Sonny Barger

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Sonny Barger (* 8. Oktober 1938 in Modesto, Kalifornien; eigentlich Ralph Hubert Barger) ist Mitglied des Motorradclubs Hells Angels und Gründungsmitglied des Chapters Oakland, bei den Hells Angels als Charter bezeichnet.[1]

Leben[Bearbeiten]

Barger wuchs zusammen mit seiner älteren Schwester in ärmlichen Verhältnissen unter der Obhut seines alkoholkranken Vaters in Oakland (Kalifornien) auf. Seine Mutter hatte die Familie verlassen, als Barger vier Monate alt war.

1955 fälschte er seine Geburtsurkunde, um in die US Army eintreten zu können, nach 18 Monaten flog diese Fälschung auf und Barger wurde wieder entlassen. Er kaufte sich ein günstiges Motorrad aus den vom Zweiten Weltkrieg übrig gebliebenen Beständen der US-Army und gründete, inspiriert durch den Film The Wild One (mit Marlon Brando), den Motorradklub „The Oakland Panthers“. Da dieser Klub eher aus Wochenendfahrern bestand, suchte er bald den Kontakt zu anderen Motorradklubs in Kalifornien, die zum Teil miteinander verfeindet waren. 1957 gelang es Barger, einige Klubs unter dem Namen Hells Angels zu vereinigen.

Unter seiner Führung wuchs die Gruppe stetig und breitete sich auf Kalifornien, die USA und später weltweit aus. Die Mitglieder der ersten Stunde verstanden sich als „Underdogs“, die sich in überwiegender Mehrheit durch Gelegenheitsarbeiten über Wasser hielten. Der geflügelte Totenkopf wurde zum Symbol der Gruppe.

Seit 1960 machte die Gruppe zunehmend durch exzessive, häufig gewalttätige Auftritte von sich reden. Barger kam wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt und verbrachte einige Jahre im Gefängnis. 1969 war Barger mit seinen Hells Angels als Ordner bei einem Rockkonzert der Rolling Stones auf dem kalifornischen Altamont Speedway (Altamont Free Concert) beschäftigt, in dessen Verlauf der 18-jährige Meredith Hunter von einem Hells Angel erstochen wurde, nachdem er mit einer gezogenen Schusswaffe in Richtung der Bühne zielte. Die Vorgänge sind in dem dokumentarischen Musikfilm Gimme Shelter festgehalten. Barger war an der Tat nicht beteiligt und wurde auch nicht angeklagt.

1979 wurde der RICO Act gegen ihn angewendet, um insbesondere den Drogen- und Waffenhandel der Fraktion der Hells Angels in Oakland zu unterbinden. Es kam zu einem Freispruch.[2]

1982 erkrankte der starke Raucher an Kehlkopfkrebs, so dass der Kehlkopf entfernt werden musste und Barger seine Stimme verlor. Über ein Tracheostoma lernte er mühsam wieder sprechen.

Aufgrund des für seine Krankheit günstigeren Klimas zog Barger nach Cave Creek bei Phoenix (Arizona) um und eröffnete eine Motorradwerkstatt, wo er mit Frau und Tochter lebt. Er unternimmt regelmäßig Reisen in die ganze Welt, um die lokalen Charter (hiermit sind die örtlichen Hells-Angels-Zweigstellen gemeint) zu besuchen.

2005 heiratete er seine vierte Frau Zorana.

2010 hatte er einen Gastauftritt im Finale der dritten Staffel sowie 2011 in der vierten und 2012 in der fünften Staffel der Fernsehserie Sons of Anarchy.[3]

Werke[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. HISTORY. The founding of the Hells Angels Motorcycle Club. In: Hells Angels Motorcycle Club World. HELLS ANGELS MC, abgerufen am 10. April 2014 (HTML, englisch).
  2. Klaus von Lage: Organized Crime Research. In: Book Review Section. 2000 (Rezension von Sonny Bargers Autobiographie Hell's Angel; abgerufen am 14. November 2010).
  3. Maureen Ryan: Hells Angel Sonny Barger to Guest on ‘Sons of Anarchy’ and Creator Kurt Sutter on the Season So Far; AOL.TV, Meldung vom 9. November 2010; letzter Zugriff am 10. Juni 2011.