App Store

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App Store
App-Store-Logo.png
Entwickler Apple Inc.
Betriebssystem Mac OS X (iTunes), Windows (iTunes), iOS (iPhone, iPad und iPod touch)
Deutschsprachig ja
www.apple.com

Der App Store (von der englischen Kurzform für Application = Computerprogramm und Store = Geschäft) ist ein am 6. März 2008 vom kalifornischen Computerhersteller Apple eingeführtes Internet-Verkaufsportal für Computerprogramme, die ausschließlich auf iOS-Geräten (iPhone, iPod touch, iPad) laufen.

Der App Store baut auf die Infrastruktur des iTunes Stores auf. Um die „Apps“ zu kaufen und zu verwalten, ist die Software App Store oder iTunes notwendig. Entwickler von Apps können diese über iTunes Connect einreichen, wobei sich Apple das Recht vorbehält, die App nach Prüfung abzulehnen.

Seit Anfang 2011 betreibt Apple auch den Mac App Store[1] zum Vertrieb von Software für Mac OS X.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Entwicklung von Apps für den Store

Die im App Store angebotenen Programme stammen zu einem großen Teil nicht von Apple selbst, sondern von Drittfirmen und freien Programmierern. Apple bietet das iOS SDK kostenlos zusammen mit der Entwicklungsumgebung Xcode an, welche allerdings nur auf einem Mac genutzt werden kann. Dieses wurde über 800.000 mal heruntergeladen. Laut Apple gibt es über 125.000 aktive Entwickler (Stand: September 2009).[2] Zum Veröffentlichen der App im App Store ist eine kostenpflichtige Registrierung beim iOS Developer Program notwendig. Apple unterzieht jede eingesandte App einer Überprüfung und erteilt anschließend in der Regel die Freigabe für den App Store.

Der Preis für die App kann vom Entwickler frei bestimmt werden, dieser muss jedoch 30 Prozent der Einnahmen an Apple abtreten.[3] Apple übernimmt die Zahlungsabwicklung und stellt die Infrastruktur zur Verfügung. Für den Entwickler ist es beispielsweise egal, wie viel Downloadtraffic eine App verursacht. Es besteht eine große Auswahl an kostenlosen Programmen, in den meisten Fällen haben diese jedoch einen geringeren Funktionsumfang als vergleichbare kostenpflichtige. Die Preisspanne für kostenpflichtige Programme beginnt bei knapp unter einem Euro, die Mehrzahl der Programme liegt im unteren, einstelligen Eurobereich, mit wenigen deutlichen Ausnahmen nach oben. Am 22. Januar 2011 erreichte die Zahl der insgesamt heruntergeladenen Apps zehn Milliarden.[4]

[Bearbeiten] Zugriff

Bei Nutzung mittels iPhone, iPad oder iPod touch erfolgt eine direkte Installation der Applikation auf dem Gerät, und das Programm wird bei der nächsten Synchronisation mit dem heimischen Computer in die iTunes-Mediathek aufgenommen. Bei Apps mit weniger als 20 MByte, was für den größten Teil des Angebots mit Ausnahme vieler Spiele zutrifft, ist mit dem iPhone direktes Laden der App über das Mobilfunk-Datennetz möglich (UMTS, GPRS, EDGE). Für größere Programme, und beim iPod touch grundsätzlich, ist eine aktive Internetverbindung des Gerätes über ein WLAN nötig.

Auch über den Mediaplayer iTunes lässt sich der App Store aufrufen, wodurch die Möglichkeit gegeben ist, mit einem Computer Programme für sein iPhone, iPod touch oder iPad zu kaufen. Diese Anwendungen werden so zuerst in die iTunes-Mediathek aufgenommen, bevor sie über die Gerätesynchronisation auf das entsprechende Gerät gelangen.

[Bearbeiten] Kennzahlen

[Bearbeiten] Erfolg und Umsätze

Apple machte bereits im August 2008 etwa 1 Million US-Dollar Umsatz täglich durch den Verkauf von Software aus dem App Store.[5] Auf der Entwicklerkonferenz WWDC gab Apple Anfang Juni 2011 bekannt, dass App Store, iTunes Store und iBookstore zusammen (die alle mit der gleichen Apple-ID besucht werden können) mittlerweile die Zahl von 225 Millionen Konten erreicht haben. Zudem seien bisher mehr als 3 Milliarden Dollar Erlöse an die Entwickler von Apps ausgezahlt worden.[6]

[Bearbeiten] Angebotene Programme

Im Juli 2011 standen über 450.000 verschiedene Apps zur Verfügung, wobei die Anzahl durch Neuzugänge kontinuierlich wächst. Zur besseren Übersicht gibt es 20 Kategorien, darunter Unterhaltung, Finanzen, Spiele, Gesundheit und Fitness, Bücher, Nachrichten, Soziale Netzwerke und Dienstprogramme. Eine Suchfunktion sowie die Anzeige verschiedener Hitlisten sollen die Orientierung durchs Angebot ebenso erleichtern wie Bewertungen (ein bis fünf Sterne) und Kommentare anderer Nutzer der Programme.

