Klimaanlage

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Eine Klimaanlage ist eine Anlage zur Erzeugung und Aufrechterhaltung einer angenehmen und nützlichen Raumluft-Qualität (Temperatur, Feuchtigkeit und Reinheit) unabhängig von Wetter, Abwärme und menschlichen und technischen Emissionen. Oft wird unter Klimaanlage jedoch lediglich eine Raumluftkühlung verstanden.

Dezentrale Klimaanlagen (Außenmodule von Splitgeräten) in Hongkong, 2002

Eine Klimaanlage kann Luft

  1. heizen oder kühlen,
  2. befeuchten oder trocknen,
  3. filtern oder austauschen.

Kleinere Klimaanlagen beherrschen oft nicht alle dieser Möglichkeiten; meist wird jedoch nur von einer Klimaanlage gesprochen, wenn zumindest die Kühlfunktion vorhanden ist.

Klimaanlagen schaffen in Maschinenräumen und Rechenzentren die notwendigen Umgebungsbedingungen für technische Anlagen oder ein für den Menschen angenehmes Raumklima, was üblicherweise mit einer Temperatur von ca. 22 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von ca. 50% angenommen wird.

Einteilung[Bearbeiten]

Eine Klimaanlage hat die Aufgabe mit Hilfe der Zuluft und der Luftführung einen Raum zu konditionieren. Die Einteilung erfolgt nach den geregelten thermodynamischen Funktionen für die Zuluft.

Einteilung von Lüftungs-, Teilklima- und Klimaanlagen nach DIN EN 13779

Kategorie geregelte Funktionen Anlagenbezeichnung
Lüftung Heizung Kühlung Befeuchtung Entfeuchtung
THM-C0 X Einfache Lüftungsanlage
THM-C1 X X Lüftungsanlage mit Heizfunktion bzw. Luftheizungsanlage
THM-C2 X X X Teilklimaanlage mit Befeuchtungsfunktion
THM-C3 X X X (x) Teilklimaanlage mit Kühlfunktion
THM-C4 X X X X (x) Teilklimaanlage mit Kühl- und Befeuchtungsfunktion
THM-C5 X X X X X Klimaanlage mit allen Funktionen (oder umgangssprachlich „Vollklimaanlage“)

Legende: X Wird in der Teilklimaanlage geregelt. (x) Wird in der Teilklimaanlage beeinflusst, aber nicht geregelt. Weiterhin werden die Klimaanlagen zusätzlich nach der Lüftungsfunktion gekennzeichnet. Wird Außenluft zugeführt, so handelt es sich um eine Klimaanlage mit Lüftungsfunktion. Wird dagegen nur Umluft gefahren, so ist das eine Klimaanlage ohne Lüftungsfunktion.

Vor- und Nachteile von Klimaanlagen[Bearbeiten]

Die Auswirkungen von Klimaanlagen auf die Wohnatmosphäre und die Produktivität bei der Arbeit sind umstritten und von vielen individuellen Faktoren beeinflusst.

Pro:

  • Frische Luft wird den Räumen zugeführt. Dies ist gemäß Arbeitsschutz, z. B. in Deutschland nach der Arbeitsstätten-Richtlinie Lüftung (ASR 5) dann erreicht, wenn die Luftqualität im Wesentlichen der Außenluftqualität entspricht.[1] Neben CO2 werden auch Gerüche und Schadstoffe, wie Lösungsmittel aus Baustoffen oder Teppichen, Ozon aus Laserdruckern, Stäube, Gase und Dämpfe aus Herstellungsprozessen etc. abgeführt. Maßstab ist die maximale Konzentration am Arbeitsplatz (MAK).
  • Bei etwa 20 °C ist der Mensch zu 100 % leistungsfähig. Bei 28 °C sinkt die Leistungsfähigkeit auf 70 % und bei 33 °C auf 50 %.[2] Laut Arbeitsstätten-Richtlinie Raumtemperatur (ASR 6) soll die Temperatur an Büroarbeitsplätzen 26 °C nicht übersteigen.[3]

Contra:

  • Eine Befragung der AOK ergab, dass sich fast 40 % der Befragten durch schlechte Belüftung und Klimaanlagen beeinträchtigt fühlen. Schlecht gewartete Systeme können Schadstoffe nicht abführen oder sogar Bakterien, Schimmelpilze und andere Mikroorganismen verbreiten.[4]
  • Zwar verbrauchen effiziente Klimaanlagen weniger Energie, dennoch stellt der Mehrenergieverbrauch ein Problem dar, insbesondere in Ballungsgebieten.
  • Wenn Kältemittel (z. B. R410A mit einem Treibhauspotenzial (GWP) von 1725) in die Umwelt gelangt, dann trägt das zur Klimaerwärmung bei.[5] Betreiber von größeren Kältemaschinen sind deshalb durch die Chemikalien-Klimaschutz-Verordnung dazu verpflichtet, die Dichtheit des Systems regelmäßig prüfen zu lassen. Moderne Kältemittel haben keine Ozon abbauende Wirkung mehr, jedoch wird Ozonschicht schädigendes Kältemittel weiterhin produziert und eingesetzt.
  • Die Raumtemperatur kann zu kalt eingestellt sein. Erkältungserkrankungen im Sommer werden teilweise auf einen „Kälteschock“ beim Betreten eines gekühlten Raumes zurückgeführt. Es wird daher empfohlen die Raumtemperatur nicht kälter als 6 °C unter der Außentemperatur einzustellen, was durch auch automatisch gleitende Anpassung der Raumtemperatur an die Außentemperatur erreicht werden kann.

Zentrale Klimaanlagen[Bearbeiten]

Bei zentralen Klimaanlagen werden die erforderlichen lüftungstechnischen Grundfunktionen der thermodynamischen Luftbehandlung – Luftförderung, Filterung, Temperierung, Be- und Entfeuchtung – in einem zentralen Zuluftgerät und in einem zentralen Abluftgerät durchgeführt. Bei der Temperierung ist der Wärme-/Kältebedarf der zugeführten Außenluft und ggf. die Transmissionswärme/-kälte für die Räume bereitzustellen. Von den beiden Geräten aus verteilen sich Luftkanäle zu den einzelnen Räumen.

Zentrale Klimaanlagen werden in kombinierte Luft-/Wasser-Anlagen und Nur-Luft-Anlagen unterschieden.

  • Luft-/Wasser-Anlagen
Zur Temperierung erfolgt bei dieser Bauweise die Deckung der Transmissionswärme/-kälte im Raum über wassergebundene Flächenheiz- oder -kühlsysteme, (Heizkörper, Kühldecken, o. ä.), während die Temperierung der zugeführten Außenluft, Luftförderung, Filterung, Be- und Entfeuchtung in den zentralen Geräten verbleibt. Diese Bauweise garantiert eine flexible Raumnutzung hinsichtlich Luftmenge und Raumtemperatur.
  • Nur-Luft-Anlagen
Bei dieser Bauweise erfolgt die komplette Konditionierung des Raumes ausschließlich mit der zugeführten Luft. Nur-Luft-Anlagen kommen dann zum Einsatz, wenn aus besonderen Gründen wassergebundene Flächenheiz- oder -kühlsysteme im Raum vermieden werden sollen oder wenn größere Räume, wie Säle, Auditorien, Theater, Versammlungsräume, o. ä. klimatisiert werden müssen.

Zentrale Klimaanlagen gelten als bewährt. Die Komfortanforderungen im Raum hinsichtlich Luftqualität, Lautstärke, Luftfeuchtigkeit, Zugfreiheit und Temperatur lassen sich erfüllen. Die räumliche Konzentrierung wesentlicher Bauteilkomponenten bietet wirtschaftliche Vorteile bezüglich Energieeffizienz, Wartung, Hygiene und Flächennutzung.

Zentrale Lüftungsanlagen gestatten eine umfassende und energieeffiziente Aufbereitung der benötigten Luft. Unabhängig von der Fassadenausrichtung wird meist an der verkehrsabgewandten Gebäudeseite in Bodennähe im Winter wind-/regengeschützt relativ warme und im Sommer relativ kühle Außenluft ins Gebäude eingebracht. Die Baugrößen ermöglichen durchgängig den Einsatz von Komponenten mit hohen Wirkungsgraden, wie z. B. Ventilatoren, Wärmerückgewinnung, Schalldämpfung. Zur Steigerung der Energieeffizienz lassen sich leistungsfähige multifunktionale Wärmerückgewinnungssysteme einsetzen, die auch im Sommer „als Nebenprodukt“ mit der indirekten adiabatischen Verdunstungskühlung selbsterzeugte Kälte bereitstellen. Damit wird die Heizzentrale um einen Teil der thermischen Luftaufbereitung entlastet, und große stromzehrende Kälteanlagen inkl. deren Rückkühlwerke werden vermieden. Zudem können architektonische Möglichkeiten zur Vermeidung von Transmissionswärmeverlusten, wie z. B. Doppelfassade oder Passivhausbauweise umfassend genutzt werden.

Wird bei der Planung einer festinstallierten Klimaanlage die Kühllast berechnet, lassen sich Fehldimensionierungen vermeiden. Die Kühllastberechnung basiert auf der VDI2078. Oft genügt das Aufnehmen der Daten aus den entsprechenden vorhandenen Unterlagen (U-Wert der Baustoffe, Grundrisse usw.).

Dezentrale Klimaanlagen[Bearbeiten]

Bei dezentralen Klimaanlagen werden die Luftbehandlungen Luftförderung, Filterung und Temperierung direkt im Raum ausgeführt. Unabhängig von der Himmelsausrichtung des Gebäudes wird über die Fassade die benötigte Luft raumweise angesaugt und ins Gebäude eingebracht. Die Raumabluft wird ebenfalls wieder raumweise über die Fassade ins Freie entlassen.

Analog den zentralen Klimaanlagen lassen sich dezentrale Klimaanlagen ebenfalls in Luft-/Wasser-Anlagen und Nur-Luft-Anlagen unterteilen. Allerdings beschränken sich hier die Nur-Luft-Anlagen auf relativ kleine Räume, wie z. B. Büroräume an der Fassade.

Aufbau einer Kälteanlage, hier die Ausführung als dezentrales Kompaktgerät

Dezentrale Klimaanlagen sind aus Fenster-Kühlaggregaten entstanden, wie sie seit langem in den heißen Regionen Asiens und Amerikas eingesetzt werden, indem eine Lüftungs- und Heizfunktion hinzugefügt wurde. Dezentrale Klimaanlagen werden vorzugsweise für den nachträglichen Einbau in einzelne Räume vorgesehen. An den Komfortanforderungen müssen unter Umständen bei Luftqualität, Lautstärke, Luftfeuchtigkeit, Zugfreiheit und Hygiene Abstriche gemacht werden. Das kann beispielsweise daran liegen, dass bei verkehrszugewandten Fassaden belastete Außenluft in den Raum geführt wird, dass über die Fassade ausgeblasene Fortluft wieder angesaugt wird, dass zusätzlich zum Ventilatorgeräusch über die Fassadenöffnungen auch Verkehrslärm in den Raum dringt, dass keine Be- und Entfeuchtung stattfindet, dass der Winddruck Einfluss auf die Luftbilanzierung des Gebäudes hat oder wegen fehlender Filtervorerwärmung durchnässte Filter verkeimen.

Dezentrale Klimageräte werden vorwiegend unter Flur oder in die Brüstung eingebaut. Dies verringert zentrale Luftverteilungen im Gebäude und die Ausweisung einiger Technikflächen im Keller oder auf dem Dach. Der Einbau in die Brüstung birgt die Möglichkeit geringer Geschosshöhen, allerdings wird dabei im Gegenzug die effektive Raumbodenfläche um den Überstand der Brüstung reduziert. Es ist zu beachten, dass Räumlichkeiten im Gebäudekern oder Untergeschossen nicht zu klimatisieren sind.

Bei der Erreichung guter Energieeffizienzen sind in größeren Anlagen Abstriche zu machen. Das liegt daran, dass der Vorteil vermiedener Luftverteilungen nicht die Nachteile bei der thermischen Luftaufbereitung überwiegt. Auf Grund der begrenzten Einbausituationen sind die einzelnen Bauteile klein gehalten, was die erreichbaren Wirkungsgrade z. B. beim Ventilator, Wärmerückgewinnung oder Schalldämpfer vermindert. Nicht gegen Regen und Wind geschützt, kann es in der Heizperiode passieren, dass die kältere Fassaden-Außenluft mehr aufgewärmt werden muss und dann mit einem höheren Luftheizbedarf zu rechnen ist. Auf Grund der Thermik und Strahlung erfordert die Fassaden-Außenluft im Sommer zudem höhere Kühlleistung. Da auch keine indirekte adiabate Verdunstungskühlung nutzbar ist, muss die Kühlleistung über Kältemaschinen und Rückkühlwerke erzeugt werden, die zusätzliche Technikflächen benötigen und hohe Stromverbräuche verursachen. Bei der Wartung dezentraler Bauteile hat sich gezeigt, dass Zeit- und Transportaufwand für lange Wege und erneute Rüstzeiten vor Ort durchweg erhöhte Kosten nach sich ziehen. Auch können Wartungsarbeiten im Raum Behinderungen im Arbeitsablauf der dort anwesenden Personen verursachen. Dezentrale Klimaanlagen gestatten ein eigenes Konzept zur flexiblen Raumnutzung und Kostenabrechnung.

Um über die Fassade Fortluftansaugungen zu vermeiden und damit auch Brand- und Rauchübertragung einzuschränken, führt man dezentrale Klimaanlagen inzwischen vermehrt als hybride Ausführungen aus. Dabei wird die Raumabluft im Gebäude zusammengefasst und über ein zentrales Abluftgerät über Dach abgeführt, während die Außenluftansaugungen der einzelnen Räume noch über die Fassade erfolgen.

Regelung und Vergleichsprozess[Bearbeiten]

Die Zusammenschaltung der verschiedenen Aggregate zur Luftaufbereitung bedürfen spezieller Regelungsalgorithmen. Sie nehmen direkten Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit, den Ressourcenverbrauch und die Umweltverträglichkeit der Klimaanlage. Die unterschiedlichen Regelungsverfahren können mit Jahressimulationen zwar auf ihre Effizienz hin beurteilt werden, sie gestatten aber keine Aussage bezüglich ihres tatsächlichen, absoluten Qualitätsstandes. Aus diesem Grund wurden Vergleichsprozesse der Klimatechnik entwickelt. Sie basieren auf einer Optimierungsstrategie (dynamische Optimierung mit den Variablen Temperatur und Feuchte) mit einer variabel definierbaren Zielfunktion.[6]

Sick-Building-Syndrom[Bearbeiten]

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Das Sick-Building-Syndrom wird fälschlicherweise oft mit Klimaanlagen in Verbindung gebracht. Es müssen jedoch mehrere Kriterien vorliegen, um Symptome auszulösen, und nicht nur die mit Klimaanlagen oft in Zusammenhang gebrachte schlechte oder zu trockene / zu feuchte Luft. Das Wohlbefinden in klimatisierten Räumen ist von insgesamt sechs Hauptfaktoren abhängig, wovon allerdings nur die ersten beiden der nachfolgend genannten Hauptfaktoren von Klimaanlagen beeinflusst werden können. Erst bei Erfüllung aller Kriterien kommt es nicht zum Sick-Building-Syndrom.

  1. Behaglichkeit ist gegeben
  2. Luftqualität stimmt (Frischluft statt Umluft)
  3. Körperlicher Gesundheitszustand ist zufriedenstellend
  4. Arbeitsplatz ist optimal gestaltet (kein Lärm, ausreichende Beleuchtung, keine spürbaren Hochhausschwingungen)
  5. Arbeitsklima ist angenehm (kein Mobbing, keine innere Kündigung, kein Burn-Out).
  6. Angenehme und interessante Tätigkeit wird ausgeführt.

Ökologische Alternativen[Bearbeiten]

Aus der zunehmenden Verbreitung von Klimageräten ergeben sich aber auch neue Probleme wie höherer Elektroenergieverbrauch, Klimaveränderungen durch den damit verbundenen höheren Kohlendioxidausstoß und Ozonschicht-Veränderung durch entweichende Kältemittel. Daher wird nach Alternativen zu herkömmlichen Kompressor-Klimaanlagen gesucht. Seit Mitte der 1980er Jahre wird auch in Deutschland immer mehr die sogenannte adiabate Kühlung[7] in der Gebäudeklimatisierung eingesetzt. Die erforderliche Kälte wird dabei durch Verdunstungskälte erzeugt. Durch Verdunsten von Wasser an der Luft entsteht ein Kühlpotential, das immer unterhalb der Umgebungstemperatur liegt. Die erreichbare Untertemperatur hängt von der relativen Feuchte der Luft ab. Bis auf den Transport von Luft und Wasser wird zur Kälteerzeugung keine mechanische oder elektrische Energie benötigt. Es sind jedoch nur geringe Temperaturdifferenzen zu erreichen. Es gibt 3 Verfahren:

  1. Verdunstungskühlung der Zuluft (Grenze: hohe Raumluftfeuchtigkeit)
  2. Verdunstungskühlung der Abluft mit Wärmetauscher zur Zuluft
  3. Trocknung der Zuluft vor der Verdunstungskühlung (zusätzlicher Aufwand)

Beispielsweise hat das deutsche Bundeskanzleramt eine adiabate Kühlanlage: Mit 1 m³ Wasser (etwa 5 €) lassen sich so am Tag gut 1000 m² Bürofläche kühlen. Ein weiteres Beispiel für die adiabate Kühlung war die EXPO 1992 in Sevilla. Dort wurde die Außenlufttemperatur auf dem EXPO-Gelände durch Verdunstung von zuweilen 42 °C auf 36 °C abgesenkt. In der Umgebung von Kraftwerks-Kühltürmen kann statistisch nachgewiesen werden, dass deren adiabatische Kühlung zu vermehrtem Niederschlag in der näheren Umgebung führt (auch „Industrieschnee“).

Auch werden auf Basis von Erdkälte (auch Brunnenwasser oder Oberflächenwasser) Kühlsysteme für Bürogebäude installiert. Dabei wird beispielsweise einem nahen See aus ausreichender Tiefe 4 °C kaltes Wasser entnommen und durch eine Art Nahkältenetz in Gebäuden verteilt, anschließend wird das Wasser wieder in den See zurückgeführt. Veränderte Temperaturen können jedoch Auswirkungen auf das Ökologiesystem haben (Fischbestand, Wasserqualität etc.).

Prinzipiell lassen sich in den gemäßigten Breiten sowohl der Wärme- als auch der Kältebedarf ohne zusätzliche Energie decken, indem Saisonwärme- und -kältespeicher verwendet werden.

Sorptionsklimaanlagen können mit Solarwärme betrieben werden.

Kältemaschinen[Bearbeiten]

Eine Klimaanlage kann gegenüber konventionellen Heizungs- und Luftreinigungsanlagen auch kühlen, filtern und entfeuchten. Hierzu verfügt sie über eine Kältemaschine, wie sie ganz ähnlich auch in vielen Kühlschränken und allen Gefrierschränken vorzufinden ist. Die Filterung erfolgt oft über Filtervliese. Kondensationsflächen mit Wasserabläufen dienen der Lufttrocknung. Die Wärme wird über den Kältekreislauf transportiert und dann auf der anderen Seite abgegeben. Folglich benötigt eine Klimaanlage immer ein Medium (Kältemittel), mit dem sie die Wärme transportieren kann. Hierzu wird üblicherweise modernes Kältemittel R410A, R407C; R134a; Chlordifluormethan (R22) oder R290 (bei kleinen Anlagen wegen der Brandgefahr) und in Fahrzeugen R-134a sowie in älteren das heute verbotene R12 verwendet.

Eine Kaltluft-erzeugende Klimaanlage besitzt eine Kompressor-Kältemaschine (Prinzip siehe auch unter Wärmepumpe). In deren Kältekreislauf wird der Zusammenhang ausgenutzt zwischen Druck und Temperatur des Klimagases (Kältemittel): Ein Gas, das man komprimiert, erwärmt sich; umgekehrt kühlt es sich ab, wenn man es entspannt (sich wieder ausdehnen). Eine kühlende Klimaanlage funktioniert somit folgendermaßen:

  1. Das Klimagas wird im Freien mit einem Kompressor komprimiert und verflüssigt sich in einem nachfolgenden Wärmetauscher. Die dabei entstehende Wärme wird an die Umwelt abgeführt. Das Kältemittel hat dann etwa (Außen-)Umgebungstemperatur.
  2. Das flüssige Kältemittel wird in den Innenraum geleitet, wo es sich nach einer Kapillare in Kühlrippen (im Verdampfer) wieder ausdehnen darf, wobei es diese unter (Innen-)Raumtemperatur abkühlt. Es nimmt seine spezifische Verdampfungswärme auf.
  3. Raumluft wird an den Kühlrippen vorbeigeblasen und gibt dabei ihre Wärme an die Kühlrippen ab – und wird deutlich abgekühlt wieder in den Raum abgegeben.
  4. Das verdampfte, durch die Wärmeübertragung von der Raumluft wieder beinahe auf Raumtemperatur erwärmte Klimagas wird wieder nach außen zum Kompressor geführt. Der Kreislauf beginnt wieder von vorn.

Der Energieverbrauch, den Klimaanlagen zum Kühlen oder Heizen benötigen, konnte stetig gesenkt werden. Heutige gute Klimageräte haben eine Leistungszahl von 3,5 bis 4,0. Diese benötigen also für eine Kühlleistung von 4 kW nur eine Antriebsleistung von ca. 1,1 kW.

Bei Wohn- und auch Autoklimaanlagen hängt der Energiebverbrauch stark von der Differenz zwischen Innen- und Außentemperatur ab. Bei Klimaanlagen zum Kühlen von Rechenzentren oder Maschinen ist der primäre Verbrauchsfaktor die durch die Geräte erzeugte Wärme, die abgeführt werden muss.

Split-Klimaanlage

Klimaanlagen werden auch immer öfter zum Heizen[8] verwendet (also ein „umgekehrter Betrieb“), da sie rund 2/3 der abgegebenen Wärmemenge aus der Außenluft entnehmen und nur 1/3 der abgegebenen Wärmemenge elektrisch aufnehmen (Wärmepumpenprinzip). Moderne Geräte erreichen Leistungszahlen von bis zu 5 im Heiz- und bis zu 4 im Kühlbetrieb, d. h. nur noch 20–25 % der benötigten Energiemenge ist elektrische Verbrauchsenergie. Klimageräte mit Wärmepumpenfunktion sind daher trotz höherer Anschaffungskosten weit effizienter als Elektroheizungen. Es werden für größere Objekte Wärmerückgewinnungsanlagen gebaut, bei denen die Abwärme im Kühlbetrieb für das Erwärmen von Brauchwasser genutzt werden kann. Auch eine Kombination mit einer Fußbodenheizung ist sinnvoll, weil dadurch das Temperaturniveau der warmen Seite gesenkt werden kann.

Als Splitgeräte werden solche Klimaanlagen bezeichnet, die über eine Außeneinheit (Kondensator/Kompressor) und eine mit dieser über Kältemittelleitungen verbundenen Inneneinheit (Verdampfer), evtl. auch mehrere Inneneinheiten (Multi-Splitanlagen), verfügen.

Als Klimaanlagen mit Inverter oder mit Inverter-Technologie werden solche Anlagen bezeichnet, bei denen sich die Leistung des Klimakompressors variabel dem Kühlbedarf anpassen kann. Die zentrale Rolle bei der Regulierung des Kompressors hat hierbei ein Frequenzumrichter, auch Inverter genannt – daher die Bezeichnung.

Bei herkömmlichen Klimaanlagen läuft der Kompressor entweder auf Höchstleistung oder ist abgeschaltet. Die Anpassung der Kühlleistung erfolgt durch den Wechsel verschiedenlanger Perioden von Betrieb und Stillstand des Kompressors. In Inverter-gesteuerten Anlagen wird die Leistung des Kompressors dem Kühlbedarf stetig angepasst. Im Frequenzumrichter wird der Wechselstrom aus dem Stromnetz zunächst mit Hilfe eines Gleichrichters in Gleichstrom gewandelt, während der nachgeschaltete Wechselrichter den Strom wieder in Wechselstrom unterschiedlicher Frequenzen umwandelt. Je nach Wechselstromfrequenz dreht sich der Asynchronmotor des Kompressors dann schneller oder langsamer und verändert so die Leistung des Kompressors.

Da bei einem häufigen Start-Stopp-Betrieb die mechanischen Bauteile der Geräte stärker beansprucht und auch das Stromnetz durch abrupte Änderungen der Leistungsaufnahme gestört wird, sind Klimaanlagen mit Inverter-Technologie in Situationen mit sich häufig und kontinuierlich änderndem Kühl- (oder Heiz-)Bedarf effizienter. In Situationen in denen ein durchgehender Betrieb auf Maximalleistung benötigt wird, sind die herkömmlichen Geräte wiederum im Vorteil, da bei der Inverter-Technologie Energieverluste durch die Konvertierung entstehen.

Wie bei anderen Haushaltsgeräten werden die Geräte in Energieeffizienzklassen von A (gut) bis G (schlecht) eingeteilt; diese Angabe ist mittlerweile Pflicht.

Außerdem sind, in geringem Umfang, mit Gasmotor betriebene Wärmepumpen im Einsatz. Diese beziehen ihre Energie aus Erd- oder Flüssiggas. Strom wird hier lediglich für Steuerung bzw. bei Kaltwassersätzen für den Betrieb der Kaltwasserpumpen benötigt. Gasbetriebene Wärmepumpen haben den Vorteil, dass die Verluste bei der Stromerzeugung und beim Transport der elektrischen Energie vermieden werden. Sie haben höhere Anschaffungskosten und einen höheren Wartungsaufwand.

Anwendungsbereiche und Bauarten[Bearbeiten]

Bei Klimaanlagen wird unterschieden:

  • Direktverdampfer
  • indirekte Kühlung über Kaltwasser- oder Sole-Kreisläufe

In kleinen Klimaanlagen wie Raumkühlgeräten, PKW-Klimaanlagen, Krananlagen und Klimaanlagen in Zügen wird die Luft direkt über den Einbau eines Verdampferbündels in den Luftstrom gekühlt. Großanlagen für die Klimatisierung von Bürogebäuden oder auch zur Kühlung von größeren Elektroschaltanlagen mit einer größeren Anzahl von Kühlstellen werden indirekt gekühlt. Der Verdampfer der Kälteanlage ist ein Wärmeübertrager, der Wasser oder Sole kühlt. Die Sole besteht aus Wasser, dem Frostschutzmittel beigegeben ist. Es wird ein geschlossener Kühlkreislauf mit Kreiselpumpen betrieben, in dem ein Ausdehnungsgefäß zur Aufnahme der thermischen Volumenänderung eingebaut ist.

Großkühlung (ehem. Zeche Gneisenau, Dortmund-Derne)

Die Leistungen der Klimaanlagen reichen von 2 kW Kälteleistung (Raumklimagerät) bis zu zentralen Kälteanlagen im Steinkohlenbergbau mit einer Kälteleistung bis 3 MW je Verdichteraggregat.

Für den privaten Gebrauch kommen Monoblock- oder Splitgeräte in Frage:

  • Monoblockgeräte haben einen Abluftschlauch, der in einem Wanddurchbruch fest verlegt sein oder aus einem Fenster gehängt werden muss. Diese Geräte haben den Nachteil, dass durch den zwangsläufigen Luftdruckausgleich die nach außen geblasene Abluft sofort wieder ersetzt wird durch warme und feuchte Außenluft, die durch die Ritzen in Fenstern und Türen einströmt. Somit wird ein großer Teil der Wirkung der Klimaanlage wieder zunichtegemacht. Ferner sind diese Geräte lauter als Splitgeräte, da der Kompressor innerhalb der Wohnung arbeiten muss. Allerdings gibt es auch Monoblockgeräte mit einem zweiten Schlauch zum Ansaugen von Außenluft, sodass kein Luftdruckausgleich mehr erforderlich ist. Diese Zweischlauch-Geräte sind aber bisher wenig verbreitet.
  • Splitgeräte sind effizienter, da der Verflüssiger an einer günstigen Stelle außerhalb des zu kühlenden Raums aufgestellt werden kann. Verflüssiger und Verdampfer werden über Schlauchleitungen verbunden. Einige Split-Klimageräte verfügen heutzutage über eine sog. Wärmepumpenschaltung, die es ermöglicht, die Klimaanlage auch im Herbst, Winter und Frühling als energiesparende Zusatzheizung bis zu einer Außentemperatur von bis zu −15 °C zu betreiben.

Bekannt aus den USA ist auch eine Klimaanlage von der Größe eines Mikrowellenherdes, die in einen Fensterrahmen gestellt werden kann, und die Abwärme direkt nach außen abgibt. Dazu ist es jedoch erforderlich, den Rest des Fensterrahmens gegen die ansonsten wieder eintretende Abluft zu verschließen. Dies ist nur bei den in den USA üblichen Fenstern praktikabel, die nach oben aufgeschoben werden können.

Weitere Einsatzgebiete[Bearbeiten]

Fahrzeuge[Bearbeiten]

US-amerikanischer Verdunstungskühler der 1950er Jahre
manueller Schalter für eine Klimaanlage (BMW)

Klimaanlagen werden auch in Luftfahrzeugen und Kraftfahrzeugen eingesetzt. Oftmals wird dabei von Klimaautomatik gesprochen. Der generelle Unterschied liegt in der automatischen Regelung einer Klimaautomatik im Gegensatz zur simplen Steuerung einer klassischen Klimaanlage. Das bedeutet, durch ständigen Vergleich der Soll/Ist-Werte regelt eine Klimaautomatik selbstständig die eigene Leistung nach, um den gewünschten Temperaturbereich einzuhalten. Dem gegenüber bleibt die Steuerung einer herkömmlichen Klimaanlage dauerhaft auf der eingestellten Leistung stehen, wodurch der Nutzer selbstständig manuell nachregeln muss, wenn der gewünschte Temperaturbereich nicht mehr eingehalten wird. Zudem ist es mit modernen Klimaautomatiken in Fahrzeugen sogar möglich, die Temperatur für Fahrer, Beifahrer sowie Rückbank separat einzustellen. Üblicherweise wird auch die unterschiedliche Erwärmung des Fahrgastraumes durch Sonneneinstrahlung kompensiert, indem die Position der Sonne über einen Sonnenstandssensor (auch: Solarsensor) ermittelt und dementsprechend die betroffene Seite des Fahrzeugs stärker gekühlt wird.

Schiffe[Bearbeiten]

Hauptartikel: Klimatisierung von Schiffen

Auf Schiffen ist der Betrieb einer Klimaanlage sehr viel einfacher und kostengünstiger, da hier die Abfalltemperatur über das praktisch unbegrenzt zur Verfügung stehende und relativ kalte Seewasser abgegeben werden kann. Aus diesem Grunde können auch wesentlich tiefere Temperaturen erreicht werden. Beispiele für solche als „Kaltwassersatz“ bezeichneten Klimageräte findet man z. B. auf fast allen Schiffen der Deutschen Marine.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Klimagerät auf dem Dach eines GTW in der Schweiz

Heutzutage besitzt das Reisen mit Schienenfahrzeugen in einer klimatisierten, luftgefilterten und druckgeschützten Umgebung einen hohen Fahrgastkomfort. Definitionen für den Begriff des Komforts finden sich in einer ganze Reihe von Normen, insbesondere die EN 13129. Die wesentlichen Größen sind Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wärmestrahlung (Oberflächentemperatur und Durchgang durch Fenster), Luftgeschwindigkeit im Fahrgastraum und der Schallpegel. Der Einsatzort (geographische Lage) und die Anwendungsart (Straßenbahn, U-Bahn, Regionalbahn oder Hochgeschwindigkeitszug) erfordern prinzipiell verschiedene, angepasste Klimasysteme. Diese werden HVAC-Systeme genannt (engl. "Heating, Ventilating and Air Conditioning" bzw. auf Deutsch "Heizung, Lüftung, Klimatechnik (HLK)").

Nahezu alle modernen Schienenfahrzeuge wie Triebzüge und Personenwagen sowie die Führerstände vieler Lokomotiven sind mit Klimaanlagen ausgerüstet. Die Klimageräte sind entweder unter dem Fußboden, häufiger aber auf dem Dach eingebaut (vor allem bei Niederflurfahrzeugen). Sie werden über das Bordnetz des Fahrzeuges oder über entsprechende Umrichter direkt aus der Zugsammelschiene mit Energie versorgt. Damit keine warme Außenluft ins Wageninnere gelangen kann, können bei klimatisierten Zügen die Fenster nicht oder nur durch den Zugbegleiter geöffnet werden. Die Klimageräte sind überwiegend als Kompaktgeräte ausgeführt, seltener als Splitgeräte.

Flugzeuge[Bearbeiten]

Hauptartikel: Klimaanlage (Flugzeug)

Die Klimaanlage in Flugzeugen (engl. environmental control system (ECS), deutsch auch Umgebungskontrollsystem) umfasst zusätzlich die Druckversorgung. Das bedingt oftmals eine andere Konstruktion und Energiequelle mit wesentlich größerem Leistungsbedarf und erhöhten Sicherheitsanforderungen. Die Klimaanlage wird in Verkehrsflugzeugen benötigt, um den Passagieren bei Flughöhen bis über 11.000 Metern die notwendige Atmosphäre in der Kabine mit genügend Luftdruck, einer ausreichenden Sauerstoffversorgung und einer angemessenen Umgebungstemperatur zu bieten. Bei Flugzeugen mit Strahltriebwerk(en) wird sie unter anderem mit Zapfluft aus diesen betrieben.

Entwicklungsgeschichte[Bearbeiten]

Die erste voll funktionsfähige Klimaanlage nach heutigem Prinzip soll von W.H.Carrier 1911 erfunden worden sein. Im Bereich der Autoklimaanlagen wurden diese zuerst 1938 von Nash, und im selben Jahr auch von Studebaker eingebaut.

Abkürzungen[Bearbeiten]

Schaltzeichen für Klimagerät/Klimaanlage
  • A/C („Aircondition type Carrier“) = Klimaanlage nach W.H.Carrier (im Kfz. gebräuchliche Taste)
  • VRF („Variable Refrigerant Flow“) = Variabler Kältemittelmassenstrom
  • BTU („british thermal unit“), 1000 BTU/h ≈ 293 W

Siehe auch[Bearbeiten]

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Literatur[Bearbeiten]

  • Recknagel-Sprenger-Schramek: Taschenbuch für Heizung+Klimatechnik, 73. Auflage, Oldenbourg Industrieverlag München 2007, ISBN 3-8356-3104-7
  • Klaus Daniels: Gebäudetechnik, Ein Leitfaden für Architekten und Ingenieure, ISBN 3-7281-2727-2
  • Maake-Eckert: Pohlmann Taschenbuch der Kältetechnik, ISBN 3-7880-7310-1
  • Jungnickel, H.; Agsten, R.; Kraus, W. E.: Grundlagen der Kältetechnik, 3. Auflage, Verlag Technik, Berlin 1990, ISBN 3-341-00806-3
  • Lehrbuch der Kältetechnik, Hrsg. H.L. von Cube; F. Steimle; H. Lotz; J. Kunis, Bd.1 und 2, 4. Auflage, C. F. Müller Verlag, Heidelberg 1997, ISBN 978-3-7880-7509-5
  • Olav Möller: Ratgeber Klimageräte, 1. Auflage 2009, ISBN 978-3-00-028004-7

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Klimaanlage – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Klimaanlagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Arbeitsstätten-Richtlinie Lüftung (ASR 5)
  2. Süddeutsche Zeitung, 22. Juli 2006, Jutta Göricke, S.V2/13.
  3. Arbeitsstätten-Richtlinie Raumtemperatur (ASR 6)
  4. Klimaanlage – Gefahr für die Gesundheit?
  5. Relief in Every Window, but Global Worry Too. Abgerufen am 12. November 2012 (englisch).
  6. Bernd Glück: „Vergleichsprozesse der Klimatechnik“. Optimale Betriebsstrategie von Klimaanlagen mit frei definierbarer Zielfunktion
  7. http://www.energieagentur.nrw.de/virtuell/downloads/adiabate_kuehlung.pdf
  8. S.75, „Wozu heizen wir unser Zimmer?“ in: Michail W. Wolkenstein (Mikhail Vladimirovich Volkenstein), Entropie und Information