Stabskapitän

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Der Stabskapitän, bei der Kavallerie auch Stabsrittmeister, ist ein historischer militärischer Dienstgrad, der im preußischen und russischen Heer verwendet wurde. Er lag zwischen dem Premierleutnant (später Oberleutnant) und dem Hauptmann/Rittmeister. Eine andere Bezeichnung war Kapitänleutnant (Capitain-Lieutenant). Er vertrat den eigentlichen Hauptmann und Kompaniechef häufig in dessen Abwesenheit.

Das konnte allerdings auch dauerhaft sein, wenn dieser meist adlige Hauptmann z. B. gar kein „Interesse“ an der Kompanieführung hatte - aber aus Prestige- und Statusgründen auf den Dienstgrad „Hauptmann“ und das Tragen der Uniform im Rahmen der Kompaniewirtschaft angewiesen war.

In den deutschen Armeen des 18. Jahrhunderts waren der Oberst und die übrigen Stabsoffiziere eines Regiments meist jeweils Inhaber einer Kompanie innerhalb des Regiments und bezogen neben ihrem Dienstgrundgehalt die damals bedeutenden Einkünfte der Inhaberstellung, während diejenigen Offiziere, die die Kompanie tatsächlich führten, den Titel Stabskapitän innehatten und ein vergleichsweise sehr geringes Einkommen hatten.

In der Bayerischen Armee entsprach der Hauptmann II. Klasse dem Stabskapitän.[1]

Kaiserlich Russische Armee[Bearbeiten]

Schulter­klappe bis 1917
Dienstgradrangfolge aufsteigend
Niedrigerer Rang:
Porutschik

Lesser Coat of Arms of Russian Empire.svgCoat of arms Kolchak 1919.jpg
Stabskapitän
Höherer Rang:
Hauptmann

Im russischen Heer war der Stabskapitän ein Dienstgrad zwischen dem Hauptmann und dem Leutnant.
Die äquivalenten Ränge dazu lauten:

  • Kavallerie - Stabsrittmeister (russisch Stabsrotmistr)
  • Kosakenarmee - Unterjesaul/ Jesaul Stellvertreter (ru: Podesault)

Siehe dazu auch:

Deutscher Seegrenzschutz[Bearbeiten]

Im von 1951 bis 1956 bestehenden Seegrenzschutz der damaligen Bundesrepublik Deutschland gab es den Dienstgrad „Stabskapitän im BGS“, der dem Korvettenkapitän entsprach.

Literatur[Bearbeiten]

  • N. Ogarkow u. a.: Sowetskaja wojennaja enziklopedija: „Taschkent“ - Jatscheika strelkowaja. Wojenisdat, Moskau 1978, S. 536. (russisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hermann Rumschöttel, Karl Bosl (Hrsg.): Das Bayerische Offizierskorps 1866–1914. Beiträge zu einer historischen Strukturanalyse Bayerns im Industriezeitalter. Band 9. Institut für Bayerische Geschichte an der Universität München. Duncker & Humblot. Berlin 1974. ISBN 3-428-02836-8. S. 15f.