Skorenovac

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Скореновац
Skorenovac
Wappen fehlt
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Skorenovac (Serbien)
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Basisdaten
Staat: Serbien
Provinz: Vojvodina
Okrug: Okrug Južni Banat
Opština: Opština Kovin
Koordinaten: 44° 46′ N, 20° 54′ O44.76472222222220.90444444444473Koordinaten: 44° 45′ 53″ N, 20° 54′ 16″ O
Höhe: 73 m. i. J.
Einwohner: 2.501 (2002)
Telefonvorwahl: (+381) 013
Postleitzahl: 26228
Kfz-Kennzeichen: KO
Struktur und Verwaltung
Gemeindeart: Siedlung
Sonstiges
Schutzpatron: Heilige Stephan
Stadtfest: 20. August

Skorenovac (serbisch-kyrillisch Скореновац; deutsch: Skorenowatz; ungarisch: Székelykeve) ist ein Dorf in der Gemeinde Kovin, in der nordserbischen Provinz Vojvodina.

Geographie[Bearbeiten]

Die nächsten größeren Orte sind Kovin (ca. 6 km), Smederevo (ca. 17 km), Pančevo (ca. 30 km) und Belgrad (ca. 46 km).

Geschichte[Bearbeiten]

Allgemeine Geschichte[Bearbeiten]

Skorenovac

Zwischen 1869 und 1886 existierte ein Dorf namens Gyurgyova-Rádayfalva (Đurdevo) zwischen Banatski Brestovac und der Donau. 1869 wohnten dort 396 Menschen. Die ursprüngliche Ansiedlung erfolgte durch ungarische Familien (Palóc) aus Banatsko Novo Selo (ung.: Újfalu), Jermenovci (ung.: Ürményháza), Sándorfalva. Ab 1883 kam es zum Zuzug Szeklern mit insgesamt 645 Familien und etwa 2.000 Personen.

Im Jahr 1886 wurde die Bevölkerung des Dorfes in das heutige Skorenovac und Ivanovo umgesiedelt. Grund für die Umsiedlung war die Überflutung der Donau und die damit zusammenhängende jährliche Vernichtung von Grund und Boden im Dorf. Das Dorf von Skorenovac (zu jener Zeit Székelykeve genannt) wurde 1886 zur Zeit von Franz Joseph I. gegründet. In der Zeit der Dorfansiedlung befand sich das Gebiet im Komitat Torontál im Königreich Ungarn. Im Jahr 1888 hatte das Dorf 506 Häuser und 1910 hatte es 685 Häuser. Ab 1912 gehörte es zum Komitat Temes.

Die Mehrheit der ursprünglichen Siedler waren Szekler, welche aus der Bukowina kamen. Und auch mehrere deutsche Familien aus Plandište (deutsch: Zychidorf) und Pločica und einige bulgarische Familien aus Dudeștii Vechi (ung.: Óbesenyö, deutsch: Altbeschenowa, Banater Bulgarisch: Stár Bisnov) siedelten sich im gleichen Zeitraum in Skorenovac an.

Seit 1918 gehörte das Dorf zum neu gebildeten Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, das 1929 in Königreich Jugoslawien umbenannt wurde.

Historische Namen des Dorfes und der Gegend[Bearbeiten]

Standardkarte von Skorenovac

Historische Namen der Gegend:

  • Zkorenovetz Terra (1412)
  • Zkorenocz Puszta
  • Villa Regalis (1428)

Historische Namen des Dorfes:

  • Nagygyörgyfalva (1883 bis 1886)
  • Székelykeve (1886 - 1922)
  • Skorenovac (seit 1922)
  • Skorenowatz (veraltet im Deutschen)

Wirtschaft, Religion und Schulpan[Bearbeiten]

Im Jahr 1885 kam der erste dauerhafte Lehrer ins Dorf Gyurgyova und 1886 nach Skorenovac. Sein Name war János Mischel. 1886 war der erste Richter und Bürgermeister von Skorenovac Ágoston Kollár (1886−1890).

Im Jahr 1889 wurde der Bau der Schule beendet. Die Lehrer in der Schule waren: Johan Steiner (Schulleiter und Lehrer), János Mischel (Lehrer), Ottlilia Müller (Lehrerin) und Etelka Somogyi (Lehrer). Im Schuljahr 1905/1906 hatte die Schule 561 Schüler. Die Grundschule ging in dieser Zeit bis zur 6. Klasse. Die Mitglieder der Schulbehörde in den 1930er-Jahren waren Imre Lászlo, Mihály Feher, Francz Wintergerst, Bóna Boszilkov, József Medgyessy und András Varga.

Am 18. Dezember 1892 wurde eine Kirche (römisch-katholisch) errichtet. Der erste Pfarrer war Ferenc Deleme (1892–1898). Am 25. November 1894 wurde der Bauern-Gläubiger-Verband gegründet; er hatte 71 Mitglieder; Präsident war Fr. Ferenc Deleme. Am 6. Oktober 1895 erfolgte die Gründung einer Bibliothek, die 50 Mitglieder hatte. Präsident war Ferenc Deleme, obwohl János Hajagos der Bibliothekar war. Im Jahr 1898 war der erste Arzt im Dorf Dr. József Klein. Ein Jahr später, 1899, wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet; dessen Präsident war Kirchgäsner Johan und der Brandmeister war Johan Mischel. Die Feuerwehr hatte 60 Mitglieder. Ein weiteres Jahr später, 1900, kam Dr. Edét Urbanek, der erste beständige Arzt, im Dorf an.

Im Jahr 1906 wurde der Jägerbund mit 14 Mitgliedern ins Leben gerufen. Gründer waren Gyula Szabatka und Dezsö Töry. 1912 erfolgte die Eröffnung der ersten motorisierten Großen Mühle, Besitzer war Katalin Rüger. Die Mühle lief bis in die Mitte der 1970er-Jahre, als sie geschlossen wurde. Am 27. April 1913 wurde die Gemeinschaft des Verbraucherbundes gegründet. Präsident war Wikel Aladár und der Bund hatte 128 Mitglieder. Im selben Jahr öffnete ein Gütergeschäft.

Im Jahr 1924 begann das Rote Kreuz mit humanitärer Arbeit, aber die offizielle Gründung der Organisation war 1931. Die Organisation hatte 57 Mitglieder; ihr Präsident war Dr. Imre László. 1925 wurde der Kulturbund (ung.: Kultúrszövetség) gegründet. Bis 1948 war er als KUD Petofi Sándor bekannt. 1932 erfolgte die Gründung des Handwerkerbundes mit Bircsák András, ein Schuster, als Präsident.

Am 14. Juni 1932 wurde der Fußball-Club Kék Duna (kyrillisch Plavi Dunav) gegründet. Präsident war Milivoj Durkin und Vize-Präsident Dr. Imre László. Spieler waren: Antal Fazekas, János Szirák, Stanko Erdeljan, József Borsós, János Brasnyó, József Boszilkov, Hubert Pubi, István Kiss, Imre Galac, Tamás Jung, Dezsö Kovacevic, István Urbán, Imre Komáromi, János Migléci, Mile Perić, Duro Stanisavljević und Slavko Ivkov.

Bevölkerung und ethnische Gruppen[Bearbeiten]

Tabelle 1[Bearbeiten]

1910 4541 Ungarn 73,31 % Deutsche 11,94 % Bulgaren 9,69 % Slowaken 2,53 % Serben 1,26 %
1921 4195 Ungarn 81,83 % Bulgaren 10,27 % Deutsche 7,34 % Serben 0,36 % Slowaken 0,05 %
1948 4465 Ungarn 84,46 % Bulgaren 11,22 % Serben 3,18 % Deutsche 0,70 % Slowaken 0,05 %
1991 3213 Ungarn 80,36 % Serben 9,40 % Jugoslawen 3,36 % Bulgaren 2,53 % Deutsche 0,15 %
2002 2501 Ungarn 86,71 % Serben 5,47 % Bulgaren 2,99 % Jugoslawen 1,04 % Deutsche 0,07 %


Tabelle 2[Bearbeiten]

Jahr 1869 1875 1880 1900 1910 1915 1921 1931 1936
Einwohner 396 N.D. 298 3399 4541 4486 4195 4099 4366
Haushalte N.D. 265 N.D. 664 853 N.D. 847 927 N.D.
Jahr 1939 1942 1948 1953 1961 1971 1981 1991 2002
Einwohner 4271 4464 4465 4403 4306 4021 3731 3213 2501
Haushalte N.D. 1020 1069 1105 1143 1119 1328 1086 N.D.

Graphik[Bearbeiten]


Entwicklung der Einwohnerzahl

Herkunft der Székely-Siedler[Bearbeiten]

Weinberg, Skorenovac
Wiese von Skorenovac

Die Namen der Dörfer in der Bukowina, von wo die Székely-Siedler kamen, sind (in Ungarn mit ihrer rumänischen Äquivalenz): Istensegits (rum.: Țibeni), Fogadjisten (rum.: Iacobești), Hadikfalva (rum.: Dornești), Józseffalva (rum.: Vornicenii Mici) und Andrásfalva (rum.: Măneuți). Die Dörfer gehören heute zum rumänischen Kreis Suceava; die nächstgrößeren Orte sind Rădăuți und Botoșani.

Die Szekler, welche sich in Skorenovac, Ivanovo und Vojlovica ansiedelten, waren ursprünglich vom Dorf Madéfalva (rum: Siculeni) im Bezirk von Csik (Harghita), (Siebenbürgen), heute in Rumänien.

Berühmte Dorfbewohner[Bearbeiten]

Zoltán Dani, der ethnisch ungarische Befehlshaber einer serbischen Fliegerabwehrbatterie, welcher eine getarnte United States Air Force F-117 vom Typ Nighthawk abgeschossen hat, die einzige F-117, die jemals in einem Gefecht verloren ging.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Abbildung des Dorfes[Bearbeiten]

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Verschiedene Bilder vom traditionellen Alltagsleben[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Skorenovac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Referenzen[Bearbeiten]

  • Gyula Szabatka: Skorenovac története, R. Oberläuter, Kovin 1936.
  • Jovan Erdeljanović, Srbi u Banatu, Novi Sad 1992.
  • Slobodan Ćurčić, Broj stanovnika Vojvodine, Novi Sad 1996.
  • Mgr. Erős Lajos, Adalékok a Zrenjanini-Nagybecskereki Egyházmegye történetéhez, 1993. (Additamenta ad historiam Diocesis Zrenjaninensis-Nagybecskerekensis)