Ska-P

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Ska-P
Ska-P auf dem Chiemsee Reggae Summer 2013
Ska-P auf dem Chiemsee Reggae Summer 2013
Allgemeine Informationen
Genre(s) Ska-Punk
Gründung 1994
Auflösung 2005
Neugründung 2008
Website www.ska-p.com
Gründungsmitglieder
„Pulpul“ (Roberto Gañán Ojea)
Gesang, Gitarre
Toni Eskobar (bis 1995)
„Pako“
Julio César Sánchez
„Kogote“
(Alberto Javier Amado)
Aktuelle Besetzung
„Pulpul“
(Roberto Gañán Ojea)
„Pipi“ (seit 1995)
(Ricardo Degaldo de la Obra), auch Sänger bei The Locos
„Joxemi“
(José Miguel Redín)
E-Bass
Julio César Sánchez
„Kogote“
(Alberto Javier Amado)
Luismi (Luis Miguel García, seit 1999)
Gari (seit 2001)
(Garikoitz Badiola)
„Txikitin“ (seit 2001)
(Alberto Iriondo)

Ska-P (ausgesprochen [ɛs.ˈka.pe]) ist eine spanische Skapunk-Band aus Vallecas, Madrid.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Ska-P wurde 1994 in Madrid gegründet. Gemäß Bandlegende war es eine prophetische Erscheinung in Gestalt eines streunenden, dreibeinigen Katers namens López, die zur Entstehung dieser Musikgruppe führte. Dieser Kater ist noch heute das Symbol und Maskottchen der Gruppe.

Der Bandname wird als „eskape“ ausgesprochen und ist ein Wortspiel aus „escape“ (wörtlich übersetzt: „Flucht“ oder „entfliehen Sie!“) und der Musikrichtung Ska-Punk.

Ska-P begann als reine Hobbyband und pendelte sich stilistisch schnell auf Ska-Punk mit sozialkritischen Texten ein. Angeprangert werden u. a. Gewalt, soziale Kälte, Stierkämpfe, das Verbot von Marihuana/Drogen, Zeitarbeitsfirmen, Globalisierung, Kriege und die Konsumgesellschaft, was jedoch nicht dem bekannten Babylon-System entspricht, da sie strikt anti-religiös sind. Politisch geben sich die Bandmitglieder als Anarchisten und Anti-Kapitalisten. Zudem setzen sich die Mitglieder sowohl in den Texten ihrer Lieder, als auch bei öffentlichen Äußerungen für die wirtschaftliche Unabhängigkeit Lateinamerikas ein. Trotz der im Grundsatz anti-kapitalistischen Haltung veröffentlicht die Band ihre Alben auf dem Major-Label BMG und weist dabei insbesondere in Spanien auch große kommerzielle Erfolge auf. Inzwischen ist Ska-P die bekannteste spanische Skapunk-Band. Ska-P erlangte zwischenzeitlich auch in Italien, Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Österreich sowie in Lateinamerika einen hohen Bekanntheitsgrad.

Durch ihre große Bekanntheit verhalfen Ska-P auch anderen Bands, wie den Asesinos Cereales zu einer größeren Fangemeinde. Bei Konzerten in Deutschland spielten sie auch häufig als Vorgruppe bekannterer Bands wie Sondaschule und Die Toten Hosen.

Aufgrund des Liedes „Intifada“ wird Ska-P von einigen linken Gruppen in Deutschland Antisemitismus vorgeworfen.[1] [2][3] Dieser Vorwurf wird bereits in dem Lied, das auf dem 2002 erschienenen Album ¡¡Que Corra La Voz!! enthalten ist, implizit zurückgewiesen, zum einen durch die explizite Verurteilung des Holocaust, zum anderen durch folgende Textpassage:

«No confundas mi postura soy atéo y no creo en ningun diós. No diferencio a las personas por su raza, su cultura o su mierda de religión. Solo condeno el sufrimiento, la injusticia y el abuso de poder. Palestina es sometida a la mas terca de las guerras, la opulencia de Israel.»

„Versteht mich nicht falsch, ich bin Atheist, glaube an gar keinen Gott, Ich bewerte Menschen nicht nach Rasse, Kultur oder Religion, Ich verurteile lediglich Leid, Ungerechtigkeit und Machtmissbrauch, Palästina leidet unter dem schlimmsten aller Kriege, der Ausbeutung durch Israel“[4][5]

Trennung und Wiedervereinigung[Bearbeiten]

Am 14. Oktober 2005 gab die Band auf ihrer Website bekannt, dass sie nach 11 Jahren Bandbestehen für eine unbestimmte Zeit pausieren werde. Am 12. Oktober 2007 gab Pulpul auf der offiziellen Ska-P Homepage bekannt, dass die Band plant, wieder gemeinsam zu proben.

“Sometime next year there might be a new record, but only if things work out.”

„Irgendwann nächstes Jahr gibt es vielleicht ein neues Album, aber nur wenn alles gut läuft.“[6]

Joxemi spielt zurzeit bei No Relax und hat mit diesen bereits zwei Alben veröffentlicht, während Pipi mit The Locos am 9. Mai 2006 in Spanien und am 2. Juni 2006 in Deutschland das Album „Jaula de Grillos“ veröffentlichte. Die Musik von The Locos kommt der von Ska-P sehr nahe, da teilweise Lieder verarbeitet wurden, die zunächst für Ska-P geschrieben wurden. Kogote veröffentlichte mit dem Projekt „No Roots“ einige Lieder, jedoch bisher kein Album.

Ende 2007, einige Wochen nach der Ankündigung, einen neuen Versuch als Band zu starten, veröffentlichten alle Bandmitglieder einen Brief an ihre Fans auf der Website der Band. Hiermit verkündete die Band die Rückkehr von Ska-P. Pipi wollte zunächst bei seiner neuen Band The Locos bleiben, da er es als unfair betrachtete, seine neuen Bandkollegen im Stich zu lassen und war folglich gegen eine Rückkehr von Ska-P. Jedoch fand sich eine Lösung, bei der Pipi sowohl bei The Locos, als auch bei Ska-P spielen kann. Somit konnten Ska-P in voller Besetzung zurückkehren.

Im Herbst 2008 wurde das zuvor angekündigte Studioalbum „Lágrimas y Gozos“ (dt. Übersetzung etwa: „Tränen und Freuden“) veröffentlicht. Es folgten Konzerte u. a. auch im deutschsprachigen Raum.

Diskographie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

  • Ska-P (AZ Records) - 1994
  • El vals del obrero (RCA Records) - 1996
  • Eurosis (RCA Records) - 1998
  • Planeta Eskoria (RCA Records) - 2000
  • ¡¡Que Corra La Voz!! (RCA Records) - 2002
  • Lágrimas y Gozos (RCA Records) - 2008
  • 99% (Warner) - 2013

Live-Alben[Bearbeiten]

  • Incontrolable (CD+DVD) - 2004
  • En Concierto (CD, nur in Frankreich) - 2009

Singles[Bearbeiten]

  • Cannabis (El vals del obrero) - 1996
  • Ñapa Es (El vals del obrero) - 1996
  • Paramilitar (Eurosis) - 1998
  • Planeta Eskoria (Planeta Eskoria) - 2000
  • Derecho de Admisión (Planeta Eskoria) - 2000
  • Crimen Sollicitationis (Lágrimas y Gozos) - 2008
  • Canto a la rebelión (99%) - 2013
  • Se Acabó (99%) - 2013

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.sds-muenster.de/index.php?option=com_content&view=article&catid=11:diskussion&id=82:gegen-die-antisemitische-disko&Itemid=24
  2. http://www.labandavaga.org/offener-brief-die-veranstalterinnen-des-ska-p-konzerts
  3. http://jugendantifahalle.blogsport.de/2008/12/12/nazipunkas/
  4. http://www.magistrix.de/lyrics/Ska-P/Intifada-29163.html
  5. http://www.golyr.de/ska-p/songtext-intifada-476139.html
  6. http://www.ska-p.net/en/index2.php?task=noticias&r_pi=203&r_pi2=3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ska-P – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien