Thyborøn

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Dänemark Thyborøn
Wappen fehlt
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Thyborøn (Dänemark)
Thyborøn
Thyborøn
Basisdaten
Staat: Dänemark
Verwaltungsbezirk: Midtjylland
Kommune (seit 2007): Lemvig
Koordinaten: 56° 42′ N, 8° 13′ O56.7013888888898.2169444444444Koordinaten: 56° 42′ N, 8° 13′ O
Einwohner: (2014[1]) 2.119
Postleitzahl: 7680
Sneglehuset (Schneckenhaus)
Sneglehuset (Schneckenhaus)

Thyborøn ist ein kleiner Ort in der dänischen Kommune Lemvig in der Region Midtjylland. Er liegt an der Nordseeküste auf der Nordspitze der Landzunge Harboør Tange, die durch den Thyborøn-Kanal von der Landzunge Agger Tange getrennt wird. Östlich liegt Nissum Bredning, ein Teil des Limfjords. Der Ort hat 2119 Einwohner (Stand 1. Januar 2014[1]), die Gesamtgemeinde Thyborøn-Harboøre hatte vor der Kommunalreform 2007 4690 Einwohner (Januar 2005). Mit der Kommunalreform wurde die Kommune Thyborøn-Harboøre Bestandteil der neuen Kommune Lemvig.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswert ist das Meerwasseraquarium Jyllandsakvariet und Sneglehuset, ein Haus, das vollständig mit Schneckenhäusern und Muschelschalen dekoriert ist.

Ab 2011 wurde der ehemalige Fischerhafen Haarum havn am Limfjord wieder hergerichtet, Badehäuser wurden gebaut und Bootsankerplätze angelegt.

Mit der Errichtung des Atlantikwalls entstanden an der Westküste zwischen Nymindegab und Thyborøn 243 größere und 518 kleinere Betonanlagen. Viele der Anlagen wurden nach dem Krieg gesprengt, weitere Teile sind durch Stürme vom Dünenkamm auf den Strand oder in die See gespült worden. Ein Teil der Bunkeranlage ist heute Museum (Kystcentret).

Cheminova[Bearbeiten]

An der Sekundærrute 181 liegt die Chemiefabrik Cheminova. Mit dem Standort verbindet sich einer der größten Umweltskandale der dänischen Geschichte.[2] Seit seiner Ansiedelung 1953 hatte das Unternehmen mit staatlicher Genehmigung rund 30 Tonnen Quecksilber verklappt, Erdreich wurde mit giftigen Abwässern und Insektizid-Rückständen verseucht. In den 1960er Jahren kam es zu einem umfangreichen Fischsterben durch das Pflanzenschutzmittel Parathion. In den 1970er Jahren folgte ein massives Vogelsterben, schwefelhaltige Abfälle führten im Nissum Bredning zum Absterben des Gewässergrundes. 1981 wurden nach einer Bestandsaufnahme 5.600 Tonnen verseuchtes Erdreich ausgetauscht und in einem deutschen Salzbergwerk endgelagert. Etwa 110 Tonnen verseuchtes Erdreich nahe der Buhne 42 (Høfde 42) wurden versiegelt. Eine Beseitigung der Deponie wird erwogen, nachdem im Jahr 2000 Sickerwasser ausgetreten war und einen 13 Kilometer langen Küstenabschnitt kontaminiert hatte. Cheminova mit 850 Arbeitsplätzen gehört seit 2014 zum US-amerikanischen Unternehmen FMC Corporation.[3]

Verkehr[Bearbeiten]

Thyborøn ist Endbahnhof der Bahnstrecke nach Vemb (Lemvigbanen). Vom Hafen aus verkehrt eine Fähre zur Agger Tange.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bent Baagoe Anthonisen: Der Atlantikwall von Nymindegab bis Thyborøn, 2011

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistikbanken -> Befolkning og valg -> BEF44: Folketal pr. 1. januar fordelt på byer (dänisch)
  2. Line Vaaben: Eine Geschichte, die im Sand begraben wurde (dän.) information.dk, 15. November 2014
  3. Sonny Wichmann: Auriga verkauft Cheminova an amerikanischen Konkurrenten (dän.) Berlingske Business, 8. September 2014

Weblinks[Bearbeiten]