Aschaffenburg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Aschaffenburg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Aschaffenburg
Aschaffenburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Aschaffenburg hervorgehoben
49.9767027777789.1477472222222138Koordinaten: 49° 59′ N, 9° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Höhe: 138 m ü. NHN
Fläche: 62,45 km²
Einwohner: 67.844 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1086 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 63739–63743
Vorwahlen: 06021,
06028 (Obernau)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: AB
Gemeindeschlüssel: 09 6 61 000
Stadtgliederung: 10 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Dalbergstraße 15
63739 Aschaffenburg
Webpräsenz: www.aschaffenburg.de
Oberbürgermeister: Klaus Herzog (SPD)
Lage der Stadt Aschaffenburg in Bayern
Weiden in der Oberpfalz Straubing Würzburg Schwabach Schweinfurt Regensburg Rosenheim Nürnberg Nürnberg Passau Landshut Memmingen Kaufbeuren Kempten Ingolstadt Fürth Hof Erlangen Coburg Bayreuth Bamberg Augsburg München Aschaffenburg Amberg Ansbach Landkreis Würzburg Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Unterallgäu Landkreis Traunstein Landkreis Tirschenreuth Landkreis Straubing-Bogen Landkreis Starnberg Landkreis Schweinfurt Landkreis Schwandorf Landkreis Rottal-Inn Landkreis Roth Landkreis Rosenheim Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Regensburg Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Regen Landkreis Passau Landkreis Ostallgäu Landkreis Oberallgäu Landkreis Nürnberger Land Landkreis Neu-Ulm Landkreis Neustadt an der Waldnaab Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis München Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Miltenberg Landkreis Miesbach Landkreis Main-Spessart Landkreis Lindau (Bodensee) Landkreis Lichtenfels Landkreis Landshut Landkreis Landsberg am Lech Landkreis Kulmbach Landkreis Kronach Landkreis Kitzingen Landkreis Kelheim Landkreis Hof Landkreis Haßberge Landkreis Günzburg Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Fürth Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Freyung-Grafenau Landkreis Freising Landkreis Forchheim Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Erding Landkreis Eichstätt Landkreis Ebersberg Landkreis Donau-Ries Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Dillingen an der Donau Landkreis Deggendorf Landkreis Dachau Landkreis Coburg Landkreis Cham Landkreis Berchtesgadener Land Landkreis Bayreuth Landkreis Bamberg Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Bad Kissingen Landkreis Augsburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Ansbach Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Altötting Landkreis Aichach-Friedberg Bodensee Schweiz Österreich Baden-Württemberg Hessen Tschechien Sachsen ThüringenKarte
Über dieses Bild
Die Innenstadt von Aschaffenburg (Luftbild)

Die Hochschulstadt Aschaffenburg [aˈʃafənˌbʊɐ̯k] (lokal: Aschebersch [ˈaʒəˌbɛːʃ]) ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken und Teil der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main. Mit knapp 68.000 Einwohnern ist Aschaffenburg größte Stadt der Region Bayerischer Untermain und nach Würzburg die zweitgrößte Stadt im Regierungsbezirk Unterfranken. Die Stadt ist Sitz des Landratsamtes Aschaffenburg und der Hochschule Aschaffenburg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an den Flüssen Main und Aschaff, am westlichen Rand des Spessarts und am nordwestlichen Eck des Mainvierecks. Sie wird im Westen, Norden und Osten vom Landkreis Aschaffenburg umschlossen. Im Süden grenzt der Landkreis Miltenberg direkt an das Stadtgebiet.

Geologie

Das Mineral Aventurin-Quarz findet sich in Europa nur an ein paar Stellen, nämlich in der Nähe von Aschaffenburg und in Österreich bei Mariazell in der Steiermark. Ansonsten findet man es in Europa in größerem Maße besonders am Ural.

Stadtgliederung und -umgebung[Bearbeiten]

Stadtgliederung Aschaffenburg

Maßgeblich für die Statistische Einteilung der Stadt Aschaffenburg nach Stadtteilen ist die Kleinräumige Gliederung 2010. Nach der Kleinräumigen Gliederung 2010 werden die Einwohnerzahlen (Wohnbevölkerung) der Stadtteile und ihre flächenmäßige Größe bestimmt. Im Jahre 2010 hatte die Stadt Aschaffenburg 68.722 Einwohner. Sie gliedert sich in zehn Stadtteile[2][3]:

An das Stadtgebiet von Aschaffenburg grenzen folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend): Johannesberg, Glattbach, Goldbach, Hösbach, Haibach, Bessenbach, Sulzbach am Main, Niedernberg, Großostheim, Stockstadt am Main, Mainaschaff und Kleinostheim.

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Es wird fälschlicherweise oft angenommen, dass der Name Aschaffenburg von Ascanius abstammt. Der ursprüngliche Name Ascafaburc setzt sich aber aus den Wörtern ascafa, das den Fluss Aschaff beschreibt (siehe dazu Name der Aschaff) und dem althochdeutschen burch, für Burg, zusammen.[4]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen der Stadt aus diversen historischen Karten und Urkunden:[4]

  • 976 Ascafaburc
  • 982 Ascafaburg
  • 1131 Aschapheneburch
  • 1143 Aschafenburc
  • 1173 Aschaffenburg
  • Lateinisiert: Asciburgum, Schaffnaburgum[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Aschaffenburg wurde im 5. Jahrhundert von den Alemannen gegründet, erste Siedlungshinweise finden sich bereits aus der Steinzeit.

Aschaffenburg. Stich von Matthaeus Merian in der Topographia Germaniae.

957 gründete Herzog Liudolf von Schwaben das Kollegiatstift St. Peter und Alexander. 982 ging Aschaffenburg von Otto von Bayern und Schwaben über Otto II. an das Erzstift Mainz über, das dort später ein Oberamt errichtete. Seit dem 10. Jahrhundert bis zum Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803 gehörte Aschaffenburg zum Mainzer Kurfürstentum und war damals die Zweitresidenz der Mainzer Erzbischöfe. Das vom Erzstift Mainz weltlich beherrschte Territorium war im gesamten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit sehr stark fragmentiert und der größte zusammenhängende Teil („Oberes Erzstift“) befand sich um Aschaffenburg herum im Bereich des heute so genannten Bayerischen Untermain. Deshalb war die Stadt ein bedeutender Verwaltungssitz und häufiger Aufenthaltsort der Erzbischöfe und Kurfürsten.

Im Jahre 975 wurde mit dem Bau der Stiftskirche St. Peter, später St. Peter und Alexander, begonnen. 989 ließ der Erzbischof von Mainz, Willigis, eine Holzbrücke über den Main bauen. Um 1122 befestigte der Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken die Siedlung. 1144 erhielt Aschaffenburg das Marktrecht und 1161 Stadtrechte. 1346 entstand die Ummauerung der Vorstadt um die Agathakirche. Im selben Jahr bestätigt Erzbischof Heinrich III. von Virneburg die Privilegien der Stadt.[6]

Neuzeit[Bearbeiten]

Die Darstellung Albrechts von Brandenburg als Hl. Erasmus auf der Erasmus-Mauritius-Tafel von Matthias Grünewald
50 Pfennig Notgeld der Stadt Aschaffenburg (1920) von Heinz Schiestl gestaltet und der Unterschrift von Oberbürgermeister Wilhelm Matt

Der Mainzer Erzbischof und Kurfürst Albrecht von Brandenburg residierte ursprünglich in Halle an der Saale, wo er sich als großer Kunstmäzen erwies und besonders Lucas Cranach umfangreiche Aufträge erteilte. Als er aufgrund der Ereignisse der Reformation 1541 aus Halle fliehen musste, verlegte er seine Residenz nach Aschaffenburg und nahm viele seiner gestifteten Kunstschätze mit. So kamen mehrere Cranach-Bilder und ein Reliquien-Kalender – zu jedem Tagesheiligen wurde eine Reliquie gesammelt – in den Besitz der Stiftskirche St. Peter und Alexander in Aschaffenburg. Von hier aus führte Albrecht auch mit Martin Luther den berühmten Schriftwechsel zum Ablasshandel. Die Stiftsherren von St. Peter und Alexander beauftragten 1516 „Mathis, den Maler“ (heute bekannt als Matthias Grünewald) mit der Erstellung von Altargemälden. Nach der Zerstörung der alten Burg im Jahre 1552 im Markgräflerkrieg ließ 1605 Johann Schweikhard von Kronberg das Schloss Johannisburg errichten, das 1619 fertiggestellt war. Von 1631 bis 1634 war Aschaffenburg Bestandteil des Schwedischen Staates in Mainz.

Aschaffenburg – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Das Stift war um 1700 im Kanton Odenwald des Ritterkreises Franken immatrikuliert. Nach der Eroberung der Stadt Mainz durch Frankreich 1798 wurde Aschaffenburg Sitz der Regierung des Erzstiftes Mainz. 1803 wurde für Karl Theodor von Dalberg, den letzten Mainzer Kurfürsten und Reichskanzler, das Fürstentum Aschaffenburg geschaffen und Aschaffenburg wurde im selben Jahr Hauptstadt dieses neu gegründeten Fürstentums. Von 1810 bis 1813 war die Stadt dann Hauptstadt des Großherzogtums Frankfurt, in dem das Fürstentum Aschaffenburg aufgegangen war. Infolge des Pariser Vertrages vom 3. Juni 1814[7] kam Aschaffenburg am 26. Juni 1814 zu Bayern, wozu es seitdem gehört. 1835 bis 1865 war Adalbert von Herrlein Bürgermeister von Aschaffenburg. Während seiner Amtszeit kam es zu einem rasanten Anstieg der Einwohnerzahlen. 1840 bis 1848 ließ König Ludwig I. von Bayern das Pompejanum errichten. Während des Deutschen Krieges fanden in Aschaffenburg am 14. Juli 1866 Kampfhandlungen statt (siehe Gefechte bei Aschaffenburg).

Seit 700 Jahren waren jüdische Familien in der Stadt ansässig. Ihre Verstorbenen begruben die Aschaffenburger Juden, wie auch Juden der näheren und weiteren Umgebung, zunächst in Frankfurt[8] und seit Beginn des 18. Jahrhunderts auf dem Jüdischen Friedhof (Bezirksfriedhof) im Stadtteil Schweinheim. Dort wird mit einem Gedenkstein sieben jüdischer Bürger gedacht, die vor ihrer drohenden Deportation 1942 den Freitod suchten. Im Jahr 1890 entstand, an den Altstadtfriedhof angrenzend, ein weiterer jüdischer Friedhof. Von jüdischem Leben zeugt zudem das ehemalige Schul- und Rabbinerwohnhaus am Wolfsthalplatz, das die Jüdische Gemeinde 1898 neben ihrer, im Jahre 1893 eröffneten Synagoge errichtet hatte. Die Synagoge wurde beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern geschändet und zerstört. Im alleine erhalten gebliebenen ehemaligen Rabbinatsgebäude wurde nach einer Nutzung u.a. als Städtisches Jugendhaus 1984 von der Stadt Aschaffenburg das Museum jüdischer Geschichte und Kultur eingerichtet. In einer Dauerausstellung wird hier auch über die Verfolgung und Ermordung in der Shoa informiert. Auf dem nach dem wohltätigen jüdischen Bankier Wolfsthal benannten Platz erinnert eine Gedenktafel an die Verfolgung und an den Mord an ungefähr 300 Aschaffenburger Juden.[9] Weiterhin werden in Aschaffenburg Stolpersteine als Mahnmal gelegt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Aschaffenburg bei Herannahen der US-Armee im Frühjahr 1945 zur „Festung“ erklärt und sollte unter allen Umständen gehalten werden. Das hatte schwere Zerstörungen der Stadt und der Dörfer in der Umgebung durch Artilleriebeschuss und Luftangriffe zur Folge. Auch unter der Zivilbevölkerung gab es viele Tote. Die US-Truppen erreichten über die unzerstört gebliebene Nilkheimer Eisenbahnbrücke den Stadtteil Schweinheim und drangen nach Tage währenden Gefechtshandlungen in der Karwoche 1945 in die Innenstadt vor. Nach den Zerstörungen des Luftkrieges wurden vor allem durch Artilleriebeschuss bei der Einnahme der Stadt so bedeutende Kultur- und Baudenkmäler wie das Schloss Johannisburg und das Pompejanum schwer beschädigt. Das Schloss wurde ab 1954 wieder aufgebaut, das Pompejanum erst in der Zeit von 1984 bis 1994. Heute prägen gerade diese beiden Bauten wieder in besonderem Maße das Aschaffenburger Stadtbild. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Aschaffenburg zur Amerikanischen Besatzungszone. Die amerikanische Militärverwaltung richtete zur Unterbringung so genannter Displaced Persons (DP) ein DP-Lager ein. Die meisten von ihnen stammten aus der Ukraine und aus Polen.

Im Sommer 1958 wurde die Anschlussstelle Aschaffenburg-Zentrum der Autobahn A3 dem Verkehr übergeben. In diesem Jahr erhielt die Stiftskirche St. Peter und Alexander den päpstlichen Titel Basilika minor, wurde also zur Stiftsbasilika St. Peter und Alexander. Im Jahre 1978 initiierte Guido Knopp einen Geschichtsdiskurs, die bis 2008 jährlich stattfindenden Aschaffenburger Gespräche, die damals einen festen Bestandteil der Geschichtsdiskussion in Deutschland darstellten.

In den Jahren 1990 bis 1992 wurden folgende Amerikanische Militärbasen geschlossen: Taylor Barracks (ehemaliges Heeresverpflegungsamt, Goldbacher Straße), Aschaffenburg Army Airfield (Militärflugplatz, Mainwiesenweg), Fiori Barracks (ehemalige Pionierkaserne, Christian-Schad-Straße), Graves Barracks (ehemalige Bois Brule-Kaserne, Bayreuther Straße), Ready Barracks (ehemalige Artilleriekaserne, Josef-Dinges-Straße), Smith Barracks (ehemalige Lagarde-Kaserne, Am Funkhaus), Jaeger Kaserne (ehemalige Jägerkaserne, errichtet 1896, Würzburger Straße).

In der Jägerkaserne war bis zum Ersten Weltkrieg das 2. Königlich-Bayerische Jägerbataillon stationiert. 1995 eröffnete hier die Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt eine Außenstelle (in dieser Zeit Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt-Aschaffenburg). Bald darauf wurde die Außenstelle Aschaffenburg zur selbständigen Fachhochschule Aschaffenburg (heute Hochschule Aschaffenburg).

2007 wurde das militärische Übungsgelände in den Stadtteilen Schweinheim und Gailbach an die Eigentümer zurückgegeben.

Stadtteil Schweinheim

Eingemeindungen[Bearbeiten]

In die kreisfreie Stadt Aschaffenburg wurden eingemeindet:

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung als Diagramm dargestellt

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit wuchs die Bevölkerung von Aschaffenburg nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. So musste die Stadt während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) und nach einem Ausbruch der Pest im Jahre 1635 Einwohnerverluste hinnehmen.

Vor der Einnahme von Mainz durch General Custine (1792) hatte Aschaffenburg nur etwas mehr als 3000 Einwohner. Spätestens mit der Okkupation des linken Rheinufers durch Frankreich als Folge des Friedens von Campo Formio übersiedelten großer Teile des Mainzer Hofstaates endgültig nach Aschaffenburg. Hinzu kamen zahlreiche sonstige Emigranten aus Mainz und den übrigen linksrheinischen Gebieten. Die Einwohnerzahl erhöhte sich bis 1812 auf ca. 6.600. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte sich das Bevölkerungswachstum fort. Um 1900 lebten ca. 18.000 Menschen in der Stadt.

Deutlich sichtbar sind die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges. Nach über 20 alliierten Luftangriffen zwischen September 1940 und März 1945 lag der größte Teil der Stadt in Schutt und Asche. Allein beim schwersten Angriff am 21. November 1944 starben 344 Menschen. Insgesamt verlor Aschaffenburg durch Evakuierung, Flucht und Luftangriffe ein Drittel seiner Bewohner (14.518 Personen). Die Bevölkerungszahl sank von 45.379 im Jahre 1939 auf 30.861 im Dezember 1945. Im Jahre 1950 wurde der Vorkriegsstand wieder erreicht. Am 30. Dezember 2006 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Aschaffenburg nach Fortschreibung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung 69.863 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern) – historischer Höchststand.

Auf Grundlage des Zensus 2011 wurde die Einwohnerzahl für den 31. Dezember 2011 auf 67.470 korrigiert. Da die Volkszählung 2011 die Einwohnerzahl in Deutschland insgesamt deutlich nach unten korrigierte, ist anzunehmen, dass auch die vorangegangenen Bevölkerungszahlen, welche auf den Fortschreibungen der vorherigen Volkszählung aus dem Jahr 1987 basieren, als zu hoch angesehen werden können.[12]

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Für die Jahre 1792 und 1812 handelt es sich um zeitnahe Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1668 1.526
1792 3.300
1812 6.590
1. Juni 1830 ¹ 6.800
1. Dezember 1840 ¹ 9.300
3. Dezember 1858 ¹ 10.445
3. Dezember 1864 ¹ 10.700
3. Dezember 1867 ¹ 10.300
1. Dezember 1875 ¹ 10.800
1. Dezember 1880 ¹ 12.152
1. Dezember 1885 ¹ 12.393
1. Dezember 1890 ¹ 13.630
2. Dezember 1895 ¹ 15.831
1. Dezember 1900 ¹ 18.093
Jahr Einwohner
1. Dezember 1905 ¹ 25.891
1. Dezember 1910 ¹ 29.892
1. Dezember 1916 ¹ 26.957
5. Dezember 1917 ¹ 27.377
8. Oktober 1919 ¹ 32.199
16. Juni 1925 ¹ 34.056
16. Juni 1933 ¹ 36.260
17. Mai 1939 ¹ 45.379
31. Dezember 1945 30.861
29. Oktober 1946 ¹ 36.383
13. September 1950 ¹ 45.499
25. September 1956 ¹ 51.998
6. Juni 1961 ¹ 54.131
31. Dezember 1965 55.580
Jahr Einwohner
27. Mai 1970 ¹ 55.193
31. Dezember 1975 55.398
31. Dezember 1980 59.257
31. Dezember 1985 59.240
25. Mai 1987 ¹ 60.964
31. Dezember 1990 64.098
31. Dezember 1995 66.360
31. Dezember 2000 67.592
30. Juni 2005 68.798
30. Dezember 2006 69.863
31. Dezember 2008 68.747
31. Dezember 2009 68.722
31. Dezember 2010 68.678
31. Dezember 2011 ¹ 67.470
Jahr Einwohner
31. Dezember 2012 67.681
31. Dezember 2013 67.844

¹ Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten]

Nachdem Oberbürgermeister Klaus Herzog (SPD) bereits bei den Wahlen im März 2006 wiedergewählt wurde, setzte er sich bei den Wahlen am 11. März 2012 mit 82,0 % der Stimmen gegen seinen einzigen Mitbewerber Winfried Bausback (CSU; 18,0 %) durch.[13]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Aschaffenburger Stadtrat besteht aus 44 Mitgliedern. Seit der Kommunalwahl am 2. März 2008 hat er folgende Zusammensetzung:
Stadtrat Sitzverteilung
2008-2010[14]: CSU SPD GRÜNE UBV* FDP KI** Gesamt
17 14 5 3 3 2 44
Leonie Kapperer, die für die Kommunale Initiative ins Stadtparlament eingezogen war, verließ diese kurz nach der Wahl und saß bis Ende 2010 als Parteilose im Stadtrat. Seit Dezember 2010 ist sie Mitglied der SPD-Fraktion, die seitdem auf 15 Mitglieder angewachsen ist.
2010-2014[15]: CSU SPD GRÜNE UBV* FDP KI** Gesamt
17 15 5 3 3 1 44

Nach der Kommunalwahl am 16. März 2014 ergab sich folgende Sitzverteilung

2014–2020[16]: CSU SPD GRÜNE UBV* FDP KI** ÖDP Gesamt
16 14 6 3 2 2 1 44

*Unabhängige Bürgervertretung  ** Kommunale Initiative

Bürgermeister und Oberbürgermeister seit 1904[Bearbeiten]

Aschaffenburger Rathaus

Der zweite Bürgermeister und Stellvertreter des Oberbürgermeisters wird alle sechs Jahre nach der Stadtratswahl vom Stadtrat gewählt. Amtsinhaber ist seit 2002 Werner Elsässer (CSU).

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Aschaffenburg.svg
Stadtfarben
1633–1836
Blasonierung

Auf silbernem Grund eine rote Burg mit runden Seitentürmen und blauen Dächern; im kleeblattförmigen Torbogen thront ein blau gekleideter Bischof (Heiliger Martin), die Rechte segnend erhoben, mit der Linken den goldenen Krummstab haltend, bekleidet mit silbernem Pallium und blauer Mitra[17].

Bedeutung

Der segnende Heilige Martin, Patron des Erzbistums Mainz, wie auch das Pallium, das einem Erzbischof zusteht, symbolisieren die jahrhundertelange Zugehörigkeit Aschaffenburgs zum Erzstift Mainz.

Geschichte des Wappens

Das Stadtwappen ist als Siegel aus Wachs überliefert und erstmals für 1236 urkundlich belegt. Aufgrund der Beteiligung an den Bauernkriegen 1526 war es der Stadt von Erzbischof Albrecht von Mainz aberkannt worden. Erst König Ludwig I. von Bayern gab der Stadt mit Entschließung vom 1. April 1836 ihr altes Wappen zurück, nachdem sie jahrhundertelang nur ein gotisches A als Wappen führen durfte.[18] Die Aschaffenburger Stadtfarben sind die Farben Grün - Rot - Weiß.[19]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften mit[20]:

Vom 23. bis zum 25. Juni 2006 feierte die Stadt Aschaffenburg mit Perth das 50-jährige Jubiläum der gemeinsamen Partnerschaft. Zur Feier kam Provost („Bürgermeister“) Bob Scott mit einer größeren Delegation aus Perth und Umgebung in die deutsche Partnerstadt. Höhepunkt des Festes waren die in der Aschaffenburger Fasanerie veranstalteten Highland Games.

Städtesolidarität
Patenschaft
  • Seit 1958 besteht eine Patenschaft für die aus Stadt und Kreis TschechienTschechien Graslitz (tschechisch: Kraslice) vertriebenen Sudetendeutschen

Dialekt und Mundart[Bearbeiten]

In Aschaffenburg wird, wie in den umgebenden Orten, der Untermainländische Dialekt als Unterform des Rheinfränkischen (hessisch) gesprochen. Man spricht nicht, wie oft geglaubt, den Unterfränkischen Dialekt. Die Aschaffenburger Mundart selbst unterscheidet sich auch von den angrenzenden untermainländischen Sprachgebieten,[21] wie Kahlgründer oder Großostheimer Dialekt.

