TomTom

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Dieser Artikel beschreibt den niederländischen Hersteller von Navigationssystemen. Weitere Bedeutungen siehe unter Tom Tom.
TomTom N.V.
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN NL0000387058
Gründung 1991
Sitz Amsterdam, Niederlande
Leitung Harold Goddijn (CEO)
Mitarbeiter 3.490 (31. Dezember 2012)[1]
Umsatz 1,057 Mrd. Euro (2012)[1]
Gewinn 129,193 Mio. Euro (2012)[1]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Bilanzsumme 1,724 Mrd. Euro (2012)[1]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Navigationssysteme, Datendienste
Produkte Auto-Navigation, Motorrad-Navigation, PDA / Mobiltelefon-Navigation, GeodatenVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.tomtom.com

TomTom N.V. ist ein niederländischer Hersteller von Navigationssystemen und ein Anbieter von Geodaten.

Geschichte[Bearbeiten]

Das 1991 von Peter-Frans Pauwels und Pieter Geelen in Amsterdam unter der Firma Palmtop gegründete Unternehmen hat seit ihrem Bestehen verschiedene Anwendungen für PDAs entwickelt. 1994 wurde die Geschäftsleitung durch Corinne Vigreux verstärkt, die zuvor beim PDA-Hersteller Psion gearbeitet hatte. 2001 folgte noch Harold Goddijn, zuvor CEO von Psion, und die Firma wurde in TomTom umbenannt. Mit TomTom Navigator fertigte man 2001 das erste mobile Navigationssystem für Kraftfahrzeuge. Heute zählt TomTom zu den weltweit maßgebenden Entwicklern von Navigationssystemen und ist in diesem Bereich Marktführer in Europa. TomTom bedient dazu ebenfalls den nord- und mittelamerikanischen Markt, so dass das Unternehmen seine Produkte in insgesamt 30 Ländern vermarktet und hierfür über 20 verschiedene Sprachversionen bereithält.

TomTom ist seit Sommer 2005 an der NYSE Euronext-Börse in Amsterdam notiert. Niederlassungen bestehen in Amsterdam, London, Frankfurt/Main, Mailand, Massachusetts und Taiwan. Das Unternehmen hat seit September 2005 die Aktienmehrheit bei der Leipziger datafactory AG – heute TomTom Business Solutions, die Komponenten für die Flottenkommunikation entwickelt hatte. Im Januar 2006 wurde das schottische Unternehmen Applied Generics übernommen, das ein Verfahren entwickelt hat, das aus Mobilfunksignalen die Verkehrsdichte ermitteln kann. Seit Anfang 2007 gibt es TomTom Berlin. Hier versucht man, die Verkehrslage anhand von Floating Car Data zu erfassen. Dadurch soll eine verkehrslagenabhängige Navigation ermöglicht werden. Am 16. November 2007 gab TomTom die Übernahme von Tele Atlas für 2,9 Milliarden Euro bekannt.

Aktie[Bearbeiten]

Die Aktie war vorübergehend im AEX index gelistet. Aktionäre mit Anteilen über 5 % waren Ende 2010[2]:

  • Harold Goddijn: 11,8 %
  • Corinne Goddijn-Vigreux: 11,8 %
  • Pieter Geelen / Stichting Beheer Moerbei: 11,8 %
  • Peter-Frans Pauwels / Stichting Beheer Pillar Arc: 11,8 %
  • Flevo Deelnemingen IV BV (Cyrte/Janivo): 8,4 %

Produkte[Bearbeiten]

Gerät: TomTom One 1st Edition

TomTom verkauft drei Gruppen von Waren:

  • Mobile Navigationsgeräte, u. a. TomTom GO-Reihe seit 2004, TomTom Rider, TomTom ONE seit 2006, TomTom XL. TomTom Rider/Rider II sind speziell für den Motorradeinsatz konzipiert (wasserdicht, kein Lautsprecher, dafür Anbindung über Bluetooth zu Headset Rider1 und Scala Rider Rider2),
  • Navigationsgeräte für Festeinbau, diese werden an die Automobilindustrie geliefert, und
  • Navigationssoftware zur Installation auf Geräten, die kein Navigationsgerät sind, PDAs und Smartphones. Die Software wird, im Gegensatz zu den linuxbasierten Geräten, als Windows Mobile-Version namens TomTom NAVIGATOR verkauft.[3]

Die TomTom-Produkte sind modular aufgebaut und decken Aufgaben ab, die von der Orientierungshilfe für einzelne Fahrer bis hin zur Verwaltung und Steuerung großer Fuhrparkflotten reichen. TomTom Business Solutions bietet telematische Dienste für das Flottenmanagement und zielt auf den Geschäftskundenbereich.

Als Betriebssystem läuft auf den TomTom-Navigationsgeräten Linux[4] Bei vielen Einschränkungen des Funktionsumfangs der billigeren Geräte handelt es sich um Software-Restriktionen, so dass es Möglichkeiten geben kann, Geräte im unteren Preissegment (wie ONE XL oder GO 510) durch rein softwaremäßige Änderungen in Geräte mit Funktionsmerkmalen ähnlich einem Top-Modell wie GO 940 zu verbessern.

iPhone[Bearbeiten]

Am 8. Juni 2009 kündigte TomTom auf der WWDC die Veröffentlichung einer iPhone-Version seiner Software an. Dazu wird im iPhone mindestens OS 3.0 benötigt. Die Software und das Kartenmaterial wird über den AppStore vertrieben, Anfang Dezember 2009 in der Version 1.2, unterteilt in verschiedene Apps mit unterschiedlichem Kartenumfang bzw. -gebiet. Ein spezielles Carkit mit Ladeschale, Lautsprecher und eigenem GPS-Modul zur Saugmontage an der Windschutzscheibe ist separat erhältlich, welches auch eine Navigation mit dem ursprünglichen iPhone und dem iPod Touch, die keine eingebauten GPS-Empfänger enthalten, ermöglicht und den Empfang bei späteren Generationen des iPhones gegenüber dem eingebauten GPS-Empfänger verbessern soll.[5]

Datenschutz[Bearbeiten]

Im April 2011 wurde bekannt, dass TomTom in den Niederlanden Geschwindigkeitsdaten der Nutzer unter anderem an die niederländische Polizei verkauft hatte. Diese Daten wurden im Rahmen der PC-Synchronisation des Navigationsgerätes an TomTom übertragen und anonymisiert weiter vertrieben. Die Polizei der Niederlande soll mit den Daten geplant haben, an entsprechenden Punkten Radarkontrollen zu installieren. TomTom sagte aufgrund des negativen Medienechos zu, diese Art der Datennutzung künftig zu verhindern.[6]

Kunden[Bearbeiten]

Zu den Kunden von TomToms Geodaten gehören unter anderem:

Der größte Konkurrent von TomTom ist das amerikanische Unternehmen Navteq, das von Nokia aufgekauft wurde, sowie das freie Projekt OpenStreetMap.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d shareholder.com: TomTom Annual Report 2012 (PDF; 989 KB)
  2. Annual Report 2010 / Shareholder Information
  3. [1]
  4. Beschreibung des Innenlebens eines TomToms
  5. Offizielle Herstellerinformationen von tomtom
  6. Standortsuche für Radarfallen. TomTom entschuldigt sich für Deal mit der Polizei. In: Netzwelt. Spiegel Online, 28. April 2011, abgerufen am 5. Dezember 2013: „Harold Goddijn hat sich für den Vorfall mittlerweile entschuldigt.“

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: TomTom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien