Syphilis-Menschenversuche in Guatemala

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Für die Syphilisexperimente in Guatemala wurden in einem von den Vereinigten Staaten finanzierten Programm in den Jahren von 1946 bis 1948 Prostituierte, Soldaten, Strafgefangene und geistig behinderte Patienten in Guatemala vorsätzlich mit Syphilis infiziert. Ziel war es, die Wirkung von Penicillin zu untersuchen.

Insgesamt wurden in dem Menschenversuch rund 1.300 Menschen mit Syphilis infiziert und 700 davon behandelt, mindestens 83 der Versuchspersonen starben (Todesursache jedoch nicht angegeben) laut den Akten in den darauf folgenden Jahren.[1] Federführend war der United-States-Public-Health-Service-Arzt John Charles Cutler,[2] der auch später in die Tuskegee-Syphilis-Studie involviert war, bei der der Verlauf der unbehandelten Syphilis beobachtet wurde.[3]

Die Medizinhistorikerin Susan M. Reverby brachte die Geschehnisse im Januar 2010 an die Öffentlichkeit.[4] Am 1. Oktober 2010 entschuldigte sich Präsident Barack Obama bei den Opfern.[3]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. US scientists 'knew Guatemala syphilis tests unethical'. BBC. 30. August 2011. Abgerufen am 7. Oktober 2011.
  2. Syphilis-Experimente kosteten mehr als 80 Leben Spiegel online, 30. August 2011
  3. a b Obama entschuldigt sich für Syphilis-Versuche. Spiegel online, 2. Oktober 2010
  4. ‘Normal Exposure’ and Inoculation Syphilis: A PHS ‘Tuskegee’ Doctor in Guatemala, 1946-48 (PDF-Datei)