Strela-3

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Strela-3

SA-14 missile and launch tube.jpg

Allgemeine Angaben
Typ: Schultergestützte Boden-Luft-Rakete
Heimische Bezeichnung: 9K34 Strela-3
NATO-Bezeichnung: SA-14 Gremlin
Herkunftsland: Sowjetunion 1955Sowjetunion Sowjetunion
Hersteller: Konstruktionsbüro KBM, Kolomna
Entwicklung: 1970
Indienststellung: 1974
Einsatzzeit: Im Dienst
Technische Daten
Länge: 1,42 m
Durchmesser: 72 mm
Gefechtsgewicht: 10,3 kg
Spannweite: 305 mm
Antrieb: Feststoff-Raketentriebwerk
Geschwindigkeit: 430-470 m/s
Reichweite: 4,3 km
Dienstgipfelhöhe: 3,0 km
Ausstattung
Lenkung: Trägheitsnavigationsplattform
Zielortung: Passiv IR, 3,5−5,0 µm Bandbreite
Gefechtskopf: 1,8 kg Splittergefechtskopf
Zünder: Aufschlagzünder
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SA-14 Gremlin ist der NATO-Codename für eine schultergestützte Kurzstrecken-Boden-Luft-Rakete. aus sowjetischer bzw. russischer Produktion. Der GRAU-Index lautet 9K34 Strela-3" (russisch Стрела-3 ‚Pfeil‘).

Entwicklung[Bearbeiten]

Die 9M36 Strela-3 (SA-14) wurde in der Sowjetunion als Nachfolgerin der 9K32 Strela-2 (SA-7 Grail) entwickelt. Bereits früh war klar geworden, dass die Schwachstelle der Strela-2 ihr Suchkopf und die Empfindlichkeit gegenüber Abwehrmaßnahmen waren. Ab 1970 wurde daher die Strela-3 (SA-14) entwickelt und 1974 bei der Sowjetarmee eingeführt. Die SA-14 wird von Bodentruppen zur Verteidigung gegen Hubschrauber und Bodenangriffsflugzeuge eingesetzt. Sie wird von zwei Soldaten bedient (Schütze, Feuerleitender) und verfolgt ihre Ziele mittels Infrarot-Wärmesuchkopf.

Hauptunterschied zur SA-7 ist vor allem der neue Suchkopf, der eine bessere Zielerfassung und -verfolgung garantieren und die Schwachstellen des Vorgängermodells minimieren sollte. Die SA-14 stellt damit neben den Folgemodellen SA-16 und SA-18 eine der größten Bedrohungen für Kampfhubschrauber und Bodenangriffsflugzeuge (wie Fairchild-Republic A-10 oder Suchoi Su-25) dar, da sie leicht transportiert und von jedem Soldaten abgefeuert werden kann, was ihre Bekämpfung erschwert.

Durch den passiven Wärmesuchkopf kann die Rakete, anders als Radar-gestützte Systeme, ohne verräterische vorherige Signale gestartet werden, denn ihre Rauchspur ist für Piloten meist die erste Warnung. Moderne Hubschrauber verfügen daher oft über mehrere am Rumpf angebrachte IR- oder UV-Sensoren, die die Rauchspur solcher Raketen mittels Wärme- oder ultraviolette Strahlung erfassen sollen, so dass dann zum Beispiel (teilweise automatisiert) Täuschkörper ausgestoßen werden können. Ein Großteil der im Irak abgeschossenen oder beschädigten US-Hubschrauber und Flugzeuge gehen auf Beschuss durch Strela-3 und verwandte Modelle zurück. Die von den Amerikanern an die afghanischen Mudschaheddin gelieferte amerikanische Stinger, eine ähnlich aufgebaute modernere Lenkwaffe, war wiederum für einen Großteil der sowjetischen Verluste von Hubschraubern in Afghanistan verantwortlich.

Technik[Bearbeiten]

Bei der Strela-3 9K34 (SA-14) handelt es sich um ein schultergestütztes Flugabwehrsystem, das aus den drei folgenden Hauptkomponenten besteht:

  • 9P59 – Werfer und Zielerfassungssystem (Raketenbehälter, Startvorrichtung)
  • 9P51 – Wärmebatterie und Gasbehälter (dienen der Energieversorgung und Kühlung des Raketensuchkopfes zwecks Zielerfassung)
  • 9M36-Rakete

Die Strela-3 ist eine passive Infrarot-Rakete: Der stickstoffgekühlte Suchkopf der Rakete erfasst Wärmequellen wie Abgasrohre, Propellermotoren und Turbinen und lenkt den Flugkörper in die Wärmequelle und somit das Ziel. Der verbesserte Suchkopf der Strela-3 (SA-14) erlaubt Angriffe aus breiteren Winkeln als dies bei der Strela-2 der Fall war. Außerdem wurde die Empfindlichkeit des Suchkopfes gegnerischen Abwehrmaßnahmen gegenüber gesenkt, indem beispielsweise optische Filter eingebaut wurden, die Täuschkörper herausfiltern und somit eine höhere Trefferwahrscheinlichkeit gewährleisten. Weitere Unterschiede zum Vorgängermodell sind das reduzierte Gewicht und der größere Gefechtskopf.

Die Strela-3 (SA-14) kann Luftziele effektiv in einem Höhenbereich von 10-3.000 Metern und Entfernungen von 600-4.300 Metern bekämpfen.

Einsatz[Bearbeiten]

Am 20. September 2002 startete eine irakische MiG-23 von der Basis Al Bakr und wich während eines Übungseinsatzes mit Bomben vom Kurs ab. Der Pilot unternahm den Versuch, den Maqar-al-Thartar-Palast zu attackieren, wo sich Saddam Hussein zu dieser Zeit aufhielt. Die Leibgarde verhinderte die Attacke und schoss den Jet mit einer SA-14 MANPADS ab.

Im November 2003 wurde eine SA-14 auf eine Frachtmaschine Airbus A300 der DHL abgefeuert, kurz nachdem diese vom Flughafen in Bagdad abgehoben hatte. In etwa 2.400 Metern Höhe traf die Strela-3 den Winglet an der linken Tragfläche, beschädigte die Vorflügel sowie den A1-Tank und verursachte einen Brand. Ein Druckverlust auf den drei Hydrauliksystemen führte zum kompletten Verlust der Steuerung. Trotzdem gelang es der Besatzung, das Flugzeug nur durch Regelung der Schubverhältnisse der Triebwerke zurück zur Landebahn zu steuern und es dort, wenngleich nach einer Bruchlandung, unverletzt zu verlassen. Der Vorfall erlangte in Fliegerkreisen hohe Aufmerksamkeit.[1][2]

Im Frühjahr 2007 wurden Berichte bekannt, wonach im Irakkrieg zunehmend US-Hubschrauber gezielt angegriffen wurden, wobei zuletzt SA-14 zum Einsatz gekommen seien, während man bisher allenfalls die älteren SA-7 in den Händen der Aufständischen vermutet hatte. Die Waffen seien aus früheren Ostblock-Ländern über Syrien in die Hände irakischer Kämpfer geraten, was auch Stimmen aus der früheren, nun verbotenen Baath-Partei angekündigt hatten.

Verbreitung[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe Flight Safety Foundation: Criminal Occurrence description
  2. siehe AFP-Meldung: Civilian plane hit by missile over Baghdad vom 22. November 2003

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Sergei I. Petukhov, Shestov I.V.: History of design and development of missile systems and military systems of AAW of Russian Land Forces. VPK Publishing, 1998.

Weblinks[Bearbeiten]