Sumbe

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Sumbe
Sumbe (Angola)
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Koordinaten 11° 9′ S, 13° 54′ O-11.15311111111113.899083333333Koordinaten: 11° 9′ S, 13° 54′ O
Basisdaten
Staat Angola

Provinz

Cuanza Sul
Município Sumbe
Comuna Sumbe
Fläche 5100 km²
Einwohner 305.802 (2013)
Dichte 60 Ew./km²
Politik
Bürgermeister Neto Makandumba
Am Strand von Sumbe
Am Strand von Sumbe

Sumbe (bis 1975: Novo Redondo) ist die Hauptstadt der Provinz Cuanza Sul in Angola. Laut offiziellen jedoch veralteten Listen hat sie unter 40.000 Einwohnern.

Geschichte[Bearbeiten]

Sumbe wurde am 7. Januar 1769 durch den portugiesischen Militär und Kolonialverwalter, den Capitão Mor de Muxima José Rodrigues gegründet. Vorausgegangen war eine Entscheidung des Gouverneurs Angolas Inocêncio de Sousa Coutinho, der 1768 eine Gruppe Ingenieure beauftragte, einen geeigneten Ort zur Gründung des Ortes zu bestimmen. Der Ort wurde Novo Redondo genannt (dt.: Neues Redondo, unter Bezugnahme auf den portugiesischen Ort Redondo). 1785 erhielt der Ort eine steinerne Festung, 1811 seine erste Kirche, und 1872 ein Krankenhaus.

Als Gründung wird heute jedoch die Erhebung zur Kleinstadt (Vila) 1917 gefeiert.[1] 1955 besuchte der portugiesische Staatspräsident Craveiro Lopes den Ort, der anschließend Hauptstadt des Distriktes Kwanza Sul wurde. Novo Redondo wurde 1956 zur Stadt (Cidade) erhoben.[2][3]

Nach der Unabhängigkeit des Landes von Portugal 1975 erhielt die Stadt ihren heutigen Namen.

Im Verlauf des angolanischen Bürgerkriegs unternahmen hier am 25. März 1984 Einheiten der UNITA-Rebellenarmee einen Versuch, die Stadt zu erobern, der von kubanisch-angolanischen Kräften abgewehrt wurde.[4]

Sport[Bearbeiten]

Am 10. September 2010 wurde an der Stelle des vorherigen städtischen Stadions das Estádio Municipal do Sumbe Comandante Hoji Ya Henda eröffnet, mit einem Turnier der angolanischen Profimannschaften Kabuscorp, 1º de Agosto und CRD Libolo, und der U19-Auswahl von Sporting Lissabon aus Portugal. Das Stadion bietet 3.500 Besuchern Platz und ist Heimstätte des Fußballvereins Andorinhas Futebol Clube do Sumbe.[5]

Am Strand von Sumbe ist Beachvolleyball populär.

Kultur[Bearbeiten]

Das jährlich von der Provinzregierung veranstaltete FestiSumbe gilt als größtes internationales Musikfestival in Angola. Es fand am 17. und 18. September 2010 zum zehnten Mal statt.[6]

Verkehr[Bearbeiten]

Sumbe liegt an der Atlantikküste, verfügt dennoch nicht über einen nennenswerten Hafen, der nächste Hafen befindet sich in Porto Amboim ca. 100 km nördlich. Dafür verfügt Sumbe über einen kleinen Regionalflughafen am Stadtrand, der u.a. von der TAAG angeflogen wird.

Die seit Mitte der 2000er Jahre neugebaute Straße, vom 335 km nördlich entfernten Luanda kommend und zum 170 km südlich gelegenen Lobito führend, ist der wichtigste Zugang zur Stadt. Die Überlandbusse der SGO und die Regionalbusse der TCUL fahren die Stadt an. [7]

Verwaltung[Bearbeiten]

Sumbe ist Sitz eines gleichnamigen Kreises (Municipio) der Provinz Cuanza Sul. Die Stadt mit etwa 40.000 Einwohnern ist zudem Hauptstadt der Provinz.

Im Kreis Sumbe leben 305.802 Menschen (hochgerechnete Schätzung 2013) auf 5.100 Quadratkilometern.[8] Die Volkszählung 2014 soll fortan gesicherte Bevölkerungsdaten liefern.

Vier Gemeinden (Comunas) bilden den Kreis Sumbe:

Literatur[Bearbeiten]

  • G. Tams, Die portugiesischen Besitzungen in Süd-West-Afrika: ein Reisebericht, 1845, S.76f, Digitalisat

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel vom 23. September 2010 in der Wochenzeitung O País, abgerufen am 3. Dezember 2013
  2. Artikel vom 28. Mai 2013 der Agência Angola Press, abgerufen am 3. Dezember 2013
  3. Eintrag zur Provinz Kwanza Sul in der Infopédia, der Online-Enzyklopädie der Porto Editora, abgerufen am 3. Dezember 2013
  4. Kubanischer Artikel vom 25. März 2011, abgerufen am 3. Dezember 2013
  5. Artikel vom 16. September 2010 der angolanischen Sportzeitung Jornal dos Desportos (port.), abgerufen am 3. Dezember 2013
  6. Artikel vom 23. September 2010 in der Wochenzeitung O País, abgerufen am 3. Dezember 2013
  7. Joost De Raeymaeker: À Descoberta De Angola. 1.Auflage, Verlag LeYa, Alfragide 2012, S.61, S.86f (ISBN 978-989-741-009-3)
  8. Artikel vom 28. Mai 2013 der Agência Angola Press, abgerufen am 3. Dezember 2013