Durrës

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Durrës
Durrësi
Durrës (Albanien)
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41.31330555555619.44705277777840Koordinaten: 41° 19′ N, 19° 27′ O

Basisdaten
Qark: Durrës
Kreis: Durrës
Höhe: 40 m ü. A.
Fläche: 46,3 km²
Einwohner: 113.249 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 2446 Einw./km²
Telefonvorwahl: (+355) 052
Postleitzahl: 2001–2006
Kfz-Kennzeichen: DR
Struktur und Verwaltung (Stand: 2011)
Gemeindeart: Bashkia
Gliederung: 6 Stadtbezirke
Bürgermeister: Vangjush Dako (PS)
Postanschrift: Sheshi Iliria
2001 Durrës
Webpräsenz:
Sonstiges
Gründung: 627 v. Chr.

Durrës (albanisch auch Durrësi; italienisch Durazzo; lateinisch Dyrrhachium; griechisch Dyrrachion Δυρράχιον; türkisch Dıraç) ist eine Großstadt an der adriatischen Küste Albaniens. In Mittelalbanien gelegen ist sie die wichtigste Hafenstadt und dementsprechend für die Wirtschaft des Landes von hoher Bedeutung. Durrës ist gemessen an der Bevölkerung nach der Hauptstadt Tirana, die nur 30 Kilometer im Osten liegt, die zweitgrößte Stadt des Landes und Amtssitz des gleichnamigen Kreises sowie des gleichnamigen Qarks.

Die von Griechen im 7. Jahrhundert v. Chr. als Kolonie gegründete Stadt hatte bei den Römern, aber auch später bei den Byzantinern eine strategisch wichtige Rolle. Die Handelsstraße der Via Egnatia begann in Durrës und führte über das Landesinnere der Balkanhalbinsel nach Konstantinopel. Die Via Egnatia stellte den weiteren Verlauf der Via Appia dar, die Roma mit der adriatischen Küste Italiens verband.

Heute ist Durrës nach Tirana die wirtschaftlich wichtigste Stadt des Landes. Unter anderem spielt dabei der Hafen, welcher der größte Albaniens ist, eine wichtige Rolle. Aber auch touristisch kommt Durrës eine zentrale Rolle in Albanien zu. Die Mehrheit der Touristen, die das Land besuchen, kommt für Badeferien an die Stadtstrände. So sind in den 2000er Jahren unzählige Hotels entstanden; und auch die Infrastruktur hat sich im Vergleich zu den 1990er Jahren markant verbessert.

Name[Bearbeiten]

Der heutige Stadtname Durrës bzw. Durrësi ist eine albanische Weiterentwicklung vom italienischen Namen Durazzo, welcher im Mittelalter vor allem von den Venezianern benutzt wurde. Diese bezogen sich auf das mittelgriechische Dyrráchion Δυρράχιον, so wie die Stadt von den Byzantinern genannt wurde. Dyrráchion hingegen war eine Weiterentwicklung vom lateinischen Dyrrhachium. Bis hierhin lässt sich somit der Wortstamm Durrës zurückverfolgen. Dyrrhachium wird erstmals im 3. Jahrhundert v. Chr. erwähnt, als die Römer die Stadt von den Illyrern eroberten. Vorher hieß der Ort Epídamnos Ἐπίδαμνος, so wie die dorischen Kolonisten 627 v. Chr. ihre neue Heimat benannten.

Geographie[Bearbeiten]

Blick vom Stadthügel auf die Bucht von Durrës (2009)

Lage[Bearbeiten]

Durrës liegt am Adriatischen Meer etwa 40 Kilometer westlich der albanischen Hauptstadt Tirana (Luftlinie) im westlichen Mittelalbanien. Die ursprüngliche Stadt - der heutige historische Kern - lag eingeklemmt zwischen Meer im Süden und Westen, einer lange Zeit versumpften Ebene im Osten und einer kleinen Kette von Hügeln, die sich zwischen der Ebene und dem Meer nach Norden erstreckt. Heute breitet sich die Stadt in großflächigen Neubausiedlungen in diese Ebene nach Osten aus. Auch an der Küste nach Süden Richtung Kavaja entwickelte sich der Ort stark weiter, dort sind unzählige Hotels, Appartementhäuser, Feriendörfer und Geschäftsgebäude entstanden.

Die Stadt ist arm an Gewässern und auch sonst ist die Umgebung durch Rodung vegetationslos. Ringsum von Durrës werden die Flächen dadurch für die Landwirtschaft und Viehzucht benutzt. Zehn Kilometer nördlich der Stadt mündet der Erzen in die Adria.

Die große Ebene östlich der Stadt hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von rund 30 Kilometern und eine West-Ost-Ausdehnung von 15 Kilometern. Diese somit etwa 450 Quadratkilometer weite Fläche wird im Westen von der Adria sowie der Stadt Durrës begrenzt. Im Norden, Osten und Süden ist sie von einer Hügelkette umringt, die maximale Höhen von 400 Metern erreicht. Ziemlich genau in der Mitte wird die Ebene von Süden nach Norden durch den Fluss Erzen durchflossen, der nördlich von Durrës ins Mittelmeer mündet. Im Nordwesten befindet sich die Bucht von Lalëz, während im Südwesten bei Durrës die nach ihr benannte Bucht von Durrës liegt. Im Norden der Ebene, am Ende der Bucht von Lalëz, liegt das Kap Rodon.

Nachbarstädte sind im Osten das ländlich geprägte Shijak und im Südosten Kavaja, das den Hauptort eines eigenen Kreises bildet.

Bezirke[Bearbeiten]

Durrës ist in sechs Stadtbezirke (alb. Rajone) untergegliedert:[2]

Bezirks-
nummer
Einwohner Fläche
(km²)
1 28.789 2,98
2 28.902 1
3 27.674 0,6
4 53.409 10,32
5 64.776 15,8
6 4.004 15,6

Klima[Bearbeiten]

Durrës hat ein mediterranes Klima. Im Januar sind die Temperaturen mit durchschnittlichen nächtlichen Tiefstwerten von 5 °C und durchschnittlichen Tageshöchstwerten von 12 °C am niedrigsten. Die wärmsten Monate, Juli und August, weisen im Mittel Temperaturen zwischen 21 °C in der Nacht und 28 °C am Tage auf. Am trockensten ist der Juli mit einer durchschnittlichen Niederschlagssumme von etwa 1 mm. Auch im Juni und August ist es mit Regenmengen unter 10 mm sehr trocken. Der nasseste Monat ist der November mit 40 mm.

Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
minimale Temperatur (°C) 5,0 6,0 8,0 11,0 15,0 19,0 21,0 21,0 18,0 14,0 11,0 7,0
maximale Temperatur (°C) 12,0 13,0 14,0 18,0 21,0 25,0 28,0 28,0 24,0 22,0 16,0 13,0
Quelle: MSN Weather

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung, Eroberung durch Rom[Bearbeiten]

Antike Ruinen der Stadt

Durrës wurde im Jahr 627 v. Chr. als Epidamnos (griechisch Epídamnos Ἐπίδαμνος; lateinisch Epidamnus) von dorischen Kolonisten aus Korinth und Korfu gegründet. Die umliegende Region wurde Epidamnia genannt. Im 4. Jahrhundert v. Chr. wurde der Stadtstaat Teil des Königreichs Kassanders und Pyrrhos' I. von Makedonien. Im Jahr 312 v. Chr. eroberten für kurze Zeit illyrische Taulantier aus dem Hinterland die Stadt. Nach den Illyrischen Kriegen kam Epidamnos 229 v. Chr. unter römisches Protektorat. Fortan nannten die Römer sie Dyrrhachium (griech. Dyrráchion Δυρράχιον), da der Wortteil -damnos in lateinischen Ohren Unglück verhieß. Die römische Stadt wurde zu einem der Ausgangspunkte der Via Egnatia, die das Adriatische Meer mit Byzantium verband. Ein anderer Ausgangspunkt war das 65 Kilometer im Süden gelegene Apollonia, das damals noch am Meer lag.

Laut dem römischen Dichter Catull war die Stadt Durrachium Hadriae tabernam - „die Taberna der Adria“ - eine der Rastplätze für Römer, die auf der Adria segelten, wie es Catull selber 56 v. Chr. gemacht hatte.[3]

Im Jahr 48 v. Chr. kam es wenig südlich der Stadt anlässlich der Römischen Bürgerkriege zur Schlacht von Dyrrhachium zwischen den beiden Kontrahenten Gaius Iulius Caesar und Gnaeus Pompeius Magnus. Kaiser Augustus machte Dyrrhachium um das Jahr 20 v. Chr. zu einer Veteranenkolonie und siedelte hier Legionäre an, die ihm im Bürgerkrieg bis zur Schlacht bei Actium gedient hatten. Obwohl unter Provinzialverwaltung hatte die Stadt in der Kaiserzeit den Status einer civitas libera.

Christianisierung[Bearbeiten]

Durrës gehört zu den ersten Städten auf der Balkanhalbinsel und überhaupt in Europa, die eine christliche Gemeinde aufnahm. So sollen bereits 58 n. Chr. in der Hafenstadt einige christliche Familien gelebt haben. Und auch eine Diözese wird in diesem Jahr erwähnt. Einige Historiker gehen zudem davon aus, dass der Apostel Paulus von Tarsus selbst die Stadt im Zeitraum von 53 bis 58 n. Chr. besuchte. Der christliche Märtyrer und Heilige Astios (1. Jahrhundert) war Bischof von Durrës. Zu seiner Zeit flüchteten viele Christen aus Italien nach Albanien, um den Verfolgungen zu entkommen.[4]

Ende des 3. Jahrhunderts n. Chr. wurde Dyrrhachium Hauptstadt der neu gebildeten Provinz Epirus nova. Um 430 war die Stadt Geburtsort des späteren Kaisers Anastasios I.

Wechselnde Herrschaften im Mittelalter[Bearbeiten]

Venezianische Befestigungsanlagen aus dem 15. Jahrhundert
Stadtmauer von Durrës

Im Mittelalter stand Durrës (nun mittelgriechisch Dyrrháchion Δυρράχιον genannt) lange unter der Herrschaft des Byzantinischen Reiches, dessen wichtigste Stadt auf der anderen Seite der Balkanhalbinsel es war. Doch wie im ganzen Mittelalter war Durrës stark umkämpft und stand unter verschiedenen Fremdherrschaften. Ende des 9. Jahrhunderts drangen so die Bulgaren unter ihren Zaren Simeon I. bis an die Adriaküste vor und verleibten die Stadt ihrem Ersten Reich ein. Zwischen 1000 und 1018 war sie hart zwischen den beiden Parteien umkämpft und wechselte mehrfach den Besitzer, ehe sie nach der Zerschlagung des Ersten Bulgarischen Reiches wieder für längere Zeit byzantinisch wurde und als Hauptstadt des Themas von Dyrrhachion erklärt wurde.

Die Normannen versuchten Ende des 11. Jahrhunderts mehrere Male, sich der Stadt zu bemächtigen. 1082 unter Robert Guiskard und 1185 gelang ihnen dies auch, konnten aber nur für einige Jahre über dieses Gebiet herrschen. 1205 kam die Stadt zum ersten Mal unter die Herrschaft der Republik Venedig;[5] ab 1220 gehörte sie zum Despotat Epirus und seit 1271 zum Königreich Neapel. Im Juli 1267 wurde die Stadt durch ein starkes Erdbeben vollständig zerstört, aber umgehend wieder aufgebaut und neu befestigt.[6] Mit der neapolitanischen Herrschaft gewann der Katholizismus in Durrës (zu dieser Zeit italienisch Durazzo genannt) an Boden. 1278 gründeten hier die Dominikaner ihr erstes Kloster in Albanien. 1281 wird auch erstmals eine jüdische Gemeinde erwähnt.[7]

1317 oder 1318 konnte das Serbische Reich die Stadt erobern und es bis 1355 halten, als es an die Neapolitaner und das albanische Adelsgeschlecht der Thopia wieder übergeben wurde.

1367 wurde der albanische Fürst Karl Thopia Herr von Durazzo und vertrieb das Haus Anjou aus Albanien; sein Sohn Gjergj übergab die Stadt 1392 nach langer Zeit wieder an die Venezianer. Aus venezianischer Zeit sind noch Teile der Stadtmauer und mehrere ihrer Türme erhalten. 1501 mussten diese Durazzo an das Osmanische Reich abtreten.

Osmanische Zeit: Verlust an Bedeutung[Bearbeiten]

Karte von 1573, erkennbar ist die hohe Befestigungsanlage

Als 1501 die Stadt von den Osmanen erobert wurde, konvertierten viele Einwohner nach und nach zum Islam (zu den Gründen der Konversion siehe Islam in Albanien) und viele Moscheen wurden errichtet, die wichtigste unter ihnen ist die gut erhaltene Fatih-Moschee. Die Stadt wurde fortan türkisch Dıraç genannt und verlor langsam an Bedeutung. In der Mitte des 19. Jahrhunderts werden noch 1000 Einwohner in 200 Haushalte genannt. Ein ausländischer Reisender berichtete im frühen 20. Jahrhundert: „Die Stadtmauern sind baufällig; Platanen wachsen auf den gigantischen Ruinen der byzantinischen Zitadelle; und sein Hafen, einst sicher und gut gebaut, versandet allmählich.“ Durrës war bis 1912 das Zentrum eines Sandschaks innerhalb des Vilâyet Shkodra.

20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten]

Partisanendenkmal auf der Uferpromenade (2009)

Am 7. März 1914 wurde Durrës für kurze Zeit zur Hauptstadt des Fürstentums Albanien erklärt. In der hiesigen Residenz herrschte der deutsche Adlige Wilhelm zu Wied, der sich nur sechs Monate lang auf dem Thron halten konnte. Als nach dem Ersten Weltkrieg die Unabhängigkeit Albaniens wiederhergestellt wurde, erklärte man am 11. Februar 1920 Tirana zur neuen Hauptstadt.

1926 ereignete sich ein schweres Erdbeben in Durrës. In der Folge entstanden neue Gebäude im Stil der italienischen Städte Neapel und Venedig, die noch heute das Stadtbild im Zentrum prägen. Auf einem Hügel über der Stadt thront eine Villa, die dem späteren König Ahmet Zogu als Sommerresidenz diente.

Während des Zweiten Weltkriegs war Durrës wie das ganze Land zwischen 1939 und 1943 vom Königreich Italien annektiert, 1944 folgte bis Kriegsende das Deutsche Reich.

Nachdem Enver Hoxha in Albanien an die Macht gekommen war und er im Land eine Diktatur errichtet hatte, die sich dem Kommunismus orientierte, setzte in Durrës die Industrialisierung ein. Die Kommunisten machten die Küstenstadt zu einem wichtigen Standort für die Schwerindustrie Albaniens und bauten den Hafen stark aus. 1947 wurde zwischen Durrës und Tirana die erste Eisenbahnlinie Albaniens eröffnet.

Als in Albanien die Demokratisierung einsetzte und das kommunistische Regime anfangs der 1990er Jahre zusammenbrach, bestiegen Tausende Flüchtlinge im Hafen Frachtschiffe, die sie nach Italien brachten. Allein im August 1991 emigrierten über 20.000 Menschen über die Adria.

Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus im Jahr 1991 veränderte sich die Stadt sehr stark. Durrës zog viele Bewohner aus ländlichen Gebieten Nordalbaniens an (Landflucht), die sich am Stadtrand in kaum entwickelten Gebieten niederließen. Die Stadtfläche vervielfachte sich innerhalb kürzester Zeit, was Probleme und Einschränkungen in der Infrastruktur hervorrief. Und auch entlang der Küste Richtung Süden entstanden zu dieser Zeit meist illegale Hotelanlagen, Wohn- und Geschäftsgebäude.

Seit 1997 sind an einem Strandabschnitt an der Bucht von Durrës ausländische Militärtruppen stationiert. Anfänglich hatten sie die Aufgabe, während des Lotterieaufstandes 1997 Ruhe und Ordnung in Albanien zu garantieren. 1999 diente der Stützpunkt der NATO aber als Basis während des Kosovo-Krieges, seither der KFOR. Das NATO-Hauptquartier der Communications Zones West (COMMZ-W) liegt direkt an der Straße in Richtung Süden.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Laut einer amtlichen Erhebung waren im Juli 2012 in Durrës 204.478 Einwohner registriert. Im Januar 2006 waren noch 189.921 Personen gemeldet.[8] Doch das größte Bevölkerungswachstum verzeichnete man zwischen 1989 und 2011: in 22 Jahren zogen 124.835 Personen in die Stadt zu, was ein Wachstum von ca. 250 % bedeutet. Die letzte Volkszählung von 2011 brachte jedoch für die Stadt Durrës nur 115.500 Einwohner heraus.[9]

Die Einwohnerzahlen entwickelten sich während den letzten 150 Jahren wie folgt:

1850 1979 1989 2001 2012
1000 66.200[10] 82.719[10] 99.546[10] 204.478

Politik[Bearbeiten]

Legislative[Bearbeiten]

Rathaus, Sitz des Bürgermeisters und des Stadtrats

Der Stadtrat (alb. Këshilli Bashkiak; eigentlich „Bashkia-Rat“) wird alle vier Jahre vom Stadtvolk gewählt und übernimmt legislative Aufgaben in der Bashkia. Der Stadtrat hat 45 Mitglieder. Seit 2011 ist Indrit Hamiti (PDIU) ihr Präsident. Die politischen Parteien teilen sich die Ratssitze seit 2011 wie folgt:[11]

Partei Stadträte
PS 18
PD 14
LSI 4
PDIU 4
PR 2
PDS 1
PS91 1
PDK 1

Exekutive[Bearbeiten]

Vangjush Dako (PS) ist seit 2006 Bürgermeister (alb. Kryetari i Bashkisë; eigentlich „Bashkia-Präsident“). Bei den Wahlen 2011 wurde er in seinem Amt bestätigt und leitet seitdem weiterhin die Amtsgeschäfte mit seinem Kabinett.[12]

Nachfolgend eine Tabelle zu den Bürgermeistern der Stadt Durrës:[13]

Person von bis Person von bis Person von bis
Hafiz Ali Podgorica 1900 1920 Mahmut Cela 1944 1944 Bajram Hasa 1975 1979
Mehmet Gruda 1920 1921 Nikollë Tirana 1944 1947 Mihallaq Bushamaku 1979 1983
Kost Paftali 1922 1924 Qirjako Notidhi 1947 1948 Sotir Luarasi 1983 1989
Hysen Myshketa 1924 1924 Vlash Prifti 1948 1949 Ymer Balla 1989 1990
Jahja Ballhysa 1926 1926 Nasi Driza 1949 1952 Petraq Koto 1991 1991
Abedin Nepravishta 1927 1928 Zeqir Duma 1953 1956 Nevruz Cela 1991 1992
Ahmet Dakli 1929 1937 Petraq Titani 1957 1959 Shkëlzen Jakova 1992 1992
Rustem Ymeri 1937 1939 Haki Kokomani 1959 1961 Tomor Golemi 1992 1996
Shefqet Celkupa 1939 1940 Ramazan Vogli 1961 1962 Arqile Gorea 1996 2000
Llazar Tuni 1940 1943 Bajram Thermia 1962 1971 Miri Hoti 2000 2003
Spiro Truja 1943 1944 Halit Nova 1972 1974 Lefter Koka 2003 2006

Judikative[Bearbeiten]

Auf der Ebene der ersten Instanz übernimmt das Gericht in Tirana die Aufgaben in der Rechtsprechung in Durrës. In der Stadt hat lediglich das Appellationsgericht des Kreises von Durrës seinen Sitz.[14]

Wappen[Bearbeiten]

