Naher Osten
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Mit Nahem Osten (arabisch الشرق الادنى al-scharq al-adna, hebräisch המזרח התיכון haMizrach haTichon, türkisch Orta Doğu, kurdisch nêz rojhilat farsi خاورمیان) wurde seit dem Neunzehnten Jahrhundert das Gebiet des Osmanischen Reiches außerhalb Europas bezeichnet. Heute umfasst dieses Gebiet im geographischen Sinn im Allgemeinen die arabischen Staaten Westasiens, Iran und Israel. Dazu gehören die Region des Fruchtbaren Halbmondes, die Arabische Halbinsel inklusive der Sinai-Halbinsel.
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[Bearbeiten] Begriff
Dem Begriff Naher Osten wohnt eine kontinentaleuropäische Perspektive (vom „Westen“ auf den „Osten“) inne, da der Begriff hier geprägt wurde. Jedoch ist die im Arabischen gebräuchliche unscharfe Bezeichnung Mittlerer Osten (الشرق الأوسط) für das Gebiet des Nahen Ostens, ein Hinweis auf ein gewisses Zugehörigkeitsgefühl zu einer arabischen Großregion, deren Namensgeschichte auf europäische koloniale Einflüsse, vor allem des Vereinigten Königreichs im neunzehnten Jahrhundert hinweist. Im Englischen ist heute Middle East für "Naher Osten" neben Near East, das im englischsprachigen Raum vor allem von Archäologen, Geographen und Historikern benutzt wird und vor allem Anatolien, die Levante und Mesopotamien umfasst, üblich.
[Bearbeiten] Mittlerer Osten
Der Begriff Mittlerer Osten, den man immer häufiger in den Medien findet, wird meistens als wörtliche Übersetzung des englischen Ausdrucks Middle East verwendet (Region ME = middle east), welcher in seiner engen Definition dasselbe geographische Gebiet bezeichnet und auch in den oben genannten arabischen und hebräischen Bezeichnungen erscheint (ausat ist der arabische, tichon der hebräische Begriff für „mittlere“). Im deutschen Sprachgebrauch ist die Verwendung des Begriffs dagegen missverständlich, da hier der Mittlere Osten eigentlich ein abweichendes geographisches Gebiet bezeichnet. Zur Zeit des Osmanenreiches sprachen auch die Briten von Near East und meinten damit den Balkan und das Osmanische Reich (Reichsgebiete des Nahen Ostens ohne den Iran). Middle East bezeichnete damals das Gebiet Iran, Afghanistan, Kaukasus, Zentralasien. Die G8-Definition bezieht das gesamte Nordafrika (Mittelmeeranrainerstaaten) mit ein.
[Bearbeiten] Orient, Vorderer Orient
In einem eher religiös-kulturellen Sinne wird meist Orient oder Morgenland für das Gebiet des Mittleren und Nahen Ostens, im politischen oder geographischen Sinne, verwendet; der Vordere Orient ist dabei unscharf entsprechend der Nahe Osten. Die Welt des Orients beschäftigte viele europäische Dichter und Schriftsteller, siehe z. B. Wolfgang Goethes „West-östlicher Diwan“, Hermann Hesses Roman „Morgenlandfahrt“ oder die abenteuerlichen Orient-Erzählungen des Hermann von Pückler-Muskau, die Bestseller waren und zur Erzählfigur des Münchhausen führten. Der Orient ist kultur- und sittengeschichtlich eine Ansammlung von gegenteiligen Zuschreibungen und fantastischen Vorstellungen im Spiegelbild westlicher Kultur. Man kann sagen, dass der Orient in diesem religiös-kulturgeschichtlichen Sinne das ist, was der Okzident, das Abendland, nicht ist.
[Bearbeiten] Staaten, Gebiete und Regionen
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Israelischer Zensus 2006 + internationale Quellen: [http://www.biu.ac.il/Besa/MSPS65.pdf The Million Person Gap: The Arab Population in the West Bank and Gaza 2006] [1] [2]
- ↑ Palästinensischer Zensus 2007: [3] p.14
- ↑ Israelischer Zensus 2006 + internationale Quellen: [http://www.biu.ac.il/Besa/MSPS65.pdf The Million Person Gap: The Arab Population in the West Bank and Gaza 2006] [4] [5]
- ↑ Palästinensischer Census 2007: [6] p.14
- ↑ en:The World Factbook, United States Central Intelligence Agency (CIA), 14 November 2006, [7]
- ↑ "The Million Person Gap: The Arab Population in the West Bank and Gaza"; B. Zimmerman, R. Seid and M. L. Wise; The Begin-Sadat Center for Strategic Studies, Bar-Ilan University; February, 2006 The Million Person Gap: The Arab Population in the West Bank and Gaza
- ↑ Sergio DellaPergola, "Letter to the editor", Azure, 2007, No. 27, [8] Sergio DellaPergola kritisiert die Autoren der Studie zum "Palästinensischen Zensus 2007" wegen gravierender statistischer und methodischer Mängel.
[Bearbeiten] Literatur
- Pawelka/Richter: Religion, Kultur und Politik im Vorderen Orient. VS Verlag, 2004, ISBN 3-531-14098-1
- V. Perthes: Geheime Gärten - Die neue arabische Welt. Goldmann, 2003, ISBN 3-442-15274-7
- V. Perthes: Vom Krieg zur Konkurrenz - Regionale Politik und die Suche nach einer neuen arabisch-nahöstlichen Ordnung. Nomos Verlag, 2000, ISBN 3-789-06712-1
- Margret Boveri: Wüsten, Minarette und Moscheen - Im Auto durch den alten Orient. Mit einem Vorwort von Peter Scholl-Latour. Berlin 2004, wjs-Verlag, ISBN 3-937989-06-4
- Reiner Bernstein: Von Gaza nach Genf. Die Genfer Friedensinitiative von Israelis und Palästinensern, Schwalbach/Ts 2005 (Wochenschau-Verlag)
- Berhard Chiari und Dieter H. Kollmer (Hrsg.): Wegweiser zur Geschichte Naher Osten. Paderborn 2007, Schöningh, ISBN 3-506-76371-7
- Prof. Dr. Abdoljavad Falaturi (Hrsg.): Islam: Raum - Geschichte - Religion. Bd. 1 Der Islamische Orient, Köln 1990
[Bearbeiten] Weblinks
- Nahost-Konflikt aus der Bundeszentrale für politischen Bildung
- Richard N. Haass, The New Middle East ("Foreign Affairs", November/Dezember 2006 - Richard N. Haass ist seit 2003 Präsident des Council on Foreign Relations)

