Sierra Morena

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Dieser Artikel behandelt das spanische Mittelgebirge. Für das gleichnamige Passagierschiff siehe Sierra Morena (Schiff).
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Sierra Morena
Topographische Karte Spaniens

Topographische Karte Spaniens

Höchster Gipfel Pico de Bañuelas (1332 m)
Lage Spanien
Koordinaten 38° 18′ N, 5° 24′ W38.3-5.41332Koordinaten: 38° 18′ N, 5° 24′ W
Typ Rumpfgebirge
Alter des Gesteins Variszische Orogenese (350-250 mya)
Sierra Morena.

Die Sierra Morena ist ein im Durchschnitt 800-1000 m hohes Mittelgebirge, das den Rest von Andalusien nach Norden hin von der Hochebene von Kastilien und Extremadura abtrennt. Im Westen der Sierra Morena liegen die sanft hügelige Sierra de Aracena und die Sierra Norte, in der Mitte und im Osten werden die Landschaften schroffer. Hier finden wir die Sierra de Hornachuelos und die Sierra de Cardeña-Montoro, es folgen nach Osten die Sierra de Andújar und Despeñaperros.

Geologie[Bearbeiten]

Geologisch stellt die Sierra Morena den Südrand der kastilischen Meseta dar; ihre abgerundeten Formen zeigen, dass sie in lang zurückliegenden geologischen Epochen entstanden sein muss. Seither konnte die Erosion ihre abflachende und glättende Wirkung entfalten. Sie entstand vor etwa 350–250 Millionen Jahren, in der sogenannten herzynisch-variskischen Gebirgsbildungsphase.

Entsprechend ihrer Entstehungszeit ist die Sierra Morena vorwiegend aus präkambrischen und paläozoischen, also in der Erdfrühzeit und im Erdaltertum entstandenen Gesteinen aufgebaut. Dieses Gestein ist zum Teil metamorph; das heißt, es hat sich im Laufe der Erdgeschichte verändert. In der Sierra Morena kommen hauptsächlich Schiefer und Gneis vor. An einigen Stellen finden wir auch Quarzit, dass mit seinen schrofferen Formen die Gleichförmigkeit der Sierra Morena durchbricht, so zum Beispiel in der Sierra Madrona und bei Despeñaperros. Wo während der Gebirgsbildung Magma, flüssige Gesteinsschmelze aus dem Erdinneren, in die Erdkruste vordringen konnte, erstarrte es zu Graniten, wie in Los Pedroches, Linares oder Santa Elena.

Nach einer langen Phase geologischer Ruhe stellte die Sierra Morena während der späteren alpinen Gebirgsbildungsphase ein Widerlager für die sich unter dem Druck der afrikanischen Platte auffaltenden Gesteine dar. Dabei hob sie sich entlang der Guadalquivirflexur, so dass der Guadalquivir sich gegenüber der Sierra Morena absenkte. Der größere Höhenunterschied führte dazu, dass sich seine Nebenflüsse tiefer in das Gestein einschnitten. So ist der Pass von Despeñaperros entstanden, der schon in der Geschichte als Tor nach Andalusien galt und durch den heute sowohl die Eisenbahnlinie Madrid-Sevilla als auch die Nationalstraße N IV führen.

Mineralogie, historische Vorkommen[Bearbeiten]

Bereits unter den Phöniziern, hauptsächlich aus Tyros, wurden in der Sierra Morena Bodenschätze abgebaut (Tartessos, Almaden de la Plata), vor allem Silber, Zinnober und Quecksilber. Die Römer begrenzten den Quecksilberabbau in den Gruben auf eine jährliche Höchstmenge von 5000 Kilo, die nach Rom versandt und dort verarbeitet wurden. Auch unter arabischer Herrschaft wurden die Vorkommen - in Almaden befinden sich die größten Zinnobervorkommen der Welt - weiter ausgebeutet (al-maʿādin, “die Mineralien; die Bergwerke“). Aus den Quecksilbervorkommen wurden auch die Silbergruben Amerikas beliefert (Mexiko, Peru), die seit Mitte des 16. Jhs. mit dem patio-Verfahren des Bartolomé de Medina arbeiteten.

Fauna[Bearbeiten]

Die Sierra Morena gilt als eines der bedeutendsten Verbreitungsgebiete des kritisch gefährdeten Pardelluchses (Lynx pardinus). Es leben hier etwa 180 Tiere dieser extrem seltenen und nur auf der Iberischen Halbinsel vorkommenden Raubkatzenart.

Erwähnung in der Literatur[Bearbeiten]

Bedingt durch ihre Abgeschiedenheit, die reichen Erzvorkommen und das chemisch-technische Wissen, das zum Bergbau gehört und in hohem Maß von den Arabern tradiert wurde (Alchimie), umgab die Sierra Morena noch lange Zeit nach der christlichen Eroberung (1492 Eroberung der letzten selbständigen muslimischen Königreiche, 1502 Ausweisung aller Muslime aus Spanien, anschließend Verfolgung der heimlich dem Muslim- und Judenglauben anhängenden Personen, 1609 Verweisung auch der verbliebenen Moriscos) der Nimbus des Zauberischen und Übernatürlichen. In seinem großen Roman Die Handschrift von Saragossa (1805/09/15-1847) setzte Jan Graf Potocki der Region ein literarisches Denkmal.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sierra Morena – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien