Todtnau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Todtnau
Todtnau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Todtnau hervorgehoben
47.8294444444447.9438888888889659Koordinaten: 47° 50′ N, 7° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Lörrach
Höhe: 659 m ü. NHN
Fläche: 69,6 km²
Einwohner: 4764 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79674
Vorwahl: 07671
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 08 3 36 087
Stadtgliederung: 10 Stadtteile[2]
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
79674 Todtnau
Webpräsenz: www.todtnau.de
Bürgermeister: Andreas Wießner
Lage der Stadt Todtnau im Landkreis Lörrach
Frankreich Schweiz Landkreis Waldshut Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Freiburg im Breisgau Aitern Bad Bellingen Binzen Böllen Efringen-Kirchen Efringen-Kirchen Eimeldingen Fischingen (Baden) Fröhnd Grenzach-Wyhlen Zell im Wiesental Häg-Ehrsberg Hasel (Baden) Hausen im Wiesental Inzlingen Kandern Kleines Wiesental Lörrach Malsburg-Marzell Maulburg Rheinfelden (Baden) Rümmingen Rümmingen Schallbach Schliengen Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönenberg (Schwarzwald) Schopfheim Schwörstadt Steinen (Baden) Todtnau Tunau Utzenfeld Weil am Rhein Wembach Wembach Wembach Wieden (Schwarzwald) Wittlingen Wittlingen Zell im Wiesental Zell im Wiesental Zell im WiesentalKarte
Über dieses Bild

Todtnau ist eine Stadt im Südschwarzwald im Landkreis Lörrach, Baden-Württemberg, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Todtnau liegt im Südschwarzwald zwischen Feldberg und Belchen in 570 bis 1390 Metern Höhe im Wiesental. Mehr als 60 % des Gemeindegebiets ist von Wald bedeckt.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zur Stadt Todtnau mit den früher selbständigen und in den 1970er Jahren eingemeindeten Gemeinden Aftersteg, Geschwend, Muggenbrunn, Präg, Schlechtnau und Todtnauberg gehören die Stadt Todtnau und 25 weitere Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Häuser:

  • Aftersteg: Dorf Aftersteg, Weiler Hasbach
  • Geschwend: Dorf Geschwend, Häuser Gisiboden (auch Dießenboden) und Grafenmatte
  • Muggenbrunn: Dorf Muggenbrunn
  • Präg: Dörfer Präg (Hinter- und Vorderdorf) und Herrenschwand, Hof Präger Böden und Haus Weißenbach
  • Schlechtnau: Dorf Schlechtnau und Häuser Kressel
  • Todtnau (in den Grenzen von 1971): Stadt Todtnau, Stadtteile Brandenberg und Fahl, Siedlung Auf der Säge, Weiler Poche, Haus Notschrei
  • Todtnauberg: Dorf Todtnauberg, Weiler Ennerbach, Hangloch und Rütte, Zinken Büreten, Hof Ebenehof, Häuser Hornmatt und Radschert

Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Präg liegt die Wüstung Schloß.[3]

Einwohnerzahl der zehn Stadtteile am 2. Januar 2014[4]:

Stadtteil Einwohnerzahl
Todtnau 2.147
Todtnauberg 649
Geschwend 407
Schlechtnau 331
Brandenberg 323
Aftersteg 301
Präg 252
Muggenbrunn 227
Herrenschwand 113
Fahl 33
Stadt Todtnau 4.783

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Todtnau grenzt (im Uhrzeigersinn von Norden beginnend) an die Gemeinden:

Geschichte[Bearbeiten]

Todtnau im Jahre 1873, drei Jahre vor dem Stadtbrand

Die Besiedlung der Gegend begann im 6. Jahrhundert durch die Alamannen. Urkundlich erstmals erwähnt wurde Todtnau im Jahre 1025 in einer Urkunde Kaiser Konrads II. Seit 1125 unterstand der Ort der Gerichtsbarkeit der Zähringer, nach dem Erlöschen des Geschlechts ging das Recht 1218 an die Staufer über. 1288 war das Gründungsjahr als Pfarrei. Bereits 1283 wurde Todtnauberg erwähnt, das, ebenso wie das 1352 erwähnte Aftersteg, als Bergbausiedlung entstanden war. Todtnau war um diese Zeit das Zentrum des Silberbergbaus im Südschwarzwald und gehörte mit seiner Umgebung damals als Vogtei zum Kloster St. Blasien. Während die Bauernsiedlung Aftersteg 1352 aus drei Häusern und Scheunen bestand, waren in diesem Jahr in Todtnau bereits zehn Häuser um die Kirche, 23 Einsiedlerhöfe und 23 Erzmühlen zu finden. Im 17. Jahrhundert war die Blütezeit des Silberbergbaus bereits vorbei, und spätestens durch den Dreißigjährigen Krieg verarmten die ehemals reichen Bergleute und waren gezwungen, ihren Lebensunterhalt in der Landwirtschaft zu bestreiten.

Von 1366 bis 1805 gehörte Todtnau zu Vorderösterreich, danach wurde es badisch. Am 24. Juli 1809 erlangte Todtnau das Stadtrecht.

1876 verwüstete ein Großbrand den Ortskern mit der damals im Tal stehenden Kirche und das sogenannte Oberdorf (Oberstraße). Das heutige Ortsbild mit der über dem Tal stehenden Kirche ist ein Ergebnis des darauf folgenden Wiederaufbaus.

Inzwischen sind Todtnau und die Umgebung ein beliebtes Ferienziel im Südschwarzwald. Außerdem war es bis 1967 Endpunkt des „Todtnauerli“, einer Schmalspurbahn, die in Zell im Wiesental begann.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

1939 wurde Brandenberg-Fahl eingemeindet. Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden die folgenden Gemeinden nach Todtnau eingemeindet:

  • 1. April 1972: Schlechtnau
  • 1. April 1974: Aftersteg, Geschwend, Muggenbrunn, Präg, Todtnauberg

Wappen der ehemaligen Gemeinden

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[5]
Wahlbeteiligung: 58,61 % (2009: 61,4 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,06 %
25,26 %
20,68 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-2,04 %p
+9,46 %p
-7,42 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b Freie Wählervereinigung

Dem Gemeinderat gehören nach der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 neben dem Bürgermeister als Vorsitzenden 18 Mitglieder an. Die Wahl führte bei einer Wahlbeteiligung von 58,6 % (- 2,8) zu folgendem Ergebnis:

Partei / Liste Stimmenanteil in % +/- in %p Sitze +/-
CDU 54,1 - 2,0 10 - 1
SPD 20,7 - 7,4 4 - 1
FWV 25,3 + 9,5 4 + 1
Gesamt 100 + 9,5 18 - 1

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Gold auf grünem Boden ein linkshin schreitender Bergmann in silbern geschmückter grüner Gewandung mit schwarzer Kappe; mit der Rechten einen schwarzen Schlägel schulternd, in der Linken eine brennende Fackel haltend; an den Armen hängen rechts ein schwarzer Beutel, links zwei schwarze Steigeisen.“

Die Wappenbeschreibung ist ein Hinweis auf die historische Bedeutung des Silberbergbaus in der Umgebung der Stadt. Auch die Wappen von eingemeindeten Gemeinden zeigen Elemente, die auf den Bergbau verweisen (Aftersteg, Brandenberg, Todtnauberg).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Todtnauer Wasserfälle, Hauptstufe

Natur[Bearbeiten]

Zwischen Todtnau und Aftersteg befinden sich die Todtnauer Wasserfälle, in denen der Stübenbach 97 Meter in die Tiefe stürzt. Sie sind von Parkplätzen bei Todtnauberg und Aftersteg aus erreichbar. Im oberen Talschluss des Wiesentales finden sich die Fahler Wasserfälle mit einer Gesamthöhe von rund 40 Metern. Große Teile des Stadtgebietes von Todtnau sind von den beiden größten Naturschutzgebieten Baden-Württembergs eingenommen, dem Natur- und Landschaftsschutzgebiet Feldberg und dem Gletscherkessel Präg.

Sport[Bearbeiten]

Auf dem südöstlich gelegenen Hasenhorn befindet sich, neben einer Mountainbike-Downhill-Strecke und einer im Winter präparierten Schlitten-Rodelpiste mit 3500 m Länge[6], eine 2900 Meter lange Allwetter-Rodelbahn (Sommer- und Winterbetrieb). Die Bahn überwindet einen Höhenunterschied von 385 Metern.

In der Schwarzwald-Kaserne in Todtnau-Fahl gibt es eine Sportfördergruppe der Bundeswehr.

In Todtnau wurde 1891 der erste deutsche Skiclub gegründet, der Skiclub Todtnau 1891 e.V.[7]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Seit 1975 findet jährlich das sogenannte Städlifest statt. Bei diesem Stadtfest betreiben Todtnauer Vereine Verkaufsstände für verschiedene Spezialitäten und Festzelte. Ein Teil des dabei erwirtschafteten Gewinns geht an jährlich wechselnde Wohltätigkeitsorganisationen.

Seit 2002 wird in Todtnauberg, wo Martin Heidegger viel Zeit in seiner Hütte verbrachte, ein „Philosophischer Herbst“ veranstaltet, dessen Thematik vom Werk des Philosophen inspiriert ist. Ebenfalls in Todtnauberg werden seit 2005 unter dem Motto „Lesen auf dem Berg“ im November und Dezember die Literaturtage Todtnauberg veranstaltet, eine Plattform für Begegnungen mit oberrheinischen Autoren. Zudem findet seit 2006 alle zwei Jahre[veraltet] das Schwarzwälder Kirschtortenfestival statt, bei dem jeweils Amateure und Profis mit ihren Schwarzwälder Kirschtorten im Wettbewerb stehen.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 317 (Weil am Rhein – Feldbergpass – Titisee-Neustadt) bindet Todtnau an das überregionale Straßennetz an. Ferner gibt es eine Straßenverbindung in den Raum Freiburg auf der Landesstraße 126 über den Notschrei nach Kirchzarten im Dreisamtal und ab Notschrei auch über den Schauinsland direkt nach Freiburg (L 124). Der Bahnhof Todtnau lag an der heute stillgelegten Bahnstrecke Zell im Wiesental–Todtnau.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die größten Industrieunternehmen und Arbeitgeber sind die Roman Dietsche GmbH (Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Produkten rund um‘s Bad), die Textilwerke Todtnau Bernauer KG sowie die Firmen Zahoransky Group (der weltweit größte Hersteller von Maschinen zur Bürstenproduktion), Ebser (ebenfalls traditionsreicher Hersteller von Bürstenmaschinen) und die Bürstenhersteller Faller, Huber, Keller, Knotz und Sättele. Ein Teil der örtlich ansässigen Unternehmen bemüht sich seit dem Jahr 2002 als Initiativkreis Oberes Wiesental (IOW) um die Verbesserung der ökonomischen und sozialen Infrastruktur des oberen Wiesentals.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.todtnau.de/buergerservice/statistiken/einwohner.htm
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 901-906
  4. http://www.todtnau.de/buergerservice/statistiken/einwohner.htm
  5. http://www.todtnau.de/startseite/wahlen/wahl_gr.pdf
  6. Internetpräsenz der Hasenhorn-Rodelbahn, abgerufen am 22. November 2012.
  7. Homepage des Vereins
  8. bergwelt-suedschwarzwald.de: Kirschtortenfestival. Abgerufen am 6. Juli 2012
  9. http://www.mopo.de/news/gesellschaft-museum-ueber-dauerwellen-erfinder-karl-nessler-eroeffnet,5066732,5744870.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Todtnau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Todtnau – Reiseführer