Sterlet

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen britischen U-Boot siehe HMS Sterlet (N22).
Sterlet
Sterlet (Acipenser ruthenus), Zeichnung

Sterlet (Acipenser ruthenus), Zeichnung

Systematik
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Knorpelganoiden (Chondrostei)
Ordnung: Störartige (Acipenseriformes)
Familie: Störe (Acipenseridae)
Gattung: Acipenser
Art: Sterlet
Wissenschaftlicher Name
Acipenser ruthenus
Linnaeus, 1758

Der Sterlet (Acipenser ruthenus) ist eine kleine Störart, die 40 bis 60 Zentimeter groß wird, mit einer maximalen Länge von 100 Zentimetern. Er gehört zur Familie der Störe (Acipenseridae).

Merkmale[Bearbeiten]

Der Sterlet besitzt einen schlanken Körper mit einem unterständigen, vorstreckbaren Maul. Er hat eine dunkelgraue bis braune Grundfärbung, der Bauch ist gelblich bis weiß mit rotem Schimmer.

Ausstellung „Subaqueous Vltava“, Prag

An der leicht aufwärts gebogenen Schnauze befinden sich vier gefranste, gleich lange Barteln in einer Querreihe, die bis zum vorderen Mundrand reichen. Er besitzt insgesamt fünf Reihen von Knochenplatten als Körperbedeckung: 11 bis 17 elfenbeinfarbige Rückenschilder mit scharfen Kamm und Haken sowie 60 bis 70 Seitenschilder, die von der Schwanzwurzel bis zum Kiemendeckel reichen. 16 bis 18 der Knochenplatten sitzen zwischen den Brust- und den Bauchflossen. In der Haut gibt es noch ganz kleine Schüppchen.

Die Schwanzflosse ist wie bei allen Stören asymmetrisch aufgebaut (heterocerk), wobei der obere Teil länger als der untere ist. Die Rücken- und die Afterflosse befinden sich im letzten Viertel des Körpers.

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Sterlet lebt in Flüssen im Einzugsgebiet des Kaspischen, Schwarzen, Asowschen und Nordpolarmeeres sowie in Flüssen und Seen Nordrusslands und einigen Zuflüssen der Ostsee. In der Donau dringt er bis Bayern vor. Durch Besatz findet man ihn mittlerweile auch in einigen Baggerseen in Mitteleuropa. Ins Meer selbst wandert er nicht.

Lebensweise[Bearbeiten]

Der Sterlet ist ein Fließgewässer liebender (rheophiler) Bodenbewohner, der auch gelegentlich im Brackwasser vorkommt. Die laichreifen Sterlets ziehen im April bis Juni die Flüsse hinauf, wo sie auf Kies laichen. Dabei kann ein Weibchen mehr als 10.000 Eier ablegen, die an Steinen festkleben. Die Brut wird, nachdem sie nach vier bis fünf Tagen geschlüpft ist, von der Strömung fortgetragen. Nach etwa 3 bis 5 Jahren sind die Männchen und nach 7 bis 9 Jahren die Weibchen geschlechtsreif.

Der Sterlet ernährt sich vorwiegend von Wirbellosen wie Würmern, Schnecken, Insektenlarven und Kleinkrebsen. Im Winter sucht der Fisch tiefere, ruhige Zonen auf.

Systematik[Bearbeiten]

Der Sterlet ist eine von 21 Arten der Gattung Acipenser,[1] darunter vor allem die beiden ebenfalls in europäischen Gewässern anzutreffenden Stör (A. sturio) und dem Waxdick (A. gueldenstaedti).

Gefährdung[Bearbeiten]

Vor allem ein Rückgang der Laichplätze, die zu starke Befischung sowie die Verschmutzung der Gewässer haben zu einem starken Rückgang der Bestände des Sterlet geführt. Er steht auf der Roten Liste der IUCN in der Kategorie 1 und 2 „vom Aussterben bedroht“[2] und ist durch das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen geschützt.

Der Sterlet wird heute mancherorts in Aquakultur gehalten und gezüchtet. Der Laich wird in Russland zu Kaviar verarbeitet.

Belege[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nach ITIS
  2. Acipenser ruthenus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2009. Eingestellt von: Sturgeon Specialist Group, 1996. Abgerufen am 22. Oktober 2009

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Vilcinskas: Fische. Mitteleuropäische Süßwasserarten und Meeresfische der Nord- und Ostsee. BLV, München 2000, ISBN 3-405-15848-6, Seite 58.
  • Wilhelm Marinelli, Anneliese Strenger: Acipenser ruthenus L. Deuticke, Wien 1973 (Vergleichende Anatomie und Morphologie der Wirbeltiere. Teil 4).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sterlet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien