Tabletcomputer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Surfpad)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt Tabletcomputer allgemein. Für entsprechende Geräte nach Microsofts Spezifikation von 2001 siehe Microsoft Tablet-PC.
Apple iPad mit Bildschirmtastatur

Ein Tablet (englisch tablet ‚Schreibtafel‘, US-engl. tablet ‚Notizblock‘) oder Tabletcomputer, selten auch Flachrechner[1] ist ein tragbarer, flacher Computer in besonders leichter Ausführung mit einem Touchscreen, aber, anders als bei Notebooks, ohne ausklappbare mechanische Tastatur. Aufgrund der leichten Bauart und des berührungsempfindlichen Bildschirms zeichnen sich Tablets durch eine einfache Handhabung aus. Die Geräte ähneln in Leistungsumfang, Bedienung und Design modernen Smartphones und verwenden meist ursprünglich für Smartphones entwickelte Betriebssysteme wie Android oder Apple iOS. Wegen der Bildschirmtastatur, die nur bei Bedarf eingeblendet wird, eignen sich Tablets weniger gut für das Schreiben größerer Textmengen.

Das Geräteprinzip und ähnliche Vorläufer sind bereits seit den 1990er Jahren bekannt. Sie führten jedoch ein Nischendasein, bis Apple im Jahr 2010 das iPad herausbrachte und damit einen großen Verkaufserfolg erzielte, woraufhin zahlreiche weitere Hersteller ähnliche Geräte auf den Markt brachten. Dies zog erhebliche Marktveränderungen im Bereich der tragbaren Computer nach sich, insbesondere ging der Absatz von Notebook-PCs und Netbooks zugunsten der Tablets deutlich zurück.

Tabletcomputer werden zunehmend auch für die Fernsteuerung von digitalen Geräten eingesetzt, wie zum Beispiel Kameras, AV-Receivern, Fernsehgeräten oder Quadcoptern.

Entwicklung[Bearbeiten]

Konzepte für diese Gerätegattung existieren bereits länger; eines der ersten Geräte dieser Art war 1993 das Newton MessagePad von Apple, das allerdings keine große Marktbedeutung erringen konnte. Die als Personal Digital Assistant (PDA) bezeichneten Geräte waren zu Beginn der Entwicklung aufgrund der technischen Möglichkeiten und des fehlenden breitbandigen mobilen Internetzugangs hauptsächlich auf Kalender-, Adress- und Aufgabenverwaltung beschränkt. Sehr bekannt und lange Zeit in den 1990ern marktdominierend waren die PDAs bzw. Organizer der Firma Palm (etwa der Palm Pilot), die über einen Stift und Handschrifterkennung bedient wurden.

Unter dem Begriff Surfpad wurde im Jahr 2001 das SIMpad, ein von Siemens in der Schweiz auf den Markt eingeführter Microsoft Tablet-PC, vermarktet. In Deutschland eingeführt wurde dieses Gerät von der Telekom unter dem Namen T-Sinus Pad. Der Name wurde gewählt, um sich von mobilen Internetgeräten ohne bzw. mit eingeschränkter Multimediafähigkeit, z. B. Mobiltelefonen mit WAP-Unterstützung, abzugrenzen. Das Booten des Betriebssystems endet in einem Webbrowser und lädt schon während des Systemstarts benutzerspezifische Webinhalte in die für das Surfen im Internet angepasste Benutzeroberfläche.

Das erste Gerät dieser Gattung, welches in größeren Stückzahlen verkauft wurde, ist das 2010 vorgestellte Apple iPad, das unter iOS läuft. Seither wurden weitere Geräte mit den Betriebssystemen Android, Microsoft Windows, HP webOS und QNX vorgestellt; kommerziell erfolgreich sind bis Ende 2012 vorwiegend Android-Geräte von Amazon (Kindle Fire, Kindle Fire HD), Google (Nexus 7) und Samsung (diverse Samsung-Galaxy-Tab-Modelle) sowie das Apple iPad und Tablets mit Windows 8.

Bauform[Bearbeiten]

Die Bauform wird teilweise auch als Pad oder Surfpad bezeichnet. Diese Geräteklasse hat oft Ein-Chip-Systeme mit Embedded-Betriebssystemen. Das Gerät besteht dabei aus einem monolithischen Block, welcher das Display und sämtliche anderen Bauteile enthält. Dabei sind nur wenige Schnittstellen für Peripheriegeräte vorhanden. Teilweise existiert nur eine einzelne Schnittstelle, die über Adapter Standardschnittstellen wie USB oder VGA bereitstellt. Die Displays sind häufig kapazitive Touchscreens, weshalb die Geräte nur mit den Fingern oder speziellen Eingabestiften bedient werden können.

Hardware[Bearbeiten]

Der berührungsempfindliche Bildschirm eines Tablets wird mit dem Finger oder mit einem Stift bedient. Zur Eingabe von Text erscheint, wo notwendig, eine virtuelle Tastatur auf dem Display. Bei einigen Geräten ist alternativ auch der Anschluss einer externen mechanischen Tastatur und weiterer Geräte mittels Bluetooth möglich.

Im Gegensatz zu Notebooks, Netbooks, Servern, Workstations und regulären PCs, bei denen x86-kompatible Mikroprozessoren dominieren, bilden diese bei Tablets eine Minderheit, und wie bei Smartphones dominieren im Tablet-Markt Prozessoren mit ARM-Architektur.

Anstelle einer Festplatte wird bei Tablet-PCs in der Regel Flashspeicher als Massenspeicher verwendet. Einige Tablets der Firmen Archos und Sony sind jedoch mit einer Festplatte bzw. SSD-Platte ausgestattet.

Betriebssysteme[Bearbeiten]

Als Betriebssysteme kommen angepasste Linux-Systeme wie Android von Google, QNX, das iOS von Apple, Windows RT/Windows 8 oder auch HPs webOS zum Einsatz. Marktführer bei den Tablet-PCs sind die Geräte mit Android-Betriebssystem; diese erreichten 2013 einen Marktanteil von 62 % (1. Quartal 2014: 65,8 %) und lösten den bisherigen Marktführer Apple ab, dessen Geräte 36 % Marktanteil hielten (1. Quartal 2014: 28,4 %). Der Windows-Marktanteil stieg von 1 % auf 2,1 % (1. Quartal 2014: 5,8 %).[2][3]

Der Funktionsumfang eines Tablets kann durch Zusatzprogramme (genannt App, von Applikation) erweitert werden. Einen immer größeren Stellenwert bekommt der Tablet-Journalismus, wobei das Tablet als Informationsmedium benutzt wird, um journalistisch aufbereitete Medieninhalte zu konsumieren oder zum Teil auch selbst zu schaffen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tablets – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wortschatz — Abfrageegebnis. Flachrechner. Abgerufen am 31. März 2014.
  2. Gartner: Android überholt iOS bei Tablet-Verkäufen. Meldung bei heise online, 3. März 2014.
  3. http://www.golem.de/news/tablets-android-legt-deutlich-zu-ios-verliert-1404-106166.html