Siegfried Rischar

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Siegfried Rischar (* 22. August 1924 in Aschaffenburg; † 9. Oktober 2009 ebenda) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben[Bearbeiten]

Siegfried Rischar wurde 1924 als jüngstes von drei Kinden in Aschaffenburg geboren. Mit vier Jahren verlor er seinen Vater. Seine Zeichenbegabung war schon in der Grundschule aufgefallen. Im Zweiten Weltkrieg von 1941 bis 1945 tat Rischar Dienst in der Kriegsmarine. Dort führte er u.a. das Tagebuch des Kapitäns, das er dabei auch um Zeichnungen bereicherte. Während des Krieges hatte Rischar die Gelegenheit als Gaststudent die Zeichenschule von Riga und Gotenhafen zu besuchen. Nach dem Krieg geriet er in Kriegsgefangenschaft. Ab 1948 studierte er Malerei bei Wilhelm Heise an der Hochschule für bildende Künste in Frankfurt/Main, musste dieses Studium aber aus wirtschaftlicher Not abbrechen und arbeitete zunächst als Graphiker und Chefdekorateur in einem Aschaffenburger Kaufhaus. Ab 1958 konnte er seinen Traum als freischaffender Maler und Grafiker zu leben, verwirklichen. Seine Erlebnisse seiner Studienreisen in die USA sowie nach Indien, Kanada, Alaska, Griechenland, Italien und Jugoslawien verarbeitete er in vielen seiner Werke, die er bei Ausstellungen in New York, Montreal, Neu-Delhi sowie in vielen Galerien und öffentlichen Einrichtungen in Deutschland der Öffentlichkeit präsentierte.

Atelierhaus Grünewaldstrasse 20
Grabstätte im Aschaffenburger Altstadtfriedhof

Rischars Werke sind von der Aussage und dem scheinbar vordergründig Dargestellten oft mehrdeutig mit mythologischen und theologischen Themen. Die Werke können aus zahlreichen Elementen bestehen, Traumbildern gleichen oder erst bei Betrachtung von verschiedenen optischen Blickwinkeln sich im verborgenen Inhalt zeigen.

Rischar lebte bis zu seinem Lebensende in einem von dem Aschaffenburger Industriellen Anton Gentil für seinen Sohn, den Bildhauer Otto Gentil, in der Grünewaldstrasse gebauten Atelierhaus.

Sein künstlerischer Nachlass soll dauerhaft in einem Haus für Kunst und Künstler, ehem. Kurfürstliche Schneiderei zu sehen sein.[1]

Beispiele[Bearbeiten]

  • Ein Beispiel für letzteres ist das Bild Im Ellenbogen Sylt von 1964, geschaffen in Wachsschabetechnik. Erkennbar beim ersten Betrachten ist die Landschaft des Sylter Ellenbogens. Durch Änderung des Betrachtungswinkels und einem Vertiefen in das Bild wird eine liegende Frau mit spitzem Hut und weißem Kleid sichtbar.
  • Das Ölbild Das weiße Kleid von 1966 symbolisiert die Ohnmacht bei unheilbaren Krankheiten und gleichzeitige Distanz der Ärzte gegenüber Patienten durch die Darstellung als kopflose Figur mit Händen in Abwehrhaltung. Im aufgeschnittenen Hals ist ein Gesicht zu erkennen.
  • Zu der durch Rischar erfolgten Gestaltung des Kreuzwegs Jesu Christi in der Wallfahrtskirche Hessenthal veröffentlichte Stefan Kardinal Wyszynski einen erklärenden Text unter dem Titel Kreuzweg der polnischen Bischöfe.[2]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

"Werden, Sein, Vergehen" im Berliner S-Bahnhof Savignyplatz

Ehrungen/Preise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dorit Marhenke: Deutsche Radierer der Gegenwart. Herausgegeben von der Kunsthalle Darmstadt. Athenaeum, Königstein/Ts. 1982, ISBN 3-7610-8121-9, S. 138f.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Main-Echo Spezial Wirtschaftsregion Mainviereck blüht auf vom 18. März 2011
  2. Katholischer Arbeitskreis für zeitgeschichtliche Fragen e.V., Bonn, veröffentlicht 1967 im Main-Echo, Aschaffenburg.
  3. Bild Im Ellenbogen Sylt in Privatbesitz
  4. Bild Das weiße Kleid in Privatbesitz
  5. Kulturpreisträger der Stadt Aschaffenburg
  6. Kunstpreis 2008 der Lions Clubs München
  7. Kunstpreis 2008 der Lions Clubs München

Weblinks[Bearbeiten]