Sleepy LaBeef

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Sleepy LaBeef (* 20. Juli 1935 in Smackover, Arkansas, als Thomas Paulsley LaBeff) ist ein US-amerikanischer Rockabilly-Musiker. LaBeef startete seine Karriere Mitte der 1950er-Jahre und steht bis heute regelmäßig auf der Bühne. Sein Repertoire erstreckte sich in seiner Karriere von Country-Musik und Rockabilly über Blues bis hin zum Gospel. Seit den 1980er-Jahren wird LaBeef in der Rockabilly-Gemeinde als lebende Legende angesehen.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

LaBeef wurde in der französisch-stämmigen Gemeinde Smackover, Arkansas, geboren. Er wuchs auf der Melonenfarm seiner Eltern auf, wo er vor allem vom Country und Blues beeinflusst wurde. Ein weiterer starker Einfluss war der Gospel, den LaBeef später in Interviews immer wieder als Inspiration angab. Samstagabends hörte er regelmäßig die Grand Ole Opry, die über WSM live aus Nashville, Tennessee, gesendet wurde. Seinen Spitznamen „Sleepy“ bekam er, da seine Augenlider stark herunterhängen und er so aussieht, als würde er gleich einschlafen.

Karriere[Bearbeiten]

Anfänge als Rockabilly[Bearbeiten]

1953 zog LaBeef mit 18 Jahren von Arkansas nach Houston, Texas. Nachdem er sich mit Gelegenheitsarbeiten durchgeschlagen hatte, begann er, als Gospel-Musiker im lokalen Radio aufzutreten. Schnell begann er mit einer eigenen Band in Bars und Honky Tonks zu spielen. Kurz danach gab LaBeef erste Auftritte in den Shows Houston Hometown Jamboree aus Houston und dem Louisiana Hayride aus Shreveport, Louisiana.

I'm Through, 1957

Ab 1954 begann der „Rockabilly-Boom“ sich in den Südstaaten auszubreiten. LaBeef erinnert sich daran, als er das erste Mal Elvis Presleys Cover von Blue Moon of Kentucky hörte: „[I] heard that old southern gospel beat. They just put secular lyrics to that same beat. And even without the gospel lyrics, it still had so much power, it just overwhelmed people.[1] LaBeefs voluminöse und tiefe Stimme schien perfekt zu diesem neuen Stil zu passen und bereits 1956 machte LaBeef erste Demoaufnahmen im Gold Star Studio. Die ersten Titel, die er einspielte, waren die Gospel-Stücke I Won’t Have to Cross Jordan Alone und Just a Closer Walk with Thee mit Bill Quinn an der Orgel. Gegen Ende des Jahres nahm er mit Charlie Busby (E-Gitarre) und Wendall Clayton (Bass) den Song All the Time auf, der aber erst fast ein Jahr später veröffentlicht wurde. Mit seinem neuen Gitarristen und Manager Hal Harris nahm er I’m Through und All Alone auf, die im Mai 1957 als seine erste Single bei Pappy Daileys Starday Records erschienen.

Nachdem seine zweite Single bei Starday im September 1957 erschien, begann LaBeef für einige Zeit bei Dixie Records aktuelle Country-Hits für ihre „Hitparade EPs“ einzuspielen. Zwischen 1960 und 1964 war er bei verschiedenen kleinen Labels wie Gulf Records, Crescent Port Records, Wayside Records, Finn und Picture Records unter Vertrag.

1964-1968: Nashville Sound[Bearbeiten]

Go Ahead on Baby

1964 nahm LaBeef in der Kneipe Wayside Inn einen Anruf von Don Law entgegen, der ihm einen Vertrag bei dem großen Majorlabel Columbia Records anbot. LaBeef unterschrieb und zog 1965 nach Nashville. Dort fand am 5. März desselben Jahres seine erste Aufnahme-Session im Columbia Recording Studio statt. Die Hintergrundband bestand an diesem Tag aus den erfahrenen Studiomusikern Ray Edenton (Gitarre), Deam Needham (Gitarre/Bass), Joseph Zinkan (Bass), Hargus „Pig“ Robbins (Klavier) und Virgil Hammer (Schlagzeug). Von den vier eingespielten Songs dieser Session wurde nur die Ballade Completely Destroyed zwei Jahre später veröffentlicht. Seine erste Single bei Columbia wurde You Can't Catch Me / Everybody's Got to Have Somebody, veröffentlicht 1965. Erst seine sechste Single bei Columbia Every Day aus dem Jahre 1968 schaffte es in die Charts auf Platz 73.

LaBeefs Repertoire bei Columbia bestand vor allem aus zeitgenössischen Country-Stücken sowie einigen alten Rhythm-and-Blues-Nummern, von denen eine ganze Reihe von Columbia nicht veröffentlicht wurden. Während LaBeef vor 1964 vor allem gradlinigen Rock'n'Roll spielte, veränderte sich sein Stil in dieser Periode Richtung Country. Diese Mischung aus Rock'n'Roll, Country und Pop war schlecht zu vermarkten. LaBeef äußerte sich in einem Interview später dazu wie folgt: „[..] But so many times, I've had people say, 'We don't know how to market you, we don't know what to call you.'[2] Aufgrund des geringen Erfolges verlängerte Columbia LaBeefs Vertrag nicht.

1969-1980: Plantation- und Sun-Ära[Bearbeiten]

Nachdem LaBeef zu Shelby Singletons Label Plantation Records gewechselt war, schaffte er es mit dem Frankie-Miller-Song Blackland Farmer auf Platz 67 der Country-Charts. Es sollte sein größter Hit bleiben.

Mitte der 1970er-Jahre wechselte LaBeef zum Label Sun Records, dass mittlerweile ebenfalls Shelby Singleton gehörte. Sun brachte in den 1950er-Jahren mit Elvis Presley, Carl Perkins, Roy Orbison, Johnny Cash und anderen Sängern stilprägende Platten heraus und hatten somit den Rockabilly begründet. LaBeef kehrte hier zu seinen Rockabilly-Wurzeln zurück und hatte mit Songs wie Thunder Road, There Ain’t Much After Taxes oder Boogie Woogie Country Girl weitere kleine Hits. Diese Songs bildeten die Grundlage für LaBeefs späteren Ruhm innerhalb der Rockabilly-Szene. Bei Sun hatte LaBeef auch weitaus mehr künstlerische Freiheiten, als bei Columbia ein Jahrzehnt zuvor. Er durfte auf seinen Aufnahmen endlich wieder selbst Gitarre spielen und konnte einige Gospel-Songs aufnehmen, auch wenn diese nicht veröffentlicht wurden.

Rockabilly Revival[Bearbeiten]

Das Rockabilly-Revival, das ab 1977 langsam heraufzog, gab LaBeef ein neues Publikum, vor allem auch in Europa. Obwohl er auch vorher schon eine intensive Tour-Aktivität pflegte, waren es jetzt seine energiegeladenen Auftritte, die ihm populär machten. Er spielte auf Veranstaltungen in den USA und Europa wie dem Hemsby Rock’n’Roll Weekend und unterzeichnete 1981 einen Vertrag bei Rounder Records. Dort veröffentlichte er sein Album It Ain’t What You Eat, gefolgt von dem Live-Album Nothin‘ But The Truth, das dem Hörer einen Eindruck seiner Bühnenpräsenz vermittelte.

In den 1990er-Jahren folgten weitere Alben wie Strange Things Happening (1994), I’ll Never Lay My Guitar Down (1996) sowie Tomorrow Never Comes (2000), das mit Maria Muldaur aufgenommen wurde. Im selben Jahr schaffte LaBeef es mit Detour wieder in die Charts.

Gegenwart[Bearbeiten]

LaBeef ist weiterhin ein fester Bestandteil der internationalen Rockabilly-Szene und gibt Konzerte auf der ganzen Welt. In jüngerer Zeit spielte er auf bekannten Veranstaltungen wie dem Viva Las Vegas Rockabilly Festival, dem Rockabilly Rave (in den USA und UK) sowie auf der Rocker’s Reunion. Trotzdem ist LaBeef weniger der breiten Öffentlichkeit bekannt, sondern gilt in der Rockabilly-Gemeinde als „lebende Legende“.

Im März 2009 veröffentlichte LaBeef sein erstes Studioalbum seit vier Jahren, das den Titel Roots trägt. Entgegen seinem üblichen Stil interpretiert er hier Songs, die ihn in bestimmter Weise beeinflusst haben. Dabei legte er seinen harten Rockabilly-Stil ab und arbeitete viel mit akustischen Instrumenten.[3]

Am 21. April 2013 fand die Premerie des Dokumentarfilms Sleepy LaBeef Rides Again auf dem Nashville Film Festival statt. Produziert von Bassist Dave Pomery und kommentiert von Musikjournalist Peter Guralnick, dokumentiert der Film LaBeefs Karriere sowie Ausschnitte aus einem Konzert in Nashville und einer Aufnahmesession im RCA Studio B. Der Film erschien zusammen mit einer CD bei Earwave Records auch auf DVD.

