Sopdu

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Sopdu in Hieroglyphen
Altes Reich
M44 G13

Mittleres Reich
M44 G12

Neues Reich
M44 G43 A40

Sopdu
Spdw
Die Scharfen, Die Spitzen
Sopdu.jpg
Darstellung von Sopdu mit hoher Federkrone, Was-Zepter (rechte Hand), Anch-Zeichen und Shemset-Waffe (linke Hand)

Sopdu war ein altägyptischer Gott der östlichen Wüste.

Hintergrund[Bearbeiten]

Er galt als „Herr der Fremdländer“ (vgl. Hyksos) und gab diese unter die Herrschaft des ägyptischen Königs (Pharao). Hauptkultort war der Ort Hut-nebes im 20. unterägyptischen Gau. Zusätzlich wird Sopdu als Bezwinger von Apophis und „Herr über die nordöstlichen Rebellen des Hathor-Tempels“ genannt. Seine Verehrung ist auch in Edfu und den Grenzbereichen von Nubien belegt.

Sopdu bildete als Sohn von Sopdet und Sah eine mit Osiris, Isis sowie Horus vergleichbare Triade.

In den Pyramidentexten wird Sopdu als Morgenstern Venus genannt. Sopdu wird falkengestaltig dargestellt und war zugleich der Name von Behedeti und Schu, weshalb er in der Spätzeit zu Hor-Sopdu verschmolz.

Titel[Bearbeiten]

Im Mittleren Reich werden die „Zähne der Verstorbenen“ mit Sopdu gleichgesetzt, die nach dem Tod „vor ihn treten mussten“. Auch war Sopdu einer der vier Götter, die den heiligen Schrein befestigten und „Veranlasser des Ruderns von Nut, wenn die Stunde vor der Sehtpenes-Stunde beginnt.“[1]

Im Verlauf der griechisch-römischen Zeit galt Sopdu als Chronokrat der Periode Schemu I im Sothis-Kalender, dem Beginn der Ernte. Infolge der jahreszeitlichen Verschiebung wanderte sein Tag im bürgerlichen Kalender vom 29. Achet IV über 16. Peret III bis zum 25. Schemu I.

In der Schreibung des Alten Reiches setzt sich der Name 'Sopdu' aus der Hieroglyphe
M44
mit der Bedeutung 'scharf, spitz' und dem 3. Person Plural Suffix
G13
zusammen.

'Sopdu' bedeutet also 'Die Scharfen' oder 'Die Spitzen'. [2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Richard H. Wilkinson: The complete gods and goddesses of ancient Egypt. Thames & Hudson, London/ New York 2003, ISBN 0500051208, S. 211. (Deutscher Titel: Die Welt der Götter im Alten Ägypten - Glaube, Macht, Mythologie - übersetzt von Thomas Bertram. Theiss, Stuttgart 2003, ISBN 3-8062-1819-6.)
  2. Yves Bonnefoy, Wendy Doniger: Greek and Egyptian Mythologies. University of Chicago Press, Chicago 1992, ISBN 0-226-06454-9, S. 221.