Torques

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Bronzener Puffer-Torques, gefunden in Somme-Suippe im Département Marne, datiert ins 4. Jh. v. Chr.
Torques am Hals des Sterbenden Galliers
Goldene Bandtorcs aus dem Fund von Blair Drummond
Torques von Trichtingen als Briefmarkenmotiv von 1976

Als Wendelring oder Torques (gesprochen [tɔk:wɘz], von lateinisch torquere, „drehen“; engl. torc, franz. torque) wird in der Archäologie ein offener Halsreif der Latènezeit bezeichnet, dessen Aussehen häufig einem gedrehten Strick ähnelt und dessen Endstücke oft besonders geformt, als Puffer (auch Stempelenden genannt), Tierkopf oder Kugel ausgebildet sein können. Torques (engl. torc) gibt es auch in Irland und auf der iberischen Halbinsel (Castrokultur). Als Torques gelten nur offene Halsringe, nicht jedoch geschlossene verdrehte Armreifen.

Archäologen haben in Großbritannien und in Irland vor allem in Nordirland rund 120 sogenannte Bandtorcs gefunden. Bandtorcs sind aus einem dünneren Goldstreifen verdrehte Ringe. Ende des 2. Jahrtausends v. Chr., wurden im südlichen Großbritannien und Irland Bandtorcs in Form von importierten Bronzen eingeführt. Neben Bändern wurden auch Rundstäbe verdrillt.[1]

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Begriff stammt aus antiken Quellen, wo ein entsprechender Halsreif vielfach erwähnt wird, vor allem – aber nicht nur – in Zusammenhang mit den historischen Kelten. Neben Schriftquellen zeigt auch die Statue des Sterbenden Galliers die Verwendung des Torque bei den Kelten. Er wurde von den Römern als militärische Auszeichnung übernommen. Die Torques verbreiteten sich im gesamten mediterranen und im arabischen Raum.

Torques sind seit mindestens der Mittleren Bronzezeit auch im Nahen Osten gut bezeugt.[2] Sie waren bei den Skythen, den Persern und verwandten Völkern wie den Parthern Teil der regulären Tracht.

Der Torques scheint bei den Kelten ein Herrschaftszeichen gewesen zu sein, aber auch Götterfiguren tragen Torques, und der Silberring von Trichtingen ist für einen Menschen zu schwer. Torques sind oft aus Edelmetall gefertigt und an den Enden kunstvoll verziert. Sie sind für Männer- und Frauengräber belegt, kommen aber auch einzeln in Horten vor.

In der Spätantike wurden römische Kaiser seit Julian Apostata im Rahmen ihrer Erhebung oft mit einem Torques statt mit einem Diadem gekrönt.

Beispiele[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andres Furger-Gunti: Der Goldfund von Saint-Louis bei Basel und ähnliche keltische Schatzfunde. In: Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte 39, 1982, S. 1-48 (online).
  • J. Burns: Additional torc from Snettisham, Norfolk. In: Proceedings of the Prehistoric Society. 37/1, 1971, S. 228-229.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Torques – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Torques – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ein Rundstabtorc wurde 2009 im County Fermanagh gefunden [1]
  2. Aus einem Hortfund aus Byblos, der um 1900 datiert, stammen mehrere Torques aus Silber und Bronze: Pierre Montet: Byblos et L'Égypte, quatre campagnes de fouilles à Gebeil; 1921, 1922, 1923,1924, Paris 1928, S. 123, Tafel LXX