Stadtwappen

Das Stadtwappen wurde 1995 vom Stadtrat genehmigt. Es zeigt ein weißes Schild auf türkis-blauem Hintergrund, das die Festungsmauer der Stadt darstellt. Auf diesem Schild befindet sich das Familienwappen der mittelalterlichen Thopia (goldener Löwe auf rotem Hintergrund), die lange Zeit über Durrës herrschten. Darunter befindet sich zudem eine ebenfalls goldene Liburne.[15]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Durrës unterhält Städtepartnerschaften mit Thessaloniki[16] und Istanbul.[17]

Kultur[Bearbeiten]

1937 eröffnete Große Moschee von Durrës

Mit verschiedenen kulturellen Veranstaltungen durch das ganze Jahr, die unter anderem im berühmten Amphitheater stattfinden, spielt Durrës in Albanien kulturell eine herausragende Rolle. Die diversen Einrichtungen wie zum Beispiel das Theater „Aleksandër Moisiu“ sind landesweit bekannt. Alljährlich findet das Filmfestival International Film Summerfestival Durrës statt, welches zu den größten Albaniens zählt. Die Aufführungen finden im antiken Amphitheater oder im Theater Aleksandër Moisiu statt.[18]

Eine der größten Sehenswürdigkeiten in Durrës ist das Amphitheater, welches erst im 20. Jahrhundert durch Zufall beim Anlegen eines Weinkellers wiederentdeckt wurde. Man stieß damals auf einen unterirdischen Hohlraum, der als Zugang zum Amphitheater diente. Daraufhin legte man das gesamte Areal frei. Unter den Zuschauerrängen wurde eine Kapelle mit Mosaiken entdeckt. Das Amphitheater kann heute besichtigt werden.[19]

Andere Überreste aus römischer Zeit wie Säulen, Hausmauern und Türme sind zwar an mehreren Orten in der Stadt zu sehen, aber nicht zugänglich.

Zahlreiche Fundstücke der Gegend sind im örtlichen Archäologischen Museum ausgestellt. Das Museum wurde mit Hilfe westlicher Kuratoren konzipiert.

Zu den wichtigsten islamischen Gotteshäusern aus der Zeit der Osmanen (16. bis 20. Jahrhundert) zählt die 1504 vollendete Fatih-Moschee. Die Große Moschee am Hauptplatz der Stadt ist 1937 errichtet worden.

Die römisch-katholische Kirchen Shën Luçia (1907) und Shën Gjergji (Ende 19. Jh.) gehören zu den wichtigsten christlichen Bauten.[20]

Der lokale Fußballklub KS Teuta Durrës spielt in der Ersten Liga.

Das Amphitheater gilt als das einzige Albaniens und bot in der Antike bis 20.000 Menschen Platz

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die wichtigsten Wirtschaftszweige in Durrës sind der Tourismus, der Handel, die Dienstleistungen, die Schifffahrt, die Industrie und die Landwirtschaft. Wegen des Hafens aber auch wegen der zentralen Lage innerhalb Albaniens sind in und um Durrës zahlreiche Firmen angesiedelt. Zusammen mit der Hauptstadt Tirana bildet Durrës das Wirtschaftszentrum Albaniens.

Hafen[Bearbeiten]

Von großer Bedeutung für Albanien ist der Hafen von Durrës (alb. Porti i Durrësit). Er ist der größte im Land und hatte im Jahr 2009 einen Güterumschlag von insgesamt 3,122 Millionen Tonnen.[21] Er befindet sich östlich dem Kap von Durrës in der Bucht von Durrës und ist somit von westlichen sowie nordwestlichen Winden geschützt. Der Hafen spielt historisch eine zentrale Rolle für die Stadt. Hier begann in der Antike die römische Straße Via Egnatia, welche das Adriatische Meer mit Konstantinopel verband.

Der Hafen hat eine Gesamtfläche von 65 Hektar auf dem Land und 67 Hektar auf dem Wasser. Die Tiefe im Hafenbecken schwankt je nach Bereich zwischen 7,3 und 11,5 Meter. Das gesamte Hafenareal nimmt 1,4 Kilometer der Meeresküste von Durrës ein. Der Hafen teilt sich in einen Bereich für den Güterumschlag und in einen für Fähren ein. Regelmäßige Fährverbindungen gibt es nur nach Italien, nämlich nach Bari, Ancona und Trieste. Gelegentlich laufen auch Kreuzfahrt- und Segelschiffe in Durrës auf. Im Jahr 2004 arbeiteten im Hafen rund 400 Angestellte. 2011 wurde der neue Passagierterminal eröffnet. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 21,9 Mio. US-Dollar. Die jährliche Kapazität wurde auf 1,2 bis 1,5 Millionen Passagiere erhöht.[22][23]

Der Hafen ist gut mit dem nationalen Straßen- und Eisenbahnnetz verbunden. Der Hauptsitz der Albanischen Eisenbahnen befindet sich zudem in der Nähe des Hafens.[24]

Tourismus[Bearbeiten]

Badestrand zwischen Durrës und Kavaja an einem Sommermorgen

Während des kommunistischen Regimes war Durrës im Tourismus-Sektor relativ wenig entwickelt. Zu der Zeit konnte man noch die Hotels an einer Hand abzählen. Auch die Anzahl Touristen war wegen der geschlossenen Grenzen relativ gering. Als die demokratische Wende in den 1990er Jahren kam, begann der touristische Aufschwung. Hotels, Apartmenthäuser und Ferienwohnungen schossen jetzt wie Pilze aus dem Boden. Fast die ganze Küste der Bucht von Durrës wurde so verbaut. Die Strom- und Wasserversorgung wie auch die Müllentsorgung und Kanalisation waren mit dieser Entwicklung überfordert. Der mit vielen Bäumen gesäumte Sandstrand wurde immer mehr verschmutzt und die ganze Kanalisation der neuen Gebäude wurde in die Bucht geleitet, was eine Verschlechterung der Wasserqualität zur Folge hatte. Auch die Straßeninfrastruktur war in einem katastrophalen Zustand. Erst in den späten 2000er Jahren wurde die Küstenstraße ins benachbarte Golem bei Kavaja erneuert und ausgebaut. Auch relativ spät wurden die Probleme im Bereich der Energie- und Wasserversorgung sowie in der Müllabfuhr teilweise gelöst.

Heute kann Durrës als das Touristenzentrum des Landes im Sommer angesehen werden. Die Hotels sind meist ausgebucht und am langen Strand (alb. Plazhi i Durrësit) herrscht tagsüber reges Treiben. Am Abend profitieren dann vor allem Restaurants, Boutiquen, verschiedene Läden, die zwei großen Einkaufszentren, Diskotheken und Pubs vom Tourismus.

Baden kann man auch entlang der Stadtpromenade (alb. Shëtitorja). Hier liegen zwei Drittel der Altstadtruinen unter Wasser – etwa 100 Meter vom Ufer entfernt liegt ein im Meer versunkener Teil der Altstadtmauer.

Verkehr[Bearbeiten]

Vom Kopfbahnhof Durrës fahren elfmal am Tag Züge in andere albanische Städte ab (Aufnahme von 2007)

Das antike Dyrrhachium war Hafenstadt und Ausgangspunkt der römischen Straße Via Egnatia. Heute bestehen Fährverbindungen nach Bari, Ancona und Triest. Zudem ist in Durrës das westliche Ende des Paneuropäischen Verkehrskorridors VIII, der den südlichen Balkan durchquert. Im Hafen wurden 2009 Güter im Umfang von 3,122 Millionen Tonnen umgeschlagen.

Der Flughafen von Tirana liegt nur etwa 25 Kilometer Luftlinie entfernt. In Durrës befindet sich der zentrale Bahnhof, der Sitz und die Werkstätten der Hekurudha Shqiptare. Täglich fahren von Durrës 11 Züge ab, die Mehrheit davon in die albanische Hauptstadt. Im Jahr 2000 wurde die erste albanische Autobahn zwischen Tirana und Durrës (SH2) fertiggestellt. Eine andere über Kavaja nach Rrogozhina ist ebenfalls dem Verkehr freigegeben (SH4).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Afrim Hoti: Durrësi = Epidamni = Dyrrahu. Tirana 2003.
  • Ilir Xaxa u. Anesti Shuka (Hrsg.): Durrësi. Vështrim gjeografiko-ekonomik. Tirana 2004.
  • Hava Hidri u. Sali Hidri: Durrësi. Album historik. Tirana 2006 ISBN 99943-868-5-9.
  • Konstantin Jireček: Lage und Vergangenheit der Stadt Durazzo in Albanien. In: Illyrisch-albanische Forschungen. München & Leipzig 1916. S. 152-167.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Durrës – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Instituti i Statistikës (Hrsg.): Population and Housing Census 2011. S. 84 (Online-Version).
  2. Stadtbezirke von Durrës. Abgerufen am 9. Oktober 2011.
  3.  M. Gwyn Morgan: Catullus and the 'Annales Volusi'. Band 4, 1980, S. 59-67.
  4.  Thede Kahl, Izer Maksuti, Albert Ramaj: Die Albaner in der Republik Makedonien. Fakten, Analysen, Meinungen zur interethnischen Koexistenz. In: Wiener Osteuropa Studien. Band 23, Lit Verlag, Wien 2006, ISBN 3700005849, ISSN 09467246, Mutter Teresa von Kalkutta ist Gonxhe Bojaxhiu von Skopje, S. 40.
  5.  Miranda Vickers: Shqiptarët - Një histori moderne. Bota Shqiptare, 2008 (Originaltitel: The Albanians - A Modern History, übersetzt von Xhevdet Shehu), ISBN 978-99956-11-68-2, Hyrje, S. 16.
  6. 1267 George Pachymeres: An Earthquake in Durrës. Robert Elsie, abgerufen am 29. Mai 2013 (englisch).
  7. Albert Ramaj: Die Rettung der Juden in Albanien. In: Albanisches Institut, St. Gallen. 11. Januar 2012, abgerufen am 22. August 2012 (PDF-Datei, 73.6 KB).
  8. Demographische Zahlen zu Durrës. In: Gemeindeverwaltung Durrës. Abgerufen am 20. September 2012 (albanisch).
  9.  Instat (Hrsg.): Population and Housing Census in Albania 2011: Preliminary Results. Tirana Dezember 2011 (Online-Version (PDF; 6,0 MB)).
  10. a b c Einwohnerzahlen von Albanien zwischen 1979 und 2001. Abgerufen am 8. Oktober 2011.
  11. Der Stadtrat. In: Bashkia Durrës. Abgerufen am 24. September 2012 (albanisch).
  12. Der Bürgermeister. In: Bashkia Durrës. Abgerufen am 24. September 2012 (albanisch).
  13. Die Bürgermeister der Stadt. In: Bashkia Durrës. Abgerufen am 24. September 2012 (albanisch).
  14. Gericht der ersten Instanz Tirana. Abgerufen am 24. September 2012 (albanisch).
  15. Das Stadtwappen. In: Bashkia Durrës. Abgerufen am 24. September 2012 (albanisch).
  16. Kryebashkiaku i Durrësit Vangjush Dako dhe kryebashkiaku i Selanikut Yiannis Boutaris nënshkruajnë një marrëveshje binjakëzimi midis dy qyteteve. In: Bashkia Durrës. Abgerufen am 24. September 2012 (albanisch).
  17. Sister Cities of Istanbul. In: Greatistanbul.com. Abgerufen am 24. September 2012 (englisch).
  18. International Film Summerfestival Durrës. Abgerufen am 9. Oktober 2011.
  19. L'amphithéâtre de Durres. In: UNESCO. Abgerufen am 21. September 2012 (französisch).
  20. Ndërtesa Kulti. In: Bashkia Durrës. Abgerufen am 21. September 2012 (albanisch).
  21. Shipëria në shifra. In: Instituti i Statistikës. Abgerufen am 23. September 2012 (englisch).
  22. Neues Passagierterminal im Durrës Hafen. In: Deutsche Industrie- und Handelsvereinigung in Albanien. Abgerufen am 23. September 2012.
  23. Porti ynë në rrjedhën e viteve. In: Hafenbehörde Durrës. Abgerufen am 23. September 2012 (albanisch).
  24. Offizielle Internetseite der Hafenbehörde von Durrës. Abgerufen am 23. September 2012 (albanisch).