Skandinavische Halbinsel

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Skandinavische Halbinsel
Gewässer Ostsee, Nordsee, Europäisches Nordmeer, Barentssee

Geographische Lage

63° 0′ 0″ N, 14° 0′ 0″ O6314Koordinaten: 63° 0′ 0″ N, 14° 0′ 0″ O
Skandinavische Halbinsel (Europa)
Skandinavische Halbinsel
Fläche ca. 800.000 km²dep1 w3
Die Skandinavische Halbinsel (politische Grenzen um 1888)

Die Skandinavische Halbinsel ist eine Halbinsel Europas, die von Schonen im Süden bis zum Nordkap im Norden reicht. Im Westen befindet sich die norwegische Fjordküste, im Süden die großen Seen (Vänern, Vättern). Vorgelagert befinden sich kleine Felsinseln, die Schären. Auf der skandinavischen Halbinsel befinden sich Norwegen und Schweden und der Großteil des nördlichen Finnland. Eine nördliche Grenze zur Halbinsel Kola und dem finnischen Lappland muss willkürlich angenommen werden.

Der Name ist abgeleitet von dem Begriff Skandinavien, der kulturell meist Dänemark, Schweden und Norwegen umfasst. Dieser Name wiederum ist abgeleitet von dem Namen Skåne, dem südlichsten Teil der Halbinsel der heute zu Schweden gehört, aber bis ins 17. Jahrhundert zu Dänemark gehörte und die ursprüngliche Heimat der Dänen ist.

Die Skandinavische Halbinsel ist die größte Halbinsel Europas, das selber Halbinsel von Eurasien ist. Jedoch ist dies schwer zu beurteilen, weil die Grenzen der jeweiligen Halbinseln individuell gezogen werden. Europa hat einige größere Halbinseln wie die italienische, die iberische und den Balkan. Während der Eiszeiten bildeten die Britischen Inseln eine weitere europäische Halbinsel. Zu manchen Zeiten war Skandinavien keine Halbinsel. Während der Eiszeiten sank der Meeresspiegel so stark, dass die Ostsee, der Bottnische Meerbusen und der Finnische Meerbusen verschwanden. Staaten, die sie heute umgeben, einschließlich Deutschland, Polen, die baltischen Staaten und Skandinavien waren direkt durch Land verbunden.

Die Geographie von Skandinavien[Bearbeiten]

Die Skandinavische Halbinsel in Relation zu dem größeren Fennoskandinavien

Die Skandinavische Halbinsel ist rund 1850 Kilometer lang mit einer variierenden Breite von etwa 370 bis 805 Kilometern. Das Skandinavische Gebirge definiert in der Regel die Grenze zwischen Norwegen und Schweden. Die Halbinsel wird von mehreren Gewässern begrenzt, einschließlich:

Die höchste Erhebung war Glittertind in Norwegen mit 2.470 m über dem Meeresspiegel, aber seit der Gletscher am Gipfel teilweise geschmolzen ist, ist mit 2.469 m Galdhøpiggen, ebenfalls in Norwegen, die höchste Erhebung. Diese Berge haben auch die größten Gletscher auf dem europäischen Festland, Jostedalsbreen.

Etwa ein Viertel der Skandinavischen Halbinsel liegt nördlich des Nördlichen Polarkreises, sein nördlichster Punkt befindet sich am Nordkap nahe der Stadt Hammerfest.

Das Klima in Skandinavien variiert von Tundra (Köppen: ET) und subarktisch (Dfc) im Norden, mit kühlem Westküstenklima (Cfc) im Nordwesten erreichen die Küstengebiete nördlich von Lofoten, zu feuchtem Kontinentalklima (Dfb) in dem zentralen Abschnitt, und der Westküste (Cfb) im Süden und Südwesten.[2] Die Region ist reich an Holz, Eisen, Kupfer und verfügt über das beste Ackerland in Schweden. Große Erdöl- und Erdgasvorkommen vor Norwegens Küste wurden in der Nordsee und dem Atlantik gefunden.

Die Großteil der Bevölkerung der Skandinavischen Halbinsel lebt im südlichen Teil, der agrarwirtschaftliche Region ist. Die größten Städte der Halbinsel sind in absteigender Reihenfolge Stockholm, Oslo, Göteborg, Malmö und Bergen.

Einwohner[Bearbeiten]

Die erste verzeichnete menschliche Präsenz in dem südlichen Gebietes der Halbinsel und Dänemark datiert vor 12 000 Jahren[3]. Als die Eisschilde nach der letzten Eiszeit abtauten, konnte sich die Tundra mit ihren typischen Bewohnern in die nunmehr eisfreien Gebiete ausdehnen. So zogen die Menschen, die sich damals von der Rentierjagd ernährten, den großen Rentierherden hinterher. Das Klima erwärmte sich allmählich und begünstigte das Wachstum von Nadelbäumen zuerst, darauf das von Laubwäldern, die Tiere wie Auerochsen mit sich brachten. Gruppen von Jäger-Fischer-Sammlern begannen das Gebiet von der Mittelsteinzeit an (8200 v. Chr.) bis zum Aufkommen der Landwirtschaft in der Jungsteinzeit (3200 v. Chr.) zu besiedeln.

Der nördliche und zentrale Teil der Halbinsel ist teilweise von Samen bewohnt, oft bezeichnet als „Lappen“ oder „Lappländer“. In den frühesten verzeichneten Phasen besetzten sie die arktischen und subarktischen Regionen, wie auch den zentralen Teil der Halbinsel südlich bis Dalarna in Schweden. Sie sprechen die Samischen Sprachen, eine nicht-Indoeuropäische Sprache der Uralischen Familie, welche verwandt ist mit Finnisch und Estnisch. Die anderen Bewohner der Halbinsel, nach den Aufzeichnungen aus dem neunten Jahrhundert, wo die Norweger die Westküste Norwegens, die Dänen den Süden und Westen des heutigen Schwedens, die Schweden in der Region um die Mälaren so wie ein großer Teil der östlichen Meeresküste Schwedens und Västergötlands und Östergötlands bewohnten, sprachen einander nahe Dialekte einer Indo-Europäischen Sprache, Altnorwegisch. Obwohl die politischen Grenzen sich im Laufe der Zeit verschoben haben, sind die Nachkommen dieser Bevölkerung immer noch die dominierende Bevölkerung im frühen 21. Jahrhundert.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nordic FAQ Geography of Sweden
  2. Glossary of American climate terminology in terms of Köppens classification
  3. Tilley, Christopher Y. Ethnography of the Neolithic: Early Prehistoric Societies in Southern Scandinavia, p. 9, Cambridge University Press. 2003. ISBN 0-521-56821-8
  4. Sawyer, Bridget and Peter: Medieval Scandinavia: from conversion to Reformation, circa 800-1500 1993, ISBN 0-8166-1738-4.