Torpedobomber

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Ein Torpedobomber ist ein Militärflugzeug, das in der Lage ist, Torpedos zu transportieren und mit diesen Schiffsziele anzugreifen.

Fairey Swordfish mit untergehängtem Torpedo. Flugzeuge dieses Typs trugen zur Versenkung des deutschen Schlachtschiffes Bismarck bei.
Torpedoangriff mit Heinkel He 111

Die Short 184 war ein britischer Torpedobomber im Ersten Weltkrieg. Es war das erste Flugzeug, durch das ein Schiff mit einem Torpedo versenkt wurde. Am 17. August 1915 startete Flight Commander Charles Humphrey Kingsman Edmonds mit einer Short 184 vom Flugzeugträger HMS Ben-my-Chree und versenkte ein türkisches Handelsschiff mit einem 14-Zoll-Torpedo (entsprechend 356 mm).

Bereits im Herbst 1915 wurden mit dem Heeresluftschiff P IV (Parseval PL 16) in Berlin-Biesdorf Torpedogleiter-Versuche von der Firma Siemens-Schuckert unternommen. Später folgten ebenfalls in Biesdorf Versuche mit dem Parseval-Luftschiff PL 25. Im Sommer 1917 wurden in Hannover (Lufthafen Vahrenwalder Heide) mit dem Heeresluftschiff Z XII (LZ 26) Torpedogleiter abgeworfen und ferngesteuert. Die Marineluftschiffe L 25 (ex Heeresluftschiff LZ 88) und L 35 unternahmen ebenfalls vom Sommer 1917 an bis zum Kriegsende 1918 Versuche mit Torpedogleitern an verschiedenen Orten, u.a. auf dem Zentralluftschiffhafen Jüterbog. Der letzte Abwurf eines Siemens-Schuckert-Torpedogleiters erfolgte am 2. August 1918. Der Gleiter wog 1.000 kg, flog 7,6 km weit und wurde aus 1.200 Meter Höhe abgeworfen. Beim Waffenstillstand hatte Siemens-Schuckert gerade eine neue Versuchsserie in Nordholz begonnen. Es ging dabei um das Riesenflugzeug R VIII (auch von Siemens-Schuckert gebaut), es kam aber nicht mehr zu irgendwelchen Abwürfen. Siemens-Schuckert baute bis November 1918 ca. 100 Torpedogleiter.

Die ersten Bomber dieser Art wurden zwischen den beiden Weltkriegen hergestellt. Der britische Doppeldecker Fairey Swordfish war einer der bekanntesten seiner Art. 1934 entwickelt, spielte er im Zweiten Weltkrieg eine große Rolle: Das Schlachtschiff Bismarck wurde durch seine Torpedos manövrierunfähig, die italienische Flotte wurde durch einen Torpedobomberangriff im Hafen von Tarent entscheidend geschwächt. Auch im Pazifik kamen die Flugzeuge, hier vor allem japanische Mitsubishi G4M Hamakis und amerikanische Grumman TBF Avengers, zum Einsatz, vor allem in der Schlacht um Midway sowie bei der Versenkung der Yamato.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor dieser Flugzeugtyp durch die Einführung wirksamer radargesteuerter Flugabwehrgeschütze sowie der Entwicklung von Raketen und Marschflugkörpern für Angriffe gegen Seeziele schnell an Bedeutung. Lediglich zur U-Jagd werden heute noch Torpedos von Flugzeugen abgeworfen.

Liste von Torpedobombern:

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]