Ein weithin bekannter Sprecher des Aschaffenburger Dialektes ist der Kabarettist Urban Priol.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Stiftsbasilika
Pfarrkirche „Unsere liebe Frau“ (Muttergottespfarrkirche)
Jakobuskirche (Nilkheim)

Kirchen und Klöster[Bearbeiten]

katholisch

evangelisch

evangelisch-freikirchlich

  • Andreasgemeinde

griechisch orthodox

neuapostolisch

  • Neuapostolische Kirche Aschaffenburg

adventistisch

  • Adventgemeinde Aschaffenburg

Theater[Bearbeiten]

  • Stadttheater, erbaut unter Fürstprimas Karl Theodor von Dalberg 1811 zu Zeiten des Fürstentums Aschaffenburg.
  • Stadthalle am Schloss mit einem Großen Saal und einem Kleinen Saal, einem Tagungscenter, zwei Konferenzräumen und zwei Seminarräumen
  • f.a.n. frankenstolz arena (ehemals: Unterfrankenhalle, und im Volksmund immer noch so genannt): Funktionale Veranstaltungshalle für sportliche und kulturelle Veranstaltungen.
  • Kabarett im Hofgarten (betrieben von Urban Priol in der ehemaligen Orangerie)
  • AbaKuZ e. V. – Initiative für ein alternatives Kulturzentrum in Aschaffenburg; Vorträge, Konzerte, Lesungen etc.
  • Casino, Programmkino mit einem mehrfach ausgezeichnetem Filmprogramm
  • Colos-Saal, überregional bekannter Musikclub mit regelmäßigen Auftritten von Weltstars der Musikrichtungen Jazz, Blues und anderen
  • verschiedene Ensembles und mehrere kleinere, privat betriebene Bühnen
    • mot modernes theater aschaffenburg e. V.
    • Zimmertheater, Spielstätte der Jungen Bühne Aschaffenburg e. V.
    • Ludwigstheater, Bühne der actor's company
    • ab:art-theater, freies ensemble aschaffenburg
    • Erthaltheater
    • Story Stage Märchentheater Aschaffenburg

Museen[Bearbeiten]

  • Staatsgalerie Aschaffenburg im Schloss Johannisburg (I. Stock) ist Teil der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen mit einer bedeutenden Cranach-Sammlung.
  • Schlossmuseum Aschaffenburg mit Kunstwerken und historischen Zeugnissen aus sechs Jahrhunderten befindet sich im II. Stock von Schloss Johannisburg.
  • Stiftsmuseum der Stadt Aschaffenburg ein Museum für Vor- und Frühgeschichte, die Kunst des Mittelalters, der Renaissance und für die sakrale Kunst des Barock. Es befindet sich im ehemaligen Kapitelhaus des Stifts, ein Bau, der bis auf die Gründung des Stiftes im 10. Jahrhundert zurückreicht, und ist durch einen romanischen Kreuzgang baulich mit der Stiftskirche St. Peter und Alexander verbunden.
  • Naturwissenschaftliches Museum, diese Ausstellung verdankt ihre Bedeutung vor allem der umfangreichen Sammlung von Insekten sowie einer repräsentativen Darstellung der Mineralogie und Geologie des Spessarts. Angesiedelt ist es im Schönborner Hof, der von der Familie Schönborn als Stadtpalais von 1673 bis 1681 errichtet worden ist.
  • Museum jüdischer Geschichte und Kultur. Es befindet sich im ehemaligen Rabbinerhaus am Wolfsthalplatz. In der Dauerausstellung zur Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinde in Aschaffenburg zeigen historische Dokumente das Leben der jüdischen Gemeinde in Aschaffenburg von 1267 bis zur Zeit der Verfolgung im Nationalsozialismus.
  • Gentil-Haus Das Gentilhaus wurde von dem Aschaffenburger Industriellen und Sammler Anton Gentil als Präsentationsort für seine umfangreiche Sammlung in den 1920er Jahren erbaut.
  • Städtische Galerie „Kunsthalle Jesuitenkirche“ mit wechselnden Sonderausstellungen.
  • Neuer Kunstverein Aschaffenburg e. V. KunstLANDing in der Landingstraße 16 mit Sonderausstellungen aktueller Kunst.
  • Künstlerhaus Walter Helm

Bauwerke[Bearbeiten]

Schloss Johannisburg – Wahrzeichen der Stadt

→ siehe auch Liste der Baudenkmäler in Aschaffenburg

Parks[Bearbeiten]

Schloss Schönbusch mit See
  • Schöntal, ursprünglich Stadtgraben sowie Fürstbischöflicher Tier- und Gemüsegarten, 1440-1450.
  • Fasanerie, ist ein bewaldeter Landschaftspark im Osten der Stadt, der mit den Anlagen am Godelsberg und Büchelberg an den Naturpark Spessart anschließt.

Einkaufen[Bearbeiten]

Fußgängerzone in Aschaffenburg

Über 720 Geschäfte laden derzeit in Aschaffenburg auf über 200.000 m² zum Einkaufen ein. Pro Kopf sind das 2,92 m² Ladenfläche. Die Fußgängerzonen (z. B. Herstallstraße, Sandgasse, Steingasse, Roßmarkt, Frohsinnstraße) bieten alleine knapp 50.000 m² Verkaufsfläche. Des Weiteren befindet sich hier die City-Galerie, das mit ebenfalls über 50.000 m² größte innerstädtische Einkaufszentrum Nordbayerns. Mit einer Kaufkraftkennziffer von 107,4 liegt der Aschaffenburger Bürger weit über dem Landesdurchschnitt (100). Das entspricht einer Kaufkraft von 17.709 € pro Einwohner.

Mit all diesen Geschäften werden nicht nur die knapp 70.000 Aschaffenburger versorgt, sondern auch weitere 400.000 aus dem süd-östlichen Rhein-Main-Gebiet, weitere 175.000 Einwohner aus dem Landkreis Aschaffenburg, 131.000 aus dem Landkreis Miltenberg sowie 132.000 aus dem Landkreis Main-Spessart. Insgesamt ergibt das rund 733.000 potentielle Kunden.

Seit den 1990er Jahren werden die ehemaligen Einrichtungen der US-Armee an der Würzburger Straße im Südwesten der Stadt am Rande des Stadtteils Schweinheim (Staatsstraße 2312, Ausfallstraße in den Spessart, Richtung Würzburg) in Wohngebiete und in eine „Serviceachse“ umgewandelt. Die ehemalige Graves-Kaserne beherbergt eine Sammelstelle für Abfälle, ein Heim für Asylbewerber und diverse Kleinbetriebe. Ein ursprünglich geplantes Technologiezentrum kam nicht zustande. Bisher größte Einzelansiedlung war am 27. Dezember 2005 die Eröffnung eines Baumarktes der Firma Bauhaus mit 120 neuen Arbeitsplätzen nahe der ehemaligen Ready-Kaserne. Die ehemalige Jäger-Kaserne ist jetzt Sitz der Hochschule Aschaffenburg. Aus dem Areal der Smith-Kaserne erwarb im Jahre 2005 die Leimeister Firmengruppe ein Gebäude und hat dies zum „Business-Center Würzburger Straße“ umgebaut. Es wird seitdem als Bürohaus genutzt. Im Jahre 2009 erwarb die Leimeister Unternehmensgruppe das zweite noch leerstehende Gebäude dieses Areals und baute es zu Gebäude 2 des Business Center Würzburger Straße um, welches ebenfalls als Bürohaus genutzt wird.

Sportvereine und Sportanlagen[Bearbeiten]

Stadion am Schönbusch
Fußball

Überregionale Bekanntheit besitzt der Traditionsverein Viktoria Aschaffenburg, der seine Heimspiele im städtischen Stadion am Schönbusch austrägt. Nach vielen Jahren in der höchsten deutschen Spielklasse in den fünfziger Jahren spielte der Verein nach dem Abstieg aus der zweiten Bundesliga ab 1989, von kurzen Unterbrechungen abgesehen, in der Oberliga Hessen. Seit dem Wechsel zum Bayerischen Fußballverband zur Spielzeit 2012/13 spielt die Viktoria Aschaffenburg in der Regionalliga Bayern.

Tanzsport

Mit über 850 Mitgliedern gehört der 1962 gegründete Tanzsportclub Schwarz-Gold Aschaffenburg zu den größten deutschen Tanzsportvereinen.

Handball

Der TV Großwallstadt (2. Handball-Bundesliga) trägt seine Bundesliga-Heimspiele in der f.a.n. frankenstolz arena aus.

Rudern

Mit dem Ruderclub Aschaffenburg ist ein Mitgliedsverein des DRV angesiedelt, der ein breites Leistungs-, Schul- und Freizeitsportangebot abdeckt und zu den leistungsfähigsten Vereinen in der Stadt und im Verband gehört.

Sport- und Freizeitanlagen

Messen, Feste, regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Aschaffenburg weist die höchste Dichte an Gaststätten und Kneipen in Bayern auf – auf rund 400 Einwohner entfällt ein Betrieb der Gastronomie.[22] Bis 2008 fanden alljährlich die Aschaffenburger Gespräche statt. Weitere regelmäßige Veranstaltungen sind das traditionelle einwöchige Aschaffenburger Volksfest im Juni mit anschließendem Feuerwerk und Schlossbeleuchtung, das Jugendmusikfest KOMMZ, das Aschaffenburger Stadtfest am letzten Augustwochenende, die Floßhafenregatta und der seit 2005 stattfindende Staplercup, eine Weltmeisterschaft der Staplerfahrer.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

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Von 20.000 deutschen Unternehmen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHT) wurde Aschaffenburg auf Platz 3 der besten Wirtschaftsstandorte gewählt. Als Standortstärken wurden „Nähe zum Kunden“, „Verkehrsinfrastruktur“, „Bildungseinrichtungen“ und „Hochschulkooperationen“ angegeben.

Aschaffenburg weist eine Verkehrsanbindung über die A3 auf, die tangential die Stadt im Norden berührt und von jedem Ort der Stadt in nur wenigen Minuten über drei Auffahrten erreicht werden kann. Der Rhein-Main Flughafen in Frankfurt ist rund 30 Auto-Minuten entfernt. Zudem besteht eine Zugverbindung nach Frankfurt am Main. Es existiert ein Binnenhafen.

Textil

Der Raum Aschaffenburg war eines der traditionellen Zentren der deutschen Textilindustrie. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren rund 35.000 Personen in der Region in dieser Branche beschäftigt. Die arme Bevölkerung im Spessart verdiente sich mit Heimarbeit als Zulieferer für die Fabriken ein dringend benötigtes Zubrot. Durch die Globalisierung und die Verlagerung von lohnintensiven Branchen in Billiglohnländer wurden in der Region viele Arbeitsplätze in der Fertigung abgebaut, die Unternehmen sind aber weitgehend noch vor Ort und ziehen überregional Kunden durch ihren Fabrikverkauf an.

Holz und Papier

Bedingt durch den Holzreichtum des Spessarts war Aschaffenburg traditionell auch Zentrum der Papierindustrie. Die beiden Werke der früheren Papierwerke Waldhof-Aschaffenburg (PWA) gehören heute zur Südafrikanischen Sappi Gruppe bzw. der englischen DS Smith Paper. Die Firma Sappi befindet sich jedoch nicht direkt in Aschaffenburg sondern im benachbarten Markt Stockstadt am Main. In den Betrieben werden Verpackungs- und Sanitärpapiere hergestellt.

Anfang 2007 hat das Unternehmen Pollmeier Massivholz auf dem Aschaffenburger Hafengelände (Bayernhafen) ein neues Sägewerk in Betrieb genommen, in dem 180 neue Arbeitsplätze entstanden sind. Die Investitionssumme betrug rund 150 Millionen Euro. Dies war der größte industrielle Neubau in der Stadt seit 1954. Die Stadt erwartet dadurch Impulse für Forstwirtschaft und Waldbesitz sowie die Schaffung weiterer Arbeitsplätze bei Zulieferunternehmen.

Metall und Elektro

Zwei große Werke der Automobilzulieferindustrie sind in der Stadt Aschaffenburg ansässig, die in weltweit tätige Konzerne integriert sind. Dazu kommen weitere Zulieferer in der Stadt und in der Region. In Aschaffenburg befindet sich der Hauptsitz der Linde Material Handling GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der KION Group, Wiesbaden, die weltweit zweitgrößter Hersteller von Gabelstaplern und anderen Flurförderzeugen ist. Weitere Zulieferer und Dienstleister aus der Fahrzeugbranche befinden sich in der Umgebung Aschaffenburgs. Auch die Hochschule Aschaffenburg ist in der Fahrzeugbranche engagiert.

In der Region siedeln sich auch viele Unternehmen für Mess- und Regeltechnik an. An Bedeutung gewinnen die Unternehmen für Informationstechnologie und Softwareberatung.

Bekannte ansässige Unternehmen in Aschaffenburg und Umgebung sind zum Beispiel: DPD, Linde Material Handling, Kaup, TRW, Takata, Nintendo Europe (in Großostheim), Adler-Moden, SAF-Holland, SCA, PSI , E-on Netz und Modler.

Gesundheit

Insgesamt gibt es im Stadtgebiet von Aschaffenburg über 789 Krankenhausbetten, die sich auf drei Krankenhäuser verteilen (Klinikum Aschaffenburg „Am Hasenkopf“, Hofgartenklinik, Frauenklinik am Ziegelberg). Es gibt 133 Fach- und 26 Allgemeinärzte, sowie 68 Zahnärzte und 38 Apotheken.

Soziales

Obwohl zwei Wohngebiete als sozial schwächer gewertet werden, gelten diese offiziell nicht als soziale Brennpunkte. Der Anteil an ausländischen Mitbürgern ist dort etwas höher.

Für ältere Menschen gibt es in der Stadt sechs Alten- und Pflegeheime, die Platz für 730 Bewohner bieten. Hinzu kommen 266 seniorengerechte Wohnungen und ca. 220 Möglichkeiten für betreutes Wohnen in vier verschiedenen Einrichtungen.

Die Initiative Sozialnetz Aschaffenburg, stellt Informationen über Beratungseinrichtungen, Behörden, Organisationen, Vereine und kirchliche Einrichtungen im Hinblick auf soziale Fragen bereit.

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Der neue Aschaffenburger Hauptbahnhof

Aschaffenburg ist durch Aschaffenburg Hauptbahnhof (Regional- und Fernverkehr einschließlich ICE), den Hafenbahnhof (nur Güterverkehr) sowie die Haltepunkte Hochschule, Aschaffenburg-Süd und Obernau (nur regional) an das Schienennetz angebunden. Der Bahnhof Nilkheim an der ehemaligen Bachgaubahn wurde mit deren Stilllegung 1974 außer Betrieb genommen. Seit einigen Jahren gibt es Bestrebungen, den noch bestehenden Streckenabschnitt, der von der Bahnlinie Aschaffenburg-Miltenberg durch den Park Schönbusch ins Gewerbegebiet Nilkheim II führt und der der Bayernhafen Gruppe gehört, sowie die bereits rückgebaute Strecke, die bis 1974 die Kreisstraße ABs 16 höhengleich gekreuzt hat, bis Großostheim zu reaktivieren.[23]

Es bestehen zahlreiche Nah- sowie Fernverkehrsmöglichkeiten. Es ist außerdem vorgesehen, einen zusätzlichen Schienenhaltepunkt am Viadukt in der Goldbacher Straße einzurichten. Mitte 2009 wurde das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofes abgebrochen. Am 29. Januar 2011 wurde das neu errichtete Bahnhofgebäude vom Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer seiner Bestimmung übergeben[24]. Im Jahr 2012 wurde der Aschaffenburger Hauptbahnhof von der Allianz Pro Schiene als „Bahnhof des Jahres 2012“ gewählt[25].

Nach der Stadt ist ein Intercity-Express benannt.

Hafen[Bearbeiten]

Bayernhafen Aschaffenburg

Der Staatshafen Aschaffenburg liegt an der transeuropäischen Wasserstraße Rhein-Main-Donau, gehört zur Bayernhafen Gruppe und umfasst das größte Gewerbegebiet am Bayerischen Untermain. Neben der trimodalen Containerumverladung zwischen Straße, Schiene und Wasser liegt der Schwerpunkt in den Bereichen Logistik, Versorgung und Recycling. Im Jahr 2005 lag der Güterumschlag bei 2,8 Mio. Tonnen, 2011 bereits bei 3,3 Mio. Tonnen.[26]

Von 1886 bis 1938 war Aschaffenburg eine der Anlaufstellen der Kettenschifffahrt auf dem Main.

Straßen[Bearbeiten]

Aschaffenburg ist über drei Anschlussstellen an die A 3 angebunden (Aschaffenburg-Ost, Aschaffenburg-Zentrum (vormals -West) und Aschaffenburg-West (vormals Stockstadt)). Über die A 3 gelangt man nach Frankfurt am Main (etwa 40 Kilometer entfernt) und Würzburg (etwa 80 Kilometer entfernt). Durch die Innenstadt verläuft die Bundesstraße B 26 und nimmt dabei die B 8 auf. Die B 469 reicht von Westen nahe an das Stadtgebiet heran. Bei Aschaffenburg liegt der südliche Endpunkt der Bundesautobahn 45 Aschaffenburg-Dortmund.

Städtische Ringstraße[Bearbeiten]

Bereits 1896 wurde entlang der Bahnlinie Aschaffenburg–Miltenberg zwischen der Schweinheimer und der Goldbacher Straße eine 13 m breite Ringstraße geplant – heute Kurmainzer-, Wittelsbacher- und Hohenzollernring.

Nach der Eingemeindung von Damm und Leider 1901 und später mit der Zunahme des motorisierten Verkehrs begann Mitte der 1920er Jahre die Projektierung von Durchgangs- und Umgehungsstraßen: Schillerstraße, 1902; Mainbrücke am Schlotfegergrund als Verbindung der Hanauer Straße mit der Darmstädter Straße, 1925; Schlachthofstraße, 1932, später Südring, heute Südbahnhofstraße; Bahnweg, 1931 in Abstimmung mit der damals noch selbständigen Gemeinde Schweinheim; Liebigstraße, 1931; die heutige Spessartstraße, 1931.

Seit 1947 wird entlang dieser Trassen an einer in sich geschlossenen Städtischen Ringstraße geplant und gebaut. Der erste größere Abschnitt, der Mitte der 1960er Jahre verkehrswirksam wurde, entspricht außer den Planungen für den Ring zugleich einem früheren Projekt der Stadt Aschaffenburg für eine "Umgehungsstraße Damm" (siehe oben). Dieses nicht ausgeführte Projekt sollte die Reichsstraßen (heute Bundesstraßen) Nrn. 8 und 26 zwischen der Schwarzen Brücke (Wilhelmstraße) und dem Goldbacher Viadukt miteinander verbinden. Begünstigt wurden diese unterschiedlichen, aber im Zentrum von Damm identischen Projekte durch die Folgen des Luftkriegs, nämlich die völlige Zerstörung der Nordseite der ehemaligen Kästergasse. Dieser erste verkehrswirksame Ringabschnitt hat die Glattbacher Straße über die Schillerstraße mit der Burchardstraße verbunden. Danach, aber ebenfalls noch Mitte der 1960er Jahre, wurde die Ebertbrücke fertiggestellt. Auch die südlichen Abschnitte der Ringstraße, die seit 1964 in Tieflage projektiert und in den 1970er Jahren mit der Adenauerbrücke begonnen wurden, sind zum Teil schon seit Jahrzehnten in Betrieb und entlasten die Innenstadt vom Durchgangsverkehr.

Ein weiteres Teilstücks in der Oststadt ist seit dem 28. Juni 2013 verkehrswirksam.[27] Damit konnten die Autobahnumleitungen U 48 und U 77 von der Schillerstraße auf die Städtische Ringstraße verlegt werden.

2011 wurde mit dem Bau des nördlichen Ringabschnitts entlang der Bahnlinie Frankfurt–Nürnberg begonnen. Möglich wurde dies, wie schon beim südlichen Abschnitt entlang der Bahnstrecke Aschaffenburg–Miltenberg durch die Jahrzehnte zuvor erfolgte Stilllegung von Gleisanlagen. Die ersten Teilstücke des Nordrings wurden im Mai und im Dezember 2012 für den Verkehr freigegeben.[28] Für Februar 2014 ist eine Sperrpause im Bahnverkehr geplant, weil zur Verknüpfung des Nordrings mit dem bestehenden Westring im Bereich Hanauer Straße eine Straßenunterführung unter die Gleise geschoben werden muss.[29] Der Nordring soll die durch Wohngebiete führende Schillerstraße entlasten, die bisher noch die Funktion einer Ringstraße erfüllen muss. Die Fertigstellung des Nordrings und somit der endgültige "Ringschluss" sind für 2017 vorgesehen.[30]

ÖPNV[Bearbeiten]

Innerhalb des Stadtgebietes gibt es 15 Buslinien der Stadtwerke Aschaffenburg, die im 15-, 20-, 30- und 60-Minutentakt bedient werden. Der Landkreis Aschaffenburg, der Landkreis Miltenberg sowie einige hessische Ziele werden durch fünf Buslinien der KVG und durch zwölf Buslinien der VU angefahren. Mit weiteren vier Bahnlinien der Deutsche Bahn AG, bildet sich die Verkehrsgemeinschaft am Bayerischen Untermain, die VAB. Nachts und sonntags gibt es außerhalb der Busfahrzeiten einen Service von Anrufsammeltaxis, mit denen man jedes Ziel erreichen kann, das sonst durch die Busse der Stadtwerke angebunden ist.

Radfernwege[Bearbeiten]

Am Mainufer verlaufen:

Flugplatz[Bearbeiten]

Verkehrslandeplatz Aschaffenburg

Der Flugplatz Aschaffenburg ist als Verkehrslandeplatz kategorisiert und befindet sich etwa 2 km südwestlich des Stadtgebietes im Markt Großostheim. 2013 wurde eine Verlängerung der Start- und Landebahn um 350 m in Richtung Aschaffenburg luftrechtlich genehmigt. Im Süden des Stadtgebietes an der Grenze zu Markt Sulzbach befindet sich zudem ein Segelfluggelände.

Medien[Bearbeiten]

Druckmedien[Bearbeiten]

  • Main-Echo, Tageszeitung mit Tochterpublikationen
  • PrimaSonntag, Anzeigenblatt aus dem Funkhaus Aschaffenburg
  • Showtime-Magazin: monatliches Szene- und Fotomagazin für Aschaffenburg und Miltenberg
  • FRIZZ Das Magazin
  • Brot & Spiele: Kulturmagazin für Aschaffenburg und Umgebung

Rundfunk und Fernsehen[Bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Justiz[Bearbeiten]

Aschaffenburg ist Sitz eines Landgerichts. Der Bezirk des Landgerichts Aschaffenburg umfasst die kreisfreie Stadt Aschaffenburg sowie die Landkreise Aschaffenburg und Miltenberg. Zum Landgerichtsbezirk gehören das Amtsgericht Aschaffenburg mit seiner Zweigstelle Alzenau in Unterfranken sowie das Amtsgericht Obernburg am Main mit der Zweigstelle Miltenberg.

Eine Justizvollzugsanstalt befindet sich im Stadtteil Strietwaldsiedlung. Jahrelang existierte auch ein Untersuchungsgefängnis in der Alexandrastraße in der Innenstadt.

Bildung[Bearbeiten]

Gegenwärtige Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

Die 18.000 Schüler Aschaffenburgs besuchen insgesamt 55 Schulen. Dazu gehören: 13 Grundschulen, 8 Hauptschulen, 4 Realschulen, 1 Wirtschaftsschule, 4 Gymnasien (Friedrich-Dessauer-Gymnasium, Karl-Theodor-von-Dalberg-Gymnasium, Kronberg-Gymnasium Aschaffenburg, Gymnasium der Maria-Ward Schule), 5 Förderschulen und 22 Fach- und berufliche Schulen. Mehr als 3000 Kurse werden jährlich in der Volkshochschule Aschaffenburg für fast 50.000 Teilnehmer angeboten.

Hochschule Aschaffenburg
Fachakademie für Sozialpädagogik
Bayerische Forstlehranstalt Aschaffenburg um 1854
Fahrunterricht auf dem kleinen Exerzierplatz 1906, im Hintergrund das Aschaffenburger Schloss

Rund 1500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene nehmen an Kursen der Städtische Musikschule Aschaffenburg teil, die jedes Jahr beachtliche Erfolge im Wettbewerb Jugend musiziert vorzuweisen hat. Sie wurde 1810 eröffnet und gilt als älteste Musikschule Deutschlands. Unterstützt werden die Schulen Aschaffenburgs durch die Stadtbibliothek, bei der fast 80.000 Medien (Bücher, Tonträger etc.) mehr als 430.000-mal im Jahr entliehen werden. Aschaffenburg besitzt seit Jahrzehnten auch eine von 10 in Deutschland existierenden Steinmetz-Meisterschulen.

Hochschule[Bearbeiten]

Am 5. Oktober 1995 nahm die Hochschule Aschaffenburg den Lehrbetrieb zunächst als Abteilung der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt-Aschaffenburg auf.

Seit dem 1. Oktober 2000 ist die Hochschule Aschaffenburg eigenständig und in die Fakultäten Ingenieurwissenschaften (IW) mit den heutigen Studiengängen Elektro- und Informationstechnik, Mechatronik, Wirtschaftsingenieurwesen, Erneuerbare Energien und Energiemanagement, Internationales Technisches Vertriebsmanagement und Kommunikation und Dokumentation sowie Wirtschaft und Recht (W+R) mit den heutigen Studiengängen Betriebswirtschaft, Betriebswirtschaft und Recht und Internationales Immobilienmanagement gegliedert.

Fachakademie für Sozialpädagogik[Bearbeiten]

Die Fachakademie für Sozialpädagogik ist eine Ausbildungsstätte für Erzieher. Sie befindet sich im Stadtteil Damm und wird vom Landkreis Aschaffenburg finanziert. Rund 50 Absolventen werden jährlich verabschiedet. Die Einrichtung wurde 1973 gegründet und ist seit Mitte der 1990er Jahre besonders für ihre jährlichen Musicalaufführungen in der Maintalhalle Mainaschaff im Umkreis bekannt.

Historische Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Universität[Bearbeiten]

Die Karls-Universität Aschaffenburg wurde 1808 durch Karl Theodor von Dalberg als Fürstlich Primatische und Erzbischöflich Regensburgische Universität zu Aschaffenburg im Zuge der Napoleonischen Neuordnung der rechtsrheinischen Gebiete gegründet. Bereits 1809 erfolgte die Umbenennung. Die Hochschule bestand auch nach dem Aberkennen des Universitätsstatus 1818 in umgewandelter Form als Bayerisches Lyzeum Aschaffenburg, einer hochschulgleichen Einrichtung des Königreich Bayerns bis 1873 fort.

Forstliche Hochschule[Bearbeiten]

Die Forstliche Hochschule Aschaffenburg war eine Ausbildungsstätte für Forstbeamte des Königreichs Bayern. Sie bestand unter verschiedenen Namen von 1807 bis 1910, mit einer Unterbrechung von 1832 bis 1844, in Aschaffenburg. Das Gebäude an der Alexandrastraße wurde danach für die Oberrealschule Aschaffenburg genutzt und im Jahre 1968 abgerissen. An der Stelle steht heute eine moderne mehrstöckige Wohnanlage mit Tiefgarage („Parkhaus Alexandrastraße“).

Fahrschule[Bearbeiten]

1904 eröffnete der Architekt Rudolf Kempf die „Erste deutsche Autolenkerschule“ die dem „Kempf'schen Privat-Technikum Aschaffenburg“ angegliedert war. Sie wurde allerdings Ende 1906 wieder geschlossen, Kempf verließ Aschaffenburg und übersiedelte nach Mainz. Zum 100. Jubiläum 2004 wurde am ehemaligen Standort eine Stele errichtet, geschaffen von Meisterschüler Bernhard Chemin aus der Städtischen Fachschule (Meisterschule) für Steinmetzen und Steinbildhauer in Aschaffenburg.

Umwelt[Bearbeiten]

Luftqualität[Bearbeiten]

Die Luftbelastung während der Wintermonate vor allem mit Feinstaub[31] führte zur Gründung des „Projektbeirates Luftqualität“, der von Dezember 2006 bis Juni 2009 tagte. In der Sitzung vom 1. Februar 2008 wurde abgeschätzt, dass aufgrund der sehr hohen Erdgasanschlussquote bei den Haushalten 85 % der PM10-Emissionen auf Holz als Brennstoff entfallen.[32] Als Maßnahme wurden Begrenzungen des Schadstoffemissionen ähnlich der Regensburger Brennstoffverordnung diskutiert, aber nicht umgesetzt.

Naturschutz[Bearbeiten]

Aschaffenburg verfügt über zwei Naturschutzgebiete. Zusammen nehmen sie eine Fläche von 300 Hektar ein. Das größere Naturschutzgebiet ist das Naturschutzgebiet Ehemaliger Standortübungsplatz Aschaffenburg und Altenbachgrund.

Ergänzend gibt es eine vielfältige und ökologisch wertvolle Kulturlandschaft. Exemplarisch seien die Streuobstbestände und wertvolle blütenreiche Wiesen genannt.

Streuobstwiesen[Bearbeiten]

Streuobstwiesen sind Lebensraum vieler seltener Tier- und Pflanzenarten. Auf dem Gebiet der Stadt Aschaffenburg sind infolge des alten Mainzer Landrechts über die Jahrhunderte ziemlich schmale Grundstücksparzellen entstanden, von denen viele bis vor einigen Jahrzehnten im landwirtschaftlichen Nebenerwerb bewirtschaftet worden sind. In Verbindung mit Sozialbrache und einer ausgebliebenen Flurbereinigung sind viele dieser Baumäcker und Hochstamm-Obstwiesen erhalten geblieben. Seit etwas mehr als einem Jahrzehnt werden viele dieser Grundstücke wieder besser gepflegt und für abgestorbene Bäume regionale Obstsorten nachgepflanzt. In den Stadtteilen Schweinheim und Obernau hat dies dazu beigetragen, das sich unter anderen streng geschützten Vogelarten eine Population des selten gewordenen Steinkauz erhalten konnte.

Aus dem Naturschutz ging in Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz das Streuobstprojekt "Schlaraffenburger" hervor, das die Pflege der regionstypischen Kulturlandschaft und die Erhaltung ihrer artenreichen Lebensräume anstrebt.

Hierzu werden mit Grundeigentümern Verträge über die Lieferung des Mostobsts geschlossen und der daraus gewonnene Apfelsaft, Apfelwein, Cidre, sowie weitere Erzeugnisse rund um den Apfel auf den Markt gebracht.[33] Seit der Gründung im Jahr 2000 werden die Vertragsflächen nach strengen Bioland-Richtlinien bewirtschaftet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Der Aschaffenburger Mundartdichter Karl Reuß schreibt in der ersten Strophe seines Gedichtes in dem Band Ascheborjer Posse zu seiner Heimatstadt:

O du mei liebes Ascheborg
Du Städtsche wunnerbor
Wie liegste drin im griene Tal,
Sou schöi, sou sunnekloor![34]
Anerkennungen

Die Stadt Aschaffenburg würdigt Personen, die sich um die Stadt besonders verdient gemacht haben. Diese Anerkennung leistet die Stadt Aschaffenburg mit der Verleihung von:

Personen

Für Personen mit Bezug zu Aschaffenburg siehe: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Aschaffenburg.

Trivia[Bearbeiten]

  • Um aufzuzeigen, dass Aschaffenburg innerhalb Bayerns eine gewisse „Sonderstellung“ hat, wurde 2006 der offizielle Stadtführer mit den Worten: „Aschaffenburg, eine Stadt im Rhein-Main-Gebiet, die durch den Spessart vom restlichen Bayern und Franken abgetrennt ist“, eingeleitet. Dieser Satz soll jedoch in den Neuauflagen wieder gestrichen werden.
  • Eine volkstümliche Figur ist der Aschaffenburger Maulaff.
  • Vielfach wird die Stadt ob ihres milden Klimas als Bayerisches Nizza bezeichnet. Angeblich stammt diese Aussage von König Ludwig I.[35][36][37], was allerdings nicht belegt ist.[38] Auch nennt sie sich Tor zum Spessart.[39]
  • Das siebente Wahrzeichen der Stadt ist der Ascheberscher Arsch – ein Stein der Schlossgartenmauer. Seine beiden übereinander liegenden Buckel lassen an die Figur des Buchener Bleckers denken und werden daher für einen Scherz der Erbauer gehalten.[40]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aschaffenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Aschaffenburg – Reiseführer
 Wikisource: Aschaffenburg – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Aschaffenburger Anzeiger, 16. Mai 2007 sowie Präsentation der Stadt zur Bevölkerungsentwicklung (PDF-Datei; 2,92 MB)
  3. Die Einwohnerzahlen der Stadtteile sind angegeben mit Stand 1. Januar 2010 nach Angaben der Stadtverwaltung, veröffentlicht im Main-Echo vom 26. August 2010
  4. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 26–27.
  5. Besonderes Lexicon derer meisten Länder/ Städte/ Insuln [...], Nürnberg 1727, S. 12
  6. Heinrich Gottfried Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte, Erlangen 1963, S. 60-61; siehe auch S. 966.
  7. http://www.staatsvertraege.de/Frieden1814-15/wka1815-i.htm
  8.  H.-B. Spies: Der Beerdigungsort Aschaffenburger Juden in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. In: Mitteilungen aus dem Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg. Nr. 6, 1999–2001, S. 165–172.
  9. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 115
  10. a b c  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 600.
  11. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 733.
  12. Bundesamt für Statistik: Bevölkerung und Erwerbstätigkeit – Vorläufige Ergebnisse der Bevölkerungsfortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/VorlBevoelkerungsfortschreibung5124103119004.pdf?__blob=publicationFile
  13. http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/aschaffenburg-rathauschef-gewinnt-mit-traumergebnis-11680963.html
  14. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung
  15. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung
  16. Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB)
  17. http://www.aschaffenburg.de/de/Kultur__Tourismus/Stadtportrait/Stadtgeschichte/Stadtwappen_und_farben/normal/chbb/index.html
  18. Vgl. Alfred F. Wolfert, Aschaffenburger Wappenbuch, Aschaffenburg 1983, sowie Enno Bünz, Die mittelalterlichen Siegel der Stadt Aschaffenburg, in: Aschaffenburger Jahrbuch für Geschichte, Landeskunde und Kunst des Untermaingebietes 11/12 (1988), S. 79-105.
  19. [1] Stadt Aschaffenburg Stadtwappen und -Farben
  20. Partnerstädte
  21. Manuskript zum Vortrag von Dr. Almut König
  22. Beitrag der VHS- Aschaffenburg. (PDF-Datei)
  23. Gemeinde Großostheim ist für den Zug Main Echo vom 15. Juli 2011, abgerufen am 28. Februar 2011.
  24. Bahnhofeinweihung in Main Echo
  25. Allianz Pro Schiene kürt Aschaffenburger Hauptbahnhof als „Bahnhof des Jahres 2012“
  26. Zweimal pro Woche Aschaffenburg-Hamburg nonstop. In: Verkehrs-Rundschau, 2. Juli 2012. Abgerufen am 30. Juli 2012.
  27. Staus wegen Baustellen rund um Aschaffenburger Schönbornstraße. In: [Main-Netz], 23. Mai 2013. Abgerufen am 23. Mai 2013.
  28. „Teilstück der Bahnparallele offen“ im Main-Echo, 24. Mai 2012
  29. „Damm erst nach 2015 entlastet?“ im Main-Echo, 19. August 2009
  30. „Bahnparallele: Abschnitt II für 25,1 Millionen“ im Main-Echo, 16. September 2010
  31. Bayerisches Landesamt für Umwelt
  32. Präsentation (PDF-Datei; 1,60 MB)
  33. http://www.bayerischer-untermain.de/regionale-produkte/naturschutz-der-schmeckt-das-schlaraffenburger-streuobstprojekt_16.html
  34. Karl Reuß:Ascheborjer Posse : Geschichte in Aschaffenburger Mundart,Verleger: Aschaffenburg : (W. Walter), 1927
  35. Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft, Ausgabe 53, Deutsche Dendrologische Gesellschaft, Verlag L. Beissner, 1940, Seite 122
  36. http://www.aschaffenburg.de/upl_files/b/bb/61_Umwelt_LP_Bericht_Jan08.pdf
  37. http://www.aschaffenburg.de/upl_antraege/2009_04_19_Herzing_Biergartenerweiterung_vor_dem_Marstall.pdf
  38. König Ludwig I. von Bayern verglich Aschaffenburg aufgrund des Klimas mit Italien, aber als er (nach seiner Abdankung) 1862 erstmals Nizza besuchte, gehörte diese Stadt bereits zu Frankreich. Dr. phil. Hans-Bernd Spies: König Ludwig I. von Bayern; Wilhelm Heinse: Das Pompejanum in Aschaffenburg und das erfundene bayerische Nizza, Mitteilungen aus dem Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg Bd.10 (2011-2013) Heft 3, März 2012, ISSN 074-5328.
  39. http://www.aschaffenburg.de/de/Sport__Freizeit/Gruenanlagen_Waelder__Parks/Wanderwege/normal/dda/index.html
  40. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[2] [3] Vorlage:Toter Link/www.aschaffenburg.de[4]