Stabsoffizier

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Stabsoffiziere der Bundeswehr (StOffz) und Schweizer Armee (Stabs Of) sind eine Dienstgradgruppe innerhalb der Laufbahn der Offiziere. Sie umfassen die Dienstgrade Major, Oberstleutnant und Oberst. In der Deutschen Marine sind es Korvettenkapitän, Fregattenkapitän und Kapitän zur See, im Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr Oberstabsarzt, Oberfeldarzt und Oberstarzt.

Verwendungen[Bearbeiten]

Die Bezeichnung entstammt der Verwendung in Stäben; Stabsoffiziere kommandieren aber auch Einheiten und vor allem Truppenverbände:

  • Ein Major führt in der Regel die erste Kompanie (Stabs- und Versorgungskompanie) eines Bataillons oder die Stabskompanie auf Regiments-/Brigade-/Divisionsebene; es ist aber auch in einigen Ämtern der Bundeswehr möglich, dass der Dienstposten des Kommandant Stabsquartier durch einen Major oder Oberstleutnant besetzt wird.
  • Der Kommandeur eines Bataillons bekleidet i. d. R. den Dienstgrad Oberstleutnant.
  • Der Kommandeur eines Regiments bekleidet i. d. R. den Dienstgrad Oberst.

Die Stabsoffizierdienstgrade werden in der Regellaufbahn frühestens nach einer zehnjährigen Dienstzeit als Offizier erreicht (ZDv 20/7 Nr. 119).

Auswahl und Ausbildung[Bearbeiten]

In der Bundeswehr kann ein Hauptmann (bzw. Kapitänleutnant oder Stabsarzt) zum Stabsoffizier, d.h. zum Major (bzw. Korvettenkapitän oder Oberstabsarzt) befördert werden, wenn ihm ein entsprechend dotierter Dienstposten übertragen wurde, er die Mindestdienstzeiten erfüllt und den Stabsoffizierslehrgang (SOL) an der Führungsakademie der Bundeswehr erfolgreich absolviert hat.[1]

Es besteht auch die Übernahmemöglichkeit für Seiteneinsteiger mit dem Dienstgrad Major bei vorhandenem Bedarf und Vorliegen bestimmter Voraussetzungen, z. B. ein bestandenes Zweites Juristisches Staatsexamen oder eine Promotion. Human-, Zahn- und Tiermediziner mit zweitem medizinischen Staatsexamen sowie Pharmazeuten mit bestandenen zweiten Abschnitt der pharmazeutischen Prüfung können in die Laufbahn der Sanitätsoffiziere übernommen werden, Approbierte bestimmter Fachrichtungen auch in die Laufbahn des Truppenoffiziers mit wissenschaftlicher Vorbildung.

Besonders geeignete Hauptleute werden in einer Auswahlkonferenz für den Lehrgang Generalstabsdienst/Admiralstabsdienst ausgewählt. Der Lehrgang Generalstabsdienst/Admiralstabsdienstnational ist der anspruchsvollste Lehrgang der Führungsakademie. Jedes Jahr im Herbst beginnt ein neuer Lehrgang. Er dauert zwei Jahre und steht einhundert deutschen und ausländischen Soldaten aus Heer, Luftwaffe, Marine und Zentralem Sanitätsdienstes und des Geoinformationsdienstes der Bundeswehr offen. [2]

Stabsoffiziere der Bundeswehr sind in der Regel Akademiker. Ein Offizier des militärfachlichen Dienstes kann theoretisch den Rang eines Stabshauptmanns bzw. Stabskapitänleutnant ebenfalls A13 erreichen. Ein besonders leistungsstarker Offizier des militärfachlichen Dienstes kann nach einer langen militärischen Stehzeit, mehrmaligen herausragenden dienstlichen Beurteilungen und erfolgreichen Bestehen des Stabsoffizerslehrgang (SOL) an der Führungsakademie der Bundeswehr ebenfalls die Ebene Stabsoffizier erreichen. Für diese Offiziere ist eine Anerkennung ihres langen militärischen und zivilfachlichen Werdeganges auf der Ebene Bachelor geplant, um so den akademischen Anspruch an den Offizier normativ zu hinterlegen. Für diese Gruppe ehemaliger Offiziere OffzMilFD Offizier des militärfachlichen Dienstes ist der Lehrgang Generalstabsdienst/Admiralstabsdienstnational aufgrund des Altersbandes und differenzierten Verwendungsaufbaus im System Bundeswehr nicht vorgesehen.

Trivia[Bearbeiten]

„Ich habe Sie zum Stabsoffizier gemacht, damit Sie wissen, wann Sie nicht gehorchen sollen.“

Friedrich II. (Preußen)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lehrgänge und Seminare an der FüAk
  2. Führungsakademie der Bundeswehr