Thomas Tomkins

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Thomas Tomkins (* 1572 in St Davids, Wales; † 1656 in Martin Hussingtree, Worcestershire) war ein britischer Komponist.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Thomas Tomkins gilt als das berühmteste Mitglied einer namhaften englischen Musikerfamilie. Vermutlich wurde er im Jahre 1578 Chorknabe an St. David in Pembroke. Später erhielt er seine musikalische Ausbildung bei William Byrd. 1596 wurde er Organist und Chorleiter an der Kathedrale von Worcester, bis die Puritaner 1646 alle musikalischen geistlichen Einrichtungen schlossen und teilweise auch zerstörten. Tomkins musste sogar die Zerstörung seiner kostbaren Orgel mit ansehen, die er selbst im Jahre 1614 bauen ließ. Ab 1621 war Tomkins dann Organist an der Chapel Royal. Dieses Amt behielt er bis zu seinem Tode im Jahre 1656.

Thomas Tomkins lebte und wirkte im "Goldenen Zeitalter" Englands, in der "Kulturblüte der Elisabethanischen Zeit". Denn wenn auch die Politik sich mit Spanien und den Niederlanden herumschlug – der Kultur in England tat das keinen Abbruch. Shakespeare trat mit seinen Dramen an die Öffentlichkeit, die englischen Madrigalisten entwickelten einen neuen Stil und schufen so einen Gegenpol zu den italienischen Madrigalisten. Tomkins zählte dabei zu den Hauptmeistern neben William Byrd, Thomas Morley, John Dowland, Orlando Gibbons.

Gegenüber dem italienischen Madrigal wurde das englische Madrigal populärer, es wurde zum Ausdruck des aufstrebenden englischen Bürgertums. Zwar ist in den englischen Madrigalen die italienische Herkunft nicht zu überhören, aber das englische Madrigal zeigt doch höchst eigenartige, kraftvoll-melodische, nationale Züge. Allerdings kennt es nicht die italienische Vorliebe für Chromatik, Verfeinerung, Differenzierung. Es ist viel stärker im positiven Lebensgefühl verwurzelt. An den hohen literarischen Standard der Italiener kommen die englischen Madrigalisten in ihren Texten nicht heran.

Thomas Tomkins starb im Jahre 1656 in Martin Hussingtree (Grafschaft Worcestershire) und hinterließ zahlreiche Madrigale sowie Kirchenmusik, Virginalmusik und Kammermusik.

Literatur[Bearbeiten]

  • Anthony Bode: Thomas Tomkins. The Last Elizabethan. Ashgate Publishing, London 2005, OSBN 0-7546-5118-5.

Diskographie[Bearbeiten]

Eine Gesamtaufnahme der Werke für Tasteninstrumente von Thomas Tomkins eingespielt von Bernhard Klapprott liegt bei MDG vor.

Weblinks[Bearbeiten]