Datum Verfügbare Applikationen für das iPad optimierte Apps Anzahl heruntergeladener Applikationen
11. Juli 2008[7] 500 0
(iPad erschien im April 2010)
0
9. September 2008[8] 3000 100.000.000
21. Oktober 2008[9] 7500 200.000.000
5. Dezember 2008[10] 10.000 300.000.000
16. Januar 2009 15.000 500.000.000
17. März 2009[11] 25.000 800.000.000
23. April 2009[12][13] 35.000 1.000.000.000
8. Juni 2009[14] ca. 50.000  ?
28. September 2009[2] > 85.000 2.000.000.000
4. November 2009[15] > 100.000 > 2.000.000.000
27. Januar 2010[16] > 140.000 > 3.000.000.000
8. April 2010[17] > 185.000 > 3.500 > 4.000.000.000
7. Juni 2010[1] > 225.000  ? > 5.000.000.000
22. November 2010[1] > 300.000 > 40.000  ?
22. Januar 2011[18] > 350.000 > 60.000 > 10.000.000.000
6. Juni 2011[19] 425.000 > 90.000 > 14.000.000.000
7. Juli 2011[20] > 425.000 > 100.000 > 15.000.000.000
4. Oktober 2011[6] > 500.000 > 140.000 > 18.000.000.000

[Bearbeiten] Alternativen

Software, die nicht aus dem App Store stammt, kann nur nach einer Modifikation des Betriebssystems (sogenannter Jailbreak) installiert werden. Über die dabei installierten Installationsprogramme Cydia, Rock und Icy ist ein Zugriff auf andere Softwareplattformen, vor allem das sogenannte App Repository, möglich.

Der Anteil der Nutzer, die solche Alternativprogramme installiert haben, ist relativ gering. Laut der Studie eines Privatunternehmens[21] lag der Anteil der so modifizierten iPhones im August 2009 bei etwa 9 Prozent, mit steigender Tendenz. Dies liegt unter anderem daran, dass der Vorgang des „Jailbreakens“ bisher technisch relativ anspruchsvoll war und ein gewisses Computerwissen verlangte. Zudem besteht vor allem für weniger versierte Anwender die nicht unerhebliche Gefahr, durch Bedienungsfehler dabei das iPhone oder den iPod touch in einen für Laien irreparablen, meist nur mit einem bestimmten „Rettungsverfahren“[22] behebbaren Zustand zu versetzen. Ein weiterer Grund für die eher geringe Verbreitung der Alternativen ist die berechtigte Befürchtung, dass durch den Jailbreak die Garantie des Geräts erlöschen kann. In der Praxis scheint Apple dies jedoch relativ kulant zu handhaben, vorausgesetzt das Gerät wurde nicht offensichtlich durch das Jailbreaken selbst funktionsuntüchtig.

Für andere Betriebssysteme existieren mit dem App Store vergleichbare Plattformen. Zu diesen zählen Android Market, Nokia Store, BlackBerry App World, Mac App Store, Samsung Apps sowie Windows Phone Marketplace.

[Bearbeiten] Restriktive Politik von Apple

Der App Store stellt die einzige offizielle Möglichkeit dar, Programme und Spiele von Drittanbietern auf das iPhone, iPad oder den iPod touch zu übertragen. Apple verspricht dadurch einen Schutz vor Schadprogrammen („Malware“) und unausgereifter Software.

[Bearbeiten] Kritik

Apple vergibt oder verweigert die Zulassung von Software zur Aufnahme im App Store nach Kriterien, die anfangs nicht offengelegt und häufig als willkürlich beschrieben wurden. Dies brachte dem Unternehmen sowohl von der Fachpresse als auch aus Entwicklerkreisen andauernde, teils heftige Kritik ein. Bemängelt wird nach wie vor, dass oft Anwendungen zurückgewiesen werden – laut Kritikern aus reinem Geschäftsinteresse – die eine gute oder verbesserte Alternative zu den vorinstallierten Anwendungen von Apple darstellen,[23] darunter WhatsApp, oder die Geschäftsinteressen von Apples Vermarktungspartnern aus dem Mobilfunkbereich betreffen könnten, speziell AT&T in den USA. Inzwischen hat Apple die Richtlinien für die Zulassung von Software offengelegt. Sie können auf der Apple-Entwicklerseite eingesehen werden.[24]