Diskographie[Bearbeiten]

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Plattenfirma
1957 I’m Through / All Alone Starday 45-292
1957 I’m Through / All Alone Starday-Mercury 71112x45
1957 All The Time / Lonely Starday-Mercury 71179x45
1958 Dixie 530
1958
  • Guess Things Happen That Way
  • Crying Over You (von Country Johnny Mathis)
  • It's a Little More Like Heaven (von „Country“ Johnny Mathis)
  • Color of the Blues (von George Jones)
  • What This Old World Needs (von Jimmy Dean)
  • Nothing Can Stop Me (von George Jones)
Dixie 533
1960 Found Out / Can’t Get You Out of My Mind Gulf G-62760/1
1961 Turn Me Loose / Ridin’ Fence Crescent Prod. 102
1962 Ride on Josephine / Walkin’ Slowly Wayside 1651/2
1963 Tore Up / Lonely Wayside 1653/4
1963 Drink Up and Go Home / Teardrops on a Rose Finn 1690/1
1963 Ride On Josephine / Lonely Picture 1937
1965 You Can’t Catch Me / Everybody’s Got to Have Somebody Columbia 4-43452
1966 A Man In My Position / Drinking Again Columbia 4-43709
1966 I’m Too Broke / I Feel a Lot More Like I Do Now Columbia 4-43875
Schneider / Sure Beats the Heck Outta Settlin' Down Columbia 4-44068
Go Ahead on Baby / Completely Destroyed Columbia 4-44261
1968 If I Go Right I'm Wrong / Every Day Columbia 4-44455
Asphalt Cowboy / Got You on My Mind Plantation P-66
1971 Blackland Farmer / Got You On My Mind Plantation PL-74
1974 Thunder Road / Thunder Road Sun 1132 (Promo)
1976 There Ain't Much After Taxes / There Ain't Much After Taxes Sun 1134 (Promo)
1978 Good Rockin' Boogie / Good Rockin' Boogie Sun 1137 (Promo)
Unveröffentlichte Titel
1956
  • Baby, Let’s Play House
  • Don’t Make Me Go
Starday
1957
  • I Ain't Gonna Take It
  • Little Bit More (Version 1)
  • Little Bit More (Version 2)
Starday
1963
  • Somebody’s Been Beating My Time
  • Shame, Shame, Shame

Alben[Bearbeiten]

  • 1974: The Bull’s Night Out
  • 1976: Western Gold
  • 1978: Rockabilly 1977
  • 1978: Beefy Rockabilly
  • 1979: Early, Rare and Rockin’ Sides
  • 1979: Downhome Rockabilly (Sun Records)
  • 1979: Downhome Rockabilly (Charley Records)
  • 1979: Rockabilly Heavyweight (mit Dave Travis)
  • 1979: Sleepy LaBeef and Friends (Ace Records)
  • 1979: Sleepy LaBeef and Friends (Ace-Chiswick Records)
  • 1980: Early, Rare and Rockin’ Sides (Wiederveröffentlichung)
  • 1980: Downhome Rockabilly (Wiederveröffentlichung)
  • 1981: It Ain’t What You Eat
  • 1992: Nothin’ But The Truth
  • 1994: Strange Things Happen
  • 1995: The Human Jukebox
  • 1996: I’ll Never Lay My Guitar Down
  • 1996: Larger Than Life (6 CD-Box, Werkausgabe)
  • 1997: A Rockin’ Decade
  • 1999: Flyin’ Saucer Rock’n’Roll: The Very Best Of Sleepy LaBeef
  • 1999: The Bulls’s Ride Out & Western Gold
  • 2000: Tomorrow Never Comes
  • 2001: Rockabilly Blues
  • 2001: Road Warrior
  • 2008: Sleepy Rocks
  • 2009: Roots
  • 2013: Sleepy LaBeef Rides Again (DVD/CD)

Quellen und Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rockabilly Hall of Fame
  2. Martin Hawkins: Sleepy Rocks (2008), S. 20; Bear Family liner notes
  3. Sleepy LaBeef: Roots - New CD out Now

Weblinks[Bearbeiten]