Steinmetz Opel Tuning

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Steinmetz Commodore A  3000 GS Motorsport Gruppe II

Steinmetz Commodore A 3000 GS Motorsport Gruppe II
Fahrzeugdaten
Modell: Steinmetz Commodore A 3000 GS Gruppe II
Hubraum: 2990 cm³
Hub: 69,8
Bohrung: 95,4
Max. Drehmoment: 305 Nm bei 6100/min
Gemischaufbereitung: drei Weber-Doppelflachstromvergaser
Getriebe: Fünfgang-Renngetriebe
Leergewicht: 1070 kg
Leistungsgewicht: 3,5 kg/PS
Bremse: innenbelüftete Scheiben rundum
Höchstgeschwindigkeit je nach Hinterachsübersetzung
Beschleunigung 0–100 km/h 5,3 Sekunden
Preis (1970) ca. 45.000 DM*
* der inflationsbereinigte Kaufpreis ~ x 5.

Steinmetz Opel Tuning ist seit den 1970er Jahren ein Tuner für Opel-Modelle.

Steinmetz-Automobiltechnik GmbH[Bearbeiten]

Die von Klaus A. Steinmetz gegründete Steinmetz-Automobiltechnik GmbH, Sportzentrum für Opel-Fahrzeuge mit Sitz in Rüsselsheim, verfügte schon in den frühen 1970er Jahren über ein umfassendes Straßenzubehörprogramm.

Rennsport[Bearbeiten]

Für den Motorsport wird aus dem Hause Opel in den Jahren 1970 bis 1971 ein Commodore A mit 2784-cm³-Motor, Doppelvergasern und serienmäßigen 107 kW bei 5200/min ausgeliefert. Es handelt sich um den Sechszylinder aus den großen Opelmodellen (KAD), welchen die Opel-Tuner Irmscher und Steinmetz auf 250 PS und mehr Leistung bringen. Besonders die mächtigen gelb-schwarzen Steinmetz Opel Commodore lehren die BMW-Coupés, Porsche 911 und Ford Capri RS überall auf den Rennstrecken das Fürchten. Schließlich bietet Opel sogar eine speziell auf die Bedürfnisse der umbauwilligen Motorsportler zugeschnittene Variante, den 2800 GS Motorsport an:

  • zweitürige Limousine
  • Sportgetriebe, eng gestuft
  • direkteres Lenkgetriebe
  • Sperrdifferential
  • Schalensitze vorn
  • Verbundglas-Frontscheibe (im Gegensatz zum üblichen ESG)
  • Motorhaube und Kofferdeckel aus GFK.

Auch dem Gewicht rückt man schon ab Werk zu Leibe:

  • Heck- und Seitenscheiben bestehen aus Plexiglas
  • Kotflügelverbreiterungen aus GFK
  • Zier- und Anbauteile hat man gleich weggelassen, nur die Eckzierleisten waren noch montiert,
  • Innenverkleidungen der Türen Leichtbauvariante
  • Heizung nicht eingebaut.

Für den weiteren Aufbau verweist man an die einschlägigen Tuningbetriebe Steinmetz – und Irmscher. Hier wird den Autos mit gewohnter Gründlichkeit zu Leibe gerückt:

  • Sportfahrwerk mit kürzeren Federn, anderen Aufhängungsgummis und härteren Dämpfern
  • Hinterachswattgestänge (das Wattgestänge verleiht der Hinterachse eine sehr exakte und stabile Führung, ein „Versetzen“ wird fast völlig verhindert).
  • unterschiedlichste, auf den jeweiligen Einsatz angepasste Achsübersetzungen
  • Rennbremsen belüftet vorn und hinten (Diplomat-V8-Hinterradbremse), Alusättel vorn,
  • Kotflügelverbreiterungen,
  • breitere Felgen und Reifen,
  • 120-Liter-Tank,
  • Vorderachsabstützung vorn,
  • Fusina-Sportlenkrader in verschiedenen Varianten,
  • Überrollbügel oder Überrollkäfig,
  • Doppelstoßdämpfer an der Hinterachse,
  • asymmetrische Führungsgelenke vorn für Negativsturz,
  • Unibal-gelagerte Zugstrebe,
  • verstärkte Stabilisatoren,
  • Fächerkrümmer.
  • ab 1971: ZF-Getriebe, Fünfgang 0,87
  • ab 1971: Querstromkopf
  • ab 1971: Trockensumpfschmierung.

Auch den Motor konnte man nach Lust und Kapazität des Geldbeutels aufarbeiten lassen. Kein Wunder, dass die getunten Commodore bald auf allen erdenklichen Rennstrecken zu Hause waren. 1977 stellte die Fa. Steinmetz-Automobiltechnik die Tätigkeit im Tuningbereich ein.

Steinmetz GmbH[Bearbeiten]

Auch 1993 war für viele Interessierte der Name „Steinmetz“ immer noch der Inbegriff für Opel-Tuning in den 1970er Jahren, neben „Irmscher“, dem markeneigenen Rivalen.

Dies nutzte die Kohl-Gruppe aus, mit Klaus Steinmetz gründete sie 1993 die neue Steinmetz GmbH mit Sitz in Aachen und kaufte die Namensrechte, um so mit einem restaurierten Wagen einen „schnellen Start“ bei den Opel-Freunden hinzulegen.

So wurde ein originaler Steinmetz-Opel Commodore A Gruppe B GS 3000 aus dem Jahr 1971 (Auto von Rennfahrer Hans-Wilhelm Ridder) restauriert, der auf der IAA 1993 wieder wie in den 70er Jahren ein großes Interesse auf die neu gegründete Firma Steinmetz lenken konnte.

Bei der Restaurierung wurden einige Veränderungen vorgenommen, die mit dem originalen Steinmetz Commodore nicht viel gemeinsam haben. Der Wagen wurde mit Hilfe der Karosserie eines Rekord C neu aufgebaut. Die Originalkarosse des „Ridder“-Fahrzeuges verschwand im Schrottcontainer. Der restaurierte Steinmetz Opel Commodore half erheblich dabei, Emotionen bei den vielzähligen Besuchern und Fachleuten zu wecken. An der Erinnerung an die glorreichen Zeiten eines Opel Commodore im Motorsport konnte kaum jemand vorbeigehen. Außerdem präsentierte man erste neue Produkte. Daneben wurde ein zukünftiges Sportprojekts mit dem Steinmetz-Opel Astra FIA Klasse II gezeigt.

Inzwischen schied Klaus Steinmetz wieder aus. 2006 sind alle Steinmetz-Teile TÜV-geprüft und über die Opel-Vertragshändler erhältlich.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Steinmetz - Ein Leben für den Motorsport, Klaus Steinmetz, Oliver Steinmetz, Heel Verlag (2007), ISBN 3-898-80829-7
  • Opel GT Motorsport 1968-1975, Stefan Müller, Detlef Kurzrock, Maurice Van Sevecotte, Petrolpics Verlag (2008), ISBN 978-3-940306-04-3

Weblinks[Bearbeiten]