Regelrechte Beschimpfungen von technisch orientierten Internet-Nachrichtenseiten („Apple is growing rotten to the core“[25][26] – etwa: Apple ist mittlerweile bis zum Kern verfault) erntete das Unternehmen im Juli 2009 für die Entscheidung, eine Reihe von bereits im App Store gelisteten Apps von Google wieder zurückzuziehen. Die als Google Voice bekannt gewordenen Programme stellen unter anderem kostenlose SMS- und günstige Telefoniedienste zur Verfügung und waren teils euphorisch erwartet worden. Sie waren von Apples Senior Vice President Phil Schiller persönlich abgesegnet und wurden laut Insiderquellen dann auf direkte Intervention von AT&T zurückgezogen.[25] Erst 16 Monate nach Einreichen wurde die Google Voice App im US-amerikanischen App Store zugelassen.[27]

Ebenso wurde Cartoon-App des Karikaturisten Mike Keefe zunächst von Apple zur Veröffentlichung im App Store freigegeben, da sie Personen des öffentlichen Lebens karrikiere. Nachdem Keefe mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde, wurde seine Cartoon-App jedoch in das Portfolio des App Stores aufgenommen.

Apple kann Programme auf dem iPhone löschen, die im App Store heruntergeladen wurden. Das iPhone nimmt automatisch Kontakt mit einem Apple-Server auf und sendet alle Applikationen, die von Apple mit Fernzugriff gelöscht werden können.[28][29]

Apple befindet sich bezüglich des App Stores sowohl mit Amazon als auch mit Microsoft im Rechtsstreit. Microsoft behauptet, das Wort „App Store“ sei zu generisch, als dass man es als Marke schützen dürfe.[30] Dies sei in etwa vergleichbar mit einem Buchladen, dem man den Markennamen „Der Buchladen“ gibt. Zum anderen beklagt sich Apple, dass der Name „Amazon Appstore“ dem eigenen App Store zu ähnlich klingt, und hat Amazon daraufhin verklagt.[31]

Im Juli 2011 hat die Stiftung Warentest den App Store nur als „ausreichend“ bewertet.[32] Kritisiert wurden unter anderem deutliche Mängel im Kleingedruckten und in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c [1], Aufzeichnung WWDC 2010
  2. a b Pressemitteilung: Apple’s App Store Downloads Top Two Billion
  3. Apple's Cut, venturebeat.com (englisch)
  4. appblogger.de: Es ist geschafft: 10 Milliarden App Store Downloads
  5. 1 Million US-Dollar täglich
  6. a b 4. Oktober 2011:[2], Let's talk iPhone, 4. Oktober 2011
  7. Pressemitteilung: iPhone 3G on Sale Tomorrow, 10. Juli 2008 (englisch)
  8. Pressemitteilung: App Store Downloads Top 100 Million Worldwide, 9. September 2008 (englisch)
  9. Pressemitteilung: Apple Reports Fourth Quarter Results, 21. Oktober 2008 (englisch)
  10. Apple App Store tops 10,000 applications, cnet.com News, 5. Dezember 2008 (englisch)
  11. Apple March 17 event, Aufzeichnung des Apple-Events vom 17. März 2009
  12. 1000 Millionen Dank.
  13. App Store: 'Tausend Millionen' Downloads von 35.000 Programmen, iphoneblog.de am 24. April 2009
  14. Apple WWDC 2009, Aufzeichnung der Worldwide Developers Conference 2009
  15. Pressemitteilung: Apple Announces Over 100,000 Apps Now Available on the App Store, 4. November 2009
  16. Apple Keynote 2010, Aufzeichnung der Keynote 2010
  17. [3], Aufzeichnung Apple iPhone OS 4 Event, 8. April 2010
  18. Pressemitteilung:[4], Pressemitteilung, 22. Januar 2011
  19. Aufzeichnung:[5], Aufzeichnung WWDC 2011
  20. Pressemitteilung:[6], Pressemitteilung, 7. Juli 2011
  21. Max Zellmer: Jailbreak auf fast jedem zehnten iPhone. Macnotes.de, 17. August 2009
  22. iPhone und iPod touch wiederherstellen über den Wartungsmodus apple.com, 18. Juli 2011
  23. heise online: Programmierer kritisieren Apples App Store
  24. App Store Review Guidelines
  25. a b Jason Kincaid: Apple Is Growing Rotten To The Core: Official Google Voice App Blocked From App Store. Tech Crunch, 27. Juli 2009, eingesehen am 5. November 2009
  26. Rotten Apple? Google Voice App Blocked from App Store. Seeking Alpha, 28. Juli 2009
  27. 9 to 5 Mac am 16. November 2010
  28. Apple hat Fernzugriff auf alle iPhones - Meldung von 20 Minuten am 12. August 2008
  29. Apple kann Programme auf dem iPhone löschen - Meldung von golem.de am 7. August 2008
  30. 'Microsoft klagt gegen "App Store"-Markenschutz'
  31. 'Amazon öffnet Appstore - Apple klagt'
  32. Test von App Stores: Keiner ist gut Stiftung Warentest, 28. Juli 2011
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