Shëngjin

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Shëngjin
Shëngjin (Albanien)
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41.81361111111119.5938888888890Koordinaten: 41° 49′ N, 19° 36′ O

Basisdaten
Qark: Lezha
Kreis: Lezha
Höhe: m ü. A.
Fläche: 53,4 km²
Einwohner: 8091 (2011)
Bevölkerungsdichte: 152 Einw./km²
Telefonvorwahl: (+355) 0215
Postleitzahl: 4503
Kfz-Kennzeichen: LE
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Komuna
Bürgermeister: Salvador Kaçaj (PS)
Webpräsenz:
Luftaufnahme aus einem Flugzeug (2007)

Shëngjin (albanisch auch Shëngjini, italienisch San Giovanni di Medua) ist eine kleine Hafenstadt und ein Badeort im Nordwesten Albaniens. Sie liegt am Adriatischen Meer und ist Sitz der gleichnamigen Gemeinde, die neben der Stadt noch vier Dörfer umfasst. Die Gemeinde gehört zum Kreis Lezha und hatte 8091 Einwohner (Volkszählung 2011).[1] Die Lokalbehörden geben über 11.000 Einwohner (2007) an, wovon in der Stadt selber etwa 3700 Menschen lebten.[2] Der Name Shëngjin bedeutet übersetzt Sankt Johann.

Geographie[Bearbeiten]

Shëngjin liegt am Nordrand einer weiten Bucht im Drin-Golf am Adriatischen Meer sieben Kilometer nordwestlich der Kreishauptstadt Lezha.

Entlang der flachen Küste südlich der Stadt erstreckt sich der lange Strand Plazhi i Shëngjinit mit zahlreichen Hotels, Ferienwohnungen und Restaurants. Östlich und nördlich von Shëngjin zieht sich der bis zu 561 m hohe Höhenzug des Mali i Rencit über mehrere Kilometer an der Küste entlang. Dieser fällt steil zur Küste ab. Am Fuße des Hügels befinden sich der Hafen und das Ortszentrum. Rund zweieinhalb Kilometer nördlich liegen die großen Sanddünen Rana e hedhun aus Alluvialsand.

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Lagune von Shëngjin

Südlich von Shëngjin liegen mehrere Lagunen und das Flussdelta des Drin. Die Region ist als Naturreservat Kunë-Vain geschützt. Auf engen, geschotterten Wegen kann die Lagunen-Landschaft gegen eine Gebühr mit privaten Fahrzeugen erkundet werden.

Eingeklemmt zwischen Lagunen, Meer und Hügel ist Shëngjin einzig von Lezha aus auf einer schmalen Straße zwischen der Lagune und den Hügeln erreichbar. Entlang der Küste nach Norden oder Süden gibt es keine Straßen. Die Gemeinde Shëngjin umfasst einen langen Streifen Land entlang der Küste. Auf dem Hügel nördlich des Hauptortes gehören die Dörfer Mali i Rencit und Mali i Shëngjinit zum Gemeindegebiet, in der Lagunen-Gegend südlich Ishull i Shëngjinit und Ishull i Lezhës. Gerade in den beiden letztgenannten Orten haben sich seit dem Ende des Kommunismus viele neue Bewohner angesiedelt, so dass die Einwohnerzahl aller vier Dörfer 7312 betrug und jene der Stadt dagegen 3764 (gemäss Angaben der Qark-Behörden).[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Schon in römischer Zeit benutzten die Bewohner des antiken Lissus (Lezha) Shëngjin als Hafen. Julius Cäsar soll hier im Krieg gegen Pompei gelandet sein. Damals hieß der Ort Nimphaeum. 1313 wurde er erstmals als San Giovanni di Medua schriftlich erwähnt. In osmanischer Zeit verlor Shëngjin wie auch Lezha an Bedeutung, denn der Handel in der Region konzentrierte sich auf das im Norden befindliche Shkodra und die Buna-Mündung bzw. Ulcinj in Montenegro.

Am 5. Dezember 1915 wurde der damals von Serben besetzte Hafen vom Kreuzer Novara und weiteren Schiffen der k.u.k. Kriegsmarine beschossen.

Shëngjin war bis Ende des 20. Jahrhunderts ein verschlafenes Dorf. Die Marine Albaniens hatte dort in kommunistischer Zeit einige Boote stationiert.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bunker am Strand (2007)

Die Hafenstadt erfährt seit dem Ende der 1990er Jahre eine starke Wandlung. Mit dem Badetourismus kam Geld ins Städtchen, so dass viel gebaut und investiert werden konnte. Der Hafen ist nach jenem von Vlora der drittgrößte des Landes, hat aber wirtschaftlich keine sehr große Bedeutung, obwohl er der einzige nördlich von Durrës ist, dem größten Hafen Albaniens – im Jahr 2009 wurden Güter im Umfang von 369.000 Tonnen umgeschlagen.[3] Es wird wenig Fischerei betrieben und auch Erdöl wird für verschiedene albanische Tankstellen-Unternehmen an Land gebracht, die dann dort in großen Tanks gebunkert werden.

Der Strand lockt im Sommer viele Albaner aus dem Kosovo an, seitdem hier zahlreiche Hotels, Ferienwohnungen und Gaststätten entstanden sind. Der Sandstrand ist sehr flach und wird von Pinienbäumen begrenzt.

Im Dezember 2006 brannten mehrere Öltanks ab. Mehrere Tausend Liter Öl flossen in die angrenzende Lagune und bedrohten die Tier- und Pflanzenwelt sowie die für den Tourismus wichtigen Strände. Im darauf folgenden Sommer waren aber keine Schäden mehr direkt erkennbar.[4]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Im feierlichen Rahmen erhielten am 30. Juli 2012 folgende Persönlichkeiten für ihre Verdienste um die Stadt Shëngjin das Ehrenbürgerrecht:[5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Shëngjin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Ines Nurja, INSTAT (Hrsg.): Censusi i popullsisë dhe banesave / Population and Housing Census – Lezhë 2011. Rezultatet Kryesore/Main Results. Pjesa/Part 1, Adel Print, Tirana 2013 (Dokument als PDF).
  2. a b Komuna Shëngjin. In: Këshilli i Qarkut Lezhë. 6. August 2009, abgerufen am 9. Januar 2011 (albanisch).
  3. Albanien in Zahlen 2010. Statistisches Institut Albaniens, abgerufen am 1. August 2012 (albanisch, S. 38).
  4. Shëngjin, Öltanks werden von den Flammen eingenommen. Die Einwohner in der Nähe des Feuers werden evakuiert. Peshkupauje.com, 18. Dezember 2006, abgerufen am 1. August 2012 (albanisch).
  5. Sejdiu, Mesić und Moisiu werden zu Ehrenbürgern von Shëngjin erklärt. Radio Televizioni i Kosovës, 30. Juli 2012, abgerufen am 1. August 2012 (albanisch).