiten]

Der Begriff Poetry Slam[Bearbeiten]

Poetry Slam setzt sich zusammen aus poetry (englisch: „Dichtung“) und dem Verb slam (etwa: „zuschlagen, zuknallen; jemanden ins Gesicht schlagen“): Im Sport bezeichnet slam auch einen Volltreffer (Slam Dunk) oder ein wichtiges Turnier (Grand Slam). Alltagssprachlich wird slam auch für „scharfe Kritik“ verwendet; im US-amerikanischen Slang steht es für „jemanden runtermachen, vernichtend schlagen“[2]. Im Wörterbuch Black American English findet sich unter dem Stichwort „slam“ erstmals 1994 die Erklärung: „competitive performance“[3]. Marc Kelly Smith, Gründer des ersten Poetry Slams und selbsternannter Slampapi, will die Bezeichnung Poetry Slam eingefallen sein, als ihn ein Journalist am Telefon nach dem Namen seines neuen Veranstaltungsformats fragte, während Smith gerade ein Baseball-Spiel im Fernsehen ansah.[4]

Poetry Slam, Slam und Slam Poetry[Bearbeiten]

In der Frühzeit der Szene wurde unterschieden zwischen den Begriffen Poetry Slam als literarischem Veranstaltungsformat, Slam als literarischer Bewegung und Slam Poetry als live vorgetragener Literatur[5], eine Begriffsunterscheidung, die allerdings nicht von allen Aktivisten der Slam-Szene in gleicher Weise geteilt wird.

Die Veranstaltung[Bearbeiten]

Wettbewerb[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu einem Offenen Mikro, einer Offenen Bühne oder einer traditionellen Lesung stehen die einzelnen Teilnehmer eines Poetry Slam untereinander im Wettbewerb. Dieser Aspekt dient vor allem dazu, das Publikum zum Mitfiebern und genauen Zuhören einzuladen, da die Zuschauer am Ende der Veranstaltung den Sieger küren. Der Wettbewerb soll dem Dichter (auch: Slammer, Slampoet oder Poetry Slammer) aber auch Feedback geben und als Ansporn für die Arbeit an Texten und Performance dienen. Marc Kelly Smith beschreibt das Format mit den Worten:

„Poetry slam is the competitive art of performance poetry. Established in the mid-80s as a means to heighten public interest in poetry readings, slam has evolved into an international art form emphasizing audience involvement and poetic excellence.“

„Poetry Slam ist ein Wettstreit der Bühnendichter, der Mitte der achtziger Jahre erfunden wurde, um das Interesse an Lesungen wiederzubeleben. Inzwischen hat sich Poetry Slam international als Kunstform durchgesetzt, die für ihre Interaktion mit dem Publikum und künstlerische Spitzenleistungen bekannt ist.“

Marc Smith[6]

Es gibt zwei Verfahren der Teilnehmerauswahl: Bei einer Offenen Liste darf jeder lesen, der sich vor Beginn der Veranstaltung in eine entsprechende Liste eingetragen oder zuvor beim Veranstalter angemeldet hat.[7] Die Reihenfolge des Auftritts wird ausgelost. Beim Challenging System[7] wird ein Teil der Slammer vom Veranstalter eingeladen (Featured Poets), die anderen Plätze werden über die Offene Liste vergeben. Ein Featured Poet kann auch vor dem eigentlichen Wettbewerb außer Konkurrenz und ohne Zeitlimit auftreten.[8] Poeten, die vor dem eigentlichen Wettbewerb auftreten, um die Jury gewissermaßen zu eichen, werden als Opferlamm (engl. sacrifice) bezeichnet.[9] Der Wettbewerbscharakter soll die Veranstaltung aber nicht dominieren, so das inoffizielle Slam-Motto von Allan Wolf.[10] Oder gilt doch das Anti-Motto des New Yorker Slampoeten Taylor Mali?[11]

„The point is not the points, the point is the poetry.“

„The points are not the point; the point is to get more points than anyone else.“


„Der springende Punkt sind nicht die Punkte, sondern die Poesie.“

Allan Wolf

„Es geht nicht um die Punkte, sondern darum, mehr Punkte als alle anderen zu bekommen.“

Taylor Mali


Regeln[Bearbeiten]

Slambühne in Weingarten/Ravensburg, 2006

Teilnehmer bei Poetry Slams müssen folgende Regeln einhalten, die ebenfalls auf Marc Smith zurückgehen:

„The poems must be of each poet's own construction, the poet may not use props, costumes, or musical instruments, and if the poet goes over the time limit […], points are deducted from his or her score.“

„Die Texte müssen selbstgeschrieben sein, der Dichter darf keine Requisiten, Kostüme oder Musikinstrumente verwenden, und wenn der Poet das Zeitlimit überschreitet […], droht ihm Punkteverlust.“

Marc Smith[12]

Dabei sind alle literarischen Formen und Genres – beispielsweise Lyrik, Kurzprosa, Rap oder Comedy-Beiträge – erlaubt. In Deutschland variiert das Zeitlimit von Veranstaltung zu Veranstaltung, meistens beträgt es fünf Minuten[8], bei einer Überschreitung kann dem Dichter das Mikrofon entzogen werden.

Bewertung[Bearbeiten]

Slam-Publikum in Hamburg, 2006

Die Vorträge werden bei einem Poetry Slam vom Publikum direkt oder einer Jury aus dem Publikum bewertet. In den USA vergibt meistens eine fünfköpfige Jury aus dem Publikum Noten von 1 bis 10. Der amerikanische Literaturveranstalter Bob Holman erläutert plastisch:

„[A] zero – a poem that should have never been written – and a ten – a poem that causes a mutual, simultaneous orgasm throughout the audience.“

„Eine null für ein Gedicht, das nie hätte geschrieben werden dürfen, eine zehn für ein Gedicht, das einen kollektiven Orgasmus im Publikum auslöst.“

Bob Holman[13]

In den USA werden die höchste und die niedrigste Note nach der Wertung gestrichen, um die Auswirkungen parteiischer Bewertung zu vermindern. Die Juroren werden angehalten, sowohl auf den Inhalt als auch die Art des Vortrags zu achten. Die Moderatoren (Slammaster) können die Jurymitglieder auffordern, ihre Bewertungen zu begründen.

Publikumsabstimmung[Bearbeiten]

Publikum bei den deutschsprachigen Meisterschaften, Düsseldorf, 2009

Während die Juryabstimmung konventionelle Wettbewerbsjurys parodiert, soll der Gewinner bei einer Publikumsabstimmung, wie sie im deutschsprachigen Raum teilweise durchgeführt wird, gewissermaßen demokratisch legitimiert werden. Deshalb haben sich alternative Bewertungssysteme entwickelt[14], an denen das gesamte Publikum beteiligt wird: Die Zuschauer geben ihre Bewertung mittels Lautstärke und/oder Ausdauer des Applauses oder in Form von Stimmzetteln ab. Je nach Einfallsreichtum der Veranstalter können andere Mittel zur Siegerfindung eingesetzt werden: So werden Rosen in die Höhe gehalten[15], Dichtungsringe über Besenstiele geschoben, Pfennige in beschriftete Gläser geworfen oder Wäscheklammern am Körper des favorisierten Poeten befestigt. Dass das Publikum nicht frei von Vorannahmen abstimmt, beklagt US-Slammer Joe Pettus:

„The average audience member at a slam attempts to judge a poem's artistic worth not on literary or grammatical qualities, but rather in comparison to the general popular culture around them. Armed only with the experience of what they as individual people are entertained by in other parts of their lives, they apply the same standards to judging performance poetry.“

„Der durchschnittliche Slam-Zuhörer bewertet den künstlerischen Wert eines Gedichts nicht aufgrund literarischer Qualität, sondern im Vergleich zur allgemeinen Populärkultur, die ihn umgibt. Nur mit dem Wissen ausgestattet, welche Dinge sie persönlich in anderen Bereichen ihres Lebens unterhaltsam finden, wenden die Zuhörer die gleichen Standards an, um die Bühnendichter zu bewerten.“

Joe Pettus: How to win a poetry slam[16]

Siegerprämie[Bearbeiten]

Wer einen Slam gewinnt, erhält einen Sachpreis wie eine CD, ein Buch, ein T-Shirt oder Alkohol, bei einigen Slams im deutschsprachigen Raum sind aber auch Geldpreise zu gewinnen. Der Gewinn eines lokalen Slams kann auch zur Teilnahme an überregionalen Slams qualifizieren.

Protagonisten[Bearbeiten]

Veranstalter[Bearbeiten]

Hauptartikel: Slammaster

Als Slammaster werden die Veranstalter eines regelmäßigen Poetry Slam bezeichnet[17]: Sie treten als Moderatoren auf und erfüllen in der Szene (Slamily) wichtige Funktionen als Netzwerker, Talentsucher und Berater, sie sind „Autoren, Verleger, Journalisten, PR-Strategen und Veranstalter in einer Person“.[18] Die Slammaster richten die jährlichen deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften aus[19] und treffen sich im Rahmen der Veranstaltung zu einem Slammasters' Meeting. Veranstalter wie Marc-Uwe Kling, Tina Uebel, Michel Abdollahi, Alex Dreppec, Timo Brunke, Mieze Medusa, Markus Köhle oder Sebastian23 sind selbst als Bühnendichter und Schriftsteller aktiv.

Slam-Teams[Bearbeiten]

Während es bei regulären Poetry Slams üblich ist, dass SlammerInnen ihre Texte alleine vortragen, hat sich vor allem bei Wettbewerben die Teilnahme von sogenannten Slam-Teams etabliert, die einen oder mehrere Texte in einer gemeinsam einstudierten Choreographie präsentieren.

Besonderheiten von Poetry-Slam-Veranstaltungen[Bearbeiten]

Performance-Charakter der Darbietungen[Bearbeiten]

Slam-Teilnehmer Boeni beim Poetry Slam in Pforzheim, September 2009. Länge: 36s

Grundidee des Poetry Slams ist, Texte nicht nur zu lesen, sondern in Form einer Performance vorzutragen, den eigenen Beitrag beispielsweise zu schreien, zu flüstern, zu jaulen oder zu keuchen. Auch rhythmisches und auswendiges Vortragen können den Eindruck eines Auftritts positiv verstärken. Die dargebotenen Texte sind oft für den Bühnenvortrag konzipiert und erschließen sich in gedruckter Form nur unvollkommen. Bei Anthologien, die Slam-Texte in Buchform versammeln, müssen Herausgeber und Autoren nach anderen Kriterien auswählen als ein Veranstaltungs-Publikum, häufig werden den Büchern deshalb CDs oder DVDs beigelegt, wie dies beispielsweise der Verlag Voland & Quist praktiziert.

Interaktion zwischen Dichter und Publikum[Bearbeiten]

Ein grundlegender Bestandteil der Veranstaltung ist die Interaktion zwischen Publikum, Slampoet und Moderator, nicht nur durch die (plebiszitäre) Juryfunktion der Zuschauer. Marc Smith forderte die ersten Slam-Zuhörer in Chicago auf, ihr Missfallen an einem Beitrag mit Fingerschnipsen oder Trampeln kundzugeben.[20] Auch das Zwischenrufen (heckling) wird mit Slam in Verbindung gebracht[21] – im deutschsprachigen Raum wenig ausgeprägt –, ebenso improvisierte Passagen, bei denen auf Kommentare aus dem Zuschauerraum eingegangen wird oder sie in den Text übernommen werden:

„Die Arbeit des Performance Poeten auf der Bühne ist mitnichten ein Buhlen um die Publikumsgunst, vielmehr wird bei der Produktion und Rezeption von Slam Poetry ein wechselseitig beeinflusster Lernprozess in Gang gesetzt.“

Reinhold Schulze-Tammena[22]

Allerdings wurde auch beobachtet, dass sich diese Interaktion bei wachsender Größe des Formats zu einer Massenveranstaltung in ihr Gegenteil verkehrte:

„Statt offener Debatten setzte sich der Frontalvortrag von der Bühne durch, der Spiel gestaltende Moderator wurde zum Nummernansager, über streitgesprächige Juroren und Zuschauer breitete sich ein Klangteppich aus Gejohle.[23]

Rezeption und Kritik[Bearbeiten]

Charakterisierung als Event[Bearbeiten]

Da die Veranstaltung Poetry Slam die Merkmale eines Events aufweist – nach Peter Schulze[24] Episodenhaftigkeit, Gemeinschaftlichkeit, ein Minimum an Beteiligung des Publikums und die Einzigartigkeit des Ereignisses – bezeichnet der Literaturwissenschaftler Stephan Porombka Slam als „Literatur-Event par excellence“[25]. Poetry Slam bedeutet für Porombka eine Trendwende im krisenhaften Literaturbetrieb, das Format ziehe ein Publikum an, „das man für den Konsum von Literatur längst verloren geglaubt hat“[25]:

„Das Format Poetry Slam steht paradigmatisch für eine Entwicklung des Literaturbetriebs in Richtung Popularisierung und Eventisierung. Damit einher geht ein Funktionswandel der Literatur für die Gesellschaft, wie sich an der Slam Poetry ablesen lässt.“

Stephan Porombka[25]

Vorwurf der Oberflächlichkeit und Kommerzialisierung[Bearbeiten]

Slambühne in Hildesheim, 2006

Der Autor Boris Preckwitz begründete die Ausbreitung des Slam im Jahr 1997 noch mit den Defiziten und Versäumnissen des Literaturbetriebs und der Verlagsökonomie am Ende des 20. Jahrhunderts[26]. Später kritisiert er unter anderem die Ausrichtung von Veranstaltungen und Darbietungen auf ein möglichst großes Unterhaltungs-Publikum, wodurch die literarische und gesellschaftskritische Qualität verschwinde und damit der ursprüngliche Impuls der Slam-Szene vollständig verlorenginge:

„Gerade in Deutschland wurde der Slam zum Sprachrohr eines affirmativen gesellschaftlichen Milieus. […] Die Lesezeit von meist fünf Minuten, die den Auftretenden für ihre Performance eingeräumt wird, führt zu Darbietungen, die ein Publikumsverständnis im Sekundentakt anstreben: schnell zugängliche, massentaugliche Instant-Sprechtexte. […] Slam-Prosa stellt eine Einverständnis heischende Textform dar, deren Hauptmerkmal darin besteht, dass sie ihre Mehrheitsfähigkeit intoniert. […] Der Performer, der den Genuss seines Größenselbst sucht, existiert erst durch den bestätigenden Blick des anderen. […] Vielen für den Live-Vortrag verfassten Texte eignet eine Unterkomplexität, die dem ungeschulten Ohr nicht bewusst wird. […] Die seriellen Rap-Rhymes, wie auch die Refrains und Repetitionsverfahren des spoken Word nähern sich dem Prinzip der Werbung an, demzufolge eine Botschaft nur oft genug wiederholt werden muss, um anzukommen. […] Konnte sich der Slam anfangs noch als Ausdruck literarischer und sozialer Dissidenz ausgeben, so ist er längst zu einem Mittel schulischer Didaktik geworden.“

Boris Preckwitz[27]

Schon vorher war die Veranstaltungsform in den Medien und Literaturwissenschaften oft auf eine vermeintlich oberflächliche, kulturindustriell geprägte Form des Spektakels reduziert worden:

„Poetry Slam passt hinsichtlich seiner Strukturen und Funktionen außergewöhnlich gut in den Alltag einer von den Massenmedien und ihren Sendeformaten beherrschte Welt und sei es nur deswegen, weil die in Slam-Veranstaltungen vorausgesetzte Aufmerksamkeitsspanne auf die Konsumgewohnheiten des Publikums zugeschnitten ist.“

Reinhold Schulze-Tammena[22]

Literarische Einordnung[Bearbeiten]

Hauptartikel: Slam Poetry

Aufgrund der verschiedenen Einflüsse sind Poetry Slams mit keinem einheitlichen literarischen Stil oder einer bestimmten Vortragsweise verbunden. Jeder Teilnehmer eines Poetry Slams folgt der eigenen Poetik, inhaltliche oder formale Vorgaben gibt es nicht. Auf Slambühnen finden sich deshalb alle Formen moderner Literatur und Sprachkunst, von klassischer oder moderner Lyrik und Lautpoesie über Kabarett- und Comedy-Beiträge bis zu Kurzgeschichten (sogenanntes Storytelling). Dennoch wird eine besonders rhythmische, publikumsbezogene und performative Spielart der Lyrik, die sich im Umfeld der Poetry Slam Bühnen entwickelt hat, allgemein als Slam Poetry bezeichnet.[28][29][30][31] Sie ist beim Poetry Slam aufgrund der Offenheit des Veranstaltungsformates aber nur eine Textgattung unter vielen anderen.[32] So treffen auf der Slambühne mitunter ganz verschiedene Soziokulturen aufeinander, wie Peter Gruner polemisch formuliert[33]:

„Alle waren sie da: der sensible Lyriker mit dem Schmachtblick hinter der John-Lennon-Brille, der polternde Heavy Punk mit einer Mordswut im Bauch, der Freestyle MC, der so schnell rappte, dass er mitunter seinen eigenen Gedanken nicht folgen konnte, der theatralische Esoteriker mit seinen Drogenvisionen und der versoffene, puren Unsinn faselnde Boheme.“

Peter Gruner

Petra Anders weist auf die Intertextualität von Slamtexten hin: Die Poeten, so ihre Argumentation, beeinflussten sich durch ihre Reisetätigkeit gegenseitig, so dass bestimmte Stilelemente und Themen auch in den Texten anderer Dichter auftauchten.[34]

Ursprung und Entwicklung[Bearbeiten]

Bühne im Green Mill: Hier fand der erste Poetry Slam statt.
Das Nuyorican Poets Café in New York

Einige Forscher haben darauf hingewiesen, dass der Slam sich auf frühe(re) Formen des mündlichen Dichterwettstreits beziehen könnte[35], ein ausdrückliches Anknüpfen des heutigen Veranstaltungsformats an (beispielsweise antike und mittelalterliche) Literaturtraditionen kann aber nicht nachgewiesen werden.

Als Erfinder des Poetry Slam im heutigen Sinn gilt vielmehr der amerikanische Performance-Poet Marc Kelly Smith aus Chicago: Smith hielt traditionelle Lesungen mit Tisch und Wasserglas für überholt und entwickelte den Poetry Slam als Teil einer wöchentlichen Literaturshow, die auch ein Offenes Mikro und geladene Gäste enthielt. Der erste Poetry Slam fand am Sonntag, den 20. Juli 1986[36] im The Green Mill statt, wo der Uptown Poetry Slam heute noch veranstaltet wird.[37]

Von Chicago breitete sich das Veranstaltungsformat in Nordamerika aus. 1989 gab es zum ersten Mal einen Poetry Slam in New York. Nach einem Besuch im The Green Mill gründete der Dichter Bob Holman mit Miguel Algarin das Nuyorican Poets Cafe in Alphabet City, Manhattan[38]. 1990 fand in San Francisco der ersten National Poetry Slam der USA statt, bei dem verschiedene Städte gegeneinander antraten, 1992 liefen erste Poetry Clips im US-Fernsehen, unter anderem in der Sendung MTV Poetry Unplugged. Radio-Live-Übertragungen von Slams im Nuyorican Poets Café erreichten Tausende von Zuhörern bis nach Japan.[39]

Ein ursprünglicher Impuls des Slam war die Demokratisierung des Publikums, das durch direkte Beteiligung und Ansprache Teil des künstlerischen Ereignisses werden sollte. Damit grenzten sich die subliterarischen Strömungen bewusst von den traditionellen Kultureliten ab:

„Slam is the lighthouse for the democratization of art.“

„Slam ist das Paradebeispiel für die Demokratisierung der Kunst.“

Bob Holman[40]

Poetry Slam im deutschsprachigen Raum[Bearbeiten]

1993 bis 1995 wurden erstmals führende Persönlichkeiten der US-amerikanischen Spoken-Word-Bewegung von etablierten Institutionen des Literaturbetriebs nach Deutschland eingeladen, um das deutschsprachige Publikum mit dem Format Poetry Slam bekannt zu machen.[41] Bevor sich in Deutschland erste, regelmäßige Slams etablieren konnten, existierten in einigen Städten bereits ähnliche Veranstaltungsformate: Ab 1986 fanden in Frankfurt am Main Veranstaltungen unter dem Titel Jeder darf mal statt, 1993 wurden in Köln Dichter in den Ring geladen, ebenfalls in diesem Jahr begann Jan Günthner, inspiriert durch ein Auslandssemester in den USA, regelmäßige Slams am Anglistischen Seminar der Universität Heidelberg in englischer Sprache auszurichten (bis 1995)[42], 1994 tauchte die Bezeichnung Poetry Slam für ein Veranstaltungsformat erstmals in Berlin auf[43], im gleichen Jahr führte der Journalist Karl Bruckmaier im Substanz in München einen Literaturslam als Kompromiss zwischen herkömmlicher Lesung und Slam durch.[44] Ab 1996 wurden in München, Frankfurt am Main und Düsseldorf, ab 1997 in Hamburg regelmäßig Slams abgehalten. Diese vier Städte trugen im selben Jahr in Berlin zum ersten Mal eine gesamtdeutsche Poetry-Slam-Meisterschaft (damals: National Poetry Slam) aus. Ab 1998 kamen Städte wie Augsburg, Freiburg im Breisgau, Kiel und Marburg dazu. Die Anzahl lokaler Slams wuchs kontinuierlich und überschritt 1999 die deutschen Landesgrenzen nach Österreich und in die Schweiz. Auf dem Slam-Portal myslam.de sind zurzeit (Juni 2014) über 2000 Slammer[45] aktiv.

Im deutschsprachigen Raum finden zurzeit mehr als 130[46] Poetry Slams regelmäßig statt und erreichen dabei bis zu rund Tausend Zuschauer pro Veranstaltung.[47] Die Veranstaltungen tragen fantasievolle Namen wie „Gewinn die Wahlnuss“, „Slamschlacht“, „Reimstein“, „Poesie und Pommes“ oder „Slammassel“. Deutschsprachige Slampoeten wurden vom Goethe-Institut auf alle Kontinente eingeladen[48], geben Workshops an Universitäten und Schulen, sind auf Buchmessen präsent (beispielsweise in Bas Böttchers Textbox[49]) und treten auf Literaturfestivals (PROSANOVA, Lit.Cologne, internationales literaturfestival berlin, SWR-Literaturnacht) auf.

Poetry Performance in der Textbox 2008

Regional-Meisterschaften[Bearbeiten]

In vielen Bundesländern haben sich inzwischen Regional- oder Landesmeisterschaften etabliert, zu denen die regelmäßig stattfindenden Slams eines Bundeslandes Teilnehmer entsenden. So fanden beispielsweise 2010 in Baden-Württemberg die 1. Slam-Landesmeisterschaften (in Heidelberg und Mannheim) statt, zu denen etwa 24 SlammerInnen anreisten. Die Landesmeisterschaften wurden 2011 in Stuttgart und Ludwigsburg sowie 2012 in Freiburg fortgesetzt.

Deutschsprachige Meisterschaften[Bearbeiten]

Hauptartikel: Poetry-Slam-Meisterschaft

Seit 1997 finden jährlich deutschsprachige Meisterschaften im Poetry Slam statt, seit 2000 sind Österreich und die Schweiz beteiligt, seit 2009 Liechtenstein, was 2001 zur Namensänderung in German International Poetry Slam (GIPS) führte.[50] Heute heißt die Veranstaltung Deutschsprachige Poetry-Slam-Meisterschaften. Anders als in den USA gibt es bei den deutschsprachigen Meisterschaften zwei Disziplinen: Neben dem Einzelwettbewerb treten im Gruppenwettbewerb Teams von zwei bis sieben Dichtern an, die mehrstimmig vortragen. 2008 und 2009 erreichten die National Slams nach Veranstalterangaben jeweils fast 10.000 Zuschauer, 2011 sogar fast 15.000.

Bekannte deutschsprachige Vertreter[Bearbeiten]

(v.l.n.r.:) Slam-Poeten Bas Böttcher, Timo Brunke, Nora-Eugenie Gomringer und Dalibor Markovic nach der Veranstaltung „Definition of a Bombastic Slam Poetry“ (Zürich, CH, 2010)

In den 2000er Jahren professionalisierte sich die deutschsprachige Szene so weit[58], dass inzwischen rund 20 bis 30 Künstler[59] von den Einnahmen ihrer Auftritte, Workshops, Bühnenprogramme und Auftragsarbeiten leben können. Bekannte deutschsprachige Slampoeten absolvieren bis zu 200 Auftritte im Jahr[60], veröffentlichen bei Publikumsverlagen wie Ullstein oder Carlsen und werden bisweilen aufgefordert, Autogramme zu geben.[61] Zu den etablierten Vertretern gehören neben den deutschen „Gründervätern“ des Poetry Slam – beispielsweise Bas Böttcher oder Wehwalt Koslovsky – die Sieger des Einzelwettbewerbs der deutschsprachigen Meisterschaften wie Sebastian Krämer, Lasse Samström, Philipp Scharrenberg, Sebastian23, Gabriel Vetter, Volker Strübing oder Marc-Uwe Kling. Weitere Slammer und Slammerinnen traten in den vergangenen Jahren mit humoristischen (Julius Fischer, Lars Ruppel), lyrisch-performativen (Nora Gomringer, Lydia Daher, Pauline Füg, Xochil A. Schütz), rap-orientierten (Fiva, Gauner) oder erzählenden (Sulaiman Masomi, Mischael-Sarim Verollet) Textformen hervor. Daneben gibt es eine Reihe von Slam-Teams (wie Allen Earnstyzz), die regelmäßig gemeinsam auftreten.

Auf deutschen Poetry-Slam-Bühnen traten auch – allerdings immer nur wenige Male – Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Tanja Dückers, Karen Duve, Judith Hermann[62], Nina Jäckle[63], Raphael Urweider[64] oder Finn-Ole Heinrich[65] auf, der 2003 und 2004 an den deutschsprachigen Meisterschaften teilnahm.

Humor und Geschlechterverhältnis[Bearbeiten]

Slam-Teilnehmer Kay und Marcel beim Poetry Slam in Hildesheim, März 2007. Länge: 26s

Auf deutschsprachigen Slambühnen ist immer wieder die Dominanz satirischer und humoristischer Beiträge beschrieben worden, so zeichneten sich die Gewinner der deutschsprachigen Meisterschaften 2000 bis 2009 durch die Qualität ihrer komischen Texte aus: „Diese stehen beim Publikum hoch im Kurs und werden meist Sieger eines Slams“, schreibt Stefanie Hager.[66] Steffi Gläser zitiert in ihrer Untersuchung eine Interview-Aussage mit den Worten: „Ein Publikum kann man in erster Linie mit Humor [fesseln]“[67], dadurch entstehe der „Eindruck eines Übergewichts an komischen Texten.“[67] Auch Stefanie Westermayr zitiert eine befragte Person mit der Aussage: „Es stimmt in der Tat, dass der Vortrag beim deutschen Publikum besser ankommt, wenn der Inhalt lustig ist und der Vortrag lässig abgehalten wird.“[68]

Auf deutschsprachigen Slambühnen sind überwiegend Männer anzutreffen, so waren bei den deutschsprachigen Meisterschaften 2009 von 10 Finalteilnehmern 9 männlich und eine weiblich (2007 ebenfalls 9 zu 1). Auch eine Auswertung der deutschsprachigen Meisterschaften 2005 und der dazugehörigen Anthologie ergab:

„Noch immer sind Frauen in der Slamily deutlich unterrepräsentiert.“

Steffi Gläser[69]

Dennoch zeigt sich in den vergangenen Jahren eine Tendenz zu größerer Bühnenpräsenz von Frauen. Vor allem im U20-Bereich ist die Geschlechterverteilung nahezu ausgeglichen. Die Folge davon ist, dass immer mehr junge Frauen auch auf den großen Bühnen und im Finale der deutschsprachigen Meisterschaften vertreten sind (2011 war das Verhältnis 6 zu 2). Oft sind diese Teilnehmerinnen der U20-Szene entwachsen (Franziska Holzheimer, Le Poonie (Bente Varlemann und Carmen Wegge), Theresa Hahl und Svenja Gräfen). Bei den National Slams 2012 und 2013 sank das Verhältnis allerdings dennoch wieder auf 9 zu 1.

Poetry Slam im europäischen Raum[Bearbeiten]

Hauptartikel: Poetry Slam in Europa

Poetry Slam in den USA und Kanada[Bearbeiten]

Der Autor Toussaint Morrison trägt ein Slam-Gedicht in Mifflin vor (USA), 2007

Nachdem sich Poetry Slam von Chicago aus weltweit verbreitet hatte[70], wurde 1997 in den Vereinigten Staaten der Dachverband PSI (Poetry Slam Incorporated)[71] zur Unterstützung und Verbreitung des Veranstaltungsformats gegründet: Die Organisation richtet den US-kanadischen National Poetry Slam aus, an dem nur Teams teilnehmen. 2009 nahmen 68 Teams mit über 300 Slampoeten am National Poetry Slam teil, die Siegesprämie von 2000$ gewann das Team aus St. Paul, Minnesota. Der 21. National Poetry Slam 2010 wird dort stattfinden, nach Veranstalterangaben werden 15.000 Zuschauer erwartet. PSI richtet auch Women of the World Poetry Slam aus, den 2009 Rachel McKibbens gewann, engagiert sich im amerikanischen Bildungswesen und versucht, Poetry Slam international zu vernetzen.

Sozialkritik und Demokratisierung[Bearbeiten]

Performance-Team Slam Nuba aus Denver, 2008

Die Texte US-amerikanischer Slampoeten sind sozialkritischer als in Deutschland, und die Bewegung wird aufgrund ihrer Herkunft stärker als künstlerische Plattform für ethnische, sexuelle und soziale Minderheiten wahrgenommen: Slam dient dort auch ihrer „kulturellen Selbstversicherung“.[72] Das Team Slam Nuba aus Denver beispielsweise wird von der „Pan African Arts Society“ unterstützt. Anders als in Deutschland werden in den USA auf Slambühnen auch sogenannte character poems[73] in einer Form von Rollenprosa vorgetragen. Bob Holman bezeichnet die Slambewegung in den USA als „Demokratisierung des Verses“[74] und sagte 2005:

„The spoken word revolution is led a lot by women and by poets of color. It gives a depth to the nation's dialogue that you don't hear on the floor of Congress. I want a floor of Congress to look more like a National Poetry Slam. That would make me happy.“

„Die Spoken-Word-Revolution wird von Frauen und farbigen Slampoeten angeführt. Hier artikuliert sich die Stimme der Nation ganz anders als im Kongress. Ich will, dass der Sitzungssaal des Kongress einem National Poetry Slam ähnelt – dann wäre ich glücklich.“

Bob Holman[75]

In den USA wird Poetry Slam aber auch kritisch kommentiert: So wurde in New York ein Anti-Slam gegründet, bei dem für jede Darbietung – im Abgrenzung zum wettbewerbsorientierten Modell – sechs Minuten Zeit zur Verfügung stehen und alle Teilnehmer von der Jury volle 10 Punkte erhalten.[76] John S. Hall kritisierte die kompetitive Natur des Poetry Slam, als er seinen ersten Slam-Besuch mit den Worten beschrieb:

„I hated it. And it made me really uncomfortable and […] it was very much like a sport, and I was interested in poetry in large part because it was like the antithesis of sports […] It seemed to me like a very macho, masculine form of poetry and not at all what I was interested in.“

„Ich habe es gehasst. Es war wie beim Sport, und ich war wegen der Lyrik hergekommen, also genau wegen des Gegenteils. Ich empfand es als machohafte und extrem männliche Form von Dichtung.“

John S. Hall[77]

Die Rückmeldungen aus dem akademischen Milieu fielen unterschiedlich aus: Der Literaturkritiker Harold Bloom bezeichnete Poetry Slam in einem Interview in Paris Review als „Tod der Kunst“. Wie in Deutschland sind auch in den USA die Grenzen zwischen der sogenannten Sub- und E-Kultur nur in sehr wenigen Ausnahmefällen durchlässig: Ragan Fox (* 1976) beispielsweise hat eine Professur für „Performance Studies“ an der California State University inne und war Finalteilnehmer des National Poetry Slam, Kip Fulbeck (* 1965), Kunstprofessor an der University of California nahm in den frühen 1990er Jahren an Slams teil. Pulitzer-Preisträger Henry S. Taylor dagegen erreichte beim National Poetry Slam 1997 nur den 75. Platz (von 150). Auch der Musiker Beck versuchte sich als Poetry Slammer.[78]

Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

2004 wurden erste Versuche unternommen, Slam-Weltmeisterschaften durchzuführen: Sowohl in Greenville, South Carolina, als auch in Rotterdam wurden World Championship Poetry Slams abgehalten, die beide von Buddy Wakefield aus den USA gewonnen wurden. 2009 siegte Amy Everhart in Berkeley, Kalifornien, im Individual World Poetry Slam. Sowohl die hohen Kosten, die mit der Anreise der Teilnehmer entstehen, als auch die Sprachbarrieren – alle Texte müssen übersetzt und untertitelt werden – machen ein solches Unterfangen allerdings zu einem Projekt, das seinem Anspruch kaum gerecht werden kann.

Poetry Slam und die Folgen[Bearbeiten]

Variationen[Bearbeiten]

Wertungstafel beim National Slam in München, 2006

Neben den oben ausgeführten Grundregeln (Zeitlimit, keine Requisiten, Wettbewerbsmodus) existieren eine Reihe von Variationen: Zur bekanntesten Variante zählt der Dead-or-Alive-Slam, bei dem Theaterschauspieler mit den Texten „toter“ Dichter (wie Brecht, Schiller oder Hölderlin) gegen Autoren aus der Slamszene antreten. Ein Deaf Slam findet in Gebärdensprache statt[79], bei einem Box Slam wird ein Poetry Slam mit den Auftritten professioneller Boxer kombiniert[80], daneben gibt es auch Slams im Dunkeln[81]. Bei einem Jazz Slam lesen Slampoeten Texte, zu denen eine Band musikalisch improvisiert. In Köln, Berlin und London fanden darüber hinaus bereits Anti-Slams statt, bei denen der schlechteste Beitrag gewann[82].

Bei den deutschsprachigen Meisterschaften gab es bislang Mundart-, Erotik-, Rap-, Storyteller-, Rookie-, Haiku-, Cover- (Texte von anderen Autoren durften gelesen werden), Prop- (Requisiten durften benutzt werden) und Politslams.[83]

Beim US-amerikanischen Island-Style-Slam werden die Texte live innerhalb von 20 bis 25 Minuten geschrieben: Jeder Teilnehmer muss dabei drei zuvor bestimmte Wörter in einem Gedicht verwenden. Der 1-2-3-Slam findet in drei Runden statt, bei denen jeweils eine, zwei bzw. drei Minuten Zeit zur Verfügung stehen. Beim US-amerikanischen Hecklers' Slam werden nicht die Texte der Vortragenden bewertete, sondern die Zwischenrufe aus dem Publikum.

Abgeleitete Formate[Bearbeiten]

In Deutschland haben sich auch nichtliterarische Formate etabliert, die auf dem Bewertungsprinzip des Slam basieren: Ein Wettbewerb mit selbstproduzierten Kurzfilmen wird als Shortfilm Slam, Video- oder Cineslam bezeichnet. Eine Veranstaltung mit selbstgetexteten und -komponierten Liedern heißt Singer-Songwriter-Slam. Daneben existiert ein Philosophy Slam[84] und mehrere Science Slams, bei denen wissenschaftliche Ergebnisse in prägnanter Form präsentiert werden. Als Form der Literaturförderung existiert der von Bibliotheken veranstaltete Book Slam. 2011 etablierten die Autorinnen Ella Carina Werner und Nadine Wedel einen Diary Slam in Hamburg, bei dem aus Tagebüchern vorgelesen wird. Eine mittlerweile starke eigenständige Ableitung ist das Format des Comedy Slam, das es seit 2004 in Deutschland gibt.

Verwandte Formate[Bearbeiten]

Live.Poetry in Freiburg, 2005

Parallel zum Slam haben sich in Deutschland andere Publikumsveranstaltungen für Literatur entwickelt, die sich von der klassischen Autorenlesung abheben: Bei einem Open Mic wird die Bühne allen geöffnet, die sie betreten möchten, es gibt jedoch, im Unterschied zum Poetry Slam, keinen Wettbewerb. In Erzählcafés oder Erzählsalons werden Menschen eingeladen, um (zu einem zuvor vereinbarten Thema) eine Geschichte zu erzählen. Bei sogenannten Lesebühnen, die in den 1990er Jahren in Berlin populär wurden, bestreitet eine feste Gruppe von Autoren in regelmäßigem Rhythmus gemeinsam Lesungen. Bei Live.Poetry, einer Kombination aus Poetry Slam und Theatersport, lassen Autoren (beim Literaturfestival Prosanova 2008 beispielsweise Sebastian 23 und Finn-Ole Heinrich) in Interaktion mit dem Publikum live geschriebene Texte entstehen; anschließend wird wie beim Poetry Slam über den Sieger abgestimmt. Der Publizist Sascha Lobo lud 2006 zu einer Lesung, bei der das Publikum die Poeten foltern durfte[85], beim Festival des nacherzählten Films müssen Teilnehmer im Wettstreit in freier Rede die Handlung eines Spielfilms nacherzählen, artverwandte Wettbewerbsformen vor Publikum sind Freestyle-Battles, Powerpoint Karaoke oder Theatersport.

Slam-Revue[Bearbeiten]

Im europäischen Raum hat sich in den 2000er Jahren die sogenannte Slam-Revue etabliert, eine Performance-Lesung ohne offene Liste, bei der nur eingeladene Slampoeten auftreten. Die Zeitlimits sind erweitert, außerdem bleibt der Wettbewerbsmodus häufig ausgespart, sodass Slam-Revues den Charakter klassischer Autorenlesungen annehmen können. Eine der bekanntesten Revuen ist die sprachoffene Internationale SLAM!Revue des internationalen literaturfestivals berlin, die 2002 von Martin Jankowski und Boris Preckwitz initiiert wurde.

Poetry Slam im Rundfunk[Bearbeiten]

Teilnehmer Matze B. beim Box Slam, St. Gallen, 2005

In den USA lief von 2002 bis 2007 die Sendung Russell Simmons Presents Def Poetry, eine Show mit Performance-Poetinnen und -Poeten, die zum Teil aus der Slamszene kamen. In Deutschland produzierte das WDR Fernsehen von 2007 bis 2009 drei Staffeln eines in Köln aufgezeichnete Poetry Slams (WDR Poetry Slam, Moderation: Jörg Thadeusz), die Sendung war 2007 für den Adolf-Grimme-Preis nominiert.[86] ARTE strahlte 2007 von der alljährlichen Internationalen SLAM!Revue aus Berlin einen Themenabend über die internationale Entwicklung des Poetry Slam aus und startete im Internet gleichzeitig einen sogenannten „europäischen WebSlam“[87], bei dem die Internetnutzer alle zwei Monate einen Sieger kürten. Der Pay-TV-Sender Sat.1 Comedy produzierte 2008 die Sendung Slam Tour mit Kuttner. Im Rahmen des Themenschwerpunkts Sturm und Drang von 3sat und dem ZDFtheaterkanal wurde 2009 die Sendung Poetry Slam – tot oder lebendig[88] ausgestrahlt, in der Poetry-Slammer gegen Schauspieler antraten, die Texte des Sturm und Drang präsentierten. Die Süddeutsche Zeitung rief 2009 zu einem Polit-Slam im Internet auf[89], im gleichen Jahr produzierte der SWR2 einen Radioslam.

Poetry Slam in Video und Film[Bearbeiten]

Poetry Videos und Clips[Bearbeiten]

Saul Williams, 2005

Poetry Clips sind eine Spielart des Poetry Videos, bzw. des Poesiefilms und der Videopoetry. Bereits zwischen 1987 und 1993 produzierte Bob Holman für den New Yorker Fernsehsender WNYC-TV eine Serie von Poetry Spots, die 1989 und 1992 bei den New York Emmy Awards gewann. In den 1990er Jahren brachten MTV und der öffentliche US-Sender PBS Spoken-Word-Beiträge in Form von Videoclips ins Fernsehen. 1996 drehten Mark Pellington, Joshua Blum und Bob Holman für PBS die fünfteilige Serie United States od Poetry mit rund 60 Einzelvideos von Dichtern, Cowboy-Poets, Rappern und Slammern. In Deutschland wurde das Genre des Poesiefilms im Rahmen des seit 2002 zweijährlich stattfindenden Zebra Poetry Film Festivals der Literaturwerkstatt Berlin bekannt. Ralf Schmerbergs Film Poem – Ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug aus dem Jahr 2003, eine Zusammenstellung verfilmter Gedichte, stellte eine Filmanthologie im Stile der Videopoetry dar. Der Begriff Poetry Clip geht auf die Berliner Slampoeten Bas Böttcher und Wolf Hogekamp zurück, die seit 2000 an der Umsetzung des Formats im deutschsprachigen Raum arbeiten und 2005 eine Sammlung von Poetry Clips auf DVD veröffentlichten. Für die sogenannten Poetry Clips wird der Text oft gezielt für die Kamera inszeniert, das Format ähnelt damit einem Musikvideo.

Poetry Slam im Spielfilm[Bearbeiten]

Poetry Slam im Spielfilm ist vor allem mit dem US-amerikanischen Dichter und Musiker Saul Williams (* 1972) verbunden, der 1996 den Titel Grand Slam Champion des Nuyorican Poets Café gewann. 1998 spielte Williams die Hauptrolle in dem Independentfilm Slam, bei dem er auch als Drehbuchautor beteiligt war.[90] Der Film gewann den Jurypreis beim Sundance Festival und eine Goldene Kamera beim Filmfestival in Cannes.[91]

Poetry Slam im Dokumentarfilm[Bearbeiten]

Der erste Dokumentarfilm über Akteure des Poetry Slam SlamNation wurde 1996 dem Regisseur Paul Devlin gedreht. Der Film begleitet die Auftrittsvorbereitungen und Wettbewerbsbeiträge von Mitgliedern des Nuyorican Poets Slam-Teams, die 1996 am National Poetry Slam in Portland teilnahmen, und lässt weitere Slam-Aktivisten wie Marc Smith, Bob Holman oder Taylor Mali zu Wort kommen. 2012 lief der Dokumentarfilm Dichter & Kämpfer von Marion Hütter in deutschen Kinos an: Er begleitet vier Slammer ein Jahr quer durch Deutschland. Der Film wurde auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin 2012 in der Sektion „Perspektive“ gezeigt.

Forschung und Didaktik[Bearbeiten]

U20[Bearbeiten]

Seit einigen Jahren laufen Bestrebungen, Slam als lebendige Vermittlungsform für Literatur auch didaktisch aufbereitet an Schulen zu bringen.[92] Mithilfe von Fortbildungen für Lehrkräfte und Workshops an Schulen existieren in zahlreichen deutschen Städten Poetry Slams für Unter-20-Jährige („U20-Slams“). In Stuttgart wurde der U20-Poetry Slam 2004 erstmals ins Programm der deutschsprachigen Meisterschaften integriert. Inzwischen existiert eine Vielzahl von Forschungs- und Abschlussarbeiten zum Thema, z.T. unter besonderer Berücksichtigung einer pädagogisch sinnvollen Literaturvermittlung und mit Vorschlägen für den didaktischen Einsatz von Slam Poetry im Unterricht.

Poetry Slam in den Geisteswissenschaften[Bearbeiten]

Während US-amerikanische Forschung in der Tradition der Cultural Studies Slam Poetry vor allem aus Ausdruck von Pop- und Jugend-Kultur untersucht, versuchen kultursoziologische Studien, auf empirischer Basis – beispielsweise durch Zuschauerbefragungen oder Interviews mit Slampoeten – Erkenntnisse über die Kommunikation zwischen Publikum und Bühne zu gewinnen. Literaturwissenschaftliche Strukturuntersuchungen blenden dagegen häufig die performativen und kommunikativen Elemente des Slam aus.

Literatur[Bearbeiten]

Eine umfangreiche, regelmäßig aktualisierte Bibliographie (185 Titel, Juni 2014, v.a. Sekundärtexte) kann an dieser Stelle im Citavi-3-Format heruntergeladen werden (hinterlegt bei Google Drive).

Anthologien[Bearbeiten]

Bücher

  • Aloud. Voices from the Nuyorican Poets Cafe. Algarin, Miguel; Holman, Bob (Hrsg.). Henry Holt, New York 1994, ISBN 0-8050-3257-6
  • Kaltland Beat. Kerenski, Boris; Stefanescu, Sergiu (Hrsg.). Ithaka Verlag, Stuttgart 1999, ISBN 3-933545-07-2
  • Poetry Slam: was die Mikrofone halten. Bylanzky, Ko; Patzak, Rayl (Hrsg.). Ariel-Verlag, 2000, ISBN 978-3-930148-19-6
  • Planet Slam. Yedermann Verlag, 2002, Bylanzky, Ko; Patzak, Rayl (Hrsg.). ISBN 3-935269-20-X
  • Poetry Slam 2002/2003. Pospiech, Hartmut; Uebel, Tina (Hrsg.). Rotbuch Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-434-53111-4
  • Dichterschlacht. schwarz auf weiß. Dreppec, Alex; Gaussmann, Oliver; Burri, Sonja (Hrsg.). Ariel-Verlag, 2003, ISBN 3-930148-25-0
  • Poetry Slam 2003/2004. Pospiech, Hartmut; Uebel, Tina (Hrsg.). Rotbuch Verlag, Hamburg 2003, ISBN 3-434-54516-6
  • Planet Slam 2. Bylanzky, Ko; Patzak, Rayl (Hrsg.). Yedermann Verlag, 2004, ISBN 3-935269-26-9
  • Poetry Slam 2004/2005. Pospiech, Hartmut; Uebel, Tina (Hrsg.). Rotbuch Verlag, Hamburg 2004, ISBN 3-434-54520-4
  • Slam Poetry. Anders, Petra (Hrsg.) Reclam, 2008, ISBN 978-3-15-015060-3
  • Poetry Slam – das Buch. Sebastian23; Vérollet, Mischa-Sarim (Hrsg.). Carlsen Verlag, 2010, ISBN 978-3-551-68237-6
  • Beispieltexte: Slam Poetry, in: Anders, Petra: Poetry Slam. Unterricht, Workshops, Texte und Medien. Deutschdidaktik aktuell. Schneider Verlag, 2011, Seite 154–178, ISBN 978-3-8340-0896-1
  • The Punchliner. Buchmagazin für Satire und Slam-Poetry. Klingenberg, Axel (Hrsg.). Verlag Andreas Reiffer, Meine 2013, ISBN 978-3-934896-00-0.

DVDs

CDs

  • Nuyorican Symphony. Poetry live at the Knitting Factory. Knitting Factory Works 1992

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

Deutschsprachig

  • Anders, Petra: Poetry Slam. Unterricht, Workshops, Texte und Medien. Deutschdidaktik aktuell. Schneider Verlag, 2011, ISBN 978-3-8340-0896-1. Inhaltsverzeichnis, pdf
  • Anders, Petra: Poetry Slam im Deutschunterricht. Dissertation. Schneider Verlag, 2010, ISBN 978-3-8340-0757-5. Inhaltsverzeichnis, pdf
  • Anders, Petra: Poetry Slam. Live-Poeten in Dichterschlachten. Verlag an der Ruhr, 2007, ISBN 978-3-8346-0293-0.
  • Anders, Petra; Abraham, Ulf: Poetry Slam & Poetry Clip. Formen inszenierter Poesie der Gegenwart. In: „Praxis Deutsch: Zeitschrift für den Deutschunterricht“. Nr. Heft 208, 2008, ISSN 0341-5249.
  • Bekes, Peter; Frederking, Volker (Hrsg.): Die Poetry-Slam-Expedition: Bas Böttcher. Schroedel Verlag, 2009, ISBN 978-3-507-47061-3.
  • Ditschke, Stephan: „Ich sei dichter sagen sie“. Selbstinszenierung beim Poetry Slam. In: Grimm, Gunter E./Schärf, Christian (Hrsg.): Schriftsteller-Inszenierungen. Aisthesis, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-89528-639-1, S. 169–184.
  • Goehre, Micha-El: Das kleine Poetry Slam-ABC. Ratgeber. BookRix, 2009.[93]
  • Jankowski, Martin: Filmlyrische Hybridkultur: Warum Poetry Clips nichts Besonderes sind. In: „Neue Deutsche Literatur“ Nr. 2/2003, Aufbau Verlag, Berlin 2003, ISSN 0323-4207
  • Homberger, Robert: Surfen, Poetry Slam und Graffiti: Entstehung, Entwicklung und Kommerzialisierung von Subkulturen in den Vereinigten Staaten von Amerika. Verlag Dr. Müller 2008
  • Ohmer, Anja: „It's showtime. Poetry Slam und Darstellendes Spiel“. In: „Spielend Darstellen.“ Thepakos. Interdisziplinäre Zeitschrift für Theater und Theaterpädagogik. Heft 15, 2011. ISSN 1862-6556.
  • Masomi, Sulaiman: Poetry Slam. Eine orale Kultur zwischen Tradition und Moderne. Lektora Verlag, Paderborn 2012. ISBN 978-3-938470-84-8.
  • Perrig, Severin. Stimmen, Slams und Schachtel-Bücher: Eine Geschichte des Vorlesens. Aisthesis 2009, ISBN 978-3-89528-733-6
  • Preckwitz, Boris: Zieht ein Slam nach Irgendwo. In: Kampfansage , Lyrik Edition 2000/ Allitera Verlag 2013, ISBN 3-86906-588-5.
  • Preckwitz, Boris: Spoken Word und Poetry Slam: Kleine Schriften zur Interaktionsästhetik. Passagen Verlag, Wien 2005, ISBN 3-85165-712-8.
  • Preckwitz, Boris: Slam Poetry: Nachhut der Moderne. Books on Demand, 2002, ISBN 3-8311-3898-2
  • Stahl, Enno: Trash, Social Beat und Slam Poetry. Eine Begriffsverwirrung. In: Arnold, Heinz-Ludwig/Schäfer, Jörgen (Hrsg.): Pop-Literatur. Sonderband, edition text + kritik, München 2003, ISBN 3-88377-735-8, S. 258–278.
  • Treml, Sandra. Wortschatz: Perlen des Poetry Slam. 2007, ISBN 978-3-00-022676-2.
  • Westermayr, Stefanie: Poetry Slam. Tectum-Verlag, Marburg 2005 (2., erw. Aufl. 2010), ISBN 3-8288-8764-3
  • Willrich, Alexander: Poetry Slam für Deutschland. Die Sprache, die Slam-Kultur, die mediale Präsentation, die Chancen für den Unterricht. Lektora Verlag, Paderborn 2010. ISBN 978-3-938470-47-3
  • Wirag, Lino: Zeitgenössische Formen informeller Literaturvermittlung. In: Vanessa-Isabelle Reinwand u. a. (Hg.): Handbuch Kulturelle Bildung. kopaed, München 2012. ISBN 978-3-86736-330-3. S. 485–488. Auch online verfügbar.

Englischsprachig

  • Glazner, Gary (Hrsg.): Poetry Slam: The Competitive Art of Performance Poetry. Manic D Press, San Francisco 2000, ISBN 0-916397-66-1
  • Smith, Marc Kelly; Kraynak, Joe: Complete Idiot's Guide to Slam Poetry. Alpha Books, Indianapolis 2004, ISBN 1-59257-246-4
  • Smith, Marc Kelly; Eleveld, Mark: The spoken word revolution: slam, hip-hop, & the poetry of a new generation. Sourcebooks MediaFusion, 2003, ISBN 978-1-4022-0037-3
  • Smith, Marc Kelly; Kraynak, Joe: Take the Mic: The Art of Performance Poetry, Slam, and the Spoken Word. Sourcebooks Inc. 2009, ISBN 978-1-4022-1899-6
  • Smith, Marc Kelly; Kraynak, Joe: Stage a Poetry Slam: Creating Performance Poetry Events. Sourcebooks Inc. 2009, ISBN 978-1-4022-1898-9
  • Somers-Willett, Susan: The Cultural Politics of Slam Poetry: Race, Identity, and the Performance of Popular Verse in America. Univ. of Michigan Press 2009, ISBN 978-0-472-05059-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Poetry Slam – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Websites der deutschsprachigen Meisterschaften

Ratgeber und Glossare

Journalistische Beiträge

Poetry Slam im Rundfunk

Poetry Clips

Wissenschaftliche Texte

Vortrag

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Petra Anders: Poetry Slam im Deutschunterricht, S. 21.
  2. vgl. Compact Oxford English Dictionary of Current English. Oxford: Oxford Univ. Press, 2008
  3. Hubert Graf (Hrsg.): Black American English. Straelen: Straelener Ms.-Verl., 1994, S. 142
  4. Quelle
  5. Preckwitz: Spoken Word & Poetry Slam, S. 31
  6. Marc Smith. In: Eleveld (Hrsg.): The Spoken Word Revolution. Slam, Hip Hop & the Poetry of a new Generation. Naperville: Sourcebooks, 2003, S. 11
  7. a b Stefanie Westermayr: Poetry Slam in Deutschland, S. 39
  8. a b „Der Aufstieg des Poetry Slam“ von Yin Tsan, taz (2010)
  9. vgl. Begriffserklärung in „Das kleine Poetry-Slam-ABC“ von Michael Goehre (2006)
  10. Allan Wolf. Zit. in: Gary Mex Glazner: Poetry Slam. An Introduction. In: Ders. (Hrsg.): Poetry Slam. S. 11.
  11. FAQ von Poetry Slam Inc.
  12. Smiths Website
  13. Interview mit Bob Holman, abgerufen 5. Februar 2010
  14. vgl. das Kapitel „Die Wertung des Publikums“ in: Stefanie Westermayr: Poetry Slam in Deutschland
  15. Bonner Rosenkrieg
  16. Joe Pettus: How to win a poetry slam (PDF; 118 kB)
  17. Bas Böttcher: Die Poetry-Slam-Expedition. Schroedel-Verlag. Braunschweig. 2009, S. 103
  18. Preckwitz: Spoken Word & Poetry Slam, S. 28
  19. Bas Böttcher: Die Poetry-Slam-Expedition. Schroedel-Verlag. Braunschweig. 2009, S. 100
  20. Preckwitz: Spoken Word & Poetry Slam, S. 49
  21. Preckwitz: Spoken Word & Poetry Slam, S. 56 f.
  22. a b „Slam Poetry. Sprechgedichte zum Performen“ von Reinhold Schulze-Tammena (PDF; 46 kB)
  23. Preckwitz: Zieht ein Slam nach Irgendwo, S. 55
  24. Gerhard Schulze: Die Zukunft der Erlebnisgesellschaft. In: Oliver Nickel (Hrsg.): Eventmarketing. Grundlagen und Erfolgsbeispiele. München: Vahlen, 1998, S. 303–316
  25. a b c Stephan Porombka: Slam, Pop und Posse. Literatur in der Eventkultur. In: Matthias Harder (Hrsg.): Bestandsaufnahmen. Deutschsprachige Literatur der neunziger Jahre aus interkultureller Sicht. Würzburg: Königshausen & Neumann, 2001, S. 27–42
  26. Boris Preckwitz: „Slam. Eine literarische Bewegung als Anti-Avantgarde“, Magisterarbeit Universität Hamburg 1997.
  27. Boris Preckwitz: „Mehr und mehr eine Farce“. Auf: www.süddeutsche.de, 9. November 2012; auch als: B.P.: „Histrionen an der Resterampe“, in: Süddeutsche Zeitung, 9. November 2012
  28. „Slam Poetry ist Performance Poesie und ein Poetry Slam ist die Bühne für diese Spielform der Literatur.“
  29. „Die Slam Poetry-Nacht im Lyrik-Kabinett München“
  30. „entwickeln sie anhand von Slam-Poetry-Texten eigene Inszenierungsvorschläge.“ (PDF; 35 kB)
  31. „Als Pioniere der Slam-Bewegung prägten sie den Stil einer neuen Live-Literatur, die explizit für die Bühne verfasst wird.“
  32. Bas Böttcher: Dieses Genre hört man nicht mehr ausschließlich auf offenen Slam Veranstaltungen. In Leserbrief zu: „Mehr und mehr eine Farce“
  33. Peter Gruner: Poetry Slam im muffigen Franken – Über den 1. Erlanger Poetry Slam im Erlanger E-Werk.In: raumzeit.zeitung für den großraum nürnberg-fürth-erlangen, Nr. 13. Februar 2002
  34. Petra Anders: Slam Poetry: Inszenierte Bühnen-Poesie Poetry Slam (PDF; 188 kB)
  35. Beispielsweise: Preckwitz: Spoken Word & Poetry Slam, S. 47
  36. Boris Preckwitz: Slam Poetry. Nachhut der Moderne. S. 45
  37. Green Mill Jazz Club: Uptown Poetry Slam (englisch).
  38. Matthias Penzel: Nach Tschernobyl wieder Gedichte?. In foglio -- seiten der sinne, Juni/Juli 1995
  39. „Geschichte des Poetry Slam von den Anfängen bis heute“ von Ko Bylanzky
  40. Bob Holman: The Room. In: Gary Mex Glazner (Hrsg.): Poetry slam. The competitive art of performance poetry. San Francisco: Manic D Press, 2000, S. 15–21, S. 18.
  41. Preckwitz: Spoken Word & Poetry Slam, S. 32
  42. Arbeitsblätter des Anglistischen Seminars Heidelberg 1994, S. 78
  43. Preckwitz: Spoken Word & Poetry Slam, S. 39
  44. Preckwitz: Spoken Word & Poetry Slam, S. 41
  45. Myslam
  46. Im Portal myslam.de sind zurzeit (3. Februar 2010) 330 sogenannte „Slam-Orte“ eingetragen (wobei die Datenbank auch Lesebühnen und Einzelveranstaltungen umfasst); auf der „Slamkarte“ wurden 131 Veranstaltungen gezählt.
  47. Beispielsweise die Darmstädter Dichterschlacht
  48. Informationen auf der Website des Goethe-Instituts
  49. Dokumentation zur Textbox
  50. Geschichte der deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften
  51. Schlusscommuniqué der Meisterschaften 2008 (PDF; 38 kB)
  52. Website der Meisterschaften 2009
  53. SLAM 2011 in der o2 World
  54. SLAM 2012
  55. SLAM 2012 Presseinformation
  56. SLAM 2013
  57. SLAM 2014
  58. vgl. „Slam Poetry. Sprechgedichte zum Performen“ von Reinhold Schulze-Tammena (PDF; 46 kB) und „Massenerfolg Poetry Slam“ von Constantin Alexander, Spiegel
  59. vgl. diesen Kommentar zu einem Artikel in der taz
  60. so beispielsweise Poet Hanz
  61. „Der Wortführer“ Artikel in UniSpiegel 2/2009
  62. siehe Artikel „Weine nicht, kleine Poesie“, Frankfurter Neue Presse, 16. März 2002
  63. „10 Jahre Poetry Slam“, Spiegel, 25. Februar 2005
  64. Quelle
  65. Kurzbiographie und Angaben zum Werk von Poetry Slam bei Literaturport
  66. Stefanie Hager: Literarische Texte rezipieren, produzieren und präsentieren
  67. a b Steffi Gläser: Slam Poeten, Slam Poetry, Poetry Slam: eine literaturwissenschaftliche und literatursoziologische Untersuchung
  68. Stefanie Westermayr: Poetry Slam in Deutschland. S. 65
  69. Steffi Gläser: Slam Poeten, Slam Poetry, Poetry Slam: eine literaturwissenschaftliche und literatursoziologische Untersuchung, S. 19
  70. siehe auch die History of Slam von Kurt Heintz (engl.), welche die Entwicklung der Chicagoer Szene bis 2000 nachzeichnet.
  71. Website von Poetry Slam Incorporated
  72. Preckwitz: Spoken Word & Poetry Slam, S. 33
  73. Preckwitz: Spoken Word & Poetry Slam, S. 54
  74. Algarín, Miguel & Holman, Bob. (1994) Aloud: Voices from the Nuyorican Poets Cafe Holt. ISBN 0-8050-3257-6
  75. Aptowicz, Cristin O'Keefe: Words in Your Face: A Guided Tour Through Twenty Years of the New York City Poetry Slam. Kapitel 26: What the Heck Is Going On Here; The Bowery Poetry Club Opens (Kinda) for Business. Soft Skull Press, 2008. ISBN 1-933368-82-9
  76. Aptowicz, S. 291.
  77. Aptowicz, S. 290.
  78. Spiegel-Artikel zu Beck
  79. Website
  80. Website
  81. Quelle
  82. http://termine.koeln.de/veranstaltung/1618793_anti-slam-koeln-tsunami-club-koeln Quelle
  83. vgl. die Websites der deutschsprachigen Meisterschaften 2003 in Darmstadt und Frankfurt, 2004 Stuttgart, 2006 in München, 2007 in Berlin, 2008 in Zürich, 2009 in Düsseldorf und 2010 im Ruhrgebiet.
  84. Website
  85. Bericht von Henryk M. Broder
  86. Website
  87. Slam bei ARTE
  88. Website
  89. Pressemeldung
  90. Aptowicz, Cristin O'Keefe: Words in Your Face: A Guided Tour Through Twenty Years of the New York City Poetry Slam. Soft Skull Press, 2008. ISBN 1-933368-82-9
  91. Awards für Slam auf IMDB
  92. Anders, Petra: Slam Poetry. Reclam, 2008
  93. Micha-El Goehre: Das kleine Poetry Slam-ABC. Ratgeber. BookRix, 1. Januar 2009, S. 1–13, abgerufen am 17. September 2013.