Spice (Droge)

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Spice Diamond

Spice ist die Verkaufsbezeichnung für eine Droge, die aus synthetischen Cannabinoiden sowie verschiedenen getrockneten Pflanzenteilen besteht. Verwendung findet Spice insbesondere als Ersatz für Cannabisprodukte. Laut Hersteller (die Londoner Firma Psyche Deli) soll die berauschende Wirkung auf der Kombination bestimmter natürlicher Inhaltsstoffe beruhen. In verschiedenen Analysen konnten jedoch mehrere synthetische cannabinoidmimetische Wirkstoffe (CP-47,497, JWH-018, HU-210[1][2]) nachgewiesen werden. In verschiedenen Ländern wurden deshalb seit Dezember 2008 Verbotsverfahren eingeleitet, unter anderem in Österreich und Deutschland ist seitdem der Handel mit Spice verboten.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Inhaltsstoffe

Spice besteht laut Hersteller aus einer Vielzahl verschiedener, teilweise recht exotischer Kräuter[3], denen mitunter psychoaktive Eigenschaften nachgesagt werden.[4] Tatsächlich wurde aber bei Probenahmen keine Übereinstimmung mit den angegebenen Pflanzen gefunden.[5]

Bei dem für den Rausch verantwortlichen Hauptwirkstoff handelt es sich nach Angaben des BKA um eine Modifikation des synthetischen Cannabinoids CP-47,497.[6] Zusätzlich ist der von John W. Huffman an der Clemson University entwickelte synthetische cannabinoidmimetische Wirkstoff JWH-018 enthalten.[7] Diese Stoffe binden an Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn und lösen einen Rauschzustand aus. Ihre pharmakologische Potenz ist deutlich höher als die von THC.[8] JWH-018 ist strukturell anders aufgebaut als Tetrahydrocannabinol, so dass übliche Drogentests für den Nachweis einer Intoxikation mit Cannabinoiden ein negatives Ergebnis liefern. Die Reinheit der Inhaltsstoffe im Endprodukt Spice ist ungeklärt, ebenso die genaue Wirkung und Umwandlung der synthetischen Zusätze im Stoffwechsel des menschlichen Körpers.[9]

Weiters sind noch Aromastoffe enthalten, über deren tatsächliche Zusammensetzung noch wenig bekannt geworden ist.

Spice wird in den Sorten Silver, Gold, Diamond, Tropical Synergy, Arctic Synergy und Genie angeboten. Laut Hersteller unterscheiden diese sich in der Intensität, wobei Diamond als die stärkste Sorte gilt. Wie Analysen zeigen, unterscheiden sich die verschiedenen Sorten nicht nur in Trägerkraut und Aromatisierung, sondern auch in den verwendeten Wirkstoffen, die in unterschiedlichen Konzentrationen und teilweise auch kombiniert beigemengt sind.[10]

[Bearbeiten] Anwendung

Spice wird als Räucherwerk gehandelt, aber hauptsächlich zur Aufnahme in gerauchter Form verwendet. Auf der Verpackung wird lediglich davor gewarnt, die Mischung als Tee zuzubereiten oder zu verzehren.[3]

[Bearbeiten] Rechtliche Situation

[Bearbeiten] Deutschland

Die in Spice enthaltenen Wirkstoffe CP-47,497 und JWH-­018 sind aufgrund der Zweiundzwanzigsten Betäubungsmittelrechts­-Änderungsverordnung[11] seit 22. Januar 2009 illegal und werden nun schärfer kontrolliert. Durch ihre Eintragung in die Anlage II des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) sind sie als verkehrsfähige, aber nicht verschreibungsfähige Betäubungsmittel eingestuft.[11][12] Beschränkt auf ein Jahr ist somit jede Form der unerlaubten Herstellung, des Handels und Besitzes untersagt.[13] Damit ist der Umgang mit Spice ohne Erlaubnis grundsätzlich strafbar. Weitere Informationen sind im Hauptartikel Betäubungsmittelrecht in Deutschland zu finden.

[Bearbeiten] Österreich

Da der Wirkstoff JWH-018 dazu dient, bei Anwendung am oder im menschlichen Körper die Beschaffenheit, den Zustand oder die Funktionen des Körpers oder seelische Zustände zu beeinflussen, unterliegt Spice § 1 Abs. 1 Z 5 des Arzneimittelgesetzes, wodurch Handel und Weitergabe in Österreich verboten sind. Dies teilte das österreichische Gesundheitsministerium am 18. Dezember 2008 in einer Aussendung mit.[14] Bis dahin war der Handel nicht verboten.

Das Verbot wurde am 18. Dezember 2008 zunächst für 14 Tage erlassen und am 7. Jänner 2009 dauerhaft gemacht. Die „Inverkehrbringung“ der Substanz wurde gestoppt, die Händler angewiesen, noch vorhandene Bestände aus dem Sortiment zu nehmen.[15] [16]

[Bearbeiten] Schweiz

In der Schweiz unterliegt Spice den Vorschriften der Tabakverordnung (Verordnung vom 27. Oktober 2004 über Tabakerzeugnisse und Raucherwaren mit Tabakersatzstoffen (Tabakverordnung, TabV) und ist verboten.[17]

[Bearbeiten] Luxemburg

Besitz, Verkauf und Konsum von Spice sind seit dem 4.5.2009 offiziell verboten.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Lab Results Confirm CBP in Ohio Discover Synthetic Narcotics in Incense Packets (engl.)
  2. R. Mechoulam, J.J. Feigenbaum: Towards cannabinoid drugs. In: Progress in Medicinal Chemistry. 24Elsevie B.V., 1987, S. 159-207. doi:10.1016/S0079-6468(08)70422-3
  3. a b Voll auf dem Bio-Trip. Zeit Online (27. November 2008). Abgerufen am 30. Dezember 2008.
  4. Christian Rätsch: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen: Botanik, Ethnopharmakologie und Anwendung, Aarau: AT Verlag 2001, 5. Auflage
  5. Stellungnahme zu Spice. Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (18. Dezember 2008). Abgerufen am 30. Dezember 2008.
  6. Hauptwirkstoff von „Spice“ identifiziert. Pressemitteilung BKA, 19.01.2009 (abgerufen 19.01.2009)
  7. Christian Steup. Untersuchung des Handelsproduktes „Spice“. (PDF). THC Pharm GmbH. Abgerufen am 30. Dezember 2008.
  8. Betäubungsmittel: Modedroge "Spice" wird im Januar verboten. Welt Online (30. Dezember 2008). Abgerufen am 30. Dezember 2008.
  9. Spice & JWH-018 – Worte der Warnung. Pierre Markuse (18. Dezember 2008). Abgerufen am 14. Januar 2009.
  10. Volker Auwärter, Sebastian Dresen, Wolfgang Weinmann, Michael Müller, Michael Pütz, Nerea Ferreirós: 'Spice' and other herbal blends: harmless incense or cannabinoid designer drugs?. In: Journal of Mass Spectrometry. John Wiley & Sons, Ltd.2009. doi:10.1002/jms.1558
  11. a b 22. BtMÄndV vom 19. Januar 2009, BGBl I Nr. 3 vom 21. Januar 2009 S. 49 f.
  12. Harald Hans Körner: Betäubungsmittelgesetz (Beckscher Kurzkommentar), S. 42ff in Verbindung mit Einleitung und Kommenraten zu §1BtMG, München: C.H. Beck 1994, ISBN 3406369243
  13. Pressemitteilung des Bundesministerium für Gesundheit vom 21.01.2009: Modedroge "Spice" ist verboten!
  14. Kräutermischung „Spice“ wird verboten. ORF.at (18. Dezember 2008). Abgerufen am 30. Dezember 2008.
  15. Kräutermischung "Spice": Gesundheitsministerium stoppt Handel. derStandard.at (18. Dezember 2008). Abgerufen am 30. Dezember 2008.
  16. Spice-Verbot: Auf den Wirkstoff kommt es an. derStandard.at (11. Januar 2009). Abgerufen am 6. April 2009.
  17. Sven Siebenand. Modedroge Spice: Das legale Marihuana. Pharmazeutische Zeitung online. Abgerufen am 30. Dezember 2008.

[Bearbeiten] Weblinks

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