Thomas Pesquet

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Thomas Pesquet
Thomas Pesquet
Land (Organisation): Frankreich (ESA)
Datum der Auswahl: 20. Mai 2009
(EAC-Gruppe)
Ausgeschieden: aktiv
Raumflüge

Thomas Pesquet (* 27. Februar 1978 in Rouen) ist ein französischer Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik, Pilot und jüngstes Mitglied des Europäischen Astronautenkorps.

Ausbildung[Bearbeiten]

Nach dem Abitur und einem Vorbereitungsstudium am Lycée Pierre-Corneille seiner Heimatstadt begann Pesquet ein Studium in Mechanik für Raumfahrtsysteme und Raumflugkörper an der Ecole Nationale Supérieure de l’Aéronautique et de l’Espace in Toulouse, Frankreich. 2001 beendete er sein Studium mit dem Master. Zu seinem Studium gehörte auch ein einjähriger Auslandsaufenthalt an der Ecole Polytechnique de Montréal in Kanada.

Berufliche Karriere[Bearbeiten]

Nach einem Praktikum bei Thales Alenia Space in Cannes, Frankreich, begann Pesquet seine berufliche Laufbahn 2001 als Spacecraft Dynamics Engineer bei GMV S.A. in Madrid, Spanien.

Von 2002 bis 2004 war er als Research Engineer am französischen Zentrum für Weltraumforschung CNES tätig und arbeitete als deren Vertreter im Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) mit. 2004 wurde der begeisterte Privat-Pilot für die Flugausbildung von Air France ausgewählt. Er erhielt seine Lizenz 2006 und fliegt seitdem unter anderem den Airbus A320 für die französische Airline. Pesquet qualifizierte sich auch als Type Rating Instructor für den A320 sowie als Crew Resource Management Instructor.[1]

Raumfahrertätigkeit[Bearbeiten]

Pesquet konnte sich beim Auswahlverfahren der ESA gegen 8413 andere Bewerber durchsetzen und wurde am 20. Mai 2009 als einer von sechs neuen Astronauten der Öffentlichkeit vorgestellt. Seine Ausbildung im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) in Köln begann Thomas Pesquet Anfang September 2009.[2] Der offizielle Abschluss der Grundausbildung und die Ernennung zum Astronauten erfolgte am 22. November 2010 bei einer offiziellen Zeremonie im EAC in Köln.[3]

Nach Abschluss seiner Astronautenausbildung übernahm Pesquet Aufgaben im Europäischen Raumflugkontrollzentrum in Darmstadt sowie am Europäischen Astronautenzentrum in Köln. Dazu gehören die Kommunikation mit Astronauten auf der Internationalen Raumstation sowie die Ausarbeitung künftiger Weltraum-Projekte. Daneben bereitet sich Pesquet durch Trainings in Europa, Russland und den USA weiter auf seine bevorstehende Weltraummission vor.[4]

Am 17. März 2014 wurde Pesquet offiziell für eine Langzeitmission an Bord der ISS zugeteilt.[5] Der Start mit Sojus MS-03 zu den ISS-Expeditionen 50 und 51 soll im November 2016 erfolgen.[6] „Während seiner Mission wird auf der Raumstation eine Atomuhr angebracht, die im Verbund mit anderen Atomuhren auf der Erde Einsteins Relativitätstheorie überprüfen und noch genauere Zeitmessungen ermöglichen soll. Die Ergebnisse hieraus könnten die Genauigkeit der Satellitennavigation verdoppeln und somit zu einer präziseren Positionsbestimmung auf der Erde beitragen.“[7]

Pesquet ist Mitglied der French Aeronautics and Astronautics Association (3AF) sowie des American Institute of Aeronautics and Astronautics (AIAA).

Privates[Bearbeiten]

Zu seinen Hobbys gehören Joggen, Schwimmen, Squash, Tauchen, Saxophonspielen, Gleitschirmfliegen sowie Fallschirmspringen und Judo. Er besitzt den schwarzen Gürtel in dieser Sportart. Neben seiner Muttersprache Französisch spricht er Englisch, Deutsch, Spanisch, Russisch und Chinesisch.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Pesquet. ESA, abgerufen am 29. April 2015 (englisch).
  2. Europas neue Astronautenklasse meldet sich zur Ausbildung.
  3. Pressemitteilung der ESA vom 17. November 2010.
  4. Thomas Pesquet. ESA, abgerufen am 29. April 2015 (englisch).
  5. ESA astronaut Thomas Pesquet will fly to the International Space Station in 2016. ESA, 17. März 2014, abgerufen am 19. März 2014 (englisch).
  6. Планируемые полёты. astronaut.ru, 18. Februar 2015, abgerufen am 16. März 2015 (russisch).
  7. ESA-Astronaut Thomas Pesquet wird 2016 zur ISS fliegen. ESA, abgerufen am 29. April 2015 (deutsch).
  8. Tristan Vey: Un nouvel astronaute français dans l'espace en 2016. Le Figaro, 17. März 2014, abgerufen am 31. März 2014 (